Frage von Christoff69, 108

Wem gehört das Kind?

Ich bin konfessionsloser Deutscher und lebe (häufig) in Spanien. Dort habe ich eine Marokkanerin (Muslima) kennengelernt, die sich "illegal" in Europa aufhält (ihre Aufenthaltsgenehmigung ist abgelaufen). Nun ist die Dame schwanger (um Fragen vorzubeugen: Ja, von mir). Wir wollen beide das Kind haben, wobei ich in die Zuverlässigkeit meiner Partnerin leider arge Zweifel habe, will sagen: Es kann sein, dass sie nach der Geburt die Lust an der Verantwortung verliert. Oder aber das Kind mir entziehen und zu ihrer Familie nach Casablanca ziehen will (was für mich keinesfalls eine Option wäre).

Frage-1: Sollte es also einen Streit um das Kind geben: Welches Gericht wäre zuständig? Das der Geburt (also Spanien), das der Mutter (also Marokko) oder des Vaters (also Deutschland)?

Frage-2: Falls mir das Kind entzogen würde: Müßte ich dann Unterhalt zahlen und wenn ja, wie viel?

Frage-3: Gibt es in Deutschland Fachanwälte für solcherlei verworrene multikulti Familienverhältnisse?

Vielen Dank.

Antwort
von DerHans, 52

Ein Kind "gehört" niemandem.

Wenn du eindeutig der Vater bist, bist du zum Unterhalt verpflichtet, und kannst daher evtl. ein Besuchsrecht ableiten.

Ob du das in einem muslimischen Staat durchsetzen kannst, ist eine ganz andere Frage.

Kommentar von haufenzeugs ,

spanien ist doch kein muslimischer staat.

Kommentar von DerHans ,

Aber Marokko

Kommentar von haufenzeugs ,

wieder falsch derhans. auch marokko ist kein muslimischer staat.

Kommentar von DerHans ,

Was denn?

Der König ist nicht nur weltliches, sondern auch religiöses Oberhaupt

Antwort
von user8787, 45

Hier stört mich schon die Frage an sich...."Wem GEHÖRT das Kind" 

Ein Kind ist kein Gegenstand, welcher sich nach Lust und Laune ( oder weil Zweifel gehegt werden ) einem "Besitzer" zuordnen lässt. 

Ergo, ich hoffe das ist eine Troll - Frage. 


Kommentar von Christoff69 ,

Aber du sagst doch auch "mein Kind" (falls du eines hast). Und das Wort "mein" ist ein Possesivpronomen (für Nichtlateiner: Besitzanzeigendes Fürwort). Ich will damit sagen: Die besitz-ähnliche Zuordnung eines Kindes zu einer Person (Mutter, Vater, Vormund, etc.) hat sich in allen mir bekannten Sprachen eingebürgert und wird von allen an der Diskussion beteiligten Personen als hilfreiches Sprachkonstrukt zur Beschreibung der vielfältigen juristischen, emotionalen und sozialen Beziehungen eines Kindes zu seiner (menschlichen) Umwelt verstanden. Außer von formalpuristischen Haarspaltern, die ihr unausgeschöpftes Empörungspotential abreagieren wollen. Sachdienlicher wäre es gewesen, die Frage so zu verstehen, wie sie gemeint ist. Und nein, sorry: Es ist wahrlich keine Troll-Frage, sondern eine, die mich ernsthaft beschäftigt. Danke trotzdem.

Kommentar von user8787 ,

Niemals würde ich / würden wir bezüglich unserer Kids auch nur ansatzweise in deine Richtung denken. 

Unsere Kinder gehören NICHT uns.....sie gehören ZU uns. 

Deine Frage und der dazu gehörende Text haben mich entsetzt. 

Kommentar von Christoff69 ,

Also meinetwegen ... um von der Ebene der Wortklauberei zurück auf die Ebene der Problemlösung zu kommen: Ich ändere meine Frage auf "Zu wem gehört das Kind?" - Zufrieden? Dann hätte ich gern eine sachdienliche Antwort. Danke.

PS: Sei froh und dankbar, dass im Falle Eurer ... Verzeihung: der zu Euch gehörenden Kinder diese Frage nicht auftaucht, weil offensichtlich beide Elternteile am selben Strang ziehen (und auch zusammen wohnen). Aber schau in die Welt hinaus, da sieht man, dass es eben Fälle gibt, wo die "Zugehörigkeit" des Kindes beantwortet werden muß (allzu oft von Gerichten). Ja, darüber kann man entsetzt sein. Entsetzen ist aber selten eine hilfreiche Haltung.

Kommentar von haufenzeugs ,

da du bis zur anerkennung der vaterschaft kein vater bist, wirst du auch keinerlei rechte daran haben. ohne unterschrift der mutter bekommst du für ihr kind marrokanischer staatsbürgerschaft auch keine vaterschaft anerkannt bekommen. das kind ist somit erstmal nur der mutter zugehörig. selbst wenn du die vaterschaft anerkannt hast, hat sie noch immer alleiniges sorgerecht.

wenn sie also plant zurück zugehen nach hause oder weiterzuziehen um woanders aufenthalt zu bekommen, dann wird sie dich dazu nicht weiter befragen müssen.

Antwort
von haufenzeugs, 56

das kind gehört der frau. es ist marokaner von geburt an und in allen anderen angelegenheiten ist das gericht in spaninen zuständig. wenn das kind registriert ist, kann passieren das mutter und kind keine aufenthaltserlaubnis bekommen und abgeschoben werden. dagegen kannst du nichts tun, daran ändert sich nix. sie hat mit der geburt des kindes alleiniges sorgerecht und alleiniges abr.

1. das spanische gericht wäre zuständig, da die frau momentan in spanien ist. wenn sie abgeschoben wird, ein gericht in marokko.

2. warum sollte dir das kind entzogen werden? du hast noch keines. erstmal musst du als vater anerkannt werden, dazu bedarf es zustimmung der mutter. bist du festgestellt bist du für mutter und kind unterhaltspflichtig. für die erstausstattung des kindes bist du ebenfalls finanziell verantwortlich.

3. was willst du mit deutschen anwälten in spanien? die können dir momentan eh nicht helfen du bist nicht der vater des kindes. weiterhin ist das kind marokanischer staatsbürger ab geburt.

Kommentar von Christoff69 ,

Danke! Hat mir schon ein wenig weitergeholfen.

Kommentar von passaufdichauf ,
das kind gehört der frau.

Nein. An einem Kind kann weder Mutter noch Vater noch sonst irgendwer Eigentumsansprüche erwerben. Es gibt keine Sklaverei (weder in Deutschland, noch in Spanien und auch nicht in Marokko). Das Kind ist eine eigenständige Person.

Kommentar von haufenzeugs ,

na sicher gehört das kind sich selbst. aber hier ist das kind eines flüchtlings unterwegs oder asylsuchenden. ein kind mit wenn es geboren ist marrokanischer staatsbürgerschaft. so wie er es gefragt hatte, plant er das kind der mutter zu entziehen, damit es ihm gehört. in direkter antwort auf seine frage: gehört es der mutter erstmal - bis was anderes entschieden wird -bspweise eine vaterschaftsanerkennung.

Antwort
von ichweisnix, 11

zu 1.) zunächstmal das spanische, falls das Kind dort geboren wird. Dort gilt wohl a priori die gemeinsame Sorge. Für den Wohnsitzwechsel müssten beide Eltern zustimmen. Die Frau könnte natürlich einfach keinen Vater angeben, hätte für sie aber den Nachteil, das dann die deutsche Staatsangehörigkeit des Kindes nach §4 StAG nicht greift.

zu 2.) Problem ist eher wenn sie nach Casablanca zieht bevor das Kind geboren wird. Ist das Kind erstmal da, dürfte das nicht mehr gans so einfach sein. Sofern der Umzug einvernehmlich oder durch gerichtlichen Beschluss erfolgt ist, besteht eine Unterhaltspflicht, wobei in der Regel das Recht am Wohnsitz des Kindes anzuwenden ist.

zu 3.) Sie sollten sich an einen spanischen Anwalt wenden, der deutsch spricht.


Antwort
von Menuett, 47

Ein Kind ist keine Sache oder Immobilie, folglich kannst Du auch kein Eigentum daran erwerben.

1. Da ihr euch in Spanien aufhaltet gilt logischerweise auch spanisches Recht.

2. Selbstverständlich müßtest Du Unterhalt zahlen, keine Ahnung, wie viel man da in Spanien zahlen muß.

3.Es gibt bestimmt Anwälte, die sich damit auskennen.

Kommentar von Christoff69 ,

"Ein Kind ist keine Sache oder Immobilie, folglich kannst Du auch kein Eigentum daran erwerben." - Bitte??? Davon ist in meiner Frage nun wirklich keine Rede.

Kommentar von Menuett ,

Es ist sogar Deine Frage.

Wem GEHÖRT das Kind?

Antwort
von passaufdichauf, 12
Wem gehört das Kind?

Niemanden. An einem Kind kann weder Mutter noch Vater noch sonst irgendwer Eigentumsansprüche erwerben. Es gibt keine Sklaverei.

Die Fragestellung ist absurd.

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