Frage von wiemeinst, 111

welcher notenschlüssel ist das?

Hey, Ich seit diesem jahr musik und kenne mich mit akkorden nicht so gut aus. mache das immer nach gehör und befolge ein paar regeln aus tutorials, gehe aber wie gesagt mehr nach gefühl. Ich habe jetzt eine melodie erstellt aus folgenden noten:

C, D, D#, E, G, A und H

danach zu googlen ist nicht. Weiß jemand genaueres? ich möchte mir nämlich vocals holen und brauche dafür scheinbar die tonart.

Expertenantwort
von WebThoWeb, Community-Experte für Musik, 35

Also, wenn du dir die Melodie einfach so ausgedacht hast, ohne eine bestimmte Dur- oder Moll-Tonart dabei im Hinterkopf zu haben, dann kannst du natürlich auch nicht die normalen Akkordprinzipien anwenden, die für Dur- und Moll-Tonarten gelten.

(Wenn du dir völlig neue Wörter ausdenkst, kannst du ja auch nicht fragen, ob das Enlisch, Französisch, etc ist.)

Es gibt aber eine Lösung für das Problem.

So kreierst du deine eigene Tonleiter:

Als Komponist würde ich erstmal die Tonnamen, die du verwendet hast, in eine Form bringen, mit der sich in den Noten besser arbeiten lässt:

Deine Skala hat zweimal die Stammnote D und dafür überhaupt nicht die Stammnote F. Das lasst sich (bei gleichem Klang!) so verändern:

Das Dis schreibst du als Es hin, das E als Fes, also:

c d es fes g a h.

Voila, in Noten hast du jetzt eine Tonleiter in Sekundschritten (also immer abwechselnd eine Note auf der Linie und eine im Zwischenraum)

Jetzt kannst du 7 Dreiklänge aus Terzen bilden:

c  es  g

d  fes  a

es  g  h

fes  a  c

g  h  d

a  c  es

h  d  fes

Interessant dabei ist, dass einige deiner so neu gebildeten Akkorde zufällig nach ganz normalen Dur- und Mollakkorden klingen:

c es g  = C-Moll

fes a c    klanggleich mit    A-Moll

g h d = G-Dur

Außerdem fällt auf, dass in diesen 3 Akkorden bereits alle Töne deiner Skala enthalten sind. Das bedeutet, du kommst wahrscheinlich mit diesen drei Akkorden aus!

Also ich möchte noch sagen, dass ich jetzt selbst etwas überrascht bin. Durch die Erforschung dieser Töne kommt heraus, dass du anscheinend eine neue Skala gefunden hast, die funktioniert.

Ich liebe es, wenn etwas funktioniert.

Also viel Spaß beim Ausprobieren.





Kommentar von Tokij ,

Da guckt man mal eine Weile nicht nach neuen Fragen in der Musiktheorie (kommen ja eh keine...) und dann sowas...

Das sieht für mich wie die Flamenco-Skala (HM7#9) aus, nur dass sie auf der 9 statt dem üblichen Grundton beginnt und die Quinte ausspart (Da es eine Dominantskala ist, ist es ja fast üblich, die Quinte einfach wegzulassen; Wenn wir von der Akkord/Skalentheorie ausgehen). Ich denke, dass sie als Anfängerin einfach mal bei C angefangen hat zu zählen und dass C nicht zwangsläufig das tonale Zentrum ist (Aber auch dann würde die Skala einfach anders heißen und ist nicht zwangsläufig neu).

HM7#9 ist eine oktatonische Skala. Also funktioniert das mit den Tonschritten nicht mehr so einwandfrei. Der Einfachkeit halber würde ich die Töne daher h, c, d, dis, e, fis, g, a und h nennen. Wenn man die Töne aber unbedingt wie in deinem Beispiel in Tonschritten erniedrigen möchte, ergäbe sich folgendes Problem: h, c, d, es, fes, ges, asas, heses und ... h bzw ces.

Wenn man bei meiner Benennung bleibt, dann versteht man auch warum so viele hier E-Moll geschrieben haben. Der einzig fremde Ton ist das Dis.

Deshalb wage ich mal die Vermutung, dass der Fragesteller sich auch wirklich innerhalb E-Molls bzw. G-Durs bewegt und hier und da einfach nur einen Leitton hinzufügt.

Das wäre jedenfalls die einfachste Erklärung. Man muss es ja nicht immer verkomplizieren. ;)

Und als ob ein Anfänger jetzt anfängt, modal in HM7#9 zu komponieren... xD

Antwort
von sozialtusi, 62

Auf welchem Ton endet Deine Melodie denn?

Kommentar von wiemeinst ,

auf H

Kommentar von sozialtusi ,

Wenn du ganz "herkömmlich und gerade" komponiert hast, hättest Du dann möglicherweise H- Dur und kommst mit H, Fis und E als Grundakkorden hin.

Antwort
von Agiltohr, 42

Ich vermute mal du meinst Tonart (auf Englisch "key") und nicht Notenschlüssel. Könntest du die ganze Melodie aufschreiben, also die ganze Notenfole inklusive sich wiederholender Noten? Das sieht im Moment nach E-Moll aus, könnte aber auch etwas anderes sein. Mit der ganzen Melodie kann ich es, denke ich, sicher bestimmen.

Kommentar von PurpurSound ,

was für ein e-moll denn??

da ist der ansatz mit der fes-schreibung wegen der stammtonbesetzung des "f" schon deutlich sinnreicher. hier besteht allerdings das tonale problem dass nach dem ü2-sprung keine k2 folgt. eine ü2 zielt gewöhnlich einen strebe- oder leitton an.

im übrigen sind alle sich ergebenden akkorde mit dem "fes" nur auf dem papier terzschichtungen...

klar kann man mit allen möglichen tonauswahlen irgendwie musik machen, nur geht diese hier -wie bereits erwähnt- aus dem rahmen des dur/moll-systems heraus.

ohne die lokalisierung irgendeines grund- oder zentraltons kann man eh nichts konkretes zu der tonauswahl sagen...

Lg Max

Kommentar von Agiltohr ,

Ich hätte gesagt natürliche E-Moll mit einmal Dur-Dominante (z. b. Akkorde: E-Moll, D-Dur, C-Dur, H-Dur). Sorry, aber ich komme gar nicht mit, was du mit der fes-schreibung meinst. Aber da er wenig von Musiktheorie versteht denke ich, dass man auch ohne Grundton und nur mit Hilfe der Melodietöne die Tonart bestimmen kann. Durch Ausprobieren bleibt man eigentlich immer in einer Tonart. Modulieren erfordert mehr theoretisches Wissen.

Kommentar von PurpurSound ,

Na ohne mehr wissen und erfahrung helfen dem fragesteller die ganzen fachdiskussionen hier eh wenig.

Eine auflistung der melodietöne ohne angabe eines grundtons gibt gar nichts her (s. Modi). Aus dem melodieverlauf selbst ergeben sich aber durchaus grundton-indizien.daher wäre die melodie schon hilfreich...

Kommentar von Agiltohr ,

Bis zu einem bestimmten Punkt geht es, denke ich, schon, da ich annehme, dass der Fragesteller übliche Tonleitern im Ohr. Da passt E-Moll aus meiner Sicht am besten. Aber wie du gesagt hast, wirklich gut bestimmen kann man es nicht.

Antwort
von PurpurSound, 7

Nun hast du den salat, da hast du was angestellt. Hoffe du bist nun schlauer geworden :-)

Jedenfalls schön zu sehen dass auch solch heikle fragen zu angeregter diskussion anregen und zu phantasievollen skaleninterpretationen initiieren...

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