Frage von Kapfenberger, 166

Welchen Stellenwert sollte Religion in der Gesellschaft haben?

In Deutschland

Antwort
von RevatiKKS, 38

Das mag jetzt schrecklich "unmodern" klingen, aber ich bin für einen Staat, der nach spirituellen Grundsätzen geführt wird, was immer über jeder Art von weltlicher Religion steht. Das heißt die Staatsführer selbst sollten diesen Grundsätzen folgen und dem Volk ein Vorbild sein. In einem solchen Staat könnte sich jeder sicher fühlen und niemand würde zu einer religiösen Praxis gezwungen, die ihm widersagt.

Aus diesem Grund stimme ich hier nicht ab, denn ein religiöser Staat ist etwas anderes.

In der vedischen Tradition gab es solche Königreiche bis vor ca 5000 Jahren. Die Herrscher waren dem Volk verpflichtet und konnten sogar abgesetzt werden, wenn sie ihren Pflichten nicht ordnungsgemäß nachkamen. Dieses "absetzen" geschah dann aber nicht durch das Volk, sondern durch hochgestellte Weise, die die Könige normalerweise in allen wichtigen Fragen berieten. 

Ich muss natürlich auch anmerken, dass es auch damals schon Ausnahmen gab, also Herrscher, die ihre Macht missbrauchten, das Volk ausbeuteten, sich selbst bereicherten und dabei buchstäblich über Leichen gingen.

Allerdings hat das heutzutage eine nie dagewesene Form angenommen. Wir leben zwar theoretisch in einer Demokratie, aber auf die einmal gewählten "Volksvertreter" hat man nach der Wahl kaum noch Einfluss. Und ihre Qualifikation wird nicht an vorbildlichem Verhalten gemessen, sondern daran, wie gut sie sich ihren Wählern "verkaufen" können.

Diese Entwicklung, die fortschreitende Degradierung der herrschenden Klasse, wurde schon vor Tausenden von Jahren in den Veden vorhergesagt, ist also nicht verwunderlich, sondern ein "Zeichen der Zeit". Jedes Volk hat halt die Regierung, die es verdient hat.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 33
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Ich selbst bin ein religiöser Mensch und befürworte eine lebendige Religiosität auf Basis einer zeitgemäßen Auslegung und Interpretation, anstatt am Wortlaut zu kleben.

In den Geschäften des Staates hat Religion aber nach meiner Ansicht nach nichts zu suchen und sollte auch keinen Einfluss auf die Politik nehmen.

Religion ist zum Einen eine zutiefst persönliche Angelegenheit und zum Anderen eine Angelegenheit innerhalb der Gemeinde. Mit deren Belangen sollte sich aber die Politik nicht befassen müssen.

Glaubensgemeinschaften sollten als Vertreter einer bestimmten Interessengruppe ernst genommen werden, wie dies auch anderen Vereinigungen zusteht. Politischen Einfluss sollten sie jedoch nicht haben.

Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, dass sich Religionen gesellschaftlich engagieren und beispielsweise Sozialprojekte initiieren - staatliche Sondersubventionen o.ä. sind allerdings nicht erforderlich.

Wenn etwa ein Programm zur Gewaltprävention von religiöser Seite begonnen wird, so sollte diesem Projekt keine Förderung zukommen, die nicht auch einer säkularen Initiative zukommen würde

Allerdings kann es meiner Meinung nach nicht schaden, die Religionen als moralische Instanzen zu hören - auch wenn sie keine politische Macht haben.

Bereits durch die große Zahl der Anhänger sind die Religionsgemeinschaften ein wesentlicher Faktor in der Gesellschaft, der stärker berücksichtigt werden sollte, als etwa ein Minigolf-Verein, oder eine Laubenkolonie.

Die politische Entscheidungsgewalt sollte jedoch immer in den Händen weltlicher Verwaltungen liegen.

Antwort
von Giustolisi, 74
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Religion ist Privatsache. 
Gesetzgebung ist nicht Sache der Religionen. Die Gesetze sollen jedem Menschen größtmögliche Freiheit und größtmöglichen Schutz garantieren, egal, welches Weltbild er hat. Wer sich darüber hinaus noch ein religiöses Regelwerk aufbürden will, soll das gerne tun, so lange es die Freiheit Anderer nicht einschränkt. 
So würde eine Gesellschaft funktionieren, in der man friedlich zusammen lebt, gäbe es da nicht viele Idioten, die mit ihren Glaubenswahrheiten auf die Gesetzgebung Einfluss nehmen wollen mit dem Ziel, auch allen Anderen ihr Regelwerk überzustülpen. 

Antwort
von Lazarius, 14
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Religion sollte immer etwas Persönliches für den Menschen sein.
Jeder sollte die Religion verfolgen können, die er für die Richtige hält, so fern es eine humane, friedliche und menschenwürdige Religion ist.
Dabei halte ich die Trennung von Staat und Kirche für sehr wichtig. Jede Religion sollte sich dabei aus ihren Mitgliedern finanzieren und nicht aus Steuergeldern bzw. aus Steuergeldern derer, die gar nichts mit der Religion zu tun haben.

