Frage von Franz577, 59

Welchen Hintergrund hat diese Regelung für Gutachter?

Wie ich kürzlich erfahren habe, darf ein Versicherungsgutachter keinen Schadensfall an einem Objekt begutachten, welches sich in einem Ort befindet, in dem er selbst Verwandtschaft hat.

Welchen Sinn hat diese Regelung und geht das nicht etwas zu weit?

Daß er selbst mit dem Geschädigten in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis stehen darf, das lasse ich mir ja noch eingehen.

Aber was kümmert den Geschädigten die Familie oder Verwandtschaft des Gutachters, nur weil diese im selben Ort wohnt?

Antwort
von Buerger41, 22

Bei Versicherungsgutachtern spielt das keine Rolle. Diese sind ohnehin Parteivertreter.

Etwas anderes gilt, wenn es sich um einen öffentlich bestellten und vereidigten Gutachter handelt. Er hat bei der Ausübung seines Berufs das sog. Neutralitätsgebot zu beachten. Das ist Bestandteil seines Eides. Wenn auch nur ein Anschein gesetzt ist, dass dieses Gebot verletzt wurde, ist sein Gutachten angreifbar.

Am besten Sie lesen hier mal weiter de.wikipedia.org/wiki/Sachverständiger#.C3.96ffentlich_bestellte_und_vereidigte_Sachverst.C3.A4ndige_.28Deutschland.29


Kommentar von Franz577 ,

Und wie kann dieser Anschein gesetzt sein, wenn sich der SV und der Geschädigte nicht einmal persönlich kennen?

Alleine die Tatsache, daß ein Bezug zum selben Ort besteht, würde ja noch gar nichts beweisen, selbst wenn man sich kennen würde.

Kommentar von Buerger41 ,

Am besten Sie lesen neben der angegebenen Fundstelle auch die Protokolle zum Gesetz. Das Lesen kann ich Ihnen nicht abnehmen :-(

Antwort
von holger1stone, 26

Sachverständige unterliegen einem Neutralitätsgebot.

Es ist durchaus möglich dass der erste beauftrage Sachverständige im Zusammenhang mit dem zu begutachtenden Objekt / dem Eigentümer in irgendeiner Form verbunden war und davon Abstand genommen hat damit man das Gutachten später nicht aufgrund irgendwelcher Interessenskonflikte anfechten kann.

Insbesondere bei kleineren ländlichen Gemeinschaften bestehen auch ohne Verwandtschaft oft untereinander derartig enge Beziehungen dass falls der Gutachter in dieser engen Gemeinschaft fest integriert und später der Fall vor Gericht landet ein ein Anwalt ein Gefälligkeitsgutachten unterstellen könnte.

Es gibt also auch ohne dass es für den Sachverständigen verpflichtend wäre immer wieder mal den einen oder anderen guten Grund warum er das eine oder andere Gutachten einem anderen Sachverständigen überlässt.

Kommentar von Franz577 ,

Daß SV neutral sein müssen, ist mir klar. Ich bin nur davon ausgegangen, daß ein SV einen Auftrag nur aus wichtigen Gründen ablehnen kann. Aber da kein verwandtschaftliches Verhältnis besteht bzw. nicht mal ein bekanntschaftliches und somit auch keinerlei Bezug hergestellt werden könnte, sah ich diese wichtigen Gründe eben nicht.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 37

Wo hast du das denn gelesen?

Das dürfte dann ja die Arbeitsmöglichkeiten eines Gutachters mit großer Verwandtschaft erheblich einschränken.

Kommentar von Franz577 ,

Das hat die Versicherung selbst so gesagt, weil ein ursprünglich beauftragter Gutachter den Auftrag scheinbar abgelehnt hat, aber ich verstehe es ehrlich gesagt auch nicht.

Zwecks Befangenheit oder mangelnder Objektivität würde ich wie gesagt den Ausschluß einer direkten verwandtschaftlichen Beziehung zum Geschädigten verstehen, aber doch nicht weil es Verwandtschaft im selben Ort gibt. Das ist also definitiv nicht so, oder?

Kommentar von DerHans ,

Da wollte dich jemand im CallCenter schnell wieder los werden. das ist doch hanebüchener Unsinn.

Kommentar von Franz577 ,

War kein Callcenter, sondern der Versicherungsberater hat selbst angerufen. Aber warum sollte der mir einen solchen Humbug erzählen?

Kommentar von DerHans ,

Noch mal. Das IST HUMBUG

Kommentar von Franz577 ,

Ok, werde ich klären! Vielleicht war es auch ein Mißverständnis, aber ich bin mir nahezu 100% sicher, daß er es mir so gesagt hat. Warum auch immer.

Kommentar von TransalpTom ,

Wie "DerHans" schon sagte ... "Dast ist Humbug" so eine Regelung gibt es nicht, das einzige was geregelt ist, ist das bei den "hoheitlichen" Prüfungen wie HU / AU / SP / Änderungsabnahme der SV seine eigenen Fahrzeuge und die seiner erstgradigen Verwandten nicht überprüfen bzw abnehmen darf.

Aber für Begutachtungen / Schadengutachten git so etwas nicht, das mag sein, dass der SV aus eigenem antrieb so verfährt, aber eine gesetzliche Pflicht gibt es dazu nicht.

Aber das mit der Verwandschaft und dem Ort, ist ein Bär, den man Dir aufgebunden hat.

Kommentar von Franz577 ,

Nun ja, wenn der SV, wie du sagst, aus eigenem Antrieb so gehandelt hat, dann hat man mir nicht unbedingt einen Bären aufgebunden, sondern dann ist es eben so, auch wenn ich es nicht unbedingt nachvollziehen kann.

Denn aus welchem Grund sollte ein SV sonst einen Auftrag ablehnen?

Antwort
von FreierBerater, 15

Gr8ber Unfug!

Also das was du angeblich gelesen hast...

Kommentar von Franz577 ,

Wo habe ich geschrieben, daß ich das irgendwo "gelesen" hätte?

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