Welchen Bogen könnt ihr mir empfehlen?

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3 Antworten

Hallo AffeUndBanane,

als erstes mal ist es natürlich nie verkehrt, wenn man sportlich ist. Für das Bogenschießen ist das aber absolut keine Voraussetzung.

Der erste Bogen sollte nie gekauft, sondern immer gemietet werden. Ferner sollte es ein 3-teiliger Recurvebogen sein, hier werden die Wurfarme bei regelmäßigem Training alle 6 Wochen oder ca. 1000 Schuss getauscht.

Dein Ziel ist nicht das Turnierschießen? Ich vermute, dass du damit meinst, nicht perfekt werden zu wollen. Das ist nur zum Teil eine gute Einstellung. Bogenschießen ist sehr komplex, ein zielgerichtetes Training ist unumgänglich, eben damit es auf Dauer(!) Spass macht. Ob du nun auf Turnieren mitmachst oder nicht, wird sich später von selbst ergeben.

Es entsteht kein Charme bei zuviel Technik? Nun, Recurvebögen werden oft mit einem einfachen Visier verliehen. Ich kann die nur empfehlen, es erstmal mitzunehmen, an einem einfachen Visier ist absolut nichts kompliziertes dran. Es ist leicht abnehmbar, so kannst du beide Varianten ausprobieren.

Die meisten traditionellen Schützen wehren sich vehement dagegen, mit den zielenden Schützen verglichen zu werden, das traditionelle wäre so viel natürlicher. Darüber muss ich manchmal insgeheim etwas schmunzeln.

Jeder der eine Pfeilspitze auf die Unterseite, Mitte oder an die obere Kante eines Ziels richtet, der eine Holzmaserung im Bogenfenster benutzt, der (wenn auch nur ein kleines bisschen) über den Pfeil guckt: DER ZIEHLT.

Jeder der schießt will auch treffen, etwas anderes braucht mir keiner zu erzählen. Um das zu schaffen wird es Enttäuschungen und auch mal Ärger über sich selbst geben. Und das mit Visier genauso wier ohne!

Wieviel Zuggewicht? Auch als sportlicher Anfänger bist du gut beraten, nicht mehr als 22 -24 lbs zu wählen. Vor einem Treffen kommt immer erst das Lernen der Technik, und da ist jedes Pfund zuviel nur hinderlich. Du glaubst das ist zu wenig? Ich kann dir garantieren, dass das am Anfang  absolut genug ist. Genau dafür ist ja der MIETbogen.

Das Auflegen des Pfeils rechts UND links? Davon würde ich abraten, diese Bögen sind sowieso schlecht zu bekommen. Nur der traditionelle englische Langbogen wurde so gebaut. Die Frage ist also, weshalb der Bogenbau sich da anders entwickelt hat. Weil die Bogenbauer es sich absichtlich schwer machen wollten? Man hat heraus gefunden, dass das Bogenfenster bessere Pfeilflugeigenschaften beschert, wenn man es zu der Seite hin öffnet, zu der auch die Finger der Zughand offen sind. Ein Bogenfenster zur richtigen Seite funktioniert einfach besser mit dem Pfeilreflex, der beim Lösen der Sehne entsteht.

Abschließend habe ich noch etwas, was du gar nicht angesprochen hast und was ich auch bei den anderen Beiträgen viel zu selten gelesen habe: suche dir bitte unbedingt einen Verein. Das Erlernen einer richtigen Technik ist die Basis für eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Erfolge, die wiederum die Lust auf das nächste Training bringt.  https://www.bogenschiessen.de/bogenschiessen/de/service/vereine/index\_vereine.php

Manchmal haben auch Schützenvereine eine Bogensparte. Hier erfährst du auch so ganz nebenbei etwas über die Bogentechnik, vielleicht auch über den Bogen- und Pfeilbau, Sehnenbau usw. Man kann alleine Pfeile verschießen, das Schießen lernen wird nicht funktionnieren.

Viel Spass dabei


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Na ja den Bogen mitzunehmen ist fast noch das kleinere Problem, als eventuelles Zubehör wie Zielscheiben. Du willst ja auch auf irgendwas schießen.

Den faltbaren Bogen finde ich zwar lustig und stylish, aber mehr auch nicht. Mag auch sein, dass er einigermaßen anständig schießt - aber irgendwie scheint mir das mehr eine Requisite für einen Endzeitfilm zu sein. Robin Hood als Zombiejäger.

Dann lieber einen amtlichen Takedown. Ich persönlich habe bislang nur Bögen aus einem Stück (Recurve und Langbogen), liebäugele aber mit dem Bearpaw Hard Hunter: http://www.bogensportwelt.de/SET-BEARPAW-Hard-Hunter-62-Zoll-20-60-lbs - Der hat abnehmbare Wurfarme und zwar vom Ragim Impala, aber ein wie ich finde schöneres (optisch wie von der Haptik/Greifbarkeit her) Mittelstück.

