Welchen Sinn macht die Regel, dass es nur 78 Wochen Krankengeld gibt?

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10 Antworten

Diese Regelung stammt noch aus der Zeit, als jeder Arbeitnehmer in Deutschland eine gesetzliche Berufsunfähigkeitversicherung hatte. Seit die Bundesregierung bei der Sozialverischerung mehr und mehr auf Eigenverantwortung der Bürger und Arbeitnehmer setz, ist aus der Berufsunfähigkeitsrente eine Erwerbsminderungsrente geworden (für alle nach dem 01.01.1961 geborenen. Vor dem Stichtag geborene Arbeitnehmer sind auch weiterhin einigermaßen gesetzlich gegen Berufsunfähigkeit geschützt), was nicht nur von der Begrifflichkeit etwas völlig anderes ist und zudem noch von der Art und dem Umfang der Versicherung als völlig unzureichend anzusehen ist.
Deshalb ist es so wahnsinnig wichtig, solange man gesund ist eine Berunfsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Oder sich andersartig abzusichern falls man aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen nicht in den Genuß einer Berufsunfähigkeitsrente kommen kann.

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Kommentar von pinacolada42
09.01.2016, 07:04

Sie hat von niemanden eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, weil sie in ihrer Jugend schon Tumore hatte und außerdem Asthma und Skoliose

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Kommentar von RudiRatlos67
09.01.2016, 07:12

Es gibt auch private Erwerbsfähigkeits- Versicherungen, ohne Gesundheitsprüfung. Auch die würde ihr in dieser Situation helfen. sofern der Vertragsabschluss mindestens 3 Jahre zurück liegt.

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Kommentar von RudiRatlos67
09.01.2016, 07:17

auch gibt es über Berufsständische Versorgungswerke Möglichkeiten einer Absicherung ohne oder mit ausreichend vereinfachter gesundheitsprufung. Ich kenne einen Berufsunfähigkeitsversicherungs Tarif, bei dem wird der Arbeitgeber gefragt.... War der Mitarbeiter in den letzten 3 Jahren mehr als 3 Wochen am Stück arbeitsunfähig

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Wieso gibt es Krankengeld nichT unbegrenzt solange derjenige krank ist.

Weil dies irgendjemand bezahlen müsste. In dem Fall die Beitragszahler. Die Behandlung wird weiterhin gezahlt. Nach 78 Wochen ist man gesund oder eben berufsunfähig.

Obwohl sie vorher Mega viel verdient hat.

Ist ein grammatikalisch vollstänider Satz. Dann hätte sie ja auch davon eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können und hätte jetzt genug Einkommen.

Gute Besserung!

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Kommentar von kevin1905
08.01.2016, 20:51

Kein*

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In anderen Ländern gibt es meist gar keine Lohnfortzahlung, in Deutschland ist man da schon recht gut dran mit 78 Wochen. Danach geht man davon aus, dass man nicht mehr so schnell gesund wird und dann eine Erwerbsunfähigkeitsrente zumindest befristet beantragt werden muss.

Oft wird man bei Krankengeldbezug sogar dazu gezwungen, diese Rente zu beantragen, wenn die Reha nicht erfolgreich war. Die Krankenkasse hat nicht das Geld, so lange zu zahlen, da müssten die aktiven Arbeitnehmer wesentlich mehr Beiträge zahlen, damit das möglich ist, unbegrenzt Krankengeld zu zahlen.

Krankengeld und auch Alg2 gibt es aber auch nur, wenn zu erwarten ist, dass die Arbeitskraft wieder hergestellt werden kann. Sozialhilfe und Rente gibt es, wenn das nicht mehr zu erwarten ist, denn da ist man nicht mehr krank, sondern dauerhaft arbeitsunfähig.

Wenn deine Freundin von je her schon kränklich ist und nun schon seit 3 Jahren an Krebs erkrankt, dann ist das natürlich sehr traurig für sie, aber in solchen Fällen, auch wenn sie nicht selbst verschuldet sind, kann die Allgemeinheit halt lebenslang nur auf Basis der Grundsicherung aufkommen, man kann halt nicht erwarten, dass Lebenslang Beiträge gezahlt werden in der Höhe von Einkommen, dass man gerade mal ein paar Jahre selbst erwirtschaftet hat.

Das Leben ist leider nun mal nicht gerecht und es gibt eben nur die zwei Möglichkeiten, entweder man lernt und macht eine gute Ausbildung und arbeitet dann für sein Geld oder man schliesst Risikoversicherungen rechtzeitig ab, um Risiken auszuschliessen. Für alle anderen gibt es eben nur eine Grundsicherung.

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 In anderen Ländern ist das nicht so!

