Frage von imfor, 55

Welches Weltbild hatten die Priester, die die Schöpfungsgeschichte geschrieben haben?

Mit dieser Frage meine ich, was die Priester sich von Gott erhofft haben und was Ihnen wichtig war. Die Fragen beziehen sich auf die Schöpfung der Erde in 7 Tagen durch Gott. Ich bitte um Antworten. Danke!

Antwort
von aicas771, 25

Eigentlich hatten sie kein "Weltbild", sondern nur ein Gottesbild. Ihr Bild war das eines allmächtigen ewigen Gottes, der jenseits von Raum und Zeit existiert. Dass dieser Gott Schöpfer der Welt sein muss, ist eine "logische" Folge davon.

Die Zahlen 7 und 12 sind "Vollzahlen" und symbolisieren Vollständigkeit. Nach 7 Tagen war die Welt also vollständig erschaffen, da fehlte nichts mehr. Die Verteilung der Bestandteile der Welt auf die 7 Schöpfungsabschnitte ist einigermaßen wirr und willkürlich und zeigt damit, dass dieser Gesichtspunkt für die Verfasser unwichtig war, sonst hätten sie mehr Sorgfalt auf die Zuordnung verwendet.

Bedeutend ist sicher noch, dass zur vollständigen Arbeit (=Schöpfung) auch an allerhöchster Stelle (=bei Gott) eine Ruhepause gehört (der 7. Tag), in der das Getane nochmal begutachtet wird.

Diesen letzten Aspekt sollten wir ruhelosen heutigen Menschen uns immer wieder neu zu Herzen nehmen (als Handlungsanleitung aus der Bibel für ein gelingendes Menschenleben).

Antwort
von nowka20, 7

das waren hellsichtige menschen, die sich in der kosmischen geistwelt auskannten zusätzlich zu der irdischen dinge-welt

Antwort
von kdd1945, 21

Hallo imfor!

Nach der Theorie einiger Bibelkritiker soll die Genesis nicht das Werk eines einzigen Schreibers sein, sondern soll von mehreren Schreibern verfasst worden sein, von denen einige angeblich lange Zeit nach Moses gelebt haben (Quellentheorie).

Gestützt auf vermeintliche Unterschiede in Stil und Wortwahl, brachten sie die sogenannte Quellentheorie auf. Nach dieser Theorie gibt es drei Quellen, die man

  • „J“ (Jahwist),
  • „E“ (Elohist) und
  • „P“ (Priesterschrift) nennt.

Die zweimalige Erwähnung gewisser Ereignisse oder die Ähnlichkeit einiger Erzählungen in verschiedenen Teilen der Genesis hat einige veranlasst, noch weitere Quellen zu vermuten, ja man gliederte das Buch Genesis immer mehr auf und führte es schließlich auf bis zu 14 unterschiedliche Quellen zurück.

Man behauptet, diese verschiedenen Quellen oder Schreiber hätten unterschiedliche Ansichten und Theologien vertreten, dass aber die Genesis als Verschmelzungsprodukt doch irgendwie ein aus diesen Quellen hervorgegangenes, zusammenhängendes Ganzes bilde. Um ihre Theorien zu stützen, müssen die Kritiker viele absurde Argumente vorbringen, von denen hier einige angeführt werden.

Die eigentliche Grundlage der Quellentheorie war die Verwendung verschiedener Titel für Gott. Die Kritiker behaupten, das weise auf verschiedene Schreiber hin. Wie unlogisch diese Ansicht jedoch ist, zeigt sich darin, dass in nur einem kleinen Abschnitt der Genesis folgende Titel vorkommen:

  • „Gott, der Höchste“ (ʼEl ʽEljṓn, 1Mo 14:18);
  • „[der,] der Himmel und Erde hervorgebracht hat“ (14:19);
  • „Souveräner Herr“ (ʼAdhonáj, 15:2); „Gott des Sehens“ (16:13);
  • „Gott, der Allmächtige“ (ʼEl Schaddáj, 17:1);
  • „Gott“ (ʼElohím, 17:3);
  • „der wahre Gott“ (ha·ʼElohím, 17:18) und
  • „der Richter der ganzen Erde“ (18:25).

