Pro Person nur eines und nur das beste, sowohl Argumente dafür als auch dagegen sind ausdrücklich erwünscht. Prinzipiell darf natürlich jeder, aber es wäre schön, wenn man zumindest wüsste, worum es geht, also mehr als nur den Begriff schonmal gehört hat.
Und ihr wisst ja, Diskussionen nicht erlaubt. ;)

pro - sozial
kontra - hemmt die leistungsbereitschaft einiger

Bisher gibt es im Raum Stuttgart über 8000 betroffene Personen, die Vollzeit arbeiten und staatliche Zuschüsse bekommen, weil sie von ihrem Lohn nicht leben können.
Das Anbieten von Vollzeitarbeit, von der man nicht leben kann, darf der Wirtschaft nicht gestattet sein! Die Konsequenz wäre Lohndumping ohne Grenzen und damit eine noch größere Spalte zwischen Arm und Reich.
Immer mehr sozial vom Staat abhängige Personen (und hiermit sind die vom Lohndumping betroffenen Arbeiter gemeint) belasten das Sozialsystem so sehr, dass es eines Tages nicht mehr tragbar wäre. Die Folge: Abschaffung der staatlichen Krankenversicherung und Verslumung der Sozialfälle.
Positiv wäre das sehr viel Verwaltungsaufwand wegfallen würde.

Bedingungsloses Grundeinkommen würde bedeuten, dass die, die arbeiten für die Faulenzer mitverdienen müssen, das ist nicht gerecht. Das gibt es zwar jetzt auch schon, aber es ist nicht legailisiert. Jeder sollte für seinen Lebensunterhalt etwas tun.
Ich bin für ein Grundeinkommen, das zum Leben reicht. Weg mit Sozialhilfe und Harz4. Zum einen würde die Konjuntur gestärkt. Denn jeder hätte sein Grundeinkommen. Zum anderen müssten die Löhne steigen, niemand müsste einen Job annehmen, der seine Existens nicht sichert. So könnten wir wieder zu einer sozialen Marktwirtschaft kommen, die nicht schlecht ist und unser Wirtschafstsysthem stärken würde. Auch ich würde dann gerne wieder arbeiten, auch wenn ich immer noch krank bin. L.G.
CrazyDaisy am 29. Januar 2009 23:10 Außerdem würden dann die unangenehmen Arbeiten besser bezahlt. Warum soll eine Putzfrau weniger verdienen als ein Manager?
Weil ihre Arbeit einfacher ist, weil sie praktisch keine Verantwortung trägt, weil sie keine Ausbildung braucht, zum Beispiel. Sach ich mal so. Habe in den Semesterferien bei einer Putzfirma geputzt, und gemanaged habe ich auch schon - ich rede also nicht aus einem Vorurteil heraus. Putzfrau zu sein ist vergleichsweise stressfrei, und man kann wunderbar nebenher nachdenken.
Eine Putzfrau würde trotzdem nicht das Gleiche verdienen wie ein Manager. Beide hätten das Gleiche Grundeinkommen + dem was sie bei ihrer Arbeit verdienen.
Das hast Du schön geschrieben. Genau das mein ich. L.G.
CrazyDaisy am 29. Januar 2009 23:18 Was ich meinte, war: Es müsste ja niemand mehr putzen gehen. Und deswegen müsste der Anreiz für einen ungeliebten Job höher sein. Und die Verantwortung, die Männer wie Zumwinkel tragen - naja, mir kommen die Tränen vor Rührung.
So hatte ich Dich schon verstanden, und das finde ich gut. Ich habe mich nur dafür ausgesprochen, dass die Managerarbeit (oder Arztarbeit, oder welche qualifizierte Arbeit auch immer) besser bezahlt sein sollte als eine einfache. Das Grundeinkommen hat damit nichts zu tun. ;-)
Natürlich soll jeder das Verdienen, was er Wert ist. Aber das ist z.Z. nicht der Fall. L.G.
0utlaw am 15. Februar 2009 18:02 Ich glaube CrazyDaisy meinte, dass wenn Putzfrau jetz zB 900 verdient, dann aber bekommts 1000 vom grundeinkommen, wieso sollte sie dann noch putzen gehn, hat ja bisher mit 900 überlebt (Beispiel). Es gäbe keine Putzfrauen mehr - außer es wär viel lukrativer...

Da in unserem Staat keiner verhungern darf, gibt es faktisch schon ein Grundeinkommen. Nur dass man sich heutzutage erniedrigen muss, bzw. gerissen sein muss, um es zu bekommen. Ein Grundeinkommen für alle ist einfacher und billiger als der riesige Verwaltungsaufwand für die Sozialhilfe. Außerdem werden die Arbeitgeber entlastet.
Ich könnte mir vorstellen, dass es durch den Wegfall an Verwaltungsaufwand mitsamt dessen Folgekosten (z.B. Beamtenrenten) unterm Strich finanziell gesehen kein schlechtes Geschäft für den Staat wäre. Außerdem finde ich die Idee human. Aber ich bin keine Ökonomin.

Ein Grundeinkommen klingt natürlich sehr sozial und human. Jedoch würde es die Leistungsbereitschaft vieler Menschen ausser Kraft setzen, die mit diesem Einkommen wohl zufrieden sind. Sie wären ja im Falle der Chef regt sich auf, abgesichert. Durch diese Mehrbelastung für den Chef, der ihnen nicht weniger, also angemessen geben darf, kann er im Gegenzug auch nicht die belohnen (mit mehr Geld), die mehr machen als die anderen, die sich weiterbilden, aktiv in der Firma mitmachen. So ein Gesetz setzt die ganze, auch die soziale Marktwirtschaft ausser Kraft. Die Ausnahme ist, man setzt das Grundeinkommen so niedrig, dass es eh die meisten Chefs von Anfang an bezahlen würden. Dann wäre es ebenfalls sinnlos. Im übrigen haben wir ja schon mit unseren Gesetzen ein fest garantiertes Grundeinkommen. Schliesslich bekommt man, egal ob vom Chef oder vom Staat, ein Einkommen pro Monat, egal ob man etwas tut oder nicht.
CrazyDaisy am 30. Januar 2009 12:35 Das stimmt ja nun mal nicht. Bezieht man Sozialhilfe, muss man nachweisen, dass man sich um Arbeit bemüht, darf keinen Besitz haben, muss an oft unsinnigen Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen, darf nicht mit jemandem zusammenleben, der über Einkommen verfügt etc. etc.
Es geht ja um ein bedingungsloses Grundeinkommen.
Und zu Deinen Argumenten weiter oben - man darf auch Beziehern eines bedingungslosen Grundeinkommens kündigen, im Gegenteil, man könnte sogar auf Kündigungsschutz verzichten, da ja die Grundsicherung immer vorhanden ist. Heutzutage wird ja in den Büros dermaßen Dienst nach Vorschrift geschoben ---> das schadet der Marktwirtschaft wirklich!
Elchico am 30. Januar 2009 13:23 Oh la la, man muss sogar etwas nachweisen dass man sich um Arbeit bemueht, um das gleiche Geld zu bekommen fuer das manch anderer 35 Stunden pro Woche arbeiten geht und sich vorher entsprechend qualifiziert hat. Das ist ja wirklich die Hoehe..... Mir ging es hier um das wirkliche Arbeiten, um die Realitaet, um das "sich dem Kampf auf dem freien Arbeitsmarkt stellen" und nicht um Kinderkacke wie "nachweisen, dass man sich um Arbeit bemueht". Man man, wenn das von manchen schon als Arbeit aufgefasst wird, dann gute Nacht Marie. So etwas mache ich nebenbei in der Pause oder in der UBahn. Naja, jeder nach seinen Koennen (Die Bezahlung uebrigens auch).
Der Grund fuer das funktionieren von allen Dingen im Universum sind und bleiben nun einmal Potentialunterschiede. Ob nun elektrisches, thermisches, Geschwindigkeit, Hoehen etc. Nur so funktioniert alles das was wir kennen, sehen, wissen, machen. Auch wir Menschen. Der finanzielle Unterschied zwischen den Menschen ist der Motor von allem, von der menschlichen Existenz. Das streben nach Unabhaengigkeit, also nach mehr Geld, treibt den Menschen vorwaerts, laesst ihh groessere Leistungen vollbringen, laesst ihn sich weiter ausbilden, studieren, Fortbildungen machen etc. Umso groesser der Potentialunterschied, um so groesser die Leistungsbereitschaft. Ein Grundeinkommen mindert dieses Potential, und zwar Krass. Das Ergebnis sieht man ja hier, wo es schon als Arbeit aufgefasst wird, sich zu bewerben. Bewerben ist fuer mich uebrigens ein Bewerbungsschreiben, das im grossen und ganzen immer das gleiche ist, dazu einen Lebenslauf, der sich auch nur ab und an veraendert. Diesen Druckt und versendet man (Oh, schon wieder eine andere Arbeit...) oder sendet ihn per Mail. Das ist so etwas wie Luft holen, verstehst du, sich bewerben hat nichts zu tun mit der Arbeit auf dem freien Arbeitsmarkt. So wie ein Schluessel nichts zu tun hat mit dem Haus das man damit aufschliesst.....
Im uebrigen wuerde ich gern ne Kiste Champagner darauf Wetten, das ist hier in Franzoesisch Guayana so ueblich, dass es keinen deutschen Gesetzestext gibt, der dir vorschreibt, mit wem du zusammen leben darfst oder musst oder auch nicht. Das wird immer deine Freiheit bleiben das zu waehlen. Das waere fuer eine freiheitliche Demokratie wie ihr sie in Deutschland fuehrt einfach laecherlich und absurd.
0utlaw am 15. Februar 2009 18:11 Interessant!
Ich bin dagegen, da dann alle Gehälter erhöht werden müssten, und das können wir uns nicht leisten!

