Frage von MatheRaph, 17

Welches sind die Schritte zur Veröfentlichung eines selbst geschriebenen Buches?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Bethmannchen, 7

Du brauchst nun einen Verlag. Du verkaufst dem deinen Text nicht, sondern räumst damit einem Unternehmen das Recht zur Vervielfältigung und Vertrieb deines geistigen Eigentums ein. Deshalb wird ein Verlagsvertrag geschlossen, und kein Kaufvertrag. Aber erst einmal Schritt für Schritt:

Einen Verlag zu finden, der dein Buch gedruckt verlegt, 
ist eine etwas umständliche Prozedur. Gründliche Vorarbeit und 
Systematik erspart einem dabei viele unnütze Anschreiben und 
Enttäuschungen. 

Zunächst muss es ja ein Verlag sein, der auch 
Bücher deines Genres verlegt.

Dann solltest du auch aufpassen, dass du 
nicht bei einem reinen Selbskosten-Zuschuss-Verlag oder einem 
Dienstleister für Selbspublikationen landest. NAch reichlich Bauchpinseln knöpfen sie dir nur viel 
Geld ab, aber dein Buch kümmert sie einen Sch**dreck. Solche Verlage 
findet man, wenn man in Suchmaschinen Verlage sucht. Sie haben oft dicke
Überschriften: "Verlag sucht Autoren" - "Wir verlegen Ihr Buch".



Eine recht aktuelle Liste von deutschsprachigen Verlagen findest du in der 
"Liste von Verlagen" bei Wikipedia. Da kannst du schon einmal eine erste
Vorauswahl nach Programmschwerpunkten treffen. Dann erst siehst du dir 
die Homepage des jeweiligen Verlages an. 



Wenn deren Homepage dann aber "nicht gut aussieht", das Programm nur was von nur zwei, drei Autoren anbietet, oder Tendenziös ist, dann ist das wohl ein "Pleiteverlag" oder eine "Wohnzimmer-Einmann-Band", also auch da lieber Finger weg!



Hast du einen seriös erscheinenden Verlag gefunden, 
durchstöberst du deren aktuelles Verlagsprogramm, ob so etwas ähnliches 
wie dein Buch dabei ist. Hier erst lohnt es sich überhaupt einen Kontakt 
aufzunehmen.



Manche Verlage haben eine Seite "für Autoren" oder auch "Lektorat" genannt, manchmal findet man es auch unter "Kontakt". Da steht, wie der Verlag Manuskripte für neue Bücher gerne hätte.  Die einen wollen die ersten 50 Seiten, die anderen das erste Kapitel usw. Selten möchte man noch Papierstapel, sondern alles auf Datenträger oder per Mail als PDF-Dateien angehängt oder alles in einer Datei. Daran solltest du dich strikt  halten, sonst geht alles nur in den Papierkorb.



Wenn auf der Website dazu gar nichts zu finden ist, dann erkundige dich 
telefonisch beim Verlag. Da kannst du eventuell schon erfahren, wer dein 
Manuskript genau bekommen soll. Auf jeden Fall will man von dir zusätzlich ein Exposé haben. Das ist eine Inhaltsangabe, die in kurzen Abrissen die Handlung von Anfang bis Ende umreißt und die Hauptcharaktere schildert.



Dann möchte man von dir auch eine Autorenvita haben. Das ist ein kurzer Text über dich; wer du bist, wann geboren, wo du auf was für eine Schule gegangen, erlernteer/ausgeübter Beruf, wie du zum Schreiben  gekommen bist. Das sollte ungefähr eine 
halbe Seite lang sein. Überlege dir dabei gut, was die Öffentlichkeit über dich lesen will und darf. Sieh dir 
evtl. welche von anderen Autoren an.  
Wie gut willst du "gefunden" werden können?

Dann gibt es ein Format für Manuskriptseiten, das von allen Verlagen bevorzugt wird. Die ermöglicht es den Verlagen schon im Voraus den Umfang des gedruckten Buches, Herstellungskosten sowie Ladenpreis zu kalkulieren. Ich habe für dich hier eine sehr gute Website: 



http://www.schriftsteller-werden.de/kreatives-schreiben/glossar/



Direkt bei dem Begriff "Normseite" kannst du dir die Vorlage herunterladen. 

Die Seite bietet noch unwahrscheinlich viele weitere Tipps zu Schreiben und
Veröffentlichen, fast ganz ohne Fachchinesisch. Die lohnt sich wirklich 
durchzusehen. 



