Frage von sweetmelonxx3, 64

Welches Studium könntet ihr mir empfehlen?

Hallo Leute. Ich bin momentan psychisch total angespannt und gestresst, weil ich ums verrecken keinen Studiengang für mich finde, der die wichtigen Kriterien Verdienst und Interessen angemessen vereint. Momentan studiere ich etwas, was ich mir nur nach Erfolg ausgesucht habe und es deprimiert mich. Ich suche seit einer Ewigkeit aber wenn ich etwas finde, was mich wirklich interessiert, dann heißt es immer nur keine Chance auf einen Job oder Taxifahrer vorprogrammiert. Es frustriert wirklich außerordentlich stark. Mein Interessengebiet liegt im sozialen Bereich. Jetzt wisst ihr warum es schwer ist. Ich interessiere mich sehr für menschliches Verhalten (Verhaltensforschung) , Kultur, Politik, Sprachen und Medien. Technik ist ein no go und da werde ich nie gut sein. Die einzigen Studiengänge auf die ich gestoßen bin sind Psychologie und Soziologie (Sozialwissenschaft). Aber wie sicher wisst , bei Psychologie keine Chance ohne 1,.. und außerdem hab ich nur die Fachhochschulreife. Das macht es bei den Geisteswissenschaften auch wieder fast unmöglich. Ich ärgere mich so sehr darüber, dass nichts klappt. Aber studieren möchte ich, da ich einen Wissendrang habe. Des Weiteren finde ich kaum was zum Sommersemester und noch ein Jahr warten wäre ein harter Schlag. Ich habe erst erfahren, dass man auch mit FHR auf manche Unis kommt je nach Bundesland. Das hilft mir aber auch nur bedingt, wenn ich keinen Studiengang finde. Habt ihr Ideen , wie ich meine soziale Ader ausleben kann und trotzdem durchschnittlich gut verdienen kann? Und soziale Arbeit da bin ich mir auch nicht sicher, da mich Erziehung null interessiert. Und auch die direkte Arbeit am Mensch interessiert mich weniger. Ich meine eher das forschen im sozialen Bereich, siehe Soziologie bzw. Marktforschung. LG. Danke.

Antwort
von Joergi666, 31

Irgendwie hast du dich nicht sonderlich gut informiert. Ich habe selber nach 1. Semster Wirtschaftsingenieurwesen abgebrochen und Soziale Arbeit- sowie später noch berufsbegleitend Sozialmanagement studiert. Jeder der aufmerksam die Nachrichten verfolgt konnte erfahren, dass Sozialarbeiter die Ingenieure bei den Mangelberufen abgelöst haben (also nix mit Taxi fahren). Der Verdienst ist natürlich immer noch ein Knackpunkt - aber auch nicht so schlecht wie viele glauben. Ich bin z.B. beruflich verantwortlich für ein kleines Jugendhilfeprojekt im Bereich Täter-Opfer-Ausgleich (also nix mit Erziehung) und hab so ziemlich genau 50ts Jahresbrutto mit Ende 30- im Vergleich zu manchen Studienberufen wenig- aber insgesamt auch nicht so schlecht. Die Arbeitsmöglichkeiten gehen weit über den Bereich Erziehung hinaus- in vielen Bereichen kannst du auch ausschließlich mit Erwachsenen arbeiten- alle von dir aufgezählten Interessen sind relevante Punkte für den Beruf.

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Hey , ja danke. Das klingt schon interessant. Mein Gedanke War nur, dass ich mich nicht so sehr für die direkte Arbeit mit Menschen interessiere, sondern lieber mir das Ganze von oben herab anschaue. Darum auch der Gedanke an Forschung. Mir ist aber wichtig, dass ich etwas mache, wo ich der Gesellschaft ein bisschen zumindest etwas gutes tun kann. Könnte man da auch den Weg in die Forschung anstreben? lg.

