Frage von Schirra1806, 56

Welches Studium und welche Berufe kommen für mich in Frage?

Hallo liebe Community,

ich habe bereits zahlreiche "Tests" in Bezug auf das richtige Studium gemacht, allerdings werden immer nur "Richtungen" vorgeschlagen und informative Websites habe ich bis jetzt auch noch nicht gefunden.

Kurze Info: Ich bin männlich, 17 Jahre alt und besuche die 12. Klasse

Schon von klein auf an war es immer mein Wunsch Medizin zu studieren, da mich dieses Gebiet sehr interessiert. Ich habe diesen Wunsch all die Jahre nie in Frage gestellt und dementsprechend bereits darauf hingearbeitet (Leitung im Schulsanitätsdienst, ehrenamtliche Arbeit im "richtigen" Sanitätsdienst der JUH). In letzter Zeit verstärkt sich allerdings das Gefühl, dass das Berufsfeld des Arztes nicht das Richtige für mich sein wird.

Ich liebe die Fächer Biologie, Astronomie und Chemie und interessiere mich unglaublich für alles, was mit der Existenz von Leben zu tun hat, über das große Universum bis zu der Bedeutung einzelner Zellen. Ich wollte Medizin nie studieren, weil ich anderen Leuten helfen möchte und mich für die Heilung interessiere, sondern viel mehr für den menschlichen Körper und seine Funktionsweise. Tatsächlich bin ich praktisch und sozial vollkommen unbegabt. Ich hasse jede Art der praktischen Arbeit, und sei es nur Essen zu kochen oder eine Schraube zu schrauben. Zudem kann bzw. will ich mich nicht mit anderen Menschen auseinandersetzen und mich sozial engagieren. Ich lese viel lieber ein interessantes Buch und beantworte mir selbst gestellte Fragen, als mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Momentan zum Beispiel gehe ich der mir selbst gestellten Frage nach: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs der gesamten Elektrik aufgrund starken Sonnenwinde und steigt diese durch die stetige Schwächung des Erdmagnetfelds. Ich liebe es, mir das nötige Wissen anzueignen und eine Antwort auf solche Fragen zu finden.

Ich weiß also, dass ich einen theoretischen Beruf in der naturwissenschaftlichen Forschung anstrebe, weiß allerdings nicht, welche Berufe es in diesem Tätigkeitsfeld gibt und welches Studium dafür am geeignetsten ist. Ist es sinnvoll trotz meiner theoretischen Veranlagung Medizin zu studieren und dann den Weg in die Forschung zu finden, oder gibt es geeignetere Studiengänge?

In meiner Stadt wird an der Uni der Studiengang: Molecular Life Science mit Schwerpunkt Zellbiologie, Strukturbiologie oder Neurowissenschaften angeboten. Ich weiß allerdings nicht, ob dieses Studium (mit Master und Doktor) eine gute Eintrittskarte in die Forschung darstellt.

https://www.uni-luebeck.de/studium/studiengaenge/molecular-life-science.html

Liebe Grüße Schirra

Antwort
von basaone, 56

Es gibt Biologie als reines Studium, dass du mit allem Möglichen ergänzen kannst. Im Master kannst Du dich dann entsprechend spezialisieren zB Bio-Chemie, Bio-Physik oder Bio-Informatik und noch vieles mehr. Was Du genau willst, wirst Du im Allgemeinen erst im Studium mitbekommen.

http://www.studis-online.de/Studienfuehrer/biologie.php

Grüße

Kommentar von Schirra1806 ,

Erst einmal entschuldige ich mich für die verspätete Antwort und bedanke mich für deinen Beitrag.

Leider ist es so, dass ich mich eher wenig für dafür interessiere, welche Tiere/Pflanzen es gibt, wo sie leben und von was sie sich ernähren. Ich habe Sorge, dass die Gebiete wie Anatomie, Physiologie und Genetik, für die ich mich hauptsächlich interessiere, im Studium zu kurz kommen und die Ausrichtungen eher auf Ökologie, Zoogeographie oder Verhaltensbiologie liegen. Eine Spezialisierung scheint nur bedingt möglich zu sein (im Bachelor)

