Frage von fantasmo, 107

Welches Linux als Windows-Ersatz?

Mein Windows spinnt endgültig rum, jetzt will ich Linux...aber welches ist am besten für Windows-Umsteiger? Hab schon nen Test gemacht, da kam raus: Gnome, lubuntu, mageia, mate

Am passendsten von der Beschreibung her klang "Mate". Habe aber auch noch woaders von "Mint" gelesen.

Welches passt zu mir? Ich bin am Computer nicht komplett ahnungslos & kann auch selbst mal knifflige Probleme lösen, Sachen über Konsole will ich aber trotzdem lieber niemals machen müssen. OpenOffice und so nutze ich bereits das läuft ja auch schön auf Linux?!

Antwort
von spaghetticode, 106

Welchen "Test" hast du da gemacht? Da ist einiges durcheinander gewürfelt... Mate und Gnome sind keine Distributionen, sondern Desktopumgebungen.

Welche Distribution du wählst, ist 2015 gar nicht mehr so wichtig. Seit Ubuntu 2004 / 2005 auf den Plan getreten ist und ganz viel richtig gemacht hat, das andere Distributionen eher falsch angegangen waren, hat sich auch im Linuxlager herumgesprochen, dass Linux längst kein Betriebssystem für technikaffine Geeks mehr ist. Und zumindest die bekannteren, "großen" Distributionen haben sich viel bei Ubuntu abgeschaut.

Die großen fünf, sechs, sieben Distributionen sind alle gleich "anfängertauglich".

Wichtiger ist wahrscheinlich die Wahl der Desktopumgebung. Du kannst unter jeder Distribution jede Desktopumgebung installieren und nutzen, aber viele Distributionen setzen ihren Schwerpunkt auf eine bestimmte Umgebung und bieten diese dann schön vorkonfiguriert auf Live-CDs / Installations-Medien an. Das erleichtert dir als Einsteiger den Anfang erheblich.

Du solltest dir also ein paar Live-CDs von verschiedenen Distributionen mit verschiedenen Desktop-Umgebungen herunterladen und ansehen und dann entscheiden, welche Umgebung dir am sympathischsten / zugänglichsten ist.

Ubuntu bietet praktisch alle Desktopumgebungen als eigene Live-CD an und benennt diese dann auch entsprechend (Ubuntu für den hauseigenen Desktop Unity, Kubuntu für KDE, Ubuntu Mate für Mate, Lubuntu für LXDE usw. usf.), das darunter liegende Linux ist aber immer dasselbe und mit jeder Variante kannst du jeden Desktop nachinstallieren. Die verschiedenen Ausgaben gibt es nur zur Bequemlichkeit des Benutzers.

openSUSE setzt schwerpunktmäßig auf KDE, Fedora auf GNOME, Debian auch. Linux Mint setzt in der Hauptausgabe auf den eigenen Desktop Cinnamon, es gibt aber auch eine Ausgabe mit vorinstalliertem Mate und eine mit vorinstalliertem KDE.

Probier' dich einfach durch - es gibt viel zu entdecken. :-)

Kommentar von fantasmo ,

Danke für die vielen Infos.

"Distrochooser" hieß die Seite und diese Namen hat es mir dann nach der Reihenfolge als für mich geeignet vorgeschlagen.

Antwort
von marcussummer, 107

Mint ist relativ easy für den Umstieg. Je nachdem, wie weit du in die Innereien eines Linux-Systems willst, wirst du aber bei allen Distributionen mal die Konsole brauchen.

Ich persönlich bin vor zweieinhalb Jahren auf Debian umgestiegen, was als relativ puristisch gilt. Im Normalbetrieb brauche ich die Konsole nicht, da gibts für fast alle Programme auch ein GUI. Das soll bei den anderen Distributionen aber ähnlich sein.

Antwort
von Nemesis900, 91

Sachen über Konsole will ich aber trotzdem lieber niemals machen müssen

Naja das wird auch bei Windows schwer, da kann man auch ganz schnell mal dazu kommen etwas über eine Konsole zu machen. ;)

Aber wieder zurück zum Thema. Ubuntu und alles was darauf aufbaut ist in der Regel sehr einsteigerfreundlich. Vor allem Linux Mint kann ich da empfehlen.

Ja OpenOffice gibt es auch unter Linux. (Ich persönlich würde aber auf LibreOffice umsteigen)

Wo hast du diese Test gemacht? Zwei der Sachen die du dort schreibst sind nämlich keine keine Linux-Distribution sondern lediglich Denktopumgebungen (Gnome und Mate).

