Frage von cupe0, 60

Welches Studium wählen um ein Psychotherapeut für Erwachsene zu werden (Österreich)?

Hallo Allerseits!

Ich besuche zurzeit eine BHS mit dem Schwerpunkt Informatik und werde diese im kommenden Jahr mit der Matura abschließen. Bin aufgrund einiger Umwege mittlerweile 20 Jahre alt (21 beim Abschluss) und überlege mich von der Informatik (trotz angeblicher Begabung und großem Interesse) zu lösen und eher einen Beruf anzustreben, der mehr mit Menschen zu tun hat.

Stets habe ich mich für die menschliche Psyche interessiert und auch in meinem Freundeskreis nehme ich sehr gerne eine "Kummerkastenposition" ein. Daher möchte ich eine Ausbildung anstreben, die es mir ermöglicht diese Passion auf beruflicher Ebene auszuführen und mich tiefer in die Materie der Therapie führt. Auch die Selbständigkeit ist für mich ein großer Traum, der mit einer eigenen psychotherapeutischen Praxis (und dem nötigen Kleingeld) in Reichweite gelangen würde.

Mit einem Medizinstudium und einer anschließenden Facharztausbildung zum Psychiater wäre ich dazu berechtigt Medikamente zu verschreiben und meine Patienten im vollem Ausmaß zu betreuen. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass das Medizinstudium die psychischen Theorien im vollen Umfang decken kann. Zudem müsste ich sehr viel über andere Themengebiete lernen, die mich nicht sonderlich (bis gar nicht) interessieren. Allgemein bin ich auch nicht sonderlich geschickt, was eventuell auch zu Problemen führen könnte. Und die Ausbildung würde auch länger dauern, was sich nicht gut mit meinem Alter verträgt.

Beim Psychologiestudium werden hingegen neben der klinischen Psychologie sehr viele andere Themen behandelt, die ich sehr spannend finde. Vor allem Soziologie und Philosophie finde ich toll. Gegen dieses Studium spricht allerdings, dass die anschließende Ausbildung zum PP ein klein wenig zwielichtig ist und ich nicht weiß wie ich diese (bzw. die Lebenserhaltungskosten für diesen Zeitraum) finanziell decken soll, da von zuhause leider keine Unterstützung möglich ist. Zusätzlich gibt es bei klinischer Arbeitstätigkeit grobe Gehaltsunterschiede zu den Medis und auf eine Art Hackordnung habe ich auch keine Lust. (Ich gehe davon aus, dass ich mindestens 5-7 Jahre in einer Klinik arbeiten werden muss). Zudem wäre ich stets auf die Zusammenarbeit mit Ärzten angewiesen (Medikamente, Kreisbeschreibungen, etc.). Und ich glaube auch, dass ich aufgrund dieser Umstände auch mein Honorar tiefer ansetzen müsste(?). Kann man das durch eine Promotion ausgleichen?

Ich weiß, dass es in Österreich auch alternative gibt. Und ich wäre sehr Dankbar wenn da draußen sich jemand damit auskennt und ev. eine gute Lösung für mich parat hätte. Allerdings bin auch für jeden einzelnen Ratschlag dankbar, und bedanke mich herzlichst für die Zeit, die Sie zum Lesen dieses Textes aufgewendet haben!

PS.: Mein Ziel ist es noch bevor ich 40 werde, meine eigene kleine Praxis beziehen zu können :)

Antwort
von Herb3472, 38

Egal, ob man ein Medizin- oder ein Psychologiestudium etc. zugrunde legt, die nachfolgende Ausbildung zum Psychotherapeuten ist in jedem Fall langwierig und kostenintensiv und beinhaltet auch einen persönlichen Reifungsprozess. Für die verschiedenen therapeutischen Ansätze (analytische PT, systemische PT, Gestalttherapie, etc.) gibt es verschiedene Ausbildungswege, die meistens in Form von berufsbegleitenden (Wochenend-) Seminaren und Workshops absolviert werden. Du wirst also nicht umhin können, parallel zu Deiner Ausbildung zum Psychotherapeuten einen oder mehrere Berufe bzw. berufliche Tätigkeiten als Brotberuf auszuüben.

Antwort
von luvU2, 10

In deinem Later machem ein paar Jährchen wenig aus.
Lieber ein paar Jahre mehr ausbilden/studieren als ein Leben lang einen Job ausüben, der keinen Spaß macht oder allgemein nicht erfüllend ist.
LG

Kommentar von cupe0 ,

Danke für den Tipp :) 

Habe öfters das Gefühl, dass ich zu alt bzw. zu spät dran bin.  

Kommentar von luvU2 ,

Hab ich auch zu oft und ich bin 16 :)
Aber allein, dass das Durchschnittsalter an Unis 25 ist, zeigt, dass es nie zu spät ist :)

Antwort
von Dahika, 12

Ich kenne die gesetzlichen Bestimmungen in Österreich nicht. Nur so viel: ein Psychiater ist kein Psychotherapeut. Dazu hat er nicht die Ausbildung.

Kommentar von cupe0 ,

Ich habe mich am folgendem Video orientiert und bin davon ausgegangen, dass man mittels einer Approbation zum Therapieren von Menschen befähigt ist. (Ist glaube ich sogar ein deutsches Video) Falls ich mich irren sollte, bitte ich um Aufklärung! :)

https://www.youtube.com/watch?v=BHsG-WFRVPQ    

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