Frage von Koala41, 102

Welches Urteil würdet ihr in diesem Fall als Richter fällen?

Hallo geehrte Community.

Ich habe eine kleine Umfrage an euch. Und zwar: stellt euch vor ein A-321 der Lufthansa wurde nach dem Start in Frankfurt/Main von IS-Terroristen entführt und es steht fest dass die Terroristen das Flugzeug in ein Fußballstadion steuern werden! Die Bundeswehr entscheidet sodann, das Flugzeug mit 167 Unschuldigen Passagieren abzuschießen um 70.000 Menschen im Fußballstadion zu retten! Und dann steht der Eurofighter Pilot der auf Anordnung des Verteidigungsministers das Flugzeug abzuschießen vor Gericht als Angeklagter, weil er nach Ansicht des Gerichtes ein 167 facher Mörder sei. Und dann die Umfrage an euch: Wie würdet ihr über den Angeklagten Urteilen?

Mfg, Koala41

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Messkreisfehler, 67
Nicht Schuldig!

Er kann schon gar nicht wegen Mord veruteilt werden weil kein Mordmerkmal vorliegt.

Kommentar von Koala41 ,

Danke für deine Ehrliche Antwort, ich hätte nicht anders geurteilt.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Es war Vorsatz und dies ist ein Mordmerkmal, es fehlen jetzt (niedere) Beweggründe.

Persönlich könnte ich die Handlung verstehen aber der Staat hat seine Gesetze und ich stehe hinter diesem Staat.

Kommentar von Apfelkind86 ,

Du beschreibst hier Totschlag, nicht Mord.

Antwort
von GhostOA, 32
Nicht Schuldig!

Es handelt sich um einen Akt der Verteidigung und Kolleteralschäden sind nun einmal unumgänglich.

Klar würde der Pilot, ebenso wie General Klein, erst einmal vor Gericht landen. Aber im Endeffekt wäre die Tat rechtmäßig und kein Verbrechen.

Antwort
von MikeyShu85, 38

Moooment! Soweit ich das von dem Film (ja, du hast die Handlung von einem neuen Film geklaut ;) ) weiß, ging es darum, dass der Pilot am Ende vor Gericht steht, weil sein kommandierender Offizier den Abschuss im letzten Moment verboten hat, der Pilot aber dann dennoch schoss.

Wenn man dein Fallbeispiel nimmt, ist der Pilot natürlich unschuldig - schon deshalb, weil er für einen legalen Befehl, den er als Soldat ausgeführt hat, gar nicht haftbar ist, sondern sein Vorgesetzter, der den Befehl gab.

Aber wie gesagt: Meines Wissens nach ist es im Film leicht anders, da der Pilot am Ende schießt, obwohl der Vorgesetzte den Befehl zurückzog. So hart das ist, aber in dem Fall ist der Pilot rein technisch dann unter Umständen ein Täter und hat 167fachen Totschlag begangen. Ich bin kein Anwalt oder Richter, also kann ich kein sachlich fundiertes Urteil zu dieser Situation fällen. Allerdings bezweifle ich auch als Laie, dass der Pilot hier aus "Notwehr" gehandelt hat und somit wäre er in diesem Fall haftbar.

Rein emotional würde ich natürlich auch jederzeit auf "Nicht schuldig" plädieren - vor allem wenn man absolut sicher weiß, dass der Flieger ins Stadion krachen wird und die 167 Passagiere somit so oder so dem Tode geweiht sind - es also nur noch um die Frage geht: 167 Opfer oder 70.167 Opfer? Aber Justitia ist eben nicht emotional sondern handelt nach Fakten und die sehen meiner Meinung nach u.U. anders aus.

Kommentar von IchLiebePodruZe ,

Dürfte ich Fragen wie der Film heisst? Klingt interessant ^^

Antwort
von soissesPDF, 14
Nicht Schuldig!

Lief gerade auf der ARD, Ferdinand von Schirach- "Terror".
86,1% der Zuschauer stimmten für nichtschuldig.