Antwort
von NoHumanBeing, 69

Ich bin selbst ein großer "Fan" von Linux, aber gerade aus diesem Grund rate ich von Linux als "Windows-Ersatz" ab, denn das Konzept ist ein völlig anderes. Linux soll Unix ersetzen (und tut es auch). Dafür ist es super! Als "Windows-Ersatz" ist es leider recht "mäßig", aber dafür ist es auch nicht gemacht.

Wenn man auf Linux umsteigen möchte, sollte man bereit sein, alte Gewohnheiten abzulegen und Dinge von Grund auf neu zu lernen. Das ist am Anfang anstrengend, aber man kommt sehr viel weiter, als wenn man versucht, unter Linux wie bisher unter Windows zu arbeiten. Wenn man mit Windows grundsätzlich zufrieden ist, sollte man dabei bleiben. Auch Windows kann man inzwischen so gut aufsetzen, dass es lange Zeit stabil und problemlos läuft. Hauptsächlich muss man dafür das Treibersetup gut hinbekommen und nicht ständig irgendwelche Software installieren und wieder deinstallieren, von der dann irgendwelche Abhängigkeiten "hängen bleiben" und das System verlangsamen oder einfach nur das Dateisystem füllen. Das Problem hast Du übrigens unter Linux auch. Dort gibt es zwar eine Paketverwaltung, aber die "räumt auch nicht alles wieder richtig sauber ab", wenn Du ein Paket deinstallierst.

Ich selbst arbeite auf Fedora und bin damit sehr zufrieden, da ich GNOME sehr mag. Insbesondere GNOME ist aber sehr "innovativ" und auch sehr anders, als Windows (oder jede andere Desktopumgebung). Dafür bekam es zeitweise auch sehr viel Kritik. Ich habe mich auf das Experiment eingelassen und bin inzwischen sehr zufrieden mit dieser Desktopumgebung. Der "Nachteil" (für Einsteiger) von Fedora ist hauptsächlich, dass keinerlei proprietäre Software (Gerätetreiber, Codecs, ...) mitgeliefert wird (und auch keine freie Implementierung von patentierten Verfahren). Das heißt Du kannst auf einem frisch installierten Fedora nicht einmal eine MP3 oder einen H.264 kodierten Film abspielen.

Antwort
von MrImo20, 62

Hier sind schon einige gute Antworten vorhanden. Ich würde mir an deiner Stelle Ubuntu und Mint anschauen. Mint hat von der Oberfläche ein bisschen mehr 'Windows-Look'. Was einem mehr gefällt ist Geschmackssache :)

Antwort
von ChrizZly2030, 47

Hallo,

jetzt will ich Linux...aber welches ist am besten für Windows-Umsteiger?

Generell sehe ich es immer schwierig Linux als Windows Ersatz zu sehen. Linux will kein Windows Ersatz sein. Linux hat seine vorteile und Windows hat seine. Deshalb sind beide für verschiedene Zwecke gut.

Sachen über Konsole will ich aber trotzdem lieber niemals machen müssen.

Wenn du ganz auf die Konsole verzichten möchtest dann würde ich Ubuntu empfehlen (auch wenn Ich Ubuntu nicht wirklich mag). Auf Linux ist meistens LibreOffice vorinstalliert. (ist von der Bedienung wie OpenOffice. Ist aus Open Office entstanden)

Bevor du dich endgültig für eine Distribution entscheidest gibt es noch einige Punkte:

Terminal: Ich fing mit Ubuntu an, weil ich auch auf mein Terminal vollständig verzichten wollte. War eben ein typischer Windows Nutzer. Als ich jedoch Hilfe brauchte, wurden mir nur Lösungen übers Terminal vorgeschlagen. Wieso? Weil das Terminal immer gleich ist und immer gleich bedient wird. Zudem ist es einfach besser und perfekt für Hilfen.

Ein einfaches Beispiel: Wie installiere ich ein Programm (z.B. Gimp) unter Ubuntu?

Über GUI: Du suchst das Ubuntu Software Center. Gehst dann auf das Suchfeld und gibst gimp ein. anschließend klickst du auf installieren. Dort gibst du dann dein Admin Passwort ein, wenn danach gefragt wird. Dann wird das Programm installiert.

Über Terminal: sudo apt-get install gimp

Siehst du wie viel einfacher und schneller es mit dem Terminal geht?

