Frage von Isaak25, 40

welches langhaltende Verhältnis hat jemand der in sein Leben leidet zu einem mensch der frei ist und glücklich ist?

Antwort
von EinNarr, 7

Das lässt sich pauschal nicht beantworten.

Es gibt viele verschiedene Formen des Leids, Schwoaze griff dies bereits auf in seiner/ihrer Antwort. Weiterhin geht auch jeder mit seinem Leid anders um und die Prägung, die dieses hinterlässt, wandelt sich mit der Zeit. Die Prägung bezieht sich in dem Falle auf das Weltbild, die Stimmungen und der Umgang mit dem Leben und dem Leid.

Jedes Leid und jeder Leidende ist ein Unikat, was eine allumfassende Antwort per se ausschließt.

Zudem sei auch noch zu sagen, dass kein Mensch in seinem Leben nur Glück und Zufriedenheit erfahren wird. Jeder wird in seinem Leben unweigerlich auch einmal leiden - wie lang und in welcher Intensität dieses Leid in Erscheinung tritt, dass ist dann der Knackpunkt.

Worüber ich ein wenig stolpere ist das "frei ist" in deiner Frage. In welchem Sinne frei? Frei von Leid? Frei in seinem Handeln und in seinem Denken? Wie du Freiheit definierst wäre hier wichtig zu wissen aber da dies ein sehr komplexes Thema für sich ist, möchte ich das vorerst aussparen.

Nehmen wir jetzt, nach der Vorrede mal ein Beispiel. Es gibt jemanden, der in jeden seiner Beziehungen immer wieder scheiterte und Leid erfahren hat. Verlassen, ausgenutzt, betrogen, belogen und so weiter. Wie könnte dieser Mensch, der in diesem Spektrum nur Leid erfuhr über viele Jahre nun auf andere Menschen blicken, die womöglich mehr Glück hatten als er - zum Beispiel sieht er ein verliebtes Paar in der Bahn.

Er könnte Neid empfinden, gekoppelt mit Trauer und Wut weil er sich auch wünschen würde, diese Erfahrung machen zu können. Eine glückliche Beziehung.

Er könnte aber spöttisch, fast herablassend, auf sie Blicken mit dem Gedanken "Euch wird es in kurzer Zeit genauso gehen, ihr werdet euch betrügen und darauf verlassen - so ist es immer.". Das würde bedeutet, dass er seine Erfahrungen als Allgemeingültig hinstellt.

Er könnte wohlwollende Gedanken entwickeln und sich sogar darüber freuen, dann anderen dieses Glück zuteil wird. Sich für andere Freuen und vielleicht auch ein Funken Glück entdecken in dem Wissen, dass es diese schönen Momente durchaus gibt, auch wenn er sie nicht erlebt.

Es gibt noch viele andere Möglichkeiten der Reaktionen, die hier aufkommen könnten. Unzählige aber sie sind immer abhängig von dem Menschen dahinter und von seiner Historie - alles individuell.

Wenn man nun auf den Punkt kommt, dass du auf ein langes Verhältnis blicken möchtest, dann wird es sogar noch ein Tick schwerer weil das zwischenmenschliche Verhältnis relevant ist für die Reaktion. Bei einem Bekannten neigen manche vielleicht eher dazu neidisch oder missgünstig zu reagieren, bei einem geliebten Menschen (Familienmitglied, sehr guter Freund) fällt es hingegen wohl leichter sich auch zu mitzufreuen.

Kurzum - es gibt keine genaue Antwort. Jeden Fall muss man individuell betrachten und alle Facetten der Situation mit einbeziehen.

Liebe Grüße.

Antwort
von Schwoaze, 18

Welche Art von Leid? Gesundheitlich, wegen schlimmer Familienverhältnisse, finanziell,... wirkliches Leid oder nur gefangen in seiner Unzulänglichkeit, etwas zu verändern?

In letzterem Fall wird er bei einem freien, glücklichen Menschen höchstwahrscheinlich auf Unverständnis stoßen.

Ein enges Verhältnis kann ich mir aufgrund völlig unterschiedlicher Lebensarten- und -Anschauungen eigentlich nicht vorstellen.

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