Frage von StudentHN, 36

Welchen Zielkonflikt gibt es bei dem Wirtschaftlichen Handeln?

Hallo liebes Forum,

wirtschaftliches Handeln ist ja bekannt, aber welche Zielkonflikte können hier entstehen.

Auf der einen Seite - günstige Produktion - auf der anderen Seite... die Mitarbeiter, die in Billiglohnländern ausgebeutet werden.

Dies ist kein wirtschaftliches handeln.

Was denkt ihr, welche Probleme gibt es hier?

Danke

marc

Antwort
von ThomasNiemt, 31

Bei dieser Frage gibt es in erster Linie einmal das Problem grober Vereinfachung. Woher nimmst Du die Erkenntnis, dass Mitarbeiter in Billiglohnländern ausgebeutet werden? 

Es gibt in der Ökonomie so etwas wie eine Entwicklungstheorie der Staaten, die drei Phasen hat: factor-driven, investment-driven, innovation-driven. Die Phasen zielen darauf, wie die entsprechende Gesellschaft komparative Vorteile gegenüber anderen Gesellschaften erzielt. factor-driven, z.B. über billige Arbeitskräfte oder natürliche Ressourcen. China war lange Jahre factor-driven und ist es in Teilen immer noch.

D.h. in China kann man billig produzieren, damit in Europa der Preis von Textilien gering gehalten werden kann. In China hat die billige Produktion zur Folge, dass Industrien gebaut und entwickelt werden können und viele der Millionen von Bauern, die in zum Teil erheblicher Armut gelebt haben, ihren Lebensstandard verbessern können, obwohl sie von außen betrachtet, nicht viel verdienen: Verglichen mit z.B: Bauern in China verdienen Produktionsarbeiter aber gut.

Nach einiger Zeit führt der komparative Vorteil, den China aufgrund seiner billigen Arbeitskräfte hat, zu einer Agglomeration von Unternehmen, weil die Arbeitnehmer versierter werden und sich weitere Unternehmen, Zulieferer und Abnehmer, um die Unternehmen anordnen, die auf Basis von billiger Arbeitskraft produzieren. Im Ergebnis geht das Land von der factor-driven in die Investment-driven Phase, in der sich der Lebensstandard spürbar verbessert und das entsteht, was jede moderne Gesellschaft auszeichnet, eine MIttelschicht, die sich nicht mehr die Hände schmutzig macht. 

Ausbeutung sehe ich hier weit und breit nicht. Dafür sehe ich Ausbeutung in Deustchland, wo z.B. öffentlich finanzierte Stiftungen Praktikanten anwerben, die sie NICHT entlohnen, obwohl die Stiftungen im Geld schwimmen. 

Es ist daher sinnvoll, nicht jeden ideologischen Mist nachzubeten, der in öffentlich-rechtlichen Sendern präsentiert wird.

Kommentar von StudentHN ,

ich muss z. B. 6 monate arbeiten ohne geld, obwohl ich student bin und bekomme 0 euro. aber halt : Ich habe schon über 10 jahre berufserfahrung und bekomme immer noch kein geld, weil ich eben praktikant und student bin. das ist ausbeutung. wollte aber nicht so direkt schreiben.

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