Welpe keine Beißhemmung in Öffentlichkeit?

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10 Antworten

aber sobald wir unter Menschen sind und er für eine Weile ruhig neben
einem sitzen soll (zB in den Öffis) dreht er total am Rad, versucht an
einem hoch zu springen oder irgendwo hin zu kommen, wo er nicht hin
soll.

Hast Du mal in Erwägung gezogen, dass das, was Du von dem Hund forderst, schlichtweg zu viel für ihn ist? Er dreht am Rad, er springt an Dir hoch, er will weg. Kann es nicht sein, dass er einfach nur raus aus der Situation will und Schutz bei Dir sucht? Hast Du Dir mal vorgestellt, wie die Welt aus Perspektive Deines Hundes aussieht, wie bedrohlich die ganzen riesigen Menschen sein können, wie unangenehm es ist, wenn die Individualdistanz permanent unterschritten wird und wenn der Jungspund mit den ganzen Reizen (Geräusche, Gerüche, Untergründe etc.) überflutet wird?

Mein jüngster Hund ist etwas jünger als Deiner und er kann sitz, locker an der Leine laufen und das war es. In den ersten Wochen muss ein junger Hund in erster Linie eines: eine Bindung zu Dir aufbauen, merken, dass Du ihn souverän führst und schützen kannst (!) und seine Umwelt erforschen. Mehr nicht.

Von meiner älteren Hündin habe ich in diesem Alter auch nicht mehr gefordert. Ich bin mit ihr in Restaurants/ Cafés gegangen, aber sobald der Hund auch nur das geringste Anzeichen von Stress gezeigt habe, habe ich den Hund aus der Situation geholt. Heute liegt sie tiefenentspannt neben mir, wenn ich in einem Café sitze oder in einer Besprechung bin. Aber das braucht Zeit, Geduld und Augenmaß.

Einen Hund zur Strafe ins Ohr zu beißen finde ich übrigens absolut absurd. Was soll das bitte bringen? Falls das ein Tipp aus der Kategorie "Ich kläre Positionen wie ein Hund"- ist, dann überleg mal, ob Du draußen auch drüberpinkeln willst, wenn Dein Hund markiert. Und nun ganz ernsthaft:

1. Gibt es zwischen Mensch und Hund keine Rangordnung. Die Rangordnung hat den Sinn zu klären, wer sich in einem gewachsenen Rudel mit wem verpaaren darf. Und an diesem Punkt ist der Mensch schon im Vorfeld der Diskussion raus.

2. Ist Dominanz situativ und eine Leitfigur ist deshalb aus Sicht des Hundes Leitfigur, weil sie schlau, souverän, vorausschauend, vertrauenswürdig und Sicherheit geben ist. Typen, die rumbrüllen und jedem eins aufs Dach hauen, der Grenzen austestet, haben bei Hunden etwa den gleichen Status wie bei Menschen. Prolleten, denen man keine 3 Meter über den Weg traut. Ohren beißen fällt übrigens in die gleiche Kategorie wie aufs Dach hauen.

3. Du musst natürlich Grenzen setzen. Du kannst auch körperlich werden. Drück den Hund weg, wenn er frech wird, beanspruch Raum für Dich, wenn er in eine andere Richtung will, indem Du ihn zurückdrängst (nicht ziehst, nicht trittst, sondern durch schmerzlosen Körpereinsatz zum Zurückweichen drängst). Setz Deine Stimme ein (nicht brüllen!), sei klar und verlässlich in Deinen Grenzen.

Wenn Du 6 Bücher über Hunde rumliegen hast, dann lies sie bitte oder kauf Dir ein vernünftiges. Und wenn Du keine Hundeschule findest, dann such mal nach einem mobilen Trainer.

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Kommentar von sweetjelly
12.04.2016, 19:27

ich weiß, dass es darüber Streitigkeiten gibt, ob man sowas wie 'ins Ohr beißen' machen soll oder nicht, aber ich habe mich ganz einfach dafür entschieden, weil es zum einen hilft und es zum anderen seine Sprache ist. ich denke nicht, days ich dadurch unsouverän wirke, denn sonst müsste ein ranghöcherer Hund oder aber auch die Geschwister auch unsouverän bzw. wie einige argumentieren 'unlogisch' wirken. ich denke ganz ehrlich, das menschliches handeln, also vom Rudel ausschließen oder 'Nein' sagen, da eher 'unlogisch' ist, da der Welpe damit so gar nichts anfangen kann. Da ist meiner Meinung nach die Methode mit dem Ohrbeißen eine gut verständliche: Aktion >Reaktion, gerade zum Anfang, wenn der Welpe noch keine 'menschliche Logik' gelernt hat. aber das kann jeder sehen wie er will, denke ich, solange niemand seinen Hund nicht quält/schlägt, ist es mir egal wie letztendlich jemand seinen Hund erzieht. vor allem denke ich auch, dass nicht bei allen Hunden das gleiche hilft, eben weil sie verschiedene Charaktere haben. bei dem einen hilft es gleich, wenn man ihn böse anguckt/ermahnt, der andere ist davon nicht eingeschüchtert und da muss man dann auch mal Aktion zeigen (damit meine ich nicht schlagen/Prügel etc.!!!).

