Frage von Sebbi128, 57

Welchen Monat buchen (Fibu)?

Hallo, Es geht um die Buchhaltung. Wir haben ein UN und sind 4/3 Rechner, machen Quartals weise die Umsatzsteuervoranmeldung. Nun meine Frage wir wollen dieses Jahr noch eine große Anschaffung tätig (ca.1000,-€) auf der Rechnung wird Dez. stehen, allerdings werden wir diese erst im Januar bar bezahlen (wurde so ausgemacht). Kann ich die Rechnung zwecks Vorsteuer auf das 1 Quartal 2016 buchen oder muss ich Sie noch ins 4 Quartal 2015 rein nehmen? Danke

Antwort
von agentharibo, 33

Das sind die Probleme der 4/3 Rechner.

Bei der USt kommt es auch auf den Zeitpunkt der Zahlung an. Eine Gewinnermittlung gem. § 4 Abs. 3 EStG erfasst nur die Ausgaben der laufenden Periode. Nur wiederkehrende Leistungen dürfen gem. § 11 Abs. 1 EStG noch in dem Zeitraum berücksichtigt werden, für den sie bestimmt waren.

Für die USt müssen 2 Kriterien erfüllt sein:

1. Vorlage einer Rechung die zum Vorsteuerabzug berechtigt.

2. Die Zahlung muss erfolgt sein.

Ein 4/3-Rechner hat keine Forderungen und auch keine Verbindlichkeiten, sowie kein Anlagevermögen und auch kein Eigenkapital. Das Anlagevermögen wird daher in einem Bestandsverzeichnis geführt, um steuerliche Abschreibungen vorzunehmen.

Die Zahlung sollte daher noch zwingend im alten Jahr erfolgen, um auch den Vorsteuerabzug zu bekommen.

Alleine die Verschaffung der Verfügungsmacht reicht hier nicht aus.


Antwort
von Sebbi128, 51

Wenn ich aber im Januar erst bezahle, hab ich doch im Januar die Verfügungsmacht

Kommentar von wurzlsepp668 ,

Verschaffung der Verfügungsmacht = Gegenstand in Deinem Besitz....

die Bezahlung ist sch... .egal

Antwort
von Sebbi128, 39

Auch wenn ich ist versteuer  bin? Also sobald ich das Produkt habe, Buche ich es und ziehe die Vorsteuer auch wenn ich erst im Januar sie bezahle?

Antwort
von wurzlsepp668, 57

Vorsteuer ist in dem Monat / Quartal geltend zu machen, in dem die Rechnung erstellt wurde ....

ganz abgesehen davon handelt es sich (vermutlich) um ein Anlagegut, welches im Anlagevermögen erfaßt wird. Anlagegüter SIND zum Rechnungsdatum zu erfaßen, das Zahldatum ist hier irrelavant

Kommentar von Sebbi128 ,

Wenn ich allerdings die Rechnung erst im Jan.2016 bekomme u. das 4. Quartal schon abgeschlossen ist (Umsatzsteuervoranmeldung gesendet).

Kommentar von wurzlsepp668 ,

berichtigte Voranmeldung?

Kommentar von MenschMitPlan ,

Wenn die Rechnung erst im Jan. 2016 vorliegt, dann ist auch dann erst die Vorsteuer abzugsfähig. Gemäß §15 UStG.
Im Anlagevermögen ist das Wirtschaftsgut zu erfassen, sobald es geliefert wurde, ihr also drüber verfügen könnt.

Kommentar von Helmuthk ,

Wenn die Rechnung erst im Januar 2016 ausgestellt wird:

Es gilt der Grundsatz: Die Vorsteuer ist abziehbar, wenn die Leistung gegenüber dem Unternehmen erbracht wurde und die Rechnung vorliegt.

Beide Voraussetzungen müssen vorliegen. Das hat nichts mit der Art der Gewinnermittlung oder der Versteuerung (Ist oder Soll) zu tun.

Wenn die Rechnung ein Datum 2016 trägt, kann die Vorsteuer auch erst 2016 geltend gemacht werden.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

dieses Jahr noch anschaffen heißt für mich, spätestens im Dezember geliefert. Da ein Großteil der Firmen die Rechnung mit Lieferung stellen wird (da für seine Buchhaltung benötigt .......), ergibt sich kein Problem.

Wann die Rechnung bezahlt wird, ist reine Vereinbarung mit dem Lieferanten.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Und wieder mal wird ein steuerlicher Sachverhalt, der ganz einfach ist, wo eben Umsatzsteuer und Einkommensteuer nicht gleich laufen, zur Hürde. Dabei merkt man es noch, weil der Betrag aus eigener Sicht groß ist. Doch stellt Euch mal dem Gedanken: Wie vielen Risiken stellt Ihr Euch im Rahmen Eurer Aufzeichnungen nicht? Was folgt, wenn nur drei Jahre geprüft werden?

Jahr 01 beginnt ein Sachverhalt und wird falsch versteuert. 02-04 werden geprüft, da wurde fälschlicher Weise etwas geltend gemacht, dass jetzt die Korrektur bei der Prüfung erfolgt.

Die berechtigte Steuerersparnis ist vielleicht weg. Jetzt muss man die auch noch ans Finanzamt im Rahmen einer Nachzahlung zurück zahlen...

Dann kommen noch die üblichen und unüblichen Prüfungsfeststellungen. Da kommt womöglich eine Nachzahlung, die gar nicht mehr geleistet werden kann. Und die Umsatzsteuer kann nicht einmal gestundet werden.

Selbständigkeit ohne Steuerberater oder mit einem schlechten Berater ist existenzbedrohend. Beim Bergsteiger würde man sich auch wundern, wenn er abstürzt und ein beschädigtes Seil verwendet hat...

Kommentar von wurzlsepp668 ,

@gullup:

ich habe es aufgegeben, auf den Steuerberater hinzuweisen .....

bekomme zwar selber ab und an einen Fall auf den Tisch, wo ich drauf hinweise, dass der Steuerberater am Anfang billiger gewesen wäre, aber auf mich hört niemand ....

(noch nicht mal meine Frau ..........)

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Meine Hunde hören immerhin zufriedenstellend, dass von einer Frau zu erwarten... *lach* Nein, es ist normal, leider. Doch man erspart sich dieses 'was hätte ich denn tun sollen? Es war wie bei Kanzlerin - alternativlos...' Und hoffentlich liest sie nicht mit, weil die Antwort auf Fragesteller zielt und eben weibliche Fälle! Wünsche Dir einen schönen Start in die Woche!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten