Frage von PonySybille, 107

Welches Futter braucht mein Pferd?

Mein Pony ist eine 9 Jährige Welsh Pony Stute Sie steht seit einigen Monaten in einem Offenstall mit 24Stunden Heu bzw Silage Seit ein paar Wochen frisst sie nicht mehr viel von ihrem Kraftfutter (bekommt sie immer nach der Arbeit) einige sagen das Heu reicht wenn es 24 Stunden da liegt und sie fressen können allerdings ist sie etwas dünn vermutlich kommt sie weil sie noch sehr neu in der Herde ist nicht so oft an die Raufe und sie wird auch oft bewegt und ich Arbeite mit ihr Sie wird gesprungen aber auch viel Dressur aber sie ist auch haupsächlich Freizeit Pferd Ausritte und Bodenarbeit machen wir auch viel aber sie kriegt auch mal einen Tag frei Ich füttere im moment Müsli ich vermute sie mag es nicht besonders in der Nähe habe ich aber kein anderes passendes gefunden und würde jetzt gerne bestellen Kräuter Müsli frisst sie aber möchte ich nicht dauerhaft füttern weil es ja dann an wirkung verliert Mash liebt sie finde ich aber täglich auch nicht gut Bekommt sie immoment aber weil ich nicht will das sie mir vom Fleisch fällt Vitamine sind mir wichtig aber sie bekommt auch Möhren Äpfel Bananen etc.. Habt ihr eine Idee oder ein leckeres Müsli was ihr empfehlt?

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde, 39

Es ist davon auszugehen, dass Dein Pferd nicht dünn ist, also mehr Futter braucht, sondern unbemuskelt ist, also mehr Muskeln braucht.

Warum ich darauf komme, ohne das Pferd zu sehen?

Weil es üblich ist, dass die Pferde bei Stallwechsel ummuskeln. Bis die alten Muskeln ab- und die neuen aufgebaut sind, dauert es schon eine gute Zeit ... meist rechnet man ein Jahr, bis ein Pferd wieder gut da steht.

Weil sie Silage und Müsli bekommt sowie Obst ... dies alles belastet den Verdauungstrakt dahingegend, dass die Zahl Darmbakterien, die Zink verstoffwechseln könnten, schwindet und Zinkmangel ist weiter verbreitet als man denkt. Ich weiß von einer Laborärztin und einer Fütterungsexpertin, dass man das im Blutbild längst nicht so nachweisen kann, wie man früher dachte (und wie es der Tierarzt kennt, der sich nicht mit Spezialwissen auf dem Gebiet befasst hat). Blut wird bevorzugt bedient, also Zink, das im Körper ist, füllt immer erst den Zinkspiegel im Blut auf und nur wenn dieser richtig gut voll ist, werden die Muskel- und Hautzellen versorgt, denn eine schlechte Bemuskelung oder eine anfällige Haut sind nicht so gefährlich für das Gesamtsystem Pferd wie zinkloses Blut. Viele Pferde, die nicht über das Mineralfutter oder ein Zinkpräparat oder z.B. Sonnenblumenkerne Zink bekommen, haben aktuell noch die Hautsymptomatik aus dem Herbst-Fellwechsel und der Frühjahrsfellwechsel hat schon wieder eingesetzt. Fellwechsel zehrt hier ordentlich.

Vergiss die Vitamine im Obst ... das ist Unsinn im Fall des Pferdes. Äpfel sind viel zu sauer, Bananen und Karotten haben ordentlich Zucker ... all das belastet weit mehr als die Kleinigkeit, die es vielleicht bringen würde. Meinen Pferden geht es deutlich besser, seit sie sowas nicht mehr bekommen. Gut, wenn ich Karotten aus der Küche übrig habe, bringe ich ihnen mal eine mit und selten, sehr selten dürfen sie mal eine Banane haben, für die sie morden würden, aber es gibt maximal 2 Bananen im Jahr je Pferd, eher eine und vielleicht 4 bis 5 Karotten im Jahr je Pferd. Äpfel mag meiner nicht, der weiß schon warum.

Mir liegt die Silage im Magen, wenn ich Dir nun raten soll, was Du Deinem Pferd geben sollst. Silage und Heulage kann verstoffwechselt werden, neue Studienergebnisse sehen das lang nicht so drastisch wie Christina Fritz, die das komplett ablehnt, ABER: Es gibt für jedes Pferd das richtige Raufutter und Heulage und Silage sind eher ein Raufutter für Rennpferde während der Saison, nicht für Rennpferde im Winterhalbjahr und nicht für Freizeitpferde oder Dressurpferde, die einfach nicht den Grundumsatz für diese Bomben haben. Denn durch den höheren Grundumsatz und die Auswirkung der hohen Leistung auf den Stoffwechsel (es findet auch ein komplett anderer Muskelstoffwechsel statt) setzen die Pferde, die hohe sportliche Leistung erbringen, das um, wovor Frau Fritz warnt. Für ein Freizeitpferd ist eher das eigentlich karge Stroh das Raufutter der Wahl, wobei das als alleiniges Raufutter insofern nicht geeignet ist, weil es dann zu Verstopfungen führen könnte. Das heißt, Dein Pferd ist, wenn's dumm geht, regelmäßig "überfressen". Als würde ein Mensch als Regelmahlzeit mehrere Burger und eine Sahnetorte futtern.