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Zuhause ohne Ablenkung etwas lernen und ruhiges sitzen in den Öffis sind völlig unterschiedliche Situation.

Hunde lernen ortsbezogen und Ruhe bewahren ist für junge Hunde nicht ganz einfach.

Bleib einfach ruhig und dreh dich von ihm weg wenn er versucht an dir hochzuspringen. Er wird älter und ruhiger werden. Stell dich mal auf die Leine wenn er versucht an dir hochzuspringen. Natürlich nicht so, dass Zug auf die Leine kommt sondern nur so, dass er nicht hochspringen kann.

Als Hundehalter ziehst du nun mal die Aufmerksamkeit deiner Mitmenschen auf dich solange dein Hund noch nicht fertig erzogen ist. ;-)

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Kommentar von sweetjelly
12.04.2016, 15:52

da hast du recht, vielleicht sehe ich das zu eng, aber es wird eben auch von einem Hund verlangt, egal wie jung er ist, dass er sich benehmen kann... :( zum einen kommen ständig irgendwelche fremden Leute auf mich zu und wollen kurz mal streicheln, manche fragen nicht mal, meistens sage ich auch nein, aber die Aufmerksamkeit wird ihm ja trotzdem gegeben und dann dreht er natürlich noch mehr auf :\ und dann wundern sich die Leute und meinen er sei unerzogen, weil er beißt und spielen will. holt man sich einen kleinen Welpen und denkt, das schafft man mit der Erziehung, dann hat man die 1000 Leute um einen herum, die keine Ahnung von Hunden haben und immer nur den süßen kleinen Welpen sehen, nicht mit bedacht... ich gestehe mir gerade ein, dass ich mehr von den ganzen aufdringlichen Menschen genervt bin, als von meinem Hund an sich...

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In der Öffentlichkeit ist das leider immer nochmal was ganz anderes, da der Kleine von ganz anderen Reizen umgeben ist, die ihn zum Teil ablenken und Anfang nervös machen. Macht es einfach genauso, wie zuhause auch. Er versucht mit dem Verhalten natürlich eure Aufmerksamkeit zu bekommen und provoziert das mit allen Mitteln.
Am besten ist es, ihn einfach zu ignorieren. Irgendwann wird es langweilig und er merkt, dass er mit seinem Verhalten ohnehin keinen Erfolg hat. Das braucht natürlich viel Geduld und Konsequenz. In der Öffentlichkeit ist es sicherlich manchmal auch unangenehm, wenn der Hund sich schlecht benimmt. Jedoch ist das bei ganz Welpen normal, da muss man eben durch 😉

Zu der Beißhemmung:
das ist auch völlig normal, dass Welpen feste zubeißen, da sie natürlich noch nicht gelernt haben, dass uns sowas weh tut. Auch hier würde ich alles genauso machen, wie bei euch zuhause. Der Grundgedanke ist ja schon drin (du meintest ja, dass es zuhause bisher klappt und ihr Fortschritte gemacht habt). Wie gesagt, in der Öffentlichkeit "vergisst" der Kleine voller Aufregung alles gelernte wieder. Einfach konsequent weiter machen. Eventuell lässt du nur das Öhrchen beißen weg, wenn dir das unangenehm ist.

Weiterhin viel Glück dabei. 😊💪🏽

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Kommentar von sweetjelly
12.04.2016, 17:33

wie genau würdest du das anstellen, die beißhemmung in der Öffentlichkeit "neu erlernen"? ich habe da ja nicht die Möglichkeit ihn auszuschließen (Auszeit vor der Tür), wenn er sich nicht benimmt. ignorieren ist schwer, wenn seine Zähne in meiner Hose oder Pullover hängen und aufquicken und "zurück beißen" ist gerade unter vielen Menschen nicht angebracht/ unangenehm. Ich wäre über weitere Methoden sehr dankbar.

