Welches Kraftfutter und wieso?

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8 Antworten

Hallo, 

ich hoffe ich habe deine Frage richtig verstanden: Du hast gelesen, dass andere Pferdebesitzer Müsli und co. befürworten, andere sind dagegen und das bringt dich jetzt durcheinander? 

Eigentlich ist die Verdauung der Pferde auf Getreide gar nicht ausgelegt. Am besten wäre es natürlich, wenn das Pferd von Wiese und Heu leben kann. Als Kraftfutter füttert man, je nach Leistung, ungequetschten Hafer (ist am schonensten). Braucht allerdings nicht jedes Pferd. 

Müsli ist ungesund - viel zu viel Getreide, welches z.T unverträglich für Pferde ist. Zucker, Melasse etc. Nein, das ist nicht gesund. Natürlich schwören manche Pferdehalter darauf. Weil, sie auf den Hersteller und manche Tierärzte vertrauen, denen es eigentlich nur um Profit geht. 

Schau dir mal an, was Wildpferde fressen. Dann vergleiche das mit dem Inhalt von verschiedenem Fertigmüsli. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

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Kommentar von JolieBijou
19.06.2016, 00:29

Ja, wie gesagt, ich hab mich bisher wenig bis garnicht selbst damit beschäftigt und wollte nicht einfach blind drauf los füttern nur weil "es immer so gemacht wurde". Schließlich - dachte ich -  muss es ja einen Grund geben, dass die Leute sau teures Müsli kaufen wenn es ein Sack Hafer auch tut...

Aber gut, dann werde ich das wohl so beibehalten 

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Ich erzähl dir jetzt einfach mal was zu unseren Tieren.

Wir hatten einen Hund, der schon etwas schlauchig war. Ein Futter, das er nicht mochte, ließ er stehen. Egal, ob Trockenfutter oder Nassfutter. Natürlich haben wir dann ausprobiert und auch ein Futter gefunden, dass er gefressen hat. Aber sein Fell! Es sah so räudig aus, so trocken, kein Glanz, teils recht hell. Der Zufall wollte es, das eine Firma anrief, um Hundefutter zu verkaufen. Normalerweise hätte ich die abgewiesen. Aber was hatte ich zu verlieren? Proben gab es zwar keine, aber wenn der Hund es nicht frisst, hätte ich alles zurück schicken können. Also hab ich bestellt. Der Hund hat das Futter gerne gefressen. Und das Beste? Das Fell wurde langsam schön!

Katzen hatten wir schon mehrere. Die haben ohne Probleme sämtliches Katzenfutter gefressen. Dann bekamen wir unsere jetzigen Katzen. Du glaubst nicht, was wir mit denen durchgemacht haben. Zwei Katzen, zwei Katzenklos. Und jeden Tag musstest du sie sauber machen, denn sie waren dann voll. Und regelmäßig war Kotzerei und Durchfall angesagt. Natürlich landete beides in den seltensten Fällen im Katzenklo (eher nie). In der Zoofachhandlung kam ich mit einer Verkäuferin ins Gespräch. Die riet mir, das Futter auf höherwertiges Futter umzustellen. Also auf Futter mit sehr hohem Fleischanteil. Aber langsam und Schritt für Schritt den Fleischanteil erhöhen. Sie hatte gute Argumente (insbesondere die Nahrung der Wildkatzen und die  Bestandteile von normalem Katzenfutter). Was hatte ich zu verlieren? Also startete ich sofort die Umstellung. Das Ergebnis? Die Katzenklos müssen nicht mehr täglich gereinigt werden, erst nach 3 Tagen sind sie voll. Kotzerei - ist weg. Durchfall - nicht mehr aufgetreten. Fell - wunderbar glänzend. Und der Kater mauserte sich von Garfield zu einem normalen Kater. Bei dem war nämlich das Problem, dass er kein Ende kannte. Der hat gefressen, bis beide Näpfe leer waren (also auch von der Katze, die hat immer nur soviel gefressen bis sie satt war). Kater nicht. Notfalls auskotzen und weiter fressen. Daher musstest du echt aufpassen und das Futter rechtzeitig wegholen. Trotzdem wurde er dick und war sogar zu faul auf den großen (Zimmerhoch) Kratzbaum zu klettern. Er ist ein gemütlicher, verschmuster Kerl. Sie liebt spielen, kuscheln nur ab und zu. Heute kann das Trockenfutter den ganzen Tag zur freien Verfügung stehen bleiben. Mittlerweile ist auch Ausgang erlaubt. Und der Kater sogar scharf drauf. Und du glaubst nicht, wie schnell der den Kratzbaum hoch macht! Leider ist die Katze irgendwann nicht mehr zurück gekommen.

Aber an den Beispielen siehst du, wie wichtig richtiges Futter ist. Den einen scheint falsches Futter nicht viel auszumachen, den anderen aber schon. Und Wildpferde fressen nun mal hauptsächlich Heu (stehendes trockenes Gras ist doch nix anderes als Heu) und Gras. Dazu dann noch Kräuter und vielleicht ein paar Blätter und so. Aber hauptsächlich Heu und Gras. Bedenke, dass es mehrere tausend Sorten Gras gibt. Gras ist also nicht gleich Gras.

Es gibt gute Bücher, vielleicht liest du mal eins. Bei Beratern musst du aufpassen, dass sie nicht die Sorte sind, die nur auf ihr Portmonee (oder ihrer Firma) gucken. Dein Pferd ist der Mittelpunkt. Nach der Optik vom Pferd kannst du dann die Ration anpassen. Wenn du merkst, es wird zu dick, dann ist die Ration Kraftfutter zu hoch und/oder das Gras zu energiereich. Wirkt es schlapp ist die Ration zu niedrig oder aber deinem Pferd fehlen Inhaltsstoffe (falls es nicht krank ist).

