Bitte um Hilfe: eine sehr gute Freundin aus Düsseldorf hat mir heute erzählt, dass sie seit etwa zwei Wochen massive Probleme mit dem Schlafverhalten ihres Sohnes hat. Bisher schlief er anstandslos ein, aber seit Neuestem fängt er an zu weinen, sobald sie das Zimmer verlässt und ist wieder hellwach. Dabei hat sich an den Umständen nichts geändert, soweit erkennbar. kennt jemand das auch? Ist das normal oder liegt etwas vor? Und was kann man tun?

Als allererstes: Sie ist nicht allein mit diesem Problem. Ihr Sohn allerdings auch nicht.
Denn untenstehenden Text habe ich jemandem geschrieben, der mitbekommen hatte, dass ich große Probleme mit dem Einschlafen meines Sohnes hatte, und zwar im gleichen Alter. Diese Person hat mich dann angeschrieben und gefragt, wie ich es in den Griff bekam. Nun, bevor du liest: Es hat bei mir und bei ihr funktioniert.
"An dem, wie ich schreibe, wirst du erkennen, dass wir es nun im Griff haben. Das vorweg, es WIRD besser.
Tja, wie haben wir diese Zeit überstanden.... Als allererstes haben wir auch diese Schrei methode ausprobiert, aber das war Käse. Ich selbst habe mich so elend dabei gefühlt, dass ich mir dachte, dass das nicht richtig sein kann. Und dann habe ich angefangen, mich und mein Verhalten sowie das von Ilias zu beobachten. Wann war es besonders schwer, ihn schlafen zu legen, wie habe ich reagiert, dass es eskalieren musste usw. Dabei ist mir folgendes aufgefallen: Ich gehe Vollzeit arbeiten und bin abends erst gegen halb sechs zu Hause. Völlig erledigt, erst mal nur auf der Couch und den Kleinen mehr so nebenbei "abgefertigt". Er hatte nicht viel von mir.... An Tagen, wo ich mit ihm spielte (ich habe mich dazugesetzt, ihm zugeschaut, wie er spielt und nur selten eingegriffen. Zuschauen und zuhören war viel wichtiger für ihn), war es nicht soo schlimm.
Also war für mich der erste logische Schritt, dass ich ihm konsequent erst mal eine Stunde am Abend gegönnt habe, in der ich nur für ihn da war. Mittlerweile brauchts gar nicht mehr so lange, und ich selber genieße diese Zeit, habe gelernt, beim Spiel mit ihm abzuschalten.
Die zweite Beobachtung war, dass er an Tagen, an denen er kaum an die frische Luft kam, völlig unterfordert war und deswegen "Action" brauchte. Eine Tanz-CD von Detlef Jöcker, bei der wir die Lieder gemeinsam mitgetanzt haben, eine Kuscheltuchschlacht und gemeinsame Ausflüge mit dem Fahrrad stehen seither mit auf dem Programm (natürlich nicht alles auf einmal, aber immer mal wieder das Eine oder Andere).
Um ihn vor dem Schlafen abschalten zu lassen und ihn in den Schlaf zu geleiten, habe ich zwei Tricks. Erstens: ich lege mich NICHT zu ihm, das fasst er nur als Aufforderung zum Toben auf, er kann dann gar nicht einschlafen, weil er auch weiß, dass ich ihn dann irgendwann alleine lasse, und das mag er nicht. Wir kuscheln uns gemeinsam mit seinem Kuscheltuch und einer warmen Flasche Tee in unseren Schaukelstuhl Sessel geht auch), dämmen das Licht herunter und dann lasse ich ihn trinken. Meist ist er so kaputt, dass er dann beim Trinken einschläft, die Wärme, Mamas Nähe und der Herzschlag tun den Rest dazu.... Wenn er dann fest schläft, trage ich ihn in sein Bett und er schläft weiter, selig wie ein Röschen. Ihm hilft es auch, dass das Einschlafen nicht in seinem Zimmer ist, sondern dass er eben bis zum letzten Augenblick voll mit dabei sein kann.
Schläft er nach der Flasche noch nicht, gehen wir rüber in sein Zimmer und ich setze mich zu ihm, bis er schläft. Es ist wichtig, dass er das weiß, dass ich dabei bleibe. GAAAAAANZ WICHTIG hierbei ist: Nicht dazulegen, nicht mehr mit ihm reden, am besten erst mal so tun, als ob ich schlafe, dann fällt es auch ihm leichter. Wenn er anfängt, Unsinn zu machen (Rückfälle haben wir auch...), dann kündige ich an, dass ich aus dem Zimmer gehe, manchmal muss ich das auch tun, aber dann lasse ich ihn nur kurz weinen, und dann klappt es auch mit dem Einschlafen.
Eine Sache hat mir persönlich geholfen: Bei der Beobachtung von meinem Verhalten habe ich festgestellt, dass ich oft alle Register gezogen habe, nur damit er schläft. Verstehst du, was ich meine? Es ging mir nicht um meinen Sohn, damit er seine bitter benötigte Ruhe brauchte, sondern nur um MICH und MEINE Ruhe. Und das merken Kinder. Und so kleine, starke Persönlichkeiten, wie wir sie haben, wehren sich dagegen und machen auf sich aufmerksam. Als ich das begriffen habe, mich selbst erst mal zurückgestellt habe und mich ganz auf meinen kleinen Tyrannen eingelassen habe, wurde es ganz leicht. Die Zeit mit ihm im Schaukelstuhl und am Bett wurde mittlerweile sehr wichtig für mich.
Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen Mut machen. Letztendlich ist dies auch nur eine Phase, und es wird sich wieder geben. "