Kommentar von Joergi666 ,

Der Forschungsbereich Soziale Arbeit ist natürlich schon existent- aber eng mit anderen Sozialwissenschaftlichen Forschungsbereichen verknüpft. Generell ist für Forschung in diesem Bereich auch eher ein Studium Sozialwissenschaften sinnvoll. Die Arbeitsbedingungen im forschenden Sektor sind in D. aber generell hart - kenne einige Leute in der sozialwissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Forschung und von einem unbefristeten Arbeitsvertrag und meinem Verdienst können die nur träumen. Ganz davon abgesehen gibt es in dem Arbeitsbereich wenig Stellen.

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ja das dachte ich mir schon. Aber gut ich möchte eigentlich nur stolz sein auf was ich mache und das geht in meinen momentanen Gebiet nicht. Aber danke für die Antwort. Ich bleibe dran am suchen :).

Antwort
von Chrisgang, 33

Eventuell wäre VWL etwas für dich. Hier lernst du zwar nichts über das Verhalten eines Einzelnen, aber etwas über das Verhalten der Masse!

Eine andere ALternative wären Politikwissenschaften. Hier kannst du später dann auch aktiv etwas an der Gesellschaft ändern.

Die beste Studienberatung bekommst du übrigens beim Arbeitsamt. Hier sitzen Spezialisten, die dir wirklich helfen wollen und sich im Bereich Studium perfekt auskennen und dir alle Wege mit potenziellen späteren Arbeitschancen und Werdegängen aufzeigen können. Das Arbeitsamt ist nicht nur für Arbeitslose da. Einfach anrufen und Termin ausmachen. Das hat mir auch sehr geholfen, auch wenn ich mich für etwas technisches entschieden habe.

https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/Studium/Stud...

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

VWL eher ja. Aber ich habe schon VWL jetzt im Nebenfach und mich stört ab der Wirtschaft einfach der Profit und Geldgedanke und ich möchte etwas tun, bei dem ich mich nicht so Kommerzorientiert fühle. lg

Kommentar von Chrisgang ,

oke, aber bei VWL steht ja garnicht der Pofitgedanke des Einzelnen im Vordergrund, sondern der Wohlstand für die Gemeinschaft?

Deswegen finde ich, dass meine beiden Vorschläge ziemlich gut auf deine Anforderung passen.

Antwort
von Trogon, 20

Befindest Dich in einem wirklichen Dilemma.

 Natürlich sollte man immer einen Beruf wählen, der einen ausfüllt, motiviert, gefällt, glücklich macht.

Eigentlich ist es ja eine Entscheidung für das ganze Leben.

Würde mir Zeit nehmen und die Situation genau analysieren und die Meinung von den verschiedensten Leuten einholen. Von Berufsberater bis hin zu Leuten, die bereits einen für Dich in Frage kommenden Beruf ausüben. 

Nimm dir dazu Zeit. Halte das Risiko gering eine Entscheidung zu treffen, die du später bereust. Dann willst du vllt umschulen und verlierst noch viel Zeit.

Bei deinen Berufsvorstellungen wirst Du allerdings schon Zugeständnisse machen müssen. Generell ist das aber so, da bist Du nicht der einzige, die meisten Traumberufe wachsen nicht auf Bäumen bzw. sind halt aus von Dir schon erwähnten Gründen nicht erreichbar.

Viel Glück und Erfolg bei der richtigen Wahl.

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ja ich ich leider ein Träumer und kleiner Philosoph sozusagen. Ich kann mich nicht so mit der harten echten Welt anfreunden. Aber ich möchte einfach etwas fürs Leben machen. Etwas machen was gut ist für mich und die Gesellschaft und trotzdem ohne Mängel leben können. ich finde es schade, dass nur "schlechte" Jobs, also welche , die Menschen ausnutzen oder ausbeuten das große Geld verdienen und die kreativen und sozialen Menschen um ihr Brot kämpfen müssen. Ohne diese wäre die Welt eine sehr triste.

Kommentar von Trogon ,

Deswegen verwendete ich das Wort Dilemma. Ich kann Dich gut verstehen und somit auch deine Problematik. Aber eine Patentlösung hab ich nicht und ist wohl auch schwer zu finden. Die Welt ist halt leider so wie sie ist. Damit musst Du dich arrangieren, irgendwie.