Ein Takedown hat auch den Vorteil, dass du ihn günstig im Zuggewicht aufrüsten kannst, indem du die Wurfarme und selbstverständlich auch die Pfeile (müssen aufs Zuggewicht passen) austauschst. Deine Ziel muss das hohe Zuggewicht auch "verknuspern" können, was bei 3D-Tieren evtl. gar noch eine größere Herausforderung als bei Zielscheiben ist.

Da wären wir auch schon beim Thema Zuggewicht. Du hast natürlich schon gute Voraussetzungen mit einem hohen Zuggewicht (1lbs ist ca. aber nicht exakt 0,5kg) zu starten. Deine Rückenmuskulatur dürfte recht stark sein, deine Finger sind auch Belastungen gewohnt, Klettern/Bouldern sei dank. Dennoch dürfte die Belastung ungewöhnlich stark sein. Du wirst dich anfangs schon bei 35lbs wundern, wie stark das ist, mit 45lbs wirst du vermutlich anfänglich, aufgrund der Zugtechnik an die du dich erst gewöhnen musst, überfordert sein. Es mag sein, dass du alsbald aufsteigen könntest. Aber was nützt dir das, wenn du am Anfang mit dem starken Bogen überfordert bist? Außerdem könntest du die leichteren Wurfarme und Pfeile immer noch verwenden, wenn du mal jemand Anders schießen lassen willst.

Du musst den Bogen eine Minute ankern können, ohne dich mit dem Haltearm samt Bogen selbst KO zu schlagen weil dein Arm einklappt weil er das Zuggewicht nicht halten kann

Zudem ist ein hohes Zuggewicht nicht immer zielführend. Erstens belastet es die Gelenke auf Dauer sehr stark (viele Sportschützen haben sich später deutlich stärkere traditionelle Bögen gekauft als ihnen der Technik-Overkill zu viel wurde und sich dann die Schulter kaputtgemacht), zweitens ist traditionelles Bogenschießen auch etwas sehr entspannendes. Und entspannen wenn ständig die Muskeln gegen einen fast schon zu starken Bogen arbeiten müssen?

Die Wurfkraft eines 30-35lbs Bogens reicht für intuitives Schießen auf Zielscheiben und im 3D-Parcours durchaus aus. Ich schieße selbst nicht mehr, obwohl ich von der reinen Kraft her könnte (Gelegenheits-Bogenschütze und regelmäßiger Kletterer). Ich will es auch einfach nicht.

Dass ein Pfeil abwechselnd links oder rechts aufgelegt wird bei gleicher Schusshand, ist, so habe ich mir sagen lassen (selbst nie gemacht) im japanischen Bogensport Kyudo durchaus noch üblich. Damit will man verhindern, dass gute Schützen zu viel Schaden durch Robin Hood Schüsse (gespaltener Pfeil) anrichten. hierfür braucht man aber spezielle Bögen. Hat der Bogen eine Pfeilauflage, ist die andere Seite garantiert als Griff so ausgeformt, dass man keinen Pfeil auflegen kann. Solche Pfeile werden über die Hand geschossen, die Hand dient als Pfeilauflage (zieh Handschuhe an, sonst ratschen dir die Federn die Hand auf), aber das geht nur bei Bögen ohne Pfeilauflage (Beispiel - Der Bogen ist Müll schon allein, weil sich aus Rattan kaum seriöse Bögen fertigen lassen, aber ein gutes Beispiel - der Marksman-Langbogen - so muss das aussehen). Fang doch erst mal mit einem anständigen traditionellen (Takedown-)Recurve mit Pfeilauflage an und hol dir den Langbogen erst später - Langbogen ist eh die Königsklasse, primitivster Bogen aber schwierigste Schusstechnik.

Übrigens gibt es auch für "traditionelles", oft auch "intuitives" Bogenschießen genannt, auch Vereine. Hier kannst du Lang- und Recurve-Bögen auch erst mal mal mieten, bis du dich an dein Zuggewicht herangetastet hast und deinen speziellen Bogen kaufst. Der größte Vorteil ist aber, dass dir jemand die richtige Schusstechnik zeigt und deine Haltung korrigiert.

Viel Spaß beim neuen Hobby und viel Erfolg.

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Als Anfänger solltest du dir lieber noch keinem Bogen kaufen, weil du mit leichten Pfeilen anfängst (das hat nichts mit der persönlichen Stärke, sondern mit der Technik zu tun). Wenn du aber schneller Fortschritte machst und so brauchst du schnell einen neuen Bogen und so.

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