Ich kenne es von meinen Beiden nur Phasenweise... eine Geschichte... mit Früchten, ... phantasievoll gestaltet immer mit nem Finale, dass sie sich erschöpft zum Schlafen legen MÜSSEN... DAS hatte es bei meinen Lüdden gebracht... Favorit: Die Erdbeere mit fünf Beinen...Vier in Schwarz und eines in Grün ( Mütze ) ... Das mochten beide immer zwei mal hören... Zu schön !
M. P. am 8. April 2008 22:15 Sage mal, wie alt ?

Das lässt mich verdammt argwöhnisch werden. Da scheint etwas schlimmes gelaufen zu sein, was ihm Angst macht. Ich würde mir einen guten Kinderpsychologen empfehlen lassen. Außerdem würde ich Kontakt zur Schule suchen, vielleicht liegt das Problem dort.
DH
HerrLich am 8. April 2008 22:15 Schule? In dem Alter? ;-)
Qetan am 8. April 2008 22:16 Upps! Hatte 11 1/2 gelesen.
Leider gehört er nicht zu den Genies, die mit 1 1/2 Jahren schon Abi machen
Sie soll sich keine Sorgen machen. Das ist eine vollkommen normale Entwicklungsphase, in der die Kinder das erste Mal Verlustängste spüren. Da sein und ihnen Sicherheit vermitteln. Den Buchtipp von andaluz finde ich aber trotzdem toll!
vielleicht hat er Verlustangst oder ist missbraucht worden...man sollte einen Psychologen aufsuchen
Baiana am 9. April 2008 03:12 Mit eineinhalb Jahren?
oh mann , das Kind ist nicht mal 2!!!!!!!!!! Da ist so ein Problem am Abend doch absolut NORMAL!!!! So ein Quatsch gleich an Missbrauch zu denken!!!!
Wieselchen1 am 9. April 2008 12:31 Je nun, auch ich habe erst mal 11 und 1/2 statt 1 und 1/2 Jahre gelesen. Gott sei dank hatten da schon einige den Fehler gemacht und ich habe noch gerade eben die Kurve gekriegt... ;-)