Antwort
von WalterE, 25

Wie wäre es mit Sozialpädagogik an der FH und dann weiter machen? Du solltest vielleicht auch das Ausland berücksichtigen. 

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Danke. Naja Pädagogik und Erziehung ist eigentlich nichts für mich. Ich möchte nicht unbedingt direkt am Menschen arbeiten, sondern interessiere mich eher für soziale Strukturen und deren Analyse. lg.

Kommentar von WalterE ,

Ich kann Dich übrigens beruhigen - Du kannst natürlich erzieherisch tätig werden wenn Du das willst, aber viele Sozpäds/Sozialarbeiter sind eher beratend und/oder verwaltend tätig. Das kann dann manchmal auch eher ins Juristische gehen, ins Management, kommt auf die Stelle darauf an. Aber es gibt viele Anfänger die irgendwie ins Psychoeck wollen. Letztlich ist dann die Frage was Du im Master machst oder nach dem FH Bachelor nochmal grundständig studierst. Oder Du drückst nochmal die Schulbank und schaust wie Du die allgemeine HR bekommst - aber ich könnte mir vorstellen dass Du darauf keine Lust hast. In einem Jugendzentrum - ich habe da mal als Honorarkraft gearbeitet - geht es doch kaum um Erziehung (wenn man nicht gerade die Preteen Gruppe mitbeaufsichtigen muss) sondern um die Probleme - also fast wie bei Gute Frage ;) - die Jugendliche haben, also Probleme mit den Eltern, Schule, Beziehungen, Berufsberatung, Behörden/Polizei....  Wichtig finde ich eben dass man für sein  Studium brennt, und wenn man das nicht macht wirds schwierig. Es gibt Menschen - auch Schauspieler - die bekennen in ihrem Beruf nur einen Job zu sehen, aber das ist eben kaum die Creme in den meisten Berufen. Das ist dann die Frage, wieviel Entfremdung ertrage ich in meinem Studium, in meiner Arbeit, manche werden extrem gut bezahlt und setzen darauf frühzeitig auszusteigen, wenn das denn klappt. Fehlinvestments, eine Scheidung lassen die Lebensplanung schnell durcheinander geraten. Aber wie gesagt, man muss für sein Fach brennen - ansonsten wirds mit der Lernmotivation schwer und Nihilismus macht sich breit.  

Antwort
von voayager, 8

Pädagogik, Publizistik  oder Linguistik würde ich z.B. empfehlen.

Antwort
von SkyDown, 18

Geisteswissenschaften allgemein schliessen gute jobchancen aus.
Naturwissenschaften wiederum sschaffen nur wenige

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ja eben leider. Aber andere Möglichkeiten sehe ich nicht.

Antwort
von NikeAir222, 19

Mach SoWi...entspanntes Studium und du kannst dann hinterher als Busfahrer, oder im Macces arbeiten

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Nicht wirklich hilfreich.

Kommentar von WalterE ,

Stimmt auch so m.E nicht mehr. Wobei diese Sowi Mythen wohl auch zT. aus einer Zeit stammen die lang vorbei ist - und manchesmal war damals gerade Taxifahrer kein schlechter Job, weswegen viele dabei geblieben sind - auch als selbständiger Unternehmer mit mehreren Taxen etc.  Ich kenne auch einen Lehrer der nebenher aus Spaß Taxi gefahren ist, der Job lastet einen halt nicht aus ;) Heute schaut es nur etwas anders weil in dieser Branche das Einkommen auch gesunken ist. Ich bin mal mit einem Sinologen und bekennendem AfD Anhänger gefahren - früher war der bestimmt glühender Maoist ;) Man sollte halt etwa bei Politik wissen wohin man will, in Richtung Verwaltung oder in Richtung Wirtschaft oder was auch immer. Es gibt ja heute Studiengänge mit integriertem BWL Anteil oder eben die seit jeher bestehende Möglichkeit Wirtschaft als Nebenfach zu nehmen. 

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