Aus der Ferne zu beurteilen ist sehr schwer, deswegen würde ich dir raten, zur Sicherheit die Fütterung mit einem Experten durchzusprechen. Aber vorher mit einem guten Buch selbst ein wenig Grundwissen aneignen würde definitiv nicht schaden.

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Normal reicht einem Pferd gutes Heu und etwas Mineralfutter. Man kann etwas Hafer oder derzeit frischen Grünhafer dazu füttern und beim Fellwechsel etwas Bierhefe. Als Belohnung mal ein Stück Apfel, eine Möhre oder mal ein paar Fichten oder Obstgehölze. 

Mehr gibt's bei uns im Stall nicht, da das Müsli zwar für uns lecker aussieht, für Pferde ist das aber nix. Viel zu viel Zucker und Industrieabfälle, kein Pferd braucht Rübenpressschnitzel oder gar Mais. 

Ich persönlich gebe meinen (und den Pferden der Einstellern wenn gewünscht) oben genanntes. Wenig Auswahl mag man denken, dafür aber gibt's besonders das Heu, Stroh und grünhafer in bester Qualität, da ich denke es kommt der natürlichen Ernährung der Tiere am nächsten. 

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Oh ha. Sei froh, dass in deinem zukünftigen Stall du nun für das Kraftfuttter zuständig bist. Ich würde mich niemals auf SB verlassen, die schielen mir zu oft nur auf ihr Portemonnaie, Wobei ich zugebe, dass dein Pferd in deinem jetzigen Stall wohl gut gefüttert wird. Hafer und MIneralfutter ist besser als was in den meisten Ställen, wo der SB füttert, gegeben wird.

DA du noch ein halbes Jahr Zeit hast, kannst du dich ja inzwischen über richtige Fütterung informieren.

Was das Pferd zu fressen bekommt, hängt von vielen Faktoren ab. Alter und Rasse des Pferdes, der Art und Menge der Arbeit, Haltung und damit vom übrigen Futter. Müsli würde ich nicht füttern, denn das enthält oft zu viele Zusatzstoffe, die dem Pferd nicht gut tun, wohl aber der Herstellerfirma.

Bei einem gut arbeitenden Pferd würde ich Hafer füttern. Am besten frisch gequetschten Hafer. Da aber kaum ein Stall eine Haferpresse hat, wird das vermutlich nicht möglich sein. Gequetschter Hafer, der älter ist als 4 Tage, taugt nichts mehr.

Wenn das Pferd noch rel. jung ist und gesunde Zähne hat, kannst du auch ganzen Hafer füttern. Wieviel? Das hängt vom Pferd ab, vom übrigen Futter. Du kannst aber davon ausgehen, dass die meisten  Fütterungsempfehlungen zu hoch sind.

Ich selbst füttere nur nach Aussehen. Wirkt mein Pferd etwas zu dünn, ist es kalt und nass, bekommt es mehr, im Sommer weniger bis nichts an Kraftfutter. etc. Dazu ein gutes Mineralfutter, das keinesfalls überdosiert werden darf. In meinem Fall nehme ich   Magnolythe S 100 von Iwest.

Ich kann dir nur empfehlen, dich kundig zu machen. Es gibt diverse Bücher über die richtige Fütterung. Da du noch ein halbes Jahr Zeit hast, kannst du ja schon mal anfangen zu lesen.


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Wenn sie bisher Hafer bekommen hat, dann füttere doch weiter Hafer.

Ein gutes Mifu ist Iwest.

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Also meine hat anfangs müsli (ohne melasse etc!) Bekommen aber mittlerweile reicht das nicht mehr aus da sie mehr arbeitet bekommt sie jetzt gerste(weil sie zunehmen muss) und hafer damit sie etwas energie kriegt allerdings beides in rel. Geringer menge da sie tägl ca. 12 std auf die weide kommt und sonst heu frei zur verfügung hat. Die menge usw richtet sich immer nach alter, zustand, wieviel das pferd gearbeitet wird und vllt auch rasse. Meine vollblutstute muss immer etwas kraftfutter kriegen da sie sonst total kraftlos ist aber der tinker meiner freundin kriegt "nur" heu und gras, muss dafür aber auch weniger arbeiten als meine und ist jünger...

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Kommentar von JolieBijou
19.06.2016, 00:30

Was ist dann bei eurem Müsli drin? Bzw warum gebt ihr es zusätzlich noch? :)

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Kommentar von friesennarr
19.06.2016, 11:21

Von Gerste nimmt kein Pferd zu. Gerste funkt als Energielieferant gerade mal bis 500 g, danach geht es ganz schlimm auf die Nieren.


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Du weißt doch wie das Pferd die ganze Zeit gefüttert wurde.. warum willst du das in einem anderen Stall anders machen. Hafer ist immer noch das beste Futter. Wieso Müsli?

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Kommentar von JolieBijou
19.06.2016, 00:19

Ich muss gestehen, dass ich mich einfach nie mit der Kraftfuttermischung auseinander gesetzte habe, weil es mir quasi vom Stall abgenommen wurde.

Eigtl wollte ich auch beim Hafer bleiben, habe mich nur gefragt wieso dann so viele neuerdings auf getreidefreies Kraftfutter schwören. Jetzt möchte ich mich ganz einfach informieren, wenn ich eigenverantwortlich füttere

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Also, für mich ist das natürlichste Futter das Beste! Mein Pferd bekommt Grascobs und Heu, als Grundfutter und ist Kerngesund !!!

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