Ich nutzte selber das Terminal immer öfter und lernte es zu lieben. Nun kann ich ohne Terminal nicht arbeiten, da ich z.B. keine Lust habe etwas Minutenlang auf dem Desktop zu suchen oder einfach, weil das Terminal schneller und einfacher ist, wenn man erst die Basic Kommandos kann. Und die einfachen Kommandos hat man bereits nach kurzer Zeit verinnerlicht. Zudem wird dir fast nur über Terminal geholfen.

Später stieg ich auf Debian um, da ich mich auf Debian freier fühlte. Debian bietet den großen Vorteil, dass du bei der Installation bereits mehrere verschiedene Desktops Umgebungen auswählen kannst. Beim starten kannst du dann auch auswählen welche du nutzen willst (bzw. es gibt eine Standard und wenn du ein andere willst musst du auf einen Button drücken). Dort lief dann alles, wie ich es wollte und ich konnte besser arbeiten..

Desktop Umgebung: Suche dir erstmal eine Desktop Umgebung aus welche dir gefällt. Google am besten nach denen und schaue dir mal an welche zu dir am besten passt. Die bekanntesten sind: Gnome, KDE, XFCE, LXDE, Enlightenment, Unity, MATE.

Ich denke, wenn du erst Linux nutzt, dann willst du automatisch mehr mit dem Terminal arbeiten. Einfach nur, weil es besser und einfacher ist.

Für den Anfang ist Ubuntu bestimmt nicht schlecht. Dort kannst du auch Nachträglich die meisten Desktops installieren. 

-ChrizZly

Kommentar von fantasmo ,

Ok ja wenn es einfach handhabbare Terminalsachen sind, ist das ganz ok.

Ok heißt dann "ubuntu" ohne Terminal und "Debian" dann mit.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Beides "mit Terminal". ;-)

Ubuntu ist aus Debian entstanden, bietet aber "aktuellere" Pakete (Debian ist sehr auf Stabilität aus, nicht so sehr darauf, die neuesten Features anzubieten) und Ubuntu ist sehr viel ... "kommerzieller". Debian ist sehr auf die Prinzipien "freier Software" ausgelegt.

Kommentar von ChrizZly2030 ,

Jain. Ubuntu versucht mMn zwangahaft dass Terminal zu ersetzen. 

Spätestens, wenn du Hilfe im Internet braucht wirst du das Terminal nutzen müssen.

Debian hat so Programme,wie das Software Center nicht und ist durch die Standartprogramme und Einstellungen von Anfang an freier für den Nutzer.

Natürlich kannst du mit ein bisschen arbeit dein Debian zu einer 1 zu 2 Kopie von Ubuntu machen. Aber kann man sich auch direkt Ubuntu holen und das will man als Debian nutzer nicht. (Es gab ja ein Grund wieso man Debian gewählt hat)

Also Jain, weil. Ubuntu versucht auf das Terminal zu verzichten. Ganz ohne Terminal geht es aber nicht.

Debian muss man im Terminal z.B. Programmupdates und neue Programme installieren (beides einzeiler). Natürlich kann man sich Software installieren, die das dann auch für einen macht..

Antwort
von SYSCrashTV, 52

Ich persönlich verwende neben Windows "Linux Mint". Es hat eine ähnliche Oberfläche mit Taskleiste wie bei Windows und auch sonst kannst du es dir nach belieben anpassen, wirst aber meiner Meinung nach auch nicht mit allen Einstellungen niedergeschlagen!

Antwort
von Linuxhase, 33

Hallo

Welches Linux als Windows-Ersatz?

Gar keines, GNU/Linux ist kein Ersatz sondern eine Alternative!

http://www.felix-schwarz.name/files/opensource/articles/Linux_ist_nicht_Windows/

Ich persönlich habe mit openSUSE mit dem KDE Desktop angefangen¹ und benutze es heute noch als Primärsystem. Daneben aber auch zahlreiche andere Distributionen wie Arch, Kubuntu, Mint, Puppy, AntiX uvm.

Linuxhase


¹ Ubuntu war bis dahin (glücklicherweise) noch gar nicht "geboren"

Antwort
von PHoel, 54

Ja, Open Office läuft unter Linux, oft ist schon Libre Office vorinstalliert, dann würde ich das nehmen, ist wie Open Office von der Bedienung nur nicht von Oracle, als Sun von Oracle übernommen wurde hat sich Libre Office aus Open Office entwickelt. Ich würde dir Linux Mint Cinnamon empfehlen, der GNOME-Dekstop ist ähnlich wie der von Windows.

