Frage von brubando, 117

Welcher Informatik-Studiengang ist am besten?

Ich würde sehr gerne Informatiker werden, jedoch kann ich mich einfach für kein Studium entscheiden, es gibt einfach zu viele und ich habe Angst, dass ich mit manchen Studiengängen keinen Job finden werde. Am liebsten würde ich Programmierer in der Elektrotechnik oder Fahrzeugtechnik werden oder mich um die IT-Sicherheit der Unternehmen kümmern. Welche Studiengänge wären am besten und wo ist die Jobchance hoch? Hat jmd von euch vllcht schon Erfahrungen gemacht oder stand auch schon vor der Entscheidung? Vielen Dank für eure Antworten ;-)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von NoHumanBeing, 59

Es gibt Studiengänge, die einfach nur "Informatik" heißen. Die sind dann recht "breit" angelegt. Ich würde empfehlen, einen solchen zu studieren, weil Du damit am flexibelsten bist. Im Laufe des Studiums kannst Du dann in der Regel über die Auswahl der Veranstaltungen, die Du belegst, Deinem Studium eine bestimmte "Richtung" geben, indem Du bestimmte Aspekte vertiefst.

Bei mir war die "Richtung" sowohl im Bachelor, als auch im Master ganz klar auch IT-Sicherheit, weil ich einfach haufenweise Veranstaltungen belegt habe, die in diese Richtung gehen. Die Studiengangsbezeichnung war aber einfach nur "Informatik", zumindest für mein Hauptfach. Ich habe dann später noch angefangen, Physik im Nebenfach zu studieren. Das war kein "Zweitstudium" oder ähnliches, sondern wir mussten laut Prüfungsordnung ein Nebenfach studieren. Meines Erachtens ist das gerade in der Informatik sehr sinnvoll, weil die Informatik ja selten "für sich selbst" arbeitet (von Dingen wie Übersetzerbau mal abgesehen), sondern vielmehr Systeme entwickelt, die Prozesse aus anderen Bereichen unterstützt, überwacht oder simuliert. Das führt dazu, dass Du als Informatiker nicht nur Wissen aus dem Bereich der Informatik benötigst, sondern auch Domänenwissen über das Problem, das Dein System lösen soll.

Wenn ich zum Beispiel eine Schaltungssimulation entwickeln soll, dann werde ich dazu nicht nur Kenntnisse im Bereich der Informatik, sondern auch im Bereich der Elektrotechnik benötigen. Wenn ich hingegen eine Buchhaltungssoftware entwickeln soll, dann werde ich Kenntnisse im Bereich der Betriebswirtschaftslehre benötigen. Das Studium eines Nebenfachs bietet Dir die Gelegenheit, Dir solches Wissen, das abseits Deines eigentlichen Kerngebiets liegt, anzueignen.

Sich sofort auf eine bestimmte "Schiene" festzulegen, ist meines Erachtens nicht sinnvoll. Im Studium geht es nicht nur darum, spezifisches Fachwissen zu erlernen, denn das ist insbesondere im Bereich der Informatik oft schnelllebig. Im Studium geht es insbesondere auch darum, sich eine vollkommen anderen Herangehensweise an Probleme, die so genannte "wissenschaftliche Arbeitsweise", anzueignen, mit der man auch neue, unbekannte Probleme systematisch angehen kann. Gerade als Informatiker sollte man "Generalist" sein und eine gewisse Flexibilität besitzen, eben weil die Informatik im Grunde überall Anwendungen hat. In eine spezielle Anwendungsdomäne kannst Du Dich später immer noch einarbeiten. Du solltest auch nicht davon ausgehen, in einer bestimmten Domäne zu bleiben. Es kann durchaus passieren, dass Du die Domäne wechselst, wenn später ein anderer Bereich "hochkommt" und Du dort plötzlich mehr verdienen kannst oder weil es einfach neue Impulse oder Trends gibt, die Dich einfach stärker interessieren, als das, was Du bisher gemacht hast.