Sehr wichtig erscheint mir noch dabei, dass sich Religionen immer einander achten sollten und sich niemals bekämpfen dürfen.

Antwort
von Hamburger02, 48

In der Öffentlichkeit sollte sie gar keine Bedeutung haben und im Privaten die, die ihr jeder gibt.

Antwort
von voayager, 46

Er sollte den allergeringsten Einfluß haben, denn Religion beudetet Hinwendung zum Irrationalen, führt zur allgemeinen Volksverdummung, zudem Lustfeindlichkeit und Untertanenmentalität, sowie Schuldfühlender und Sünder.

Antwort
von lauri2233, 88
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Meines erachtens Laizismus da nach meiner Meinung man entscheidung nicht durch die kirche beeinflusst werden sollte sonderen ehere durch die Menschenrechte :).

Antwort
von Kitharea, 79
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Bin strikt dagegen gezwungen zu sein an etwas zu glauben wenn ich vor einem Richter stehe, Kinder bekomme, mich mit jemandem treffe, eine Meinung habe oä. Schlichtweg wenn ich so leben will wie ich das will.

Antwort
von JustNature, 59

In Deutschland sind die Verflechtungen zwischen Kirche und Staat noch skandalös eng. Z.B. der Staat bezahlt die Bischöfe und übernimmt z.T. die Kirchensteuerverwaltung. Besonders schlimm ist, daß Kirchen das Fach "Religion" eigenmächtig gestalten und daß Kirchenvertreter in Rundfunk- und Fernsehräten sitzen.

Es ist dringend nötig, daß Lehrer endlich mal religionskritisch unterrichten dürfen. Derzeit kommen wegen dem Toleranzwahn die Schüler völlig orientierungslos aus der Schule nach dem Motto: Die biblische Schöpfungsgeschichte ist richtig und die Evolution auch und Mohammed auch :-(

Antwort
von masterxdesaster, 73
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Religion sollte Zuhause ausgelebt werden. Wir sehen ja momentan was passiert wenn es nicht so ist und viele Religionen zusammen treffen.

Antwort
von AaronMose3, 36
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Ganz klassisch und der einzig vernünftige Weg. 

Antwort
von JesterFun, 65
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Religion sollte immer eine persönliche Sache sein. Es geht um Glaube und evtl. gibt es Leute die genauso denken. Aber es dürfen sie Menschen dazu genötigt werden. Und das wäre in einem Staat der Fall.

Antwort
von CamelWolf, 58
Besondere Referenz in der Gesellschaft

Die Trennung von Kirche und Staat halte ich für notwendig. 

Allerdings wünsche ich mir von der Kirche mehr Einmischung in die Politik im Sinne einer anwaltschaftlichen Vertretung der hilfebedürftigen Menschen in unserem Land.

Kommentar von BTyker99 ,

Warum sollten sich Kirchen für hilfsbedürftige Menschen interessieren? :-D

Kommentar von CamelWolf ,

Wenn man die Tätigkeit der Kirche ohne Scheuklappen betrachtet, dann merkt man sehr schnell, dass diese (zumindest in Westdeutschland)  eine der wesentlichen Kräfte in der Entwicklung von Hilfsangeboten für alte Menschen, Menschen mit Behinderungen und für Familien ist.  Und das schon zu Zeiten, in denen für außerkirchliche Funktionsträger der Mensch an sich weniger wert war als der Dreck unter ihren Schuhen.

Wenn man Kirche auf pädophile Priester reduziert, ok, dann hat man damit natürlich ein Problem. 

Kommentar von HumanistHeart ,

Wenn man die Tätigkeit der Kirche ohne Scheuklappen betrachtet, dann merkt man sehr schnell, dass diese (zumindest in Westdeutschland)  eine der wesentlichen Kräfte in der Entwicklung von Hilfsangeboten für alte Menschen, Menschen mit Behinderungen und für Familien ist.

Nö. Das ist der Staat. Denn rat mal wie viel von dem ganzen Brimborium wie Caritas, Johaniter, usw der Staat und wie viel die Kirchen zahlen?

98% zu 2%.

Die Zahlen faktisch nix dabei, kleben aber "Kirche" auf´s Klingelschild. 
Einen Krampf leisten die. Das ist der Staat der hier leistet.

Kommentar von HumanistHeart ,

Never!

Antwort
von 666Phoenix, 19

Das ist keine Frage einer Abstimmung!

Religion soll die Rolle in einer Gesellschaft spielen, die ihr historisch gewachsen zukommt:

nämlich eine untergeordnete! 

Eine echteTrennung von Staat und Religion sähe bedeutend anders aus als man uns das hier permanent einzureden versucht!

Antwort
von MaraMiez, 62
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Das eine soll ein Land und seine Bewohner schützen und denen eine Lebensgrundlage bieten. Das andere ist fürs Seelenheil derer, die es brauchen.