Wenn der Verlag dein Buch dann verlegen will, wird man einen Verlagsvertrag aushandeln. Da gibt es einiges zu beachten:

Kommentar von Bethmannchen ,

Der Lektor wird dein ganzes Manuskript korrekturlesen. Ihm werden sicher Verbesserungsvorschläge einfallen, Satzumstellungen, hier und da ein anderes Wort, was auch 
immer. Das schickt er dir mit so genannten Korrekturfahnen versehen zurück. 



Das nimmst du dir vor und gehst es selbst durch, findest evtl. Selbst was. Die Vorschläge kannst du annehmen oder ablehnen, oder selbst eine andere Verbesserung machen. Erst wenn sich Autor und Lektor über die Endfassung einig sind, genehmigst du sie mit einer schriftlichen, und unterschriebenen Korrekturfreigabe. Erst dann wird mit der Herstellung begonnen.



Der Verlag wird ein Cover entwerfen. Das Aussehen richtet sich danach, was der Verlag für diese Art Bücher verwendet und/oder lehnt sich nur an deinen Inhalt an. Verlage haben ein gutes Gespür dafür, "was sich am besten verkauft". Sollte das Cover "absolut nicht nach deinem Buch" aussehen, dann solltest du das sagen, aber ansonsten ist der Verlag der Erfahrenere. 



Auch der Klappentext, deine abgedruckte Autorenvita und evtl. ein Foto brauchen deine Druckfreigabe. Kein Verlag darf einfach drucken was er will.

Wichtiges zum Verlagsvertrag: 


Download eines Mustervertrages: 

https://www.google.de/webhp?tab=Tw&ei=MeJ6V8myEsPaUrahkfAB&ved=0EKkuCAQo...

Der Autor überträgt dem Verlag für die Dauer von (üblicherweise 7) Jahren ab Erscheinen des Werkes räumlich unbeschränkt das ausschließliche Recht der Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes (für alle Ausgaben von Auflagen ohne Stückzahlbegrenzung, und zwar für alle Sprachen). Was in Klammern steht ist verhandelbar. 



Das Urheberrecht bleibt immer beim Autor. Der versichert dem Verlag nur, dass ihm diese Rechte auch zustehen. Die Verantwortung für Inhalt, Zitate, Abbildungen und Quellenangaben bleibt immer beim Autor. Der Verlag kann ihn sogar haftbar machen, wenn durch einen Fehler des Autors die Veröffentlichung unterbleiben müsste, was sehr, sehr teuer werden kann. 



7 Jahre können für den Autor ungünstig sein. Das Gesetz sagt dazu: Wird der Verlagsvertrag für eine bestimmte Zeit geschlossen, so ist nach dem Ablaufe der Zeit der Verleger nicht mehr zur Verbreitung der noch vorhandenen Abzüge berechtigt. Reste könnte der Autor dem Verlag dann zum Verramschpreis abkaufen, sie selbst verramschen; oder sie werden eingestampft. Kürzere Laufzeit wäre wohl günstiger, weil der Verlag sich mehr ins Zeug legt.



"Ab Erscheinen" sollte konkreter sein wie etwa rechtzeitig zur Frankfurter oder Leipziger Buchmesse 2016 bzw. 2017 oder binnen X Monaten nach Druckfreigabe. Andernfalls darf der Autor erst ein Jahr nach der Druckfreigabe (immer noch ohne Veröffentlichung) vom Vertrag zurücktreten. Dann bekommt er zwar den hoffentlich auch vereinbarten Vorschuss, hat aber ein Jahr Zeit verloren. 



Bei einem noch unbekannten Verfasser wird man wegen der Unwägbarkeit des Erfolges die Stückzahl der ersten Auflagen eher gering halten. "Für alle Ausgaben" sollte schon genauer im Vertrag stehen. Ob nur TB oder HC oder eBook oder Hörbuch sollte hier schon stehen.



Alle weiteren Rechte am Werk sind Nebenrechte, die kein Autor bedenkenlos alle gleich mit weggeben sollte. Verkauft sich das Buch gut, ist die erste und zweite Auflage schnell ausverkauft, und man kann über eine zusätzliche Auflage in anderer Buchform, eine Übersetzung etc. Unter ganz anderen Voraussetzungen verhandeln, oder lässt es gleich.