Was Du sonst noch machen könntest, wäre, Dich zu informieren, welche Inhalte und Schwerpunkte im Informatikstudium an verschiedenen Hochschulen vermittelt werden. Da gibt es durchaus ziemlich starke Unterschiede. Ich habe mein Masterstudium nicht an der selben Uni aufgenommen, an der ich meinen Bachelor erworben hatte und habe gemerkt, dass dieser Hochschulwechsel beinahe einer kompletten fachlichen Umorientierung gleich kam. Ich hatte für einen Großteil des Wissens, das ich mir während meines Bachelorstudiums angeeignet hatte, plötzlich keine wirkliche Verwendung mehr (zumindest nicht unmittelbar innerhalb meines Masterstudiums - ansonsten ist dieses Wissen natürlich durchaus nützlich) und musste dafür unzählige andere Dinge, die plötzlich vorausgesetzt wurden, mir aber nie vermittelt wurden, "nachlernen". Diese Unterschiede waren so gravierend, dass ich den Eindruck hatte, im Grunde überhaupt nicht mehr die selbe Fachrichtung zu studieren. Das bedeutet, dass man nur aus der Bezeichnung eines Studiengangs noch nicht wirklich auf die Inhalte schließen kann. An den Hochschulen gibt es ja auch die "Freiheit der Lehre". So kann beispielsweise der Dozent, der die Programmier-Veranstaltungen abhält, die Sprache, in der entwickelt wird, in der Regel selbst auswählen. Auch sonst sind die Dozenten meist sehr frei in der Gestaltung ihrer Lehrveranstaltungen, anders als in der Schule, wo das Kultusministerium bestimmte Inhalte durch die Lehrpläne vorgibt.

Kommentar von brubando ,

DANKE  ;-)

Kommentar von NoHumanBeing ,

Keine Ursache! :-)

Kommentar von NoHumanBeing ,

Danke für den Stern! ;-)

Antwort
von Borgler94, 64

ich würd dir, wenn du noch nicht genau weißt was du machen möchtest, empfehlen, dass du zuerst einmal den Informatik Bachelor machst.
Im Masterstudium kannst du dich dann spezialisieren, im Bachelor bekommst du einen guten Überblick.

Antwort
von xaxa1202, 67

Wie mein Vorredner schon sagte, du hast generell gute Chancen.

Wenn du mit Fahrzeugen zu tun haben möchtest bietet sich ein Ingenieursinformatiker an, wenn du mit IT Sicherheit zu tun haben möchtest, dann ein Securityinformatiker.

Ich weiß, dass es in meiner Uni spezialisierungen während des nornalen Studiums gibt, sodass du dann für das gewünschte Themengebiet eine Auszeichnung bekommst. (Gamedevelopment oder Security z.B.)

p.s. Wirtschaftsinformatiker braucht keine sau, genausowenig wie Wirtschaftler. Das studiert man, wenn man nicht weiß, was man will.

Kommentar von David3103 ,

Wirtschaftsinformatiker werden stark gesucht und gebraucht. 

Vor allem in der Projektleitung, dem Prozessmanagement und dem Qualitätsmanagement sind Wirtschaftsinformatiker gefragt. Meines Wissens nach sind das alles Berufe, die du mit einem "normalem" Informatik Studium nicht wahr nehmen kannst, da dir das Fachwissen fehlt.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Meines Wissens nach sind das alles Berufe, die du mit einem "normalem" Informatik Studium nicht wahr nehmen kannst, da dir das Fachwissen fehlt.

Weiß nicht, woher Du das hast.

Selbstverständlich kann ein "normaler" Informatiker auch Projektleiter werden oder in der QA tätig sein.

Genauso sind beispielsweise auch Elektroingenieure (ohne "BWL-Kenntnisse") in der QA von Elektronik- und Halbleiterunternehmen tätig und das durchaus auch in leitenden Positionen.

Im Informatikstudium lernt man übrigens durchaus auch Projektmanagement. Das wird in anderen technischen Berufen ähnlich sein. Ein Studium bereitet selbstverständlich (auch) auf leitende Positionen vor.

Antwort
von Mauley, 76

Also als Informatiker hast du generell schon ziemlich gute Job-Chancen.

Wie wäre es denn mit einem Studiengang in die Richtung der Anwendungsentwicklung oder ggf. Wirtschaftsinformatik ?

Antwort
von Omnivore09, 31

Studiere einfach nur Informatik! Es gibt genug Wahlpflichtfächer, die DU dann wählen kannst wie DIR es beliebt! Je nachdem was dir halt am liebsten zusagt. Den Rest lernst du nebenbei im Selbststudium!

Studium sagt auch aus, dass man im Selbststudium sich Dinge aneignet!

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