Frage von Haapy, 46

Welches Fotoequipment würdet ihr mir empfehlen?

Hallo zusammen. :)

Da ich demnächst mal wieder über ein Finanzpolster verfügen werde und meine Fotoausrüstung erweitern wollte bin ich nun am überlegen was dafür am geeignetsten wäre.

Ich mach das ganze seit ca. 1,5 Jahren nebenberuflich im Bereich Peoplefotografie (Portrait / Hochzeit). Im Jahr habe ich ca. 3 Hochzeiten, 5-6 andere Payshootings, und regelmäßige freie Shootings.

Mein Equipment besteht momentan aus: -Canon 6D, -Canon 650D, -Canon 50mm 1,8, -Tamron 24-70mm 2,8, - Sigma 70-200mm 2,8

Momentan hätte ich folgendes Equipment im Auge: -Canon 5DMKIII -Canon 85mm 1,2 -Canon 50mm 1,2 -Sigma 50mm 1,4

Was würdet ihr mir als Erweiterung meines Equipments empfehlen, auch ggf. unabhängig von meinen Vorstellungen?

Antwort
von Skinman, 26

1) Der Begriff "shooting" hat sich im deutschen Sprachgebrauch dank Heidi Klum und GNTM grundfalsch eingebürgert, ebenso wie "Handy" und weiß Gott was noch alles. Nun verbuche ich so was normalerweise unter "lebendiger Sprachentwicklung" und versuche erst gar nicht, den Leuten vorzuschreiben, wie sie sich "richtig" auszudrücken haben.

Andererseits bedeutet das Wort im Englischen "Amoklauf". Weißt schon, so wo durchgedrehte Idioten in den USA an ihrer Highschool oder Uni umher ziehen und mit ihren völlig legalen automatischen Schusswaffen alles niedermetzeln, was sich bewegt. Kommt dort ja so ziemlich jede Woche vor.

Also zumindest im Kontakt mit englischsprachigen Menschen dringend besser von einem "shoot" sprechen und nicht von einem "shooting".

2) Die Zukunft gehört den Spiegellosen, auch wenn es da derzeit noch kein wirklich perfektes Gehäuse gibt, weil alle irgendwelche Kinderkrankheiten haben. Die Möglichkeiten eines elektronischen Suchers wird die Spiegelreflextechnik aber schlichtweg nicht mehr aufholen können.

Man kann Canon EF-Objektive mit dem Metabones Adapter an Sony-Gehäuse wie die A7 II adaptieren und bei nicht allzu langen Brennweiten wie hier funktioniert das auch vielfach einigermaßen. Allerdings kommt die AF-Geschwindigkeit nicht mit dem Original mit und wird mit zunehmender Brennweite immer ätzender. Und die manuelle Fokussierung ist in vielerlei Hinsicht nicht so dolle, wie ich mir das vorgestellt hatte. Und man muss sich intensiv in die (zum Glück immerhin vorhandenen, sehr weitreichenden) Konfigurationsmöglichkeiten vertiefen, um dem Gehäuse eine menschenwürdige Bedienung zu entlocken. Bei Sony in der Entwicklung gibt es ganz offensichtlich bislang keinen einzigen echten Fotografen. Zum Ausgleich gibt es da durchaus einige Programmierer, die per Firmware-Update stellenweise sehr zeitnah Verbesserungen implementieren, auf die man bei Canon und Nikon bisher ein Leben lang vergeblich wartet.

Vor diesem Hintergrund vielleicht mal noch ein halbes Jahr warten, was sich da einerseits bei Sony und andererseits bei Canon tut. Im Grunde ist mindestens Canon gezwungen, sehr bald seine Politik drastisch zu überdenken und eine erschwingliche Spiegellose mit Vollformat-Sensor zu bringen. Und der würde ich vermutlich den Vorzug vor allem geben, was von Sony in den nächsten 12 Monaten zu erwarten ist - stabilisierter Bildsensor hin oder her. Der funktioniert im Vollformat eh nicht so überragend wie bei Olympus MFT, von wo Sony die Technik grundlegend übernommen hat.

Zieh dir mal diesen Blogger hier zum Beispiel:

http://blog.mingthein.com/2015/05/21/review-olympus-e-m5-mark-ii/

Kommentar von migebuff ,

Die Zukunft gehört den Spiegellosen

Vielleicht. Desshalb taucht auch bei jeder Dslr-Frage mindestens einer auf, der die Leute zu Sony bekehren will. Für seine Portraits kann er die 6D noch die nächsten zehn Jahre nutzen. Was soll ein Nachfolger oder eine Spiegellose anders machen?

Kommentar von Skinman ,

Zum Beispiel das vollständige Bild im Sucher darstellen und nicht nur 90 oder 95 Prozent.

Oder bei praktisch allen Lichtverhältnissen ein helles Sucherbild zeigen. Allein dank dieser Eigenschaft arbeitet es sich selbst mit Arbeitsblende direkt angenehm und man kann also ohne Weiteres uralte manuell Objektive verwenden, die sich mindestens viel angenehmer manuell scharf stellen lassen und stellenweise eine Leistung bieten, die man im AF-Bereich gar nicht erst bekommt. Wenn ich mal irgendwann "das" legendäre Minolta Rokkor 28/2.0 in die Finger kriege... und dank des stabilisierten Sensors werden auch die natürlich zu "IS"-Objektiven.

Oder auch überhaupt ein Sucherbild in einer menschenwürdigen Größe zeigen, anders als die ganzen APS-Spiegelreflexen mit ihren klaustrophobischen Kucklöchern. Und das Ganze ohne die Nachteile, die mit einem herkömmlichen Vollformat-Reflexsucher einher gehen.

https://luminous-landscape.com/understanding-viewfinders/

Oder die Wahl zwischen einem Gitternetz, verschiedenen Schärfe-Indikatoren und einem "künstlichen Horizont" bieten. Einfach so auf Knopfdruck, ohne eine Wechselmattscheibe reinfummeln zu müssen, eine Möglichkeit, die ja eh nur noch im Ausnahmefall besteht. Bei der 5D MkIII haben sie das ja auch schon wegrationalisiert.

Der Sucher wird seit Jahrzehnten von einer krankhaft auf kurzfristige Gewinne fixierten Industrie kaputtgespart und ist doch mit das wichtigste Bauteil der ganzen Kamera.

Antwort
von migebuff, 20

Da stellt sich die Frage, ob du die Vorteile der 5DIII wirklich nutzen wirst. Bei Sportfotografie wäre die Sache klar, aber brauchst du wirklich zwingend die ~60 Kreuzsensoren samt AF-System und die höhere Serienbildrate für Portraits?

Das 85mm 1.2 würde dir sicher mehr fürs Geld bringen.

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