Probiers doch einfach mal mit der Konsole (unter Linux "Terminal"), ist echt nicht schwer, erspart viel Arbeit, Anleitungen und Befehlsübersichten gibts genug im Internet!

Viel Spaß :)

Antwort
von GamerBro, 70

Auch wenn ich mich bei "Sachen über Konsole will ich aber trotzdem niemals machen müssen." den anderen Antworten anschließen muss, kann ich dir Ubuntu Vanilla oder mit Gnome empfehlen, dazu gibt es auch Tutorials, wie man das richtig installiert.

Antwort
von Royce, 75

"Sachen über Konsole" willst du niemals machen?
Dann bleib bei Windows

Kommentar von spaghetticode ,

Warum?

Antwort
von JustAnon, 79

Sachen über Konsole will ich aber trotzdem niemals machen müssen.

Dann solltest du lieber die Finger von Linux lassen, da Linux sehr viel mit der Konsole arbeitet. 

Kommentar von spaghetticode ,

Das ist Quatsch. Die Konsole vereinfacht vieles erheblich, aber mir fällt aus dem Stehgreif keine einzige Aufgabe für den "Hausgebrauch" ein, für die man die Konsole benutzen müsste, weil man sie grafisch nicht lösen kann.

Kommentar von JustAnon ,

Das Installieren von Java. 

Kommentar von spaghetticode ,

Liegt bei jeder gängigen Distribution in den Repositories und kann über die grafische Paketverwaltung installiert werden.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Spindelmotor der zweiten Festplatte abschalten.

sudo hdparm -y /dev/sdb

Ist das erste, was ich mache, wenn das System gebootet ist. (Eigentlich sollte ich es in ein "init-Skript" packen, aber seit "init" durch "systemd" ersetzt wurde, ist das ja ziemlich kompliziert.)

Das über die GUI? Keine Ahnung! ;-)

Ich bin mir sicher, ich finde weitere Dinge. Was über ne GUI compilieren, statt "gcc" in der Shell?

"shred", "git" über GUI?

Kommentar von spaghetticode ,

Was auch immer "Abschalten des Spindelmotors der zweiten Festplatte" ist, es ist keine Aufgabe für den "Hausgebrauch" und mit Sicherheit nichts, für das der Fragensteller sich interessiert.

Kompilieren geht grafisch mit jeder IDE, egal ob das "Codeblocks", "KDevelop", "Anjuta" oder "Pillemann Power IDE 3.28.4.12bd.r09" ist.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Was auch immer "Abschalten des Spindelmotors der zweiten Festplatte" ist, es ist keine Aufgabe für den "Hausgebrauch"

Nunja, ich habe in meinem Notebook zwei Laufwerke verbaut, eine SSD (wird als Systemlaufwerk genutzt) und dann noch eine HDD für "große Daten" (z. B. Filme, virtuelle Maschinen, etc.).

Die HDD wird eigentlich fast nie gebraucht (außer eben, es wird mal ne VM gebootet), also möchte ich den Spindelmotor (der die Scheiben dreht) abschalten, weil er Geräusche erzeugt und Energie verbraucht und ich brauche das Laufwerk ja zu 99 % der Zeit nicht.

Das meinte ich damit. In so eine Situation kann man durchaus schnell kommen.

Kompilieren geht grafisch mit jeder IDE, egal ob das "Codeblocks", "KDevelop", "Anjuta" oder "Pillemann Power IDE 3.28.4.12bd.r09" ist.

Nur, wenn der Code, den Du compilieren möchtest, auch als Projekt für diese IDE vorliegt. Der meiste Code, der so "im Netz herumschwirrt", kommt einfach als Sammlung von ".c" und ".h" Dateien und einer "Makefile". Da musst Du dann auf die Konsole und "make" aufrufen.

Kommentar von spaghetticode ,

Das sind meines Erachtens alles Aufgaben, die... oder anders: Wenn der Fragensteller an dem Punkt ist, an dem er sich mit solchen Dingen beschäftigt, hat er seine "Angst" vor der Konsole mit Sicherheit längst abgelegt.

Für die Ausgangssituation, die man bei einer solchen Frage wie oben meines Erachtens durchaus unterstellen kann, wird derjenige sehr lange ohne Konsole mit Linux glücklich werden können.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Da hast Du wohl Recht.

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