Frage von Bomanye, 156

Wenn vor Gericht der einzige Zeuge eine Aussage macht, der Täter dazu schweigt, wird die Anklage dann wegen Mangel an Beweisen fallen gelassen?

Hallo.

Wenn eine Straftat begangen wird, wo es nur ein Opfer, und  auch nur einen Zeugen gibt, und die Täter zu zweit waren, und vor vor Gericht schweigen, der Zeuge aber eine Aussage macht, kann dann wegen fehlenden Beweisen die Anklage fallengelassen werden, weil die Täter nichts zugegeben, oder abstreiten?

Oder muss der Täter ebenfalls eine Aussage machen, die gegen den Zeugen spricht, damit es fallen gelassen wird wegen Mangel an beweisen? 

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Bomanye,

Schau mal bitte hier:
Polizei Gericht

Expertenantwort
von TheGrow, Community-Experte für Polizei, 82

Hallo Bomanye,

das es keine Beweise für die Tat gibt ist juristisch gesehen nicht korrekt.

Nicht nur materielle Gegenstände kommen als Beweismittel in Betracht, sondern auch die Aussage des Geschädigte oder eines anderen Zeugen gilt als Beweis.

Aufgabe des Richters ist es alle ihm zur Verfügung stehenden Beweismittel zu prüfen und zu bewerten.

Wie bei Beweismitteln materieller Art, kommt es auch bei der Zeugenaussage da drauf an, ob der Richter zu dem Schluss kommt, dass der Zeugenbeweis keine Zweifel an der Tatbegehung durch den Angeklagten zulässt.

Zeugen sind auch vor Ihrer Vernehmung zwingend zu belehren, dass sie sich mit einer Falschaussage strafbar machen würden.

Letztendlich kommt es darauf ein, ob der Richter Zweifel an der Richtigkeit der Zeugenaussage hat. Hat der Richter keinen Zweifel an der Richtigkeit der Zeugenaussage, kann auch eine einzige Zeugenaussage für eine Verurteilung langen.

Es müssen nicht unbedingt mehrere Zeugen vorhanden seien oder materielle Beweise vorliegen.

Nur wenn der Richter Zweifel daran hat, dass der Angeklagte die Tat wie vorgeworfen begangen hat, gilt der juristische Grundsatz In dubio pro reo, was bedeutet im Zweifel für den Angeklagten. In diesem Fall ist der Angeklagten freizusprechen.

Hat der Richter keine Zweifel an der Tatbegehung durch den Angeklagten, wird der Angeklagte wegen der Tat verurteilt.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von Bomanye ,

Gute Antwort undso, ich wollte dir eine Private Nachricht sende, was nur geht bei Freunschaft, wieso zum ..... lehnst du in einem Community Forum meine Anfrage ab?

Kommentar von TheGrow ,

Ich habe nicht abgelehnt, sondern die Anfrage angenommen. Scheint wohl Irgendwas schief gegangen zu sein. Versuchen wir es noch einmal.

Antwort
von Interesierter, 69

Vor Gericht gilt die freie Beweiswürdigung. Das heisst, der bzw. die Richter werden sich alles anhören und anschauen. Dann werden sie überlegen, welche Aussage die Glaubhafteste ist, welche die Schlüssigste ist und welche sich mit allen anderen Aspekten des Falles deckt.

Danach werden sie ihr Urteil fällen.

Du darfst aber davon ausgehen, dass ein Angeklagter, der angeschuldigt wird und sich nicht zur Sache äussert, also letztlich sich auch nicht verteidigt im Regelfall schuldig gesprochen wird, denn die Aussage des Opfers ist in jedem Fall ein Beweis. 

Ein Beschuldigter muss sich nicht zu den Vorwürfen äussern. Er darf auch etwas dazu sagen, er darf sogar lügen. Genau deswegen ist aber auch die Aussage des Beschuldigten nicht viel wert.