Kommentar von basaone ,
Kommentar von Schirra1806 ,

Vielleicht ist es tatsächlich eine gute Idee, erst einmal die Grundlagen in einem Biologiestudium zu erlernen und mich dann im Master auf Zellbiologie, Molekularbiologie oder Gentechnik zu spezialisieren. Jedenfalls scheint dies die beste Voraussetzung für ein Forscher-Beruf zu sein. Ich habe allerdings gehofft, dass es auch Studiengänge gibt, die sich noch mehr auf diese drei Teilgebiete und vor allem  auf den menschlichen Körper beziehen. Ich nahm an, mit "Molecular Life Science" an der Uni Lübeck (siehe Link in der Frage) ein genau solches Studium gefunden zu haben, allerdings erwähnte Inmetsu: "Molecular Life Science solltest du lieber sofort vergessen, denn es ist ein aufgehübschter Name für Biologie und die Berufsaussichten sind ziemlich bescheiden.", was in mir große Bedenken ausgelöst hat.

Liebe Grüße, Schirra

Antwort
von Inmetsu, 55

Alles klar, alles bei dir schreit nach Naturwissenschaften, Chemie, Biologie und Physik^^. Molecular Life Science solltest du lieber sofort vergessen, denn es ist ein aufgehübschter Name für Biologie und die Berufsaussichten sind ziemlich bescheiden. Am Besten setzt du dich mit der Frage auseinander, welche Naturwissenschaft es dir besonders angetan hat. Chemie, Physik vielleicht sogar Mathematik? Aufjedenfall stehst du schon sehr weit bei deiner Entscheidung

Kommentar von Schirra1806 ,

Erst einmal vielen Dank für deine Antwort und Entschuldigung für meinen verspäteten Kommentar.

Genau da liegt mein Problem. Ich weiß selbst nicht so genau, welche Naturwissenschaft mir besonders liegt. Hauptsächlich interessiere ich mich für den menschlichen Körper (Anatomie, Physiologie, Psyche), besonders auf der molekularen, zellulären und genetischen Ebene. Ich liebe es, mich mit Aufbau und Funktion der Zellen und der DNA zu beschäftigen und mich mit Erkrankungen dieser auseinanderzusetzen. Weitere Interessen sind die Philosophie rund um den Menschen, aber auch die Astronomie. Allerdings tue ich mich schwer mit Mathematik und kann mich mit diesem Fach nicht wirklich anfreunden, weshalb der eher mathematische Bereich Astrophysik trotz des interessanten Inhalts wohl nichts für mich ist. Mit einem Philosophiestudium lässt wohl kaum etwas berufliches Anfangen, außer vielleicht Lehramt.

Ich bin nur einfach nicht sicher, ob es ein Studium gibt, das meinem Interesse für Zell- und Molekularbiologie und Genetik gerecht wird und mit dem man gute Chancen hat, in die Forschung in diesen Bereichen einzusteigen.

Vielleicht hilft es ja, wenn ich erwähne was ich mir unter Forschung in diesen Gebieten vorstelle. Ich stelle mir vor mit Hilfe von Mikroskop, Markierung einzelner Moleküle und anderen Verfahren Zellen und DNA zu betrachten bzw. sichtbar zu machen, zu gucken welche (krankhaften) Veränderungen es geben kann und nach einer eventuellen Heilung dieser Veränderungen zu forschen. Bei Genetik stelle ich mir vor mich mit Erbkrankheiten, aber auch mit genetischen Veränderungen wie z.B. die Klonung, zu beschäftigen

Liebe Grüße, Schirra

Kommentar von Inmetsu ,

Das Problem ist, das Meistens nicht der studierte Biologe am Mikroskop forscht, sondern der biologisch technische Assistent.In die Forschung rein zu kommen ist leider nicht einfach, aber selbstverständlich auch mit einem Studium möglich. Medizin beschäftigt sich ebenfalls mit Genetik und dem menschlichen Körper, reicht dein Schnitt dafür? Wenn nicht gäbe es die Möglichkeit im Ausland zu studieren wie in Österreich. Ich würde dir am liebsten Biologie empfehlen, nur Meistens ist es sehr schwer für diese eine akzeptable Arbeit zu finden

Kommentar von Schirra1806 ,

Ich hatte ja eigentlich vor, Medizin zu studieren und einen Platz zu bekommen stellt für mich auch kein all zu großes Problem da. Da es mir aber an der Kontaktfreudigkeit mit Patienten und an Einfühlungsvermögen, besonders bei Kindern, mangelt, mache ich mir große Sorgen, dass der klinische Teil des Studiums ein Problem für mich darstellt. Durch meiner Arbeit als Sanitätshelfer merke ich, dass ich eindeutig nicht dafür geeignet bin, das Wissen über den menschlichen Körper und Heilmethoden anzuwenden, sondern viel mehr, dieses Wissen und Heilmethoden zu erforschen und eventuell zu entwickeln.

