Hirnlos am 06.10.2009 um 20:07 Uhr
Ich habe gestern in einen katholischen Schaukasten geguckt - das ist immer interessant - und habe das Gebetsanliegen des Papstes für Oktober 2009 entdeckt.
Es lautet:
Wir beten, daß das ganze Volk Gottes, dem von Christus aufgetragen wurde, allen Menschen das Evangelium zu verkünden, die missionarische Verantwortlichkeit großherzig annimmt und als den wichtigsten Dienst erkennt, den es der Menschheit leisten kann.
(Siehe auch: http://www.osservatore-romano.de/gebetsanliegen.php unten bei Oktober, der 2. Satz)
Da habe ich so bei mir gedacht, ober er damit meint, daß nun alle Katholiken wie die Zeugen Jehovas predigen gehen sollten - oder sogar für diese beten sollen, daß sie noch besser predigen können?!
Oder meint er damit was anderes? Wer kann mir das erläutern?
Der Papst irrt sich, weil das Volk Gottes nicht die kath. Kirche ist. DIes wird aber vom Papst so gesehen. Alle Christen, die nicht in der kath. Kirche sind, sind abgefallen und sollen letztlich wieder der "Mutterkirche" zugeführt werden. Laut Bibel befindet sich das Volk GOttes aber in allen Kirchen (ungeachtet Römer 2, 14-16), denn sie reden nicht nur von/über Gott, sondern leben mit ihm in der Wahrheit (=Jesus).
Mit Zeugen sind ganz bestimmt nicht die Zeugen Jehovas gemeint. In der Bibel werden CHristen als Zeugen ihrer Erfahrungen mit Jesus/Gott aufgerufen, davon zu erzählen. In Apostelgeschichte 1,8 sagt Jesus selbst, dass seine Nachfolger auch seine Zeugen sein sollen. SIe sollen die frohe Botschaft von dem Schöpfergott erzählen, der Mensch geworden ist, um seine Geschöpfe vor dem Tod zu erretten. Es könnte weiterhin eine Anspielung auf Matthäus 9,37+38 sein, wo Jesus bildlich sagt, dass es zu wenige Arbeiter gibt, die die Ernte einbringen, d.h. zu wenige Menschen gibt, die die frohe Botschaft weitererzählen und Menschen für Gott gewinnen und in Vers 39, dass man dafür beten solle, dass GOtt Arbeiter in seine Ernte senden solle. D.h. einerseits soll man Zeuge für Jesus sein (hat aber nix mit den Zeugen Jehovas zu tun) und andererseits soll man auch dafür beten, dass mehr Leute sich aufmachen, um von Jesus zu erzählen. Ich könnte mir vorstellen, dass der Papst diese Anspielung gemeint haben könnte. Hoffe, meine Antwort war hilfreich.
.....sorry wenn ich etwas ganz anderes darunter verstehe. Erstens finde ich es bedenklich, das der Papst in einer Rede in Lybien zu den Moslems sagte, das wir doch alle an den selben Gott glauben. Worauf er von den Moslems zurecht gewiesen wurde, das es nicht der selbe Gott sei. Der Koran und die Bibel sind zwei grundverschiedene Offenbarungen und es kann nicht sein, das ich als Oberhaupt sage, das dieser Gott der selbe ist. Wir glauben an Jesus Christus als den geoffenbarten Gott (Joh1,18)der für unsere Sünden gestorben ist. Das missionarische Anliegen bedeutet, das wir schon alle als wiedergeborene Christen in der Pflicht sind anderen von unserer Hoffnung Rechenschaft abzugeben, aber nicht unbedingt Predigen wie die Zeugen. Gott setzt Lehrer ein oder Evangelisten die diesen Dienst speziell ausführen. Als Christ und das nicht unbedingt nur als Katholik bedeutet es, nach dem Wort Gottes zu leben und ein Zeugnis und Licht für unsere Umwelt zu sein. Angefangen in der Familie bis hin zu unseren Freundeskreis und auf dem Arbeitsplatz oder in der Schule. Wenn ich nicht Jesus Christus mit meinem Leben bezeuge und sage, das der Gott des Korans der selbe ist, dann finde ich das sehr bedenklich...
(Matthäus 24:14)" Und diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen." (Matthäus 28:19-20) "Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, 20 und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge."

Ein Deutung der blumigen Sprache des Papstes:
"Wir beten, daß das ganze Volk Gottes, dem von Christus aufgetragen wurde, allen Menschen das Evangelium zu verkünden...": Damit sind ALLE Christen gemeint, denn ihnen wurde aufgetragen die frohe Botschaft von der Liebe Gottes weiterzusagen.
"... die missionarische Verantwortlichkeit großherzig annimmt...": Nächstenliebe (Diakonia), Gemeinschaft (Koinonia), Gottesdienst (Liturgia) und Verkündigung des Glaubens (Martyria) gehören zu den Hauptaufgaben der Kirche. Kirche besteht aus Christen. Diese haben also diese Aufgabe und hier gilt es, diese Verantwortlichkeit (eben auch der Glaubensverkündigung) wahrzunehmen.
"...und als den wichtigsten Dienst erkennt, den es der Menschheit leisten kann.": Gemeinschaft und Gottesdienst sind zunächst innerkirchliche Aufgaben. Nächstenliebe und Glaubensverkündigung ist auch ein Dienst über die Kirchenmauern hinaus für die gesamte Menschheit.
Mit Mission ist nicht nur die Wortverkündigung gemeint, sondern auch wenn durch mein Handeln Gottes Liebe sichtbar wird.