Hallo, mal bitte keine Panik hier, schieben. Vielleicht kann deine Freundin mal ein ganz offenes Gespräch mit ihrem Sohn führen. Vielleicht hat er Alpträume oder fürchtet sich vor den morgen...oder kommt in die Pupertät (sorry kann das nicht schreiben) Vielleicht hilft es wenn man ein Schlafritual einführt...
Baiana am 9. April 2008 03:12 Mit eineinhalb Jahren?
Wolpertinger am 9. April 2008 12:04 soory habe mich verlesen, dachte er wäre 11Jahre

Auf jeden Fall im Auge halten u. immer wieder das Gespräch mit dem Jungen suchen.Evtl.auch mal mit dem Lehrer sprechen, vielleicht ist in der Schule etwas vorgefallen (Mobbing,schlechte Noten etc.) Da können schwerwiegende Gründe dahinterstecken, muß aber nicht.Es kann auch genauso mit der beginnenden Pubertät zusammenhängen. Wenn die Hormone anfangen verrückt zuspielen, reagieren Kinder oft übersensibel. Wenn die Probleme längere Zeit anhalten sollten, auf jeden Fall den Kinderarzt zu Rate ziehen.
Baiana am 9. April 2008 03:12 Mit eineinhalb Jahren?
Irgendwie haben einige Leute Probleme ein Alter zu lesen!!! ;-)
ghostwriter am 10. April 2008 18:21 Oh, sorry. Hatte meine Brille nicht an u. hab 11 1/2 gelesen.

Das sind immer mal wiederkehrende Phasen. Vermutlich hat der Kleine vor irgendetwas Angst bekommen, das man selbst gar nicht richtig mitbekommen hat. Wichtig ist dem Kind zu zeigen das man da ist, kleines Nachtlicht anlassen und vor allen Dingen keine aufregenden Spiele machen oder gar Fernsehen schauen lassen.
Vielleicht hate r auch einfach KEINE LUST zum Schlafen weil das Leben so aufregend ist in dem Alter!!!!
engelhaar am 9. April 2008 14:28 Auch das ist möglich, darum auch mein Tipp mit ruhigen Spielen und Null Fernsehen. Da ist vor lauter Aufregung der tote Punkt schnell überschritten.
Hallo !! Meine Freundin hat mir gesagt du solltest dir das buch 'Jedes Kind kann schlafen lernen' kaufen. Da sind einzelne Fälle genauestens beschrieben mit 'Behandlungsmethoden' durch die Eltern. Auch wenn das Kind vorher bereits geschlafen hat ! Auch meiner Freundin hat dieses buch mit ihrer tochter geholfen. Wünsche viel Erfolg
Wieselchen1 am 8. April 2008 22:38 Bitte alles, aber nicht dieses Buch!
Dort wird u.A. empfohlen, dass man die Kinder weinen lassen soll. Eine ganz grässliche Erfahrung, die ich nie wieder erleben möchte. Zumal es nichts als Wut und Tränen gebracht hat, ein unglückliches Kind und mein Sohn wochenlang nicht mehr vor halb zwölf dann ganz erschöpft in meinen Armen einschlief. In dieser Zeit waren er und auch mein Mann und ich die todunglücklichsten Menschen der Welt!!!!
genau. Jahre später kommen sie noch immer in mein Bett. So schlafen wir alle nicht, aber dafür gemeinsam...;-) Früh genug ist's vorbei. Eltern sein ist so und schön.
Wieselchen1 am 9. April 2008 12:30 Ja, mittlerweile habe ich jede Nacht einen "untermieter"... Er kommt so gegen drei Uhr angedackelt und knallt sich neben mich. Dann decke ich ihn zu, frage, ob alles ok ist und nach dem "ja" moser ich, dass nun aber geschlafen wird. Die Antwort ist dann immer ein "schnarch"...... :-)

Ich halte das für eine ganz normale Entwicklungsphase. Das Kind wird wacher, sich seiner selbst bewusst und nutzt die Möglichkeiten, die sich ihm nun bieten.
Mein Kleiner hatte immer Einschlafprobleme wenn er besondere Entwickjlungsschritte gemacht hat: Krabbeln, Laufen usw. Das sind aufregende Momente udn da ist das Leben zu spannend um schlafen zu gehen!!!! ;-)
DH!!!!