Genau! In vielen anderen Ländern gibt es nämlich überhaupt kein Krankengeld. Entweder man arbeitet und verdient Geld und wenn man krank ist hat man eben Pech gehabt.

Außerdem kannst du ja nicht die Rente mit Krankengeld vergleichen. Was hat denn das überhaupt miteinander zu tun?

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Das ist doch ganz einfach, wenn du selbst darüber nachdenkst.

Die Krankenkasse ist nur dazu da deine Gesundheit zu erhalten oder wieder herzustellen. Bei einer Krankheit, die mehr als drei Jahre andauert, ist von einer wieder Herstellung nicht auszugehen. Die Person wird an die Rentenkasse verwiesen, wo sie rechtzeitig ihr Rente beantragen muss. Wenn dann doch die Arbeitkraft wieder hergestellt wird, dann kommt sie zurück in die Krankenkasse.

Die Krankenkassen werden von den Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Wo siehst du da den Fehler?

In anderen Ländern gibt es in dieser Grosszügikeit keine soziale Absicherung. MfG

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Weil das Krankengeld als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung nur im Falle eines Verdienstausfalles bei vorrübergehender Arbeitsunfähigkeit gezahlt wird.

Mehr kann und soll eine Krankenversicherung auch nicht leisten. Das ist übrigens dasselbe in der privaten KV. Dort gibt es zwar nicht die 78 Wochen-Regel, aber auch dort wird ab 6 Monaten ggf. von Berufsunfähigkeit gesprochen und dann gibt es auch kein Krankentagegeld mehr.

Darüberhinaus (d.h. bei dauernder Arbeitsunfähigkeit) ist die GKV gem. SGB  einfach nicht mehr zuständig sondern dann gibt es andere Mechanismen im Sozialgesetzbuch, z.B. die der Deutschen Rentenversicherung (Erwerbsunfähigkeitsrente).

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Deine Frage wurde ja schon ausreichend beantwortet !

Ich wundere mich nur, dass deine Freundin, die vor ihrer Krankheit Mega viel verdient hat nicht in der Lage war eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Dann hätte sie heute das benötigte Einkommen!

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Kommentar von pinacolada42
09.01.2016, 07:05

Sie hat von niemanden eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, weil sie in ihrer Jugend schon Tumore hatte und außerdem Asthma und Skoliose

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Nach den 78 Wochen sollte man entweder wieder arbeiten oder eine Erwerbsminderungsrente beziehen. Wenn die Krankenkasse unbegrenzt Krankengeld bezahlen würde, könnte man die Erwerbsminderungsrente abschaffen. Dann würde jeder Kranke bis an sein Lebensende Krankengeld beziehen. Eine Lebensabsicherung ist aber nicht die Aufgabe der Krankenversicherung.

Wenn deine Freundin mega viel verdient hat, dann hat sie es aber mega versäumt, sich rechtzeitig um eine Absicherung ihres Lebens zu kümmern.

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Kommentar von pinacolada42
09.01.2016, 07:04

Sie hat von niemanden eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, weil sie in ihrer Jugend schon Tumore hatte und außerdem Asthma und Skoliose

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Hallo,

der Sinn besteht darin, dass ein Versicherter bei AU bis zu 78 Wochen Krankentagegeld von der Krankenkasse bekommt. Nach einem jahr mit negativen Gesundungsprozeß besteht die Möglichkeit die Erwerbsminderungsrente zu beantragen.

Sollte das Krankentagegeld unbegrenzt sein, dann werden wir Beitragsätze um 30% haben, das werden Arbeitgeber und die Versicherten nicht mitmachen wollen, du sicher auch nicht.

Deshalb ist es nicht weiter erheblich, da eine andere Leistung den Versicherten auffängt. Sollte er dann die Wartezeiten nicht erfüllen, wird er von der Grundversorgung aufgefangen. Das ist nicht viel, zum überleben reicht es.

Es steht jedem frei, sich privat zusätzlich zu versichern, wer gut verdient hat, hat dann auch die Möglichkeit umfangreichen und bedarfstgerechten Versicherungsschutz zu kaufen.

Das SGB VI regelt eine lebenslange Altersrente, eine befristete Erwerbsminderungsrente und das trifft auch für Hinterbliebenenrenten zu.

Wie schon beschrieben, es muß bezahlbar bleiben.

Beste Grüße

Dickie59

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Dafür gibt es ja die Rentenversicherung. Wer länger als 78 Wochen krank ist, hat in fast allen Fällen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Dabei wird der versicherte ja so gestellt, als ob er bis zum 62. Lebensjahr entsprechend weiter verdient hätte.

Wenn sie jetzt in die Sozialhilfe fällt, hat sie sich nicht richtig abgesichert.

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