Ich bin mir nicht sicher, ob es sich auszahlt, sich durch den klinischen Teil des Studiums zu quälen, eventuell eine entsprechende Facharztausbildung zu machen und dann in Forschung zu gehen, oder ob es nicht andere Studiengänge gibt, die sich vollständig mit der medizinischen Forschung beschäftigen. Ich weiß auch gar nicht, mit welchem Studium die Aussichten auf eine Beruf in der Forschung am besten sind. 

 PS: Ich habe gerade gelesen, dass es den Studiengang Molekulare Medizin gibt, hier eine "kurze" Beschreibung: "Das Arbeitgebiet eines Molekularmediziners ist die Forschung, mit der Krankenversorgung und der Patientenbetreuung hat er so gut wie nichts zu tun. Er interessiert sich für die Ebene der Zellen und Gene, für Blutanalysen und Enzymaktivitäten, im Labor kommt er Krankheiten auf die Spur und untersucht Heilungsmöglichkeiten. Die Fragestellungen der medizinischen Grundlagenforschung und die Methoden der Molekularbiologie und der Genomik helfen ihm zum Beispiel zu untersuchen, wie Krebs entsteht, AIDS bekämpft und Alzheimer aufgehalten werden kann." https://studieren.de/molekulare-medizin.0.html

Das ist genau das, wofür ich mich interessiere, es klingt sogar so passend, als sei es zu schön um wahr zu sein. Ich weiß leider überhaupt nicht, wie die Chancen in der Forschung mit diesem Studium aussehen.

Liebe Grüße, Schirra

Kommentar von Inmetsu ,

Weißt du, bei dir ist es folgendermaßen: Du weißt, was du werden willst und besitzt ein großes Interesse und Engagement, mit anderen Worten ...viel Spaß bei Molekularer Medizin. In die Forschung zu kommen ist mit jedem Studiengang schwer, da unterscheidet sich Molekulare Medizin nicht ABER du willst es und willst dich anstrengen um Neues zu erlernen, du brennst dafür ! Und nur wer sein Fach liebt und dafür brennt, wird sich genug anstrengen können um gute Leistungen zu erbringen und seinen Traumjob zu bekommen.

Kommentar von Schirra1806 ,

Ich habe mich nun noch umfangreicher über den Beruf informiert und muss zugeben, dass ich zwar nicht unbedingt erstaunt, aber dennoch etwa schockiert bin. Der Preis, den man für dieses Interesse und dem Beruf zahlt, scheint extrem hoch zu sein: Kein richtiger Verdienst, zeitweilige Arbeitslosigkeit, keine Anerkennung und keine Möglichkeit eine Familie zu gründen. Ich weiß jetzt, warum die Naturwissenschaftler die ich kenne, mit 50 bzw. 60 Jahren keine Familie haben, arbeitslos sind und "verkümmern". Und das obwohl sie einen Doktor haben, über ein umfangreiches Wissen verfügen und bestens für die Forschung geeignet sind. 

Nur leider ist das einzige, was ich mir beruflich vorstellen kann. Vielleicht sollte ich doch erst Medizin studieren, um mich beruflich abzusichern. Dann kann ich, sollte es in der Forschung überhaupt nicht funktionieren, immer noch den Facharzt für Pathologie machen und mit Mikroskop und Zellen arbeiten, auch wenn es kein wissenschaftlicher Beruf ist.

Das einzigen Interessen und Hobbys, die ich noch besitze sind Geschichte (Politik und Militär) bis ins 19. Jahrhundert, Philosophie und das schreiben von Literatur (Historische Romane). Nur sind die Berufschancen in diesen Gebieten noch schlechter bzw. gar nicht erst vorhanden. Jaja, schon blöd, wenn man nur wissenschaftliche bzw. theoretische Interessen hat, die sich kaum in einem Beruf verwirklichen lassen. Dabei ist es mir wichtig einen Beruf zu machen, der mir wenigstens ein bisschen Spaß macht :-(

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