Die Nebenrechte wie: Herausgabe als Hörbuch, Übersetzung in andere Sprachen oder Verfilmung etc. lohnen erst bei gutem Abverkauf. Hat man die Nebenrechte in der ersten Euphorie aber schon vergeben, ist hier kein Spielraum mehr. Verkaufte sich das Buch gut, könnte man aus diesen weiteren Rechten evtl. woanders mehr herausholen, hätte man die Nebenrechte nicht schon viel zu billig eingeräumt.

In dem Fall dürfte man ein Angebot von einem Dritten nämlich nicht ohne Einwilligung des 1. Rechteinhabers annehmen, hat leichtsinnig Perlen vor die Säue geworfen. Ein einmal eingeräumtes Recht kann man oft nur schwer wieder zurück bekommen. Es heißt im Vertrag zwar, der Verlag wird sich um die Verwertung der Nebenrechte redlich bemühen, aber:

Verwertung im e-commerc (Verkauf über Amazon), Vervielfältigung... als eBook..., Vorabdruck in Zeitungen etc. bitte gerne, steigert ja den Umsatz. Aber Herausgabe als Hörspiel, Verfilmung, Aufnahme in ein Schulbuch, welcher Verlag legt sich dafür wohl wirklich voll ins Zeug? Lohnt es sich überhaupt bei diesem Buch (Inhalt, Thema, jugendfrei?)

Ein solcher Vertrag steckt also voller Fußangeln und Tücken. Zumindest wenn man zum ersten Mal einen Verlagsvertrag abschließt, sollte man sich das aktuelle Gesetz über das Verlagsrecht gut und gründlich durchgelesen haben und sich vor dem Unterschreiben Gedanken gemacht haben, was man wirklich vereinbaren will.

So lange man keinen Bestseller gelandet hat wird man wohl aus Kostengründen auf einen Anwalt mit Schwerpunkt Medienrecht verzichten müssen.

Kommentar von Bethmannchen ,

Zu erwartendes Honorar und Auflagenstärke(n): 
Den Ladenpreis kann der Verlag besser beurteilen - soll er auch. (meine Rechenbeispiele beruhen auf 14,95)
Bei einem Erstlingswerk ist keine Vorauszahlung zu erwarten, weil es noch keine Lorbeeren gibt, nur zarte Hoffnungsschimmer auf beiden Seiten. Darüber braucht man nicht nachzudenken. Falls es eine gibt, kann man sich freuen, denn der Verlag rechnet mit einem gewissen Erfolg.
Diese Zahlung wird dann aber erst einmal mit dem Honorar pro Stück (Tantiemen) verrechnet. Bis die Vorauszahlung wieder "reingeholt ist", bekommt der Autor nichts.
Wichtiger wird das Honorar für jedes verkaufte Werk (Tantiemen). Nettopreis ist nicht Ladenpreis: 14,95 sind Netto 13,97 €. Davon erhält der Autor dann gestaffelt für jede Ausgabe nach erreichter verkaufter Stückzahl:
Je nach dem wie gefragt der Autor ist und wie gut er das aushandeln kann, ist das irgendwas zwischen 5% und 15% vom Nettoladenverkaufspreis, wobei 15% quasi unerreichbar sind, und 5% der normale Einstiegssatz für Neulinge.

Für gewöhnlich gibt es eine Staffel, die mit verkauften Büchern steigt. Als kleines Beispiel, das in der Belletristik  für Taschenbücher üblich ist.
1 bis 5.000 Exemplare: 5%   0,70 €   max. 3.500 €

5.001 bis 10.000 Exemplare: 6%   0,84 €   max. 4.200 €

10.001 bis 50.000 Exemplare: 7%   0,91 €   max. 36.400 € 

Spätestens ab so einem Verdienst wird man 1/3 davon als Steuern abführen müssen. Es kann sein, dass ein Kind dann nicht in der Familienversicherung bleiben kann, und davon auch noch seine Krankenkassenbeiträge bestreiten muss.
50.0001+ Exemplare: 9%   1,26 €   Dieser letzte Posten ist ein kleiner Wahnwitz von mir, mit dem bei einem Neuling wohl niemand rechnen wird.
Bei der Staffel stelle ich mir vor, dass man mit irgendwo zwischen 5.000 und 10.000 Stück, also zwei verkauften Auflagen rechnet. Der Vorschuss wäre dementsprechend irgend etwas zwischen 1.000 € und 4.000 € und würde mit den Tantiemen verrechnet. Immerhin darf man den Vorschuss behalten, auch wenn das Buch ein totaler Flop, und der Rest verramscht wird.
Die Staffel orientiert sich normalerweise an den Erwartungen des Verlags. Mein Beispiel gilt für Belletristik. Es gibt auch andere Abrechnungsmodelle, aber die meisten großen Publikumsverlage nutzen dieses.
Üblicherweise werden für Softcover 5-9%, und für Hardcover 8-12% geboten, bei einem Frischling wohl eher weniger, und erst wenn sich erste Erfolge zeigen, Auflagen verkauft sind, werden auch höhere Prozentsätze gezahlt. Deshalb diese Staffelung.

Bei einem Neuling wird man zumindest die erste Auflage in nicht besonders hoher Stückzahl ansetzen. Werk und Autor müssen komplett angetestet werden, hoher Werbeaufwand etc. Eine weitere Auflage ist danach schnell gedruckt, binnen drei Tagen flutschen die Bücher aus der Maschine, wenn der Verlag das will.

Hier kommt die Gretchenfrage: Bei einer Hardcover-Ausgabe ist der Ladenpreis höher, bekommt der Autor also mehr Geld pro Stück - rechnet sich das aber auch? Hmm...
Höherer Preis bedeutet langsamer Verkauf in geringerer Stückzahl. Die bis dahin völlig unbekannte Joanne K. Rowling verkaufte gleich am Anfang nur Hardcover-Ausgaben ihres Harry Potter 〔⸄.⸅〕 aber nicht jeder unbekannte Autor ist ein Shooting Star ;-)

Bei Hörbüchern sind tatsächlich 5%, auch wieder vom Nettoladenpreis, ohne eine Staffelung üblich.

Nichthonorafpflichtige Exemplare und Freiexemplare des Autors.
Der Verlag ist verplichtet, einige Bücher extra zu drucken, die er für alle möglichen Zwecke verwendet. Soll er auch, kommt dem Verkauf zugute. Wie sollen SPIEGEL und  FAZ von einem Buch erfahren, das einen Platz auf den Bestsellerlisten bekommen könnte.
Die  Buchhandels-Betriebe wie Hugendubel, Thalia usw. brauchen ein Freiexemplar, um es in ihre Kataloge aufzunehmen. Ein gutes Buch wird auch von Rundfunksendern gerne vorgestellt und wenn es sehr gut ist, von Elke Heidenreich einmal vor die Kamera gehalten. 
Um die eingeräumten Nebenrechte wahrnehmen zu können, muss der Verlag anderen ein Buch in die Hände geben. Von jedem gedruckten Buch müssen zwei Pflichtexemplare bei der Deutschen Nationalbibliothek eingericht werden. 5% von 5.000 = 250 - knapp genug.
Mit seinen Freiexemplaren kann der Autor machen, was er will. Diese wahllos an Onkel, Tante, und Freunde und Kollegen zu verteilen ist aber Idiotie. Dem hilfreichen Mentor eines mit Widmung schenken, eins der Bibliothek der Heimatstadt spenden ist OK. 
Ansonsten damit ganz geizig sein! Nur weil kostenlos nicht verkaufbar, sind sie kein "Werbegeschenk ohne Wert". Der Autor verwendet mehrere für Lesungen. (vor Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen... hat er evtl. unterschiedliche Stellen mit Postits markiert)
Evtl. macht der Lokalredakteur mit dem Autor ein Interview. Wenn das abgedruckt wurde, bekommt der ein Exemplar mit Widmung als Dankeschön. Der Verlag kann jederzeit Anfragen bekommen haben bezüglich Autorenlesungen. Dann darf der Autor nicht ohne Buch in einer Bibliothek oder  Buchhandlundastehen!

Antwort
von 007Alkl, 4

Hallo,

Viele Autoren machen den Fehler, dass sie ihr Manuskript zu früh einschicken. Nach der Fertigstellung eines Buches sollte erst einmal eine Phase der Überarbeitung kommen, sonst lehnt der Lektor das Manuskript als unfertig ab. Bevor man ein Buch veröffentlichen kann, muss natürlich Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik völlig fehlerfrei sein. Verlasse Dich auch nicht zu sehr auf die Rechtschreibprüfung der Textverarbeitung. Word findet bei weitem nicht alle Fehler im Text. Wer sein Buch trotzdem mit dem Computer auf Fehler in Rechtschreibung und Zeichensetzung überprüfen möchte, kann zu einem Programm von Duden für Word greifen. Die Rechtschreibprüfung vom Duden Verlag ist wesentlich leistungsfähiger als etwa bei Word oder Open Office. Optimal ist jedoch noch immer ein aufmerksames menschliches Auge, um alle Fehler zu finden, bevor man das Buch überhaupt veröffentlichen kann.

Darüber hinaus sollte man sein Buch noch stilistisch überarbeiten. Einzelne Passagen muss man vielleicht kürzen oder prägnanter fassen, dazu müssen Widersprüche in der Handlung beseitigt werden. Am besten druckst Du  für die Korrektur das ganze Manuskript einmal aus. Suche Dir einen ruhigen Platz, wo Du das Buch für die Veröffentlichung fit machst. Das ausdruckte Manuskript bietet am Rand genügend Raum, um Anmerkungen zu machen und Fehler anzustreichen.

Neben Rechtschreibung und Stilistik musst Du auch bei Deinem Buch auf das äußere Format achten. Dafür muss das Manuskript bestimmten formalen Anforderungen genügen. 

Doch bevor Du daran denkst, das Buch zu veröffentlichen, solltest Du es erst anderen Personen zum Lesen geben. Hier ist es hilfreich, wenn man einen Testleser hat, die nicht nur mit der deutschen Sprache vertraut sind, sondern auch die nötige Leseerfahrung hat. Gebe Dein Manuskript am Besten keinem Verwandten oder engem Freund, dieser ist vielleicht zurückhaltend mit der Kritik. Aber Kritik ist wichtig, wenn man Fehler ausmerzen und sein Buch veröffentlichen möchte.

Ein hauptberuflicher Lektor streicht im Manuskript nicht nur Fehler bei Rechtschreibung und Zeichensetzung an, sondern zeigt auch Mängel bei Stilistik und logische Fehler im Text auf. 

Wenn das Manuskript sorgfältig überarbeitet wurde, geht es darum, einen geeigneten Verlag zu finden

Ganz wichtig ist, dass Dein Werk in jeweilige Programm passt. Ein Kinderbuchverlag wird keinen erotischen Liebesroman veröffentlichen. In der heutigen Zeit ist es einfach, sich über ein Verlagsprogramm zu informieren, denn fast jeder Verlag verfügt über einen eigenen Internetauftritt. Auf der Seite erhälst Du dazu häufig wichtige Informationen über Ansprechpartner und in welcher Form das Manuskript einzusenden ist.

Dabei müssen es nicht immer die großen Verlage sein. Auch in einem

 KLeinvertrag

 

kann man sein Buch veröffentlichen. Hier hat man etwas bessere Chancen auf eine Veröffentlichung, weil ein Kleinverlag im Vergleich zu den ganz großen Verlagshäusern weniger Manuskripte erhält. Dabei solltest Du unbekannte Verlage gut unter die Lupe nehmen, damit Du nicht an einem Zuschuss- oder Pseudoverlag

 

gerätst. Achte darauf, wie lange es den Verlag gibt und suche nach Erfahrungsberichten im Internet.

Auch direkt im Buchhandel

 

macht es Sinn, nach einem geeigneten Verlag zu suchen, denn hier stehen Bücher zum Beispiel aus den Bereichen Krimi oder Fantasy zusammen. In kurzer Zeit verschafft man sich einen Überblick über mögliche Kandidaten für das eigene Buch. Dazu kann man einzelne Bücher in die Hand nehmen. Man sieht, welche

 Qualität

 

Buchdruck und Bindung haben.

Möglicherweise überlegst Du auch die Dienste einer Literaturagentur in Anspruch zu nehmen.

Nun hast Du einen oder mehrere Buchverlage gefunden Im Anschreiben kurz vorstellen

 und erläutern , warum der Verlag das Buch veröffentlichen soll und es ins Verlagsprogramm passt. Beim Anschreiben gelten die gleichen Regeln wie bei einer Bewerbung. Es darf

 keine Rechtschreibfehler

 

enthalten, ebenso müssen Anrede und Name des Ansprechpartners stimmen. Den Namen des Ansprechpartner findest Du auf

 der Homepage oder durch einen Anruf beim Verlag. Hier erhälst Du im Regelfall weitere wichtige Information. So möchte nicht jeder Buchverlag ein ganzes Manuskript, sondern nur eine Leseprobe.