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Kommentar von KIttyHR
12.04.2016, 17:43

Ich würde - wenn es nicht zu schmerzhaft ist - die Hand schnell wegreißen, ihn "entgeistert" ansehen und etwas leiser "Aua" sagen. Ganz drum herum wirst du da wohl leider nicht kommen. Ansonsten wäre es noch eine Möglichkeit, ihn abzulenken, sobald er das tut. Nimm ein Leckerlie und über mit ihm Sitz oder andere einfache Tricks. Jedoch ist das keine dauerhafte Lösung. Damit schiebst du das Beißen im Grunde nur auf, lernen tut er dadurch wenig.
Achja und wenn du die Möglichkeit dazu hast, setze dich um, oder geh (mit ihm an der Leine natürlich) ein paar Schritte weiter. Das reist ihn aus seiner "Beschäftugung" raus, bis er irgendwann müde wird. Wenn du ihm jedes Mal weniger Angriffsfläche gibst, weil du dich bewegst und ihn dabei ignorierst, ist es wie eine Art Bestrafung für ihn. Das versucht er dann irgendwann zu vermeiden.

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Du musst all den fremden Leuten, die der Hund für seine rüden Spielereien auswählt, beibringen dem "Junghund" ins Ohr zu beißen....

... Ironie off..  

Wo hast Du denn diesen Quatsch her einen Welpen zu "erziehen"?

Dein Hund ist kein Welpe mehr sondern schon Junghund und zeigt draußen, bereits in diesem jungen Alter, absolutes Stressverhalten!

Denn genau das wird gefördert mit:

  • ins Ohr beißen
  • den Hund "ran ziehen"
  • laut werden beim Nein sagen
  • auf dann bei dir hoch springen = beschwichtigendes Verhalten beim Hund - mit Leinenruck reagieren
  • du reagierst anstatt mit Köpfchen zu agieren
  • dem Hund absolut kein Alternativverhalten beibringen
  • "Bestrafungserziehung" ala negative Kindererziehung 

Ein Hund ist kein Mensch, er "funktioniert" völlig anders.
Bitte umgehend Buch anschaffen (guck meine Antworten hab es gerade empfohlen) Und - sofort Kontakt aufnehmen zu einer wirklich pro Hund wirkenden Hundeschule/trainer vor Ort.

Suchbegriff: Deine Postleitzahl und IBH-hundeschulen


Nur so kann aus diesem, im Moment noch vollkommen rohen (komplett unerzogenen), Junghund noch ein vollkommen unfrustrierter, keine dauerhaft Stresshormone ausschüttender, normaler Hund werden!
Viel Erfolg auf diesem Weg.
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Hmm irgendwie kann ich meinen Beitrag nicht kommentieren. Ich meine damit das er lernen muss das du auf jeden Fall den längeren Atem hast als er. Das ist vielleicht echt anstrengend und sieht auch manchmal blöde aus, aber wenn er sich hinlegen soll und unaufgefordert nervt, aufsteht .... einfach anticken um seine Aufmerksamkeit wieder auf dich zu lenken und immer wieder ablegen lassen. Bis er aufgibt und einfach liegen bleibt. 

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Mit Konsequenz und Ruhe ist solch ein Verhalten meist in den Griff zu bekommen. Und wenn man 100 mal wiederholen muss das er sich hinlegt. Und wenn er rumhampelt immer mit Ruhe und Gelassenheit am Ball bleiben. Der kkommt noch öfter in eine Rüpelphase. Meistens reicht es wenn man einfach nerviger dem Hund gegenüber ist ;-)

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Kommentar von sweetjelly
12.04.2016, 16:45

was meinst du mit nerviger dem Hund gegenüber?

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Sicherlich fängst du in der Öffentlichkeit und unter wesentlich mehr Stress als Zuhause, bei Null  an. Was dein Hund daheim schon kann, muss er draussen erst langsam erlernen. Zumal der Hund noch keinen zuverlässigen Grundgehorsam hat und Kommandos sicherlich noch nicht  hundertprozentig ausführt. Du überforderst deinen Kleinen, bist zu hektisch , unsouverän  und ungeduldig. Dazu frage ich mich, warum man seinem Welpen oder Hund ins Ohr  beisst? Ich denke es würde ein Trainer hilfreich sein, der dir aufzeigt, in diesen Situationen angemessen zu reagieren.

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Ins Ohr beissen!! Geht gar nicht! In der Öffentlichkeit muss der Hund bei Fuss gehen,da ist kein Platz zum springen! Die Leine ist kurz zu halten und ein Leckerli ist auch in der Nähe,nur zum riechen! Er darf andere Leute nicht anspringen und auch nicht anknabbern! Da gehört ein rigoroses aus und ein Leinenrucker! Der Hund ist bei Dir und neben Dir! Und alle Fremden sind Pfui! Für den Hund!