Wollte man, gestützt darauf, behaupten, jeder dieser Verse stamme von einem anderen Schreiber, wäre das absurd. In Wirklichkeit werden diese verschiedenen Titel in der Genesis wegen ihrer Bedeutung auf Gott angewandt - weil sie seine verschiedenen Eigenschaften erkennen lassen sowie sein unterschiedliches Wirken und seine Verfahrensweise mit seinem Volk.

Weitere Beispiele: Wegen der Verwendung des Wortes baráʼ, „erschuf“, soll 1. Mose 1:1 aus der als „P“ bezeichneten Quelle stammen. Das gleiche Wort kommt aber auch in 1. Mose 6:7 vor, einem Text, der aus der Quelle „J“ stammen soll.

Der Ausdruck „Land Kanaan“, der in mehreren Texten vorkommt (unter anderem in 1Mo 12:5; 13:12a; 16:3; 17:8), soll eine Eigentümlichkeit des als „P“ bezeichneten Schreibers sein, weshalb die Kritiker ihn für den Verfasser dieser Texte halten. Denselben Ausdruck findet man aber auch in den Kapiteln 42, 44, 47 und 50, die von denselben Kritikern jedoch „J“ und „E“ zugeschrieben werden.

Die Schwächen der Theorien der Kritiker sind ein noch überzeugenderer Beweis dafür, dass der logisch zusammenhängende Bericht, den die Genesis enthält, von e i n e m Mann, von Moses, unter göttlicher Inspiration geschrieben wurde.

Deine Frage zur Intention der imaginären Priester mag Dir ein anderer User beantworten.

Grüße,kdd


Kommentar von kdd1945 ,

Es wurden Daten aus der Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK  verarbeitet.

Antwort
von Waldfrosch4, 28

Die Frage betrifft offensichtlich das Hexameron .Sie wird ja auch Priester Schrift genannt.

  • Es ist bekannt wo und warum diese Geschichte verfasst worden ist .in der Gefangenschaft zu Babylon ca 540 vor Christus .Die Priester wollten hier ein konkrete Aussage machen : 
  • Es ist eine klare Abgrenzung zum Babylonischen Götterglauben ,indem Tiere und Himmelskörper verehrt wurden .Und dem das Volk der Juden zu -nehmend zu verfallen droht .
  • Die Schöpfung und die Schöpfung sind nicht identisch .Ein Schöpfer bringt die Schöpfung aus dem Nichts hervor .Schöpfer und Schöpfung sind nicht von gleicher Substanz .Wie etwa im Pantheistischen Weltbild .
  • Diese Geschichte hat keinen Anspruch eine naturwissenschaftlicher Report der Entstehung der Erde zu sein .
Antwort
von realsausi2, 32

Da stellt sich erstmal die Frage, welche Schöpfungsgeschichte? Derer gibt es ein gerüttelt Maß voll.

Antwort
von omikron, 46
Antwort
von chrisbyrd, 16

Nach meiner Überzeugung ist die Theorie falsch, dass Priester die Schöpfungsgeschichte aufgeschrieben haben.

Ich denke, dass Mose ihr Autor ist. Für diese Annahme gibt es einige mehr als gute Gründe: http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=qa&answer_id=636

Antwort
von viktorus, 55

Was für "Priester" sollen die Schöpfungsgeschichte geschrieben haben ??

Kommentar von imfor ,

Naja, jemand muss ja diese Schöpfungsgeschichte aufgeschrieben haben, und diese Person muss sich dabei ja etwas gedacht haben...

Kommentar von omikron ,

Nach Meinung der meisten Professoren dürften das jüdische Gelehrte gewesen sein, die der Priesterkaste angehörten und in der Zeit des Babylonischen Exils diese Schöpfungsgeschichte verfasst haben, um sich ganz deutlich von der Religion der Babylonier abzugrenzen, die den Sternen göttliche Kräfte zugesprochen hatten.

Antwort
von KaeteK, 24

Ein Leseempfehlung von mir: http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=qa&answer_id=636

lg

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