Die Bundeswehr hatte nur nicht entschieden, nicht der Verteidigungsminister und nicht die Bundeskanzlerin.
Der Pilot stand, ähm saß in seiner Maschine allein auf weiter Flur.

a) 70.000 + 164 Passagiere wären tot
b) "nur" 164 Passagiere sind in jedem Fall tot

Es handelte in einem Entscheidungsnotstand, in einer Situation die gesetzlich gar nicht geregelt ist.
Und zudem fraglich ist, wie gesetzesfest ist der Einzelne im Alltag?

Da es ein Major war der die Entscheidung traf, kann man von einer grundlegenden Kompetenz ausgehen.
Er entschied sich richtig, in einer Situation in der niemand sonst im Staat eine Entscheidung treffen konnte oder wollte.

Er setzte sich dem Risiko aus, dass im Abstand der Ereignisse die Gerichte eine Entscheidung fällen müssen.

Ferdinand von Schirach ist für derartige Konfliktdarstellungen bekannt und
hat diesen Konflikt auf den Punkt geführt.
Das Urteil nichtschuldig ist konsequent richtig.

Antwort
von Fairy21, 25
Nicht Schuldig!

Ihn hinterher vor Gericht zu stellen, obwohl es eine Anordnung vom Verteidigungsminister war, , wäre irgendwo Doppelmoral. 

Wenn dann müsste eigentlich der Minister vors Gericht, da er keine Maßnahmen getroffen hat, um das Stadion zu evakuieren. 

Den wenn das Flugzeug angeschlossen wird, kann es trotzdem passieren, dass die Entführer versuchen werden das Flugzeug doch noch in das Stadion zu steuern. 

Antwort
von Fairy21, 17
Nicht Schuldig!

VerBestAnswers

Lies dir den Text zur Frage nochmal durch, dann weißt du von welchem Minister bzw. Piloten ich rede.

Antwort
von minaray1403, 50

Freispruch.

Antwort
von Rockuser, 46

Schau einfach ARD.

Kommentar von Koala41 ,

Ich schau jedenfalls das gleiche auf ORF 2 HD.

Antwort
von hazeee, 50
Nicht Schuldig!

Frag mal die 70.000 Besucher ob er schuldig ist. Die würden sagen nicht schuldig!

Kommentar von Koala41 ,

Stimmt zu 100 %

Antwort
von Apfelkind86, 8

Ich will dazu mal sagen, dass das Bundesverfassungsgericht klargestellt hat, dass ein solcher Abschuss rechtmäßig ist, wenn die Bundesregierung (nicht der Verteidigungsminister allein) den Abschussbefehl erteilt.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-04/verfassungsgericht-terrorismus-fl...

Antwort
von VeryBestAnswers, 30
Schuldig!

Eine wichtige Grundlage der deutschen Justiz ist die Rechtssicherheit. Dies bedeutet, dass jede Tat nach dem zu diesem Zeitpunkt geltenden Recht beurteilt werden muss. Wenn der Richter das Urteil einfach nach Lust und Laune entscheiden dürfte, wären wir in einem Unrechtsstaat.

Deshalb ist es notwendig, das deutsche Strafrecht anzuwenden. Dieses sieht vor, dass jemand, der absichtlich andere Personen tötet, ohne selbst bedroht zu werden, Mord begeht. Da es sich aber um eine militärische Dienstanweisung handelt, ist für den Fall ein Militärgericht zuständig, sodass der Schütze mit ziemlicher Sicherheit straffrei davonkommt.

Allerdings heißt straffrei nicht gleich unschuldig! Man kann auch für schuldig befunden werden, ohne bestraft zu werden. Dies halte ich für die beste Option.

Kommentar von Fairy21 ,

Was ist mit dem Minister?

Wenn der Pilot vor Gericht steht und für schuldig befunden wird, dann muss das mit dem Minister genauso geschehen. 

Weil es nur dann gerecht wäre. 

Und wer jetzt sagt, :

"Der Minister musste handeln."

Ja der Pilot musste auch handeln.