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Kommentar von sweetjelly
12.04.2016, 15:20

ich halte die Leine kurz, aber so kann er trotzdem immernoch hoch springen, was er hin un wieder versucht. mit Leckerchen arbeitet er nur, wenn er es auch bekommt, sonst ist es schnell uninteressant, und so könnte ich im Minutentakt welche geben, was ich bei extremen Situationen auch mache. dann das Problem mit dem kurz halten der Leine, manchmal sitzt er und will sich dann hin legen, also gebe ich etwas nach, eben diese längere Leine nutzt er gerne aus...

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Kommentar von Jerne79
12.04.2016, 15:39

Da gehört ein rigoroses aus

Der Hund ist 18 Wochen alt. Was soll der denn bei Reizüberflutung mit einem Abbruchkommando anfangen können? Rucken an der Leine wird das auch nicht besser machen.

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Kommentar von sweetjelly
12.04.2016, 15:58

ich belohne ihn dafür, wenn er sich auf mich konzentriert und ruhig sitzt, wofür sonst? das sollte jetzt nicht klingen, als wenn ich ihm das Maul mit Leckerlies voll stopfe, damit er ruhig ist, aber ich dachte, dass sei klar. Nur wenn ich die Zeit, in der er ruhig sein soll und sich nur auf mich konzentriert, verlängern will, dann verliert er das Interesse an dem Leckerchen. Maximal eine Minute, dann muss ich ihm das geben, sonst wird er unruhig.

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Kommentar von Berni74
12.04.2016, 16:39

Danke Jerne, Du sprichst mir aus der Seele! So ein Quatsch!

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Der Hund ist 18 Wochen alt. Was erwartest du? Einen fertig erzogenen, gehorsamen Hund? Noch dazu in den Öffis bei totaler Reizüberflutung?

Fahrt die Action ein Stück weit zurück, gewöhnt den Kleinen langsam an so viele Eindrücke, überfordert ihn nicht. Bleibt in solchen Situationen ruhig, damit er nicht durch eure Aufregung weiter hochdreht, nehmt ihn kurz, haltet ihn aus dem größten Gewusel raus. 

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Kommentar von sweetjelly
12.04.2016, 15:43

wir haben ihn langsam ran geführt, aber sobald Menschen halt so stehen, dass er ran kommt oder beim Essen im Café einfach ruhig liegen bleiben soll, dann will er mit allem und jedem spielen und beißt dabei eben viel zu doll, was zu Hause eben nicht so ist. Hast du eine Idee, wie ich ihn dazu bewegen kann mit dem beiden und an mir hochspringen aufzuhören, wenn ich einfach mal für 30 Minuten draußen in einem (zumeist extra ruhig gewählte) Café was trinken kann?

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Kommentar von sweetjelly
12.04.2016, 15:44

*beißen

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Kommentar von Boxerfrau
12.04.2016, 16:24

dann geh vohrer ne Runde mit dem Hund. damit die Energie schon etwas raus ist bevor du ins Cafe oder sonst wohin gehst. natürlich ist es gerade mit einem welpen besonders schwierig weil jeder den Hund meint ansprechen zu müssen, weil er ja soooo süß ist....

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Vielleicht solltest Du Dir Hilfe in einer Hundeschule suchen, ein gutes Buch über Welpenerziehung zu lesen wäre auch nicht falsch.

LG

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Kommentar von sweetjelly
12.04.2016, 15:24

ich habe um die 6 Bücher hier rum liegen, aber keines geht auf spezielle Probleme ein, die sind alle immer nur so allgemein gehalten,... als könne es keine Probleme geben, wenn man sich an Anleitung x und y hält... unsere Hundeschule hier ist grauenhaft, die nächste ist so weit weg, dass schaffe ich zeitlich nicht...

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Kommentar von sweetjelly
12.04.2016, 15:31

vielleicht kann ich gut daran arbeiten, wenn ich genau weiß, warum er das macht. ich weiß nicht, ob es Aufregung ist oder Übermut...?

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Kommentar von sweetjelly
12.04.2016, 15:37

ich habe gerade mal geguckt, bei mir in der Nähe gibt es eine. Polizeihundverein, Schäferhundverein und Dackelclub, aber keinen allgemeinen Verein... :(

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Kommentar von Berni74
12.04.2016, 16:37

Der Verein übt mit dir auch nicht das Verhalten in den Öffis.

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