Frage von dintchri, 58

Welches Studium- Psychologie oder Tiermedizin?

Hallo liebe Community, vorweg muss gesagt werden: Natürlich kennt ihr meine Person nicht und könnt euch dementsprechend auch kein qualifiziertes Urteil darüber erlauben, welcher der oben genannten Studiengänge besser zu mir passt. Trotzdem hoffe ich auf Antworten, die mir zu einer überlegten Entscheidung verhelfen und mich ggf. zu einem der zwei Fachbereiche motivieren. Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Studium der Tiermedizin/ Psychologie gemacht? Würdet ihr es weiterempfehlen? Besonders an Studenten/-innen höherer Fachsemester: Habt Tipps, die einem Ersti den Studienbeginn erleichtern könnten? Ich bin für Ratschläge und Denkanstöße aller Art dankbar, da ich momentan hin- und hergerissen bin und zeitlich auch nicht mehr allzu flexibel bin. Vielen Dank im Voraus!

P.S. Hab sowohl für Psychologie als auch für Tiermedizin bereits eine Zusage erhalten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DarkGothAngel, 36

Ich studiere Psychologie und mir gefällt es, ich muss aber sagen dass es ganz anders ist als man es sich so allgemein vorstellt. Uns wurde gleich in der ersten Woche eingetrichtert dass Psychologie als Naturwissenschaft betrieben wird und das merkt man auch. Vor allem in den ersten Semestern hat man unglaublich viel Methodik, d.h. Statistk, Forschungsmethoden, Testtheore, Versuchsplanung, Computer-Datenanalyse,... und die Grundlagenfächer, die auch ganz schön trocken sein können. Die wirklich spannenden Sachen fangen (zumindest an meiner Uni) ab dem 3. Semester so langsam an, ab da hat man dann auch die Anwendungsfächer.

Man lernt auf jeden Fall sehr viele spannende Sachen, auch wenn die klinische Psychologie, also das was sich viele darunter vorstellen, nur einen "kleinen" Teil ausmacht. Ich bin schon zufrieden mit meinem Studium, bin aber auch ganz froh dass ich als ich angefangen habe so uninformiert und ahnungslos war dass ich mir keine falschen Hoffnungen gemacht hatte. Ich hab einfach alles auf mich zukommen lassen und hab so auch nicht wirklich böse Überraschungen erlebt.

Gerade von Statistik lassen sich ja viele abschrecken, da muss ich aber sagen dass ich das alles halb so wild fand. Ich fand es immer sehr nachvollziehbar warum wir das lernen müssen und wofür das ganze gut ist. Gerade in Verbindung mit den "praktischen" Sachen wie PC-Datenanalyse hat mir Statistik am Ende sogar relativ viel Spaß gemacht. Es ist auf jeden Fall absolut machbar und man braucht keine Angst davor zu haben. Ich war nie ein Mathe-Genie, hatte aber in Statistik ziemlich gute Noten, und meistens hat man es nach den ersten 2-3 Semestern geschafft :)

Wenn du noch Fragen hast kannst du gerne auch nochmal nachfragen, ich hab jetzt einfach mal alles hingeklatscht was mir gerade so eingefallen ist :)

Kommentar von dintchri ,

Ich habe mich -auch aufgrund meiner Entscheidungsschwierigkeiten- gut zu beiden Studiengängen informiert und denke, dass ich realistische Erwartungen habe. Trotzdem habe ich natürlich so meine Bedenken, was die Methodenfächer angeht. Ich bin bereit, Zeit zu investieren um Statistik & Co. bestmöglich zu durchblicken, aber wird das reichen?

Würdest du Psychologie, sofern du dich nochmal entscheiden könntest, ein weiteres Mal studieren? :)

Kommentar von DarkGothAngel ,

Klar reicht das, wenn man von Anfang an die Übungsblätter immer brav mitmacht und einfach am Ball bleibt klappt das. Das wichtigest ist nicht alles aufzuschieben, wenn man nämlich mal den Anschluss verliert wird es schwierig da immer alles aufeinander aufbaut. Ich hab auch Freundinnen die wirklich nicht gut in Mathe sind und auch die haben es geschafft. Ich fand es manchmal auch eine ganz gute Abwechslung zu den ganzen Theorien usw in den anderen Fächern, wenn man mal etwas "verstehen" konnte. Und das Gute daran ist halt dass es schon einen Praxisbezug hat (hatte es bei uns jedenfalls, wir haben aber auch die engagierteste Methoden-Dozentin die man sich vorstellen kann :D)

Ich denke schon dass ich es wieder machen würde. Ich war mir am Anfang überhaupt nicht sicher ob es das richige für mich ist und hab einfach mal drauf los studiert weil ich wider erwarten einen Studienplatz bekommen habe(wie gesagt ich war auch absolut uninformiert), bin aber inzwischen schon relativ überzeugt davon und identifiziere mich auch ziemlich damit.

Kommentar von dintchri ,

Vielen Dank für deine ehrliche Antwort! 

Eine allerletzte Frage: Empfindest du in Bezug auf dein Studium einen großen Druck? Ist dein Leben momentan vollkommen vom Studium eingenommen oder bleibt deiner Meinung nach genügend Freizeit? 

Kommentar von DarkGothAngel ,

Es ist schon anspruchsvoll und die Klausurenphase ist natürlich immer nicht so spaßig, aber das ist denk ich mal in jedem Studium so. Währdend dem Semester ist es vollkommen in Ordnung, ich hab zwar schon immer relativ viel Uni und bis jetzt hatte ich auch noch nie einen freien Tag in der Woche, aber ich find es bleibt schon noch genug Zeit für andere Sachen. Kommt natürlich auch immer drauf an wie viel Stress du dir selber machst. Ich bin während dem Semester immer sehr entspannt und zugegebenermaßen auch ziemlich faul und dementsprechend kurz vor den Prüfungen immer im Stress, hab es bis jetzt aber immer gut hingekriegt.

Was es leider schon gibt ist ein gewisser Notendruck, uns wurde von Anfang an erzählt dass man einen Einser-Schnitt braucht um einen Masterplatz zu kriegen usw (was gar nicht unbedingt so stimmt) und deswegen ist das Notenschema ein bisschen verschoben, d.h die Klausuren fallen meistens sehr gut aus und irgendwann ist man dann so weit dass man alles was schlechter ist als 1,3 ist schlecht findet. Das stört mich manchmal ein bisschen, weil ich dadurch auch recht hohe Anforderungen an mich selber habe. Was ich damit sagen will: bei uns geht es eigentlich nie darum ob man eine Klausur jetzt besteht oder nicht, da hatte ich auch noch nie Angst, sondern schon ziemlich um die Noten. Dafür sind die Durchfallquoten bei uns jedenfalls sehr sehr gering.

Ich hoffe das verwirrt nicht noch mehr und ich konnte dir ein bisschen helfen :)

Antwort
von Pfadfinder17, 14

Rein vom "Bauchgefühl" her und wenn ich mich entscheiden müsste würde meine Wahl auf Veterinärmedizin fallen. Psychologen versuchen meiner Meinung nach nur "den Menschen umzudrehen" und zu ihren Gunsten zu manipulieren. Die ganze menschliche Psyche ist auch noch nicht hinreichend erforscht und wirklich wissenschaftlich empirisch belegte Beweise für irgendwelche Theorien gibt es nicht. Hilf lieber unseren Mitgeschöpfen.L.G.

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