Die Disskusionsrunde kann gerne real bei mir stattfinden, damit wäre mein Grundeinkommen schonmal gesichert ^^
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Was soll das sein 'ein bedingungsloses Grundeinkommen'? In welchem Land gibt es so etwas?
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CrazyDaisy am 29. Januar 2009 23:11 Google mal. Bei der Rente ist die Schweiz schon soweit, es gibt eine Grundrente für alle.
Es ist unsinnig zu glauben, dass mit einem Grundeinkommen gut gelebt werden kann. Dass dadurch Schmarotzer gezüchtet werden ist daher ein lächerliches Argument. Aber, es ist genug Geld für alle da, wenn es nur sinnvoll verteilt wird. Mehr verfügbares Einkommen bedeutet, dass mehr Geld in den Konsum fliesst. Das nützt uns allen über das dadurch bewirkte höhere Steueraufkommen.
Elchico am 15. Februar 2009 19:34 Zwei Fragen dazu: Soll das Grundeinkommen höher ausfallen als die schon jetzt sehr überhöhte Grundsicherung? Wenn ja, was ja zu vermuten ist, dann musst du dich nur umschauen und du siehst wie viele Schmarotzer es schon jetzt gibt. Meinst du wirklich die werden dann weniger?
Elchico am 15. Februar 2009 19:34 Zwei Fragen dazu: Soll das Grundeinkommen höher ausfallen als die schon jetzt sehr überhöhte Grundsicherung? Wenn ja, was ja zu vermuten ist, dann musst du dich nur umschauen und du siehst wie viele Schmarotzer es schon jetzt gibt. Meinst du wirklich die werden dann weniger?

1500 Euro für Erwachsene und 1000 Euro für Kinder? Die Finanzierung soll über eine erhöhte Mehrwertsteuer erfolgen.
Wir können dann bald alle zusammen singen den alten Schlager (denn mehr als Singen haben wir dann bald nicht mehr zu tun): "Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld, wer hat so viel Pinke Pinke, wer hat das bestellt."

Ich lass hier einen netten Film darüber sprechen:
Zu finden hier: http://www.kultkino.ch/mediaplayergrundeinkommen/index.html