Frage von Coco91el, 136

Welcher Bindungstyp liegt hier vor und was sagt es allgemein über die Bindung aus?

Ein Kind welches darauf besteht, neben seiner Gruppenleitung zu sitzen. Ansonsten stört es solange bis er den Raum verlassen muss. Er zeigt ständige Reizbarkeit und die ständige Bereitschaft gegen die Aussagen der Erzieher und den Anmerkungen anderer Kinder zu gehen. Dieses Verhalten ist verbunden mit einem außerordentlichen Sinn für Ironie. Zudem stellt er die Autorität der Erzieher immer in frage. Wenn es nicht nach seinen Vorstellungen geht neigt er zu Wutausbrüchen und clownerien und nur wenn sich die Gruppenleitung mit ihm allein beschäftigt geht es ihm gut.

Antwort
von Pescatori, 58

Die schwierige Situation in der Gruppe kann ich mir gut vorstellen.

Ein Kind, das gelernt hat, sich mit Ironie, Kritik und notfalls auch mit Wutanfällen die Aufmerksamkeit der Gruppe und besonders der ErzieherInnen zu sichern, kann schon sehr anstrengend sein und ein soziale Unausgewogenheit bewirken. Andere Kinder dürften es schwerer haben, die wünschenswerte Beachtung zu bekommen.

In dieser Lage erscheint mir allerdings die Frage: „Welcher Bindungstyp liegt hier vor ….?“  nicht
sehr hilfreich. So gefragt wird das Kind aus dem Sozialgefüge ausgegrenzt, es wird einem  bestimmten „Bindungstyp“ zugeordnet. Ich hielte es für sinnvoller, dass die Interaktionen zwischen den agierenden Personen beschrieben und analysiert  werden.  

Auch haben mir in ähnlichen Situationen regelmäßige Elterngespräche viel geholfen.

Antwort
von conelke, 57

Ist die Frage hier wirklich welcher Bindungstyp vorliegt?

Oder eher welcher Erziehungsstil hier angewendet wurde?

Antwort
von couldntholdyou, 47

https://gestattenmupf.files.wordpress.com/2014/02/screenshot-4.png

Mach doch deine Hausaufgaben bitte selbst. 

Kommentar von Coco91el ,

Ich habe die Fragen bereits selbst erarbeitet!!!! Allerdings wollte ich vergleichen ob ich mit meinen Antworten richtig liege weil ich mir sehr unsicher bin !

Kommentar von Coco91el ,

Ich gehe davon aus, dass das Kind eine Bindung zu der Gruppenleitung aufgebaut hat und die Nähe und Sicherheit bei ihr sucht. Da es Wutausbrüche zeigt wenn es mal nicht nach seinen Vorstellungen geht könnte darauf hindeuten, dass es aufgrund seiner Bindungserfahrungen aus einer unsicher ambivalenten Bindung heraus Angst hat das diese nicht auf seine Wünsche eingehen und es dadurch trennungsängste und Protest entwickelt. Da er auch schwer zu beruhigen ist und aggressives Verhalten anhand von Wutausbrüchen zeigt gehe ich auch von einer unsicher ambivalenten Bindung aus.

Kommentar von couldntholdyou ,

Hätte es auch als unsicher-ambivalente Bindung eingestuft. 

Kommentar von Coco91el ,

Für mich stellt sich nur fragwürdig inwiefern die Ironie des Kindes und das in Frage stellen der Autorität der Erzieher eine unsicher-ambivalente Bindung beschreibt ..

Kommentar von couldntholdyou ,

Ironie bedeutet lediglich etwas zu sagen, wovon das Gegenteil gemeint ist. Das heisst das Kind zeigt/sagt es möchte keinen Körperkontakt, sehnt sich aber im Prinzip danach. 

Kinder, die eine unsicher-ambivalente Beziehung zu ihrer Bezugsperson haben wissen nie genau, wo sie dran sind. Das Kind hat keine innere Sicherheit über Erreichbarkeit, Verfügbarkeit und Vorhersagbarkeit seiner Bindungsperson, deshalb dauerhaft aktiviertes Bindungsverhalten. Denn das in Frage stellen bedeutet, dass das Kind sich in der Gegenwart des Erziehers bzw. dem Erzieher gegenüber sicher fühlt. In dem Fall geht ja nicht hervor, dass der Erzieher die Bezugsperson ist.

Denn man geht nur gegen die Person an, wenn man die Reaktionen abschätzen kann. 

Kommentar von Coco91el ,

Dankeschön

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