Beides hat aber nichts miteinander zu tun, bzw. sollte es nicht haben.

Religion kann keine Lebensgrundlage bieten, der Staat keinen sprituellen Ausgleich.

Antwort
von 1988Ritter, 70
Besondere Referenz in der Gesellschaft

Religion hat nichts mit dem Staat zu tun, weshalb der Punkt:

Laizismus, Trennung von Staat und Religion

immer maßgeblich sein soll.

Trotzdem sollte man die Referenz in der Gesellschaft ebenfalls besonders betrachten, da hier die Religion im Bereich Sitte und Moral sehr unterstützend sein kann.

Kommentar von Ashuna ,

Jedoch nicht im Bereich der Politik. Sondern der Allgemeinheit und auch nur dort begrenzt!

Antwort
von Ashuna, 68
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Definitiv eine grenzung. Denn wenn es keine gibt sind wir wie die Türkei.

Religion gehört einfach nicht in die Wirtschaft/ Politik. Ist halt immernoch ein doofes überbleibsel aus der Vergangenheit.

Antwort
von Omnivore11, 9
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Religion sollte nur in den eigenen vier Wänden stattfinden.

Und es sollte endlich mal eine Reform geben, dass ich diese Kirchenheinis nicht mit meinen Steuern bezahlen muss!

Antwort
von DesbaTop, 56
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Staatsführung sollte mit Religion absolut nichts zu tun haben.

Antwort
von 3plus2, 29
Laizismus, Trennung von Staat und Religion

Einen Moralischen aber keinen Materiellen Stellenwert solle eine Religion haben.

Antwort
von ScienceFan, 9

Religion ist ne Privatangelegenheit, sie müsste einen extrem niedrigen Stellenwert haben.

Antwort
von Griesuh, 41

Keinen stellen wert.

Diese Möglichkeit fehlt bei deiner ankreuzerei.

Was sehr wichtig ist, was jedoch nichts mit einem Stellenwert zu tun hat,

ist: die strikte Trennung von Kirche und Staat. Dazu gehört auch, dass die Kirchensteuer abgeschaft wird und die Finazämter die Kirchensteuer nicht mehr eintreiben.

Dafür müssen Mitgliedsbeiträge direkt an die jeweilige Glaubensrichtung gezahlt werden der ich angehören möchte.

Alles andere ist Humbug.

Wer glauben will soll glauben. Jedoch zwangsweise glauben und über das FA Kirchensteuer einziehen, ist ein NO GO.

Kommentar von Ashuna ,

Kein Stellenwert = Trennung von Staat und Religion.

Das ausschließen von Religion in unser Gesellschaft wird nie durchgeführt oder geschafft. Ganz einfach, weil es zu viele Anhänger bestimmter Religionen gibt.

Kommentar von CamelWolf ,

"Wer glauben will soll glauben. Jedoch zwangsweise glauben und über das FA Kirchensteuer einziehen, ist ein NO GO."

Wo ist Dein Problem ?

Keiner wird zur Kirchenmitgliedschaft gezwungen. Kirchenmitglieder, die sich anders entscheiden, können jederzeit austreten.

Und den Einzug der Kirchensteuer lässt sich der Staat sehr gut bezahlen. 

Antwort
von Susii01, 41

Sie sollte viel wichtiger sein als jetzt....sieh dir doch mal die verstörten familien und die niedrige moral an.

Kommentar von SchIaufuchs ,

Und du meinst, den Prozess könnte Religion ruhig noch mehr fördern?

Kommentar von Susii01 ,

im Gegenteil...als der glaube in Deutschland noch stärker war, war es nicht so verdorben wie heute.

Kommentar von SchIaufuchs ,

Sag mir doch bitte noch die Jahreszahl, dann kann ich versuchen, auch so schöne Erinnerungen zu pflegen.

Kommentar von Susii01 ,

bis zur flower power, peace und Emanzipations bewegung :-) danach ging alles bergab

Kommentar von SchIaufuchs ,

Siehste, da weiß ich auch gleich, welche Bösewichter es waren. Die kamen ja so 1965 auf, nicht wahr?

Kommentar von Susii01 ,

wer auch immer das war spielt keine rolle.

Kommentar von SchIaufuchs ,

Moment, du erwähntest doch eben die Übeltäter?

Kommentar von Susii01 ,

ich nannte die Ereignisse nicht die Verantwortlichen :-)

Kommentar von SchIaufuchs ,

Ach, das klang nur wie eine Anklage? Aber wozu nennst du denn nun diese "Ereignisse" und genau diese ihre Repräsentanten einer Epoche?

Haben sie denn nun Schuld an "verstörten Familien" und "niedriger Moral" oder nicht?

Und warum nicht nicht etwa "Ludwig Erhard", meinetwegen auch "Heinz Erhardt" oder "Lyndon B. Johnson", "der Vietnamkrieg", oder wer oder was auch immer ... offenbar zufällig zeitgenössisch war?

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