Wenn das Buch veröffentlicht wird. vorsicht vor vor Zuschuss- und Pseudoverlagen. Ein Zuschussverlag verlangt eine Risikobeteiligung, damit man das Buch drucken kann. Häufig hört man dort das Argument, dass der Autor durch den Bücherverkauf das Geld schnell wieder hereinholt. Hier sollte man hellhörig werden..

Bei einem

 Pseudoverlag

 

muss man im Regelfall die

 gesamten Kosten 

für das Lektorat, das Bücher drucken und eine Gewinnspanne

 übernehmen

. Dazu werden die Bücher kaum im Buchhandel angeboten. Deutschsprachige Autoren haben sich im

 

Aktionsbündnis Fairlag

 

gegen solche Praktiken ausgesprochen.

Der große Traum eines jeden Nachwuchsautors ist es, erfolgreich ein Buch zu veröffentlichen und im allerbesten Fall einen Bestseller zu landen. Das ist möglich, bedarf aber einer Menge Glück, Qualität und fleißiger Arbeit. 

Man kann auch auf andere Weise ein Buch veröffentlichen. Es gibt interessante Alternativen wie ein E-Book oder Book on Demand. Hier kann man das eigene Buch in Kleinstauflage erstellen. Selfpublishing ist hier das Stichwort.

Eine Alternative oder zusätzliche Möglichkeit zum klassischen Versenden des Manuskripts an einem Buchverlag stellen

 spezielle Literaturplattformen

 

dar, wo man Textproben für einen Verlag einstellen kann. Die bekannteste Seite ist hier

 

Romansuche.de

. Autoren können nach einer Prüfung durch ehrenamtliche Lektoren kostenlos eine Leseprobe Ihres Romans einstellen. Verlage suchen hier immer wieder nach möglichen Autoren. 

Antwort
von Bethmannchen, 1

Meine erste Antwort war ja zu einer Veröffentlichung als Buch bei einem Verlag, also der ganz klassische Weg zum gedruckten Buch.

Es gibt auch Unternehmen, die ausschließlich das Verlegen eines Werkes als e-Book übernehmen. Dann wäre diese Veröffentlichungsform nicht Nebenrecht, sondern das Hauptrecht im Vertrag. Alles andere wäre vergleichbar vom Verfahren her, Korrekturlesen, Veröffentlichungsfreigabe...

Ein e-Book kannst du sogar in Eigenregie veröffentlichen und dann verkaufen. Am besten ist dazu wohl Amazon geeignet, aber es gibt auch andere Anbieter und Plattformen. Da bist du dann für den Inhalt, Cover und alles andere selbst verantwortlich, wandelst deine Datei in ein Dokument in Calibre um.

Dann stellst du es im Shop ein und bekommst bei jedem Download dann deinen Anteil am Verkaufspreis auf Konto. Da gibt es verschiedene Modelle und Modalitäten, Das musst du selbst herausfinden, was wirtschaftlicher ist etc.

Da hast du aber keinen Lektor, der noch einmal Korrektur liest, aber bis zu 70% des Nettoverkaufspreises, die du mit niemand teilen musst, gehören dir. Das lohnt sich finanziell, wenn es sich dann verkauft. Das Risiko einen Flop zu landen, ist aber Meiner Meinung nach gerade für Anfänger sehr hoch.

Du kannst ein Buch auch im Selbstverlag erscheinen lassen. Drucken lassen kann man das bei BoD (Book on Demand) Verlagen. Die stellen dann eine kleine Anzahl (meist ab 25 pro Auftrag) für dich her, stellen dir sogar eine ISBN für den Titel zur Verfügung. 
Je nach dem, wie fit du selbst am Rechner bist, erstellst du die nötigen

Dateien und gestaltest dein Cover etc. oder lässt das wahlweise etwas gegen Bezahlung vom Verlag machen. Zuletzt kümmerst du dich selbst um die Werbung für das Buch und die Vermarktung (über Amazone, onlineshop) etc.

Auch hier hast du kein Lektorat, das dein Werk vorher noch einmal kritisch in Augenschein nimmt. Allerdings hast du keine große Menge Bücher, die Kapital binden. Wird der letzte Karton voll nicht verkauft, lässt du nicht mehr drucken, und das "Projekt schläft ein". Wächst dir der Verkauf allerdings über den Kopf, kannst du immer noch an einen Verlag herantreten und mit dem einen Vertrag machen.

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