Frage von Lemontealove, 55

Welpe gerettet, sehr ängstlich, Tipps?

Hallo ihr Lieben!

Vor etwa drei Wochen haben mein Mann und ich einen kleinen Welpen aus einer Gitterbox befreit die an einem Rastplatz abgestellt wurde. Wir glauben das es ein Chihuahua oder ein Chihuahua-Mischling ist. Er hatte weder Chip noch eine andere Kennzeichnung. Er war schon fast verdurstet und total abgemagert. Wir dachten erst er sei schwarz, ist er nicht es war nur Dreck. Bis dato hat er gut zugenommen, er ist fit, versteht sich mit unserem zweiten Hund super gut. Nur jetzt kommt das Problem: er will weder auf den Arm genommen werden, noch gestreichelt werden, ihn einzufangen das wir raus gehen könnte, endet meist damit das er vor Angst lospinkelt. Wenn er denn draußen ist, blüht er auf. Er schnuppert, pinkelt und kackt vor allem aber spielt er sehr gerne. Mit Menschen geht's nicht, Fremde umgeht er mit einem weiten Bogen. Vielleicht hat jemand Tipps, wie wir ihm die Angst vor Menschen nehmen können. Er hat bestimmt sehr viel schlechtes erlebt.

Vielen Dank fürs Lesen und eure Tipps! LG Magdalena

Antwort
von Repwf, 55

Meist sind Hunde ja "bestechlich"...

LECKERCHEN und "fangen üben" - gefühlte 97 mal am Tag :-) 


Immer schnappen, KURZ halten, LECKERCHEN und wieder loslassen (und bei kurz sprech ich gerade an Anfang von Sekunden!)

Antwort
von Wiesel1978, 49

Gebt dem Hund Zeit. Geht mit ihm in einen anderen Wohnbereich, damit der andere Hund nicht dabei isst und füttert ihn ausschließlich aus der Hand, immer wenn er zu Eich kommt (am Anfang auch nur in eure richtung) belohnt ihn. Macht eine abgeschnittene Leine an das Geschirr/das Halsband, dann müsst ihr ihn weniger bedrängen, wenn es raus geht.
Mit anderen Menschen solltet ihr anfangen, wenn er mit euch klar kommt

Antwort
von Lemontealove, 15

Danke für eure Tipps, 👍.
Wir versuchen es langsam, nicht ihn zu überfordern.
Was sehr praktisch ist: er ist ein Fresssack, 😉.

Antwort
von Fuchssprung, 29

Einem Hund das Bellen oder Beißen abzugewöhnen ist relativ leicht. Aber einem ängstlichen Hund zu helfen ist nicht einfach. Vor allem wenn man den Hund nicht selbst in Aktion sieht. Aber du hast sein Verhalten sehr gut beschrieben.

Ich würde mich ihm rückwärts nähern, ihn nicht ansehen und auch nicht mit ihm reden. Ich würde mich einfach zu ihm setzen und ihm meinen Rücken präsentieren. Dann würde ich darauf warten, dass der Hund zu mir kommt und selbst Kontakt aufnimmt. Natürlich kann man ihn in einer solchen Situation mit einem Leckerli bestechen. Aber ich würde es ihm nicht aktiv vor die Nase halten, sondern warten bis er kommt und es sich holt. Wenn es eine Stunde oder länger dauert, dann soll es so sein. Für so eine "Heilung" braucht man Geduld. Man darf nichts überstürzen und muss dem Hund am Anfang JEGLICHE Initiative überlassen. 

Wahrscheinlich wird dein Hund versuchen zu flüchten, selbst dann wenn du dich ihm rückwärts näherst. In dieser Situation würde ich seinen Bewegungsspielraum einengen und ihm nicht die Möglichkeit geben sich vollkommen zu entziehen. Denn wenn er sich entzieht, kann man ihm nicht helfen. Gut geeignet wäre zum Beispiel ein kleines Zimmer ohne Möbel hinter denen er sich verstecken könnte. Ein Bad oder ein sicherer Balkon wären da bestimmt geeignet.

Wenn er dann so weit ist und er Kontakt aufnimmt, würde ich auf keinen Fall versuchen ihm die Angst in nur einem Schritt zu nehmen. Ich würde ihn am Leckerli riechen lassen und wenn er dann auch noch an mir riecht, würde ich ihm das Leckerli geben. Dann würde ich ihn verlassen und einfach hinaus gehen ohne mit ihm zu reden, ohne ihn anzufassen oder ihm auf andere Weise nahe zu kommen. Er soll einfach nur im Gedächtnis behalten, dass ich mich ihm nicht aufgedrängt habe.

Eine Stunde später würde ich das Ganze noch einmal genau so wiederholen und auf seine Reaktion achten. Vermutlich wird er beim zweiten Mal schon nicht mehr ganz so ängstlich reagieren. Irgendwann würde ich ihm die Leine zeigen, ihn daran riechen lassen und ihn damit berühren, ohne sie ihm anzulegen. Er soll nur merken, dass die Leine nichts Schlimmes ist und dass sie ihn nicht verletzt. 

Wenn ich dann irgendwann sehen könnte dass er so weit ist, würde ich ihm die Leine anlegen und ihn mitnehmen, hinaus zum Gassi gehen. Nur eine kurze Runde, danach hätte er es wohl überstanden.

Viel Glück mit deinem Hund.

Antwort
von berlina76, 55

Nehmt ihn sein Futter weg oder gebt ihm nur eine geringe Menge und dann geht auf Handfütterung über. Ohne ihn dabei festzuhalten. Er muß sich an euch gewöhnen, wenn er euch aus der Hand frist könnt ihr ihm auch irgendwann ohne ihn einzufangen an die Leine legen.

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