Antwort
von FragaAntworta, 81

oO, Du meinst also das perfekte Verbrechen erfunden zu haben? Immer nur ein Opfer und zwei Täter, die sich dann gegenseitig ein Alibi geben? Ein Zeugenaussage wird vor Gericht bewertet und anhand sonstiger Indizien und Beweise betrachtet, dadurch gehört dann auch viel mehr als nur ein, ich war es nicht, und der Zeuge wird unglaubwürdig, natürlich wird im Zweifel für den Angeklagten entschieden, aber das geht nicht immer und ständig gut.

Antwort
von RobertLiebling, 49

"Aussage gegen Aussage" stimmt da nicht. Der Zeuge ist zur Wahrheit verpflichtet, der Angeklagte darf Lügen, dass sich die Balken biegen.

Wessen Aussage wird also im Zweifelsfall höheres Gewicht haben?

Antwort
von atzef, 62

Da die Täter prozessrechtlich sich nicht selber belasten müssen und sogar das recht haben, die Unwahrheit zu sagen, ist es völlig unerheblich, ob die Schweigen oder reden wie ein Wasserfall.

Ansonsten reicht auch schon eine Zeugenaussage, wenn die glaubwürdig ist, um die Täter zu überführen.


Antwort
von woflx, 57

Wesentlicher Punkt ist die Glaubwürdigkeit des Zeugen: Ist seine Darstellung widerspruchsfrei und schlüssig? Gilt er allgemein als zuverlässige Person? Hätte er ein besonderes Interesse an einer falschen Darstellung zu Lasten der mutmaßlichen Täter?

Antwort
von Peterwefer, 70

Dann könnte es (im Extremfall) zu einem Indizienprozess kommen, der kann sich über Jahre hinziehen. Einen Täter kann man nicht zu einer Aussage zwingen. Einstellung des Prozesses aus Mangel an Beweisen - bei Bagatelldelikten durchaus keine Seltenheit.

Antwort
von LovelyShiba, 73

Soweit ich weiß, ich kann das aber nicht so genau sagen, besteht hier eigentlich kein Zeugnisverweigerungsrecht. Außer die Angeklagten/Täten sind mit Zeugen verwandt oder verschwägert. Besteht keine Verwandtschaft muss der Angeklagte aussagen. Der Richter entscheidet. Vielleicht gibt es eine Geldstrafe oder nur eine Vorwarnung. Kommt drauf an ob der Täter vorbestraft ist! Die Entscheidung liegt ganz klar am Richter. So genau kann ich dir nichts weiteres sagen.

Kommentar von TheGrow ,

Etwas wirr Deine Aussage!

Ein Zeugnisverweigerungsrecht, kann nur derjenige haben, der vom Grundsatz her auch verpflichtet ist Zeugnis abzulegen.

Da ein Angeklagter nicht verpflichtet ist Zeugnis abzulegen, kann es für den Angeklagten auch kein Zeugnisverweigerungsrecht geben.

Ein Angeklagter kann sich vor Gericht zu der Sache äußern, er darf aber auch zu der Sache schweigen. Der Angeklagte muss Lediglich vor Gericht Angaben zu seiner Person machen. Alle anderen Angaben sind freiwillig.

Antwort
von wfwbinder, 41

Es ist eine Frage der Glaubwürdigkeit des einzigen Zeugens und etwaiger Indizien.

Es dürfte eine schwierige Situation sein, aber u. U. reicht die Aussage des Opfers für die Verurteilung.

Kommt sehr auf die Tatumstände an.

Antwort
von unhalt, 60

Wenn etwas mal vor Gericht landet, dann wird es nicht 'einfach fallengelassen'. Was möglich ist, dass das Verfahren gegen ein Bußgeld oder so eingestellt wird.

Richter haben aber da schon ihre Tricks und möglichkeiten.

lg

Antwort
von Pudelwohl3, 39

Angeklagte müssen nichts sagen, wenn sie das nicht wollen.

Das Opfer IST EIN ZEUGE.

Der Richter wird alles bewerten und zu einem Ergebnis, einem Urteil kommen, das ist sein Job. Er ist, innerhalb bestimmter Grenzen, frei in der Beweiswürdigung und Bewertung,

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