Kommentar von VeryBestAnswers ,

Ich weiß nicht, von welchem Minister / Piloten du sprichst. Falls du dich auf einen Film beziehst, wo das laut einer anderen Antwort vorkommt: Ich habe den Film nicht gesehen.

Kommentar von Apfelkind86 ,

Dieses sieht vor, dass jemand, der absichtlich andere Personen tötet, ohne selbst bedroht zu werden, Mord begeht.

Quark, die Selbstverteidigung kann auf andere ausgedehnt werden, sonst wäre auch jeder tödliche Schuss eines Polizisten Mord. -_-

Auch sonst läuft deine Argumentation ins Leere, da für einen solchen Fall bereits Rechtsicherheit herrscht:

Gibt die Bundesregierung den Abschussbefehl, darf der Pilot das Flugzeug abschießen und geht im Anschluss völlig straffrei aus.

Kommentar von MikeyShu85 ,

@Apfelkind: Also...

1. Dein Polizeibeispiel ist Quatsch, denn ein Polizist schießt zur Selbstverteidigung nicht auf Unschuldige und tötet diese. Wenn ein Polizist schießt, dann nur auf eine Bedrohung direkt. Das hat absolut gar nichts mit der Thematik des Films hier zu tun.

2. "Gibt die Bundesregierung den Abschussbefehl" ist auch Kappes, denn a) hat das Bundesverfassungsgericht 2006 geurteilt, dass das Abschießen eines Flugzeuges zur Rettung anderer nicht mit dem GG vereinbar und daher verboten ist. Die Bundesregierung kann dies daher nicht anordnen.
b) Geht es hier ja um einen konkreten (fiktiven) Fall - den aus dem ARD Film von gestern - und in diesem hat der Pilot am Ende entgegen der Anweisung seines Vorgesetzten am Boden geschossen. Also selbst wenn die BR einen Abschussbefehl geben könnte: Es gab ja nicht mal einen! Womit du dir sogar selber widersprichst bei deiner Verteidigung des Soldaten. ;-)

Kommentar von MikeyShu85 ,

Ich hasse diese kurzen Editierungszeiten. :D Was ich noch hinzufügen wollte: Du wirst gleich wieder auf deinen Link verweisen, dass die BR sehr wohl den Abschuss befehlen darf. Stimmt, allerdings muss die gesamte BR dafür stimmen und das ist ein großer Unterschied zur Aussage "Die Bundesregierung".

"Die Bundesregierung" kann auch einfach die Kanzlerin als Chefin sein, nur "gesamte Bundesregierung" bezeichnet auch alle Kabinettsmitglieder. Daher nenn' mich einen Wortklauber, aber für mich macht es einen großen Unterschied. Die BR kann keinen Abschuss befehlen, nur die gesamte BR.

Kommentar von VeryBestAnswers ,

Ich bezweifle stark, dass die gesamte Bundesregierung einen Abschuss befehlen kann, da für eine Abstimmung die Zeit fehlt. Wenn dann wäre der Abschuss eine militärische, keine demokratische Entscheidung. Deshalb ist das Thema ja so zweischneidig.

Kommentar von Apfelkind86 ,

Ok, wenn dir das Wort so wichtig ist, schenk ich es dir. Wenigstens hast du erkannt, dass das Urteil von 2006 kassiert wurde.

Antwort
von FahrradLecker, 29
Schuldig!

Er hat sich des Mordes schuldig gemacht ABER trotzdem moralisch und ethisch nicht falsch gehandelt und das richtige getan :)! 

Kommentar von Apfelkind86 ,

Mord ganz sicher nicht, es liegen hierfür keine Tatbestandsmerkmale vor (Mordlust, Habgier, Heimtücke, Grausamkeit usw.)

Antwort
von Namenlos002, 7
Nicht Schuldig!

In unserem Grundgesetz steht zwar nicht, das man Leben gegen Leben aufwiegen darf, nur steht da nichts von der Mehrzahl, so das es hier nicht gegen das Grundgesetz verstößt.

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