Frage von Buerogolf, 45

Welches Steckersystem benötige ich für das Laden von Elektroautos?

Ich möchte einfach für den Notfall anderen Menschen eine Lademöglichkeit für das E-Auto anbieten. Benötige eine Billiglösung. Brauche keine Abrechnung vom Strom etc. Dachte einfach an eine normale 220 Volt Steckdose .. aber nicht Schuko sondern E-Auto. Habe gehört, dass es 2 Steckersysteme gibt. Wer kennt sich aus? Welche Absicherung brauche ich? Ladestrom 10 Ampere bei 220 Volt ? Oder Drehstrom?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Remmelken, 21

Die einfachste Möglichkeit ist eine einfachs Schuko-Steckdose. So ziemlich alle Elektroautos sind mit einem Ladegerät ausgestattet mit dem man an einer Schuko-Steckdose laden kann.

Wenn du eine Lademöglichkeit explizit für Elektroautos anbieten möchtest dann benötigst du eine Sogenannte Wall-Box mit Typ2 Steckplatz, wahlweise auh mit festen Ladekabel mit Typ2 Stecker. Dieser Stecker ist nicht nur am weitesten verbreitet, er wird auch in der Ladesäulenverordnung vorgeschrieben.

Die Wall-Box ist nicht nur eine einfache Steckdose, sie beinhaltet auch einen controer der mit dem elektroauto kommuniziert und der Strom freischaltet wenn das Auto korrekt angeschlossen ist. Zudem mus der Anschluss mit einem Fehlerstromschutzschalter mit der Möglichkeit Gleichfehlerströme zu erkennen ausgestattet sein, also mit einem FI Typ B oder Typ A EV.

Du kannst eine Ladestation mit 3,7kW anbieten, also einphasig mit 16A, mit 7,2kW, also einphasig mit 32A, aber auch mit 11kW dreiphasig mit 16A oder 22kW dreiphasig mit 32A. Die Königsklasse wäre 43kW, dreiphasig mit 63A. Alles mit demselben Stecker.

Wenn allerdings das Ladekabel das verwendet wird nicht für einen hohen Strom bemessen ist verweigert die Ladestation das Laden.

Es gibt noch den Typ 1 Stecker dieser ist an vielen nichteuropäischen Elektrofahrzeugen zu finden. Die Fahrer haben allerdings meist ein Adapterkabel dabei mit dem sie an Typ2 Ladesäulen laden können.

Meine Empfehlung wäre eine Wallbox mit Typ2-Steckplatz, je nach gegebenheit in 11kW oder 22kW Ausführung. So eine Box kostet um die 1000 Euro, für die Instalation mit FI Typ A EV kannst du noch mal ungefähr das selbe rechnen. Dazu kommt noch eine jährliche Sicherheitschek und die Meldung bei der Bundesnetzagentur.

Weit verbreitet ist auch der Ladepunkt wie er vom Drehstromnetzwerk vorgeschlagen wird. eine 32A Drehstromsteckdose, eine 16A Drehstromsteckdose, und eine 16A CCE Steckdose, optional noch eine Schuko-Steckdose mit eigener Sicherung und FI A EV dazu einen Stromzähler und eine Möglichkeit eine kleine Spende für die Stromkosten zu hinterlassen. Diese Lösung entspricht allerdings nicht der Ladesäulenverordnung.


Antwort
von Dampfschiff, 25

Für eine Notfallladung reicht eine normale Haushaltssteckdose mit 10 A Absicherung. Da das Elektroauto daraus aber alles an Strom ziehen wird was geht, könntest Du auf Nummer sicher gehen, wenn Du diese Steckdose von einem guten Markenhersteller nimmst und einzeln absicherst (also eine eigene Zuleitung - großzügig dimensioniert - direkt aus dem Verteilerkasten des Hauses, mit eigener Sicherung 10 A). Gerade billige Steckdosen und ältere Installationskabel halten es nicht so gut aus, wenn sie mit 10 A Dauerstrom belastet werden, auch wenn sie formal dafür zugelassen sind.

Wenn Du eine Möglichkeit zur Schnellladung anbieten willst, wird es erheblich teurer. Dafür brauchst Du eine 400 V Zuleitung mit mindestens 16 A Absicherung, einem eigenen FI-Schutzschalter (am besten allstromsensitiv, kostet dann allein schon mehrere 100 Euro) und eine sogenannte Wall-Box (ein elektronisch abgesicherter Anschlusskasten an der Wand). In Europa für die Schnellladung von Elektrofahrzeugen üblich ist der sogenannte Typ 2 Stecker - dafür muss an der Wall-Box eine Dose vorhanden sein. So eine Wall-Box (die auch eine Abrechnung des Ladestroms ermöglicht) kostet ab etwa 1000 Euro aufwärts.

Antwort
von peterobm, 31

 ne normale Steckdose, jeder E-Fahrer hat sein eigenes Kabel zum Laden. 

Antwort
von Buerogolf, 9

So, nun wissen wir, was für Technik man braucht. Und was es so ca. kostet.

Fragen ergeben sich daraus:
1. Bundesnetzagentur. Warum müssen die es wissen?
2. Bin ich jetzt Stromlieferant und bin defacto Gewerbetreibender?
3, Muss ich den gleichen Aufwand betreiben, wenn ich nur für mein eigenes E-Auto eine Lademöglichkeit schaffen muss?
4. Ist das korrekt, das jedes Jahr ein Elektiker kommt und eine Prüfung vornimmt und ein Testat erstellt?

5. Wie verhält es sich in dem Falle, wenn man nur eine Lademöglichkeit für E-Bikes anbieten möchte? Auch das ganze Programm wegen Technik etc.?

Vielen Dank für die bisherigen qualifizierten Beiträge.

Kommentar von Dampfschiff ,

1. Wenn ich Deine Frage richtig verstanden habe, willst Du nicht Ladestrom an einen unbestimmten Kundenkreis verkaufen, sondern Deinen Mitarbeitern oder Gästern oder Kunden als freundliche Geste eine kostenfreie Notfall-Lademöglichkeit anbieten. Das brauchst Du außer dem Elektriker Deines Vertrauens und Deinen Mitarbeitern/Gästen/Kunden (denen Du dieses Goodie anbieten willst) gar niemandem zu erzählen.

2. Nur, wenn Du gewinnorientiert den Strom verkaufst.

3. Die Sache mit dem jährlichen Sicherheitscheck und der Meldung bei der BNetzA brauchst Du nur als gewerblicher Anbieter ("Ladestomverkäufer") zu machen. Als reiner Privatnutzer nicht. Empfehlenswert kann die jährliche Prüfung bei einer Schnellladestation trotzdem sein.

4. Siehe 3. Wenn Du aber nicht bei Dir zu Hause für Deine Gäste, sondern z. B. als Geschäftinhaber für Deine Kunden so etwas anbietest, dann fällst Du für diese Elektroinstallation in die Rubrik "gewerblich". Solange Du den Strom nicht verkaufst, brauchst Du zwar keine Anmeldung bei der BNetzA, aber genauso wie für Deine sonstige Elektroinstallation in Deinen Geschäftsräumen musst Du auch für die Ladestation regelmäßige Inspektionen durch eine Elektrofachkraft machen lassen.

5. Prinzipiell genauso, nur dass Du für E-Bikes normalerweise wirklich mit der 10 A Haushaltssteckdose auskommen solltest.

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