Ob es Kraftfutter braucht, merkt man einem Pferd an. Wenn es kraftlos wirkt, obwohl kein "Zuckerfutter" oder ähnliches im Spiel ist und es ansonsten gesund ist, kann ein bisschen Kraftfutter nicht schaden. Dann aber Hafer im ganzen Korn, weil sie dadurch, dass die das Korn öffnen müssen, ordentlich einspeicheln. Der viele Speichel, der dann mit in den Magen kommt (man sagt, 7 bis 9 Liter je Liter Hafer), puffert die Magensäure. Kraftfutter kommt eh zu sauer vom Magen in den Darm und hier hilft der Speichel, dass das nicht gar so schlimm ist. Die Spelzen vom Hafer werden einfach wieder ausgeschieden, genau wie nicht aufgebissene Körner, das schadet nicht, das reinigt eher. Angenehmer Nebeneffekt: Der Pferdezahnarzt muss nur alle 3 bis 5 Jahre Haken abschleifen, weil die Pferde so viel kauen, dass sich die gar nicht erst bilden.

Ein Mineralfutter würde ich in der deutschen Kulturlandschaft immer empfehlen. Die Böden sind nicht das, was sie vor vielen, vielen Jahren noch waren, Evolution ist aber kein Prozess, der so schnell mit kommt, wie sich hier die Verhältnisse ändern. Entsprechend helfen wir unseren Pferden mit Mineralfutter. Dabei ist drauf zu achten, dass die Stoffe in organischen Verbindungen vorliegen (sonst kann man das Mineralfutter, das ja nicht billig ist, auch am Pferd vorbei werfen, es kann sich aus anorganischen Verbindungen nicht gut genug die Stoffe ziehen). Und was grade bei einem Pferd, das wieder aufmuskeln soll, aber auch bei jedem anderen Pferd wichtig ist: Ein Ca-P-Verhältnis von etwa 2:1 gilt nach aktuellem Stand der Wissenschaft als ideal, 3:1 sollte möglichst nicht überschritten werden.

Heu sollte die Basis jeder Pferdefütterung sein.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 32

Bei Pferden wo man nicht weis, woher es kommt, macht man das alles erst mal über den TA.

Kotprobe auf Würmer, Blutuntersuchung auf Stoffwechsel und evtl. Mängel, Zähne wegen Zahnproblemen

Wenn da alles nix ist, dann kann man ans Futter ran.

Müsli ist nix für Pferde, normale Müsli haben in der Regel einen hohen Zuckeranteil und Getreidesorten die fürs Pferd nicht geeignet sind.
Kräutermüslis verfüttert man schon zwei mal nicht. Man schüttet nie unreflektiert irgendwelche Kräuter ins Pferd.

Kräuter müssen gezielt gegeben werden, je nach Beschwerdebild oder Krankheit.

Mash ist für Kranke Pferde, für Pferde die gerade eine Kolik oder eine Operation überstanden haben zum wieder anfüttern des Magen Darmtraktes - es ist kein Dauerfutter und daher sinnlos.

Sinnvoll ist Heu und zwar nur Heu, keine Silage (die ist fürs Pferd absolut nicht geeignet - es sei den dein Pferd ist Hochleistungssportler) Für Mineraliern und Vitamine gibt es Iwest Produkte und für Kraft gibt es Hafer.

Auffütterung bei Krankheiten, die du erst mal noch beheben mußt, meldest du dich nochmal bei mir.

Antwort
von JaneDoe18, 47

Lass das Müsli sein. In den meisten Müslis ist nur Müll und Zucker. In den meisten Fällen reicht einem Pferd dauerhafter Zugang zum Heu und ein, den Ansprüchen entsprechendes, Mineralfutter. Wenn du deinem Pferd unbedingt etwas zufüttern willst, weil du meinst es wäre notwendig, dann füttere ganzem Hafer. Wenn das Pferd von der Gruppe nicht ans Heu gelassen wird, muss die Möglichkeit von verschiedenen Fressstellen gegeben werden, so dass jedem Pferd der Zugang möglich ist.

Antwort
von RuedigerXY, 34

Ich würde Die empfehlen erst einmal die Zähne untersuchen zu lassen. Häufig ist das der Grund für schlechtes Fressverhalten. Kannst eine Tierarzt holen, der dann auch sofort die Zähne behandeln kann oder erst einmal selbst nachsehen bzw. fühlen. Aber nicht vergessen, die Zunge seitlich rauszunehmen und festzuhalten, bevor du die Backenzähne untersuchst. Könnte sonst sehr schmerzhaft werden.

Kommentar von ReterFan ,

Lieber nicht selber dran rumwerkeln. Die Zunge ist Shell empfindlich und man muss da ziemlich geschickt rangehen. Lass das lieber deinen Pferdezahnarzt mal machen.

Antwort
von DCKLFMBL, 25

Der TA sollte sich mal die Zähne Angucken😉

Kommentar von Baroque ,

Schreib doch "Pferdezahnarzt" ... denn die nicht spezialisierten Tierärzte machen schon auch Zähne ... oftmals wäre es aber besser, ein Spezialist würde es machen.

Kommentar von DCKLFMBL ,

Ja stimmt :-)

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