Welche wirtschaftlichen interessen stecken eigentlich hinter der extrem teuren drogenbekämpfung?

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7 Antworten

In den Industrieländern:

- Eine Umlenkung des legalen Drogenkonsums auf wenige wirtschaftliche Zweige (Tabak, Alkohol, Kaffee): Der Staat ist der Ansicht, dass sich relativ viel Geld damit verdienen lässt die Leute massiv in ihrer Mündigkeit einzuschränken. Hier greift auch der Lobbyismus: Die Unternehmen sind im Markt etabliert und versuchen der Legalisierung durch "Bestechung" vorzubeugen um sich vor den Verlusten zu schützen. Hier geht es dann letztlich um gesetzeskonformen Kapitalismus.

- Forschungskosten können gespart werden: Wenn alle Drogen legal wären, müsste man sie vor einer Freigabe erst genaustens untersuchen und etliche Studien anstellen. Warum sollte man das tun, wenn man die Drogenkonsumenten auch mit den Worten "Eure Schuld wenn ihr dran krepiert, ist doch illegal!" im Staub verrecken lassen kann?!

- In einigen Ländern kann der Staat den Besitz von Drogendealern konfiszieren. Das sind alles in allem Milliardenbeträge.

In den Schwellenländern:

- Der Schwarzmarkt ist doch in den ärmeren Ländern (LEC) der beste Freund der Behörden. Ob Drogen illegal oder legal sind spielt für das Gehalt eines Polizeiwachtmeisters erst einmal gar keine Rolle. Sobald sich jedoch kriminelle Organisationen bilden, beginnen diese im großen Stil die Politiker und Justizbeamten zu bestechen. Daraus ergibt sich dann auch eine Art Extragehalt, das von den meisten Menschen dankend angenommen wird. Die Beamten müssen die Ausgaben des Staates schließlich nicht interessieren. Oftmals sind es lediglich europäische oder US-amerikanische Fördergelder die die Drogenpolizei vor Ort stützen. 

- Vielerorts mischt die Justiz sogar nur im Drogenkrieg mit um sich letztlich daran auch zu bereichern. Es kam bereits auch vor, dass die Polizisten bzw. Paramilitärs die Drogen einfach weiterverkauften. 

Ansonsten sind viele der Interessen auch politischer Natur. Natürlich gibt es für die Prohibition eine ganze Menge an Gründen, wenn auch ein Großteil davon recht sinnlos oder gar menschenverachtend ist. Bedenke, nichts auf dieser Welt geschieht ohne Gründe, es gibt immer ein paar wenige die massiv von solchen Maßnahmen Profitieren. 


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Die Cannabisbekämpfung dient der Profitsicherung der Pharmakonzerne. Zahlreiche Patienten würden nämlich lieber kiffen als all die dämlichen Psychopillen und Schmerzmittel zu schlecken mit all ihren Nebernwirkungen und eben keinem guten Gefühl, das sich nach dem Schlucken einstellt.

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Kommentar von atzef
14.06.2016, 10:45

Ahnungsloser Blödsinn. Schon heute werden Dauerschmerzpatienten auch mit Mitteln therapiert, die ansonsten als Drogen kriminalisiert werden.

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nun, der Ansatz der Frage ist nicht ganz korrekt denke ich.

Staaten mit ihren Apparaten haben keine wirtschaftlichen Interessen, sie existieren aus Haushalten über ihre Aufgabenstellungen. diese sind hoheitliche...(siehe Grundgesetz und weitere)

wenn sich deine Frage also explizit in Richtung Drogenbekämpfung richtet, ist hier das Maß des Schadens Ursache für das Maaß der Gegenreaktion des Staates und in Folge dessen die daran gebundenen Kosten!

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Warum stellst Du nicht gleich die Frage, welche wirtschaftlichen Interessen hinter dem gesamten Polizei-, Justiz- und Strafvollzugsapparat stecken? Ist alles extrem teuer, Anarchie käme den Staat billiger (wenn es denn dann noch eine Staatsmacht gäbe).

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Kommentar von TomRichter
14.06.2016, 13:22

Gute Frage - welche wirtschaftlichen Interessen stecken dahinter, dass der Staat manche Gesetzesverstöße mit viel mehr Energie verfolgt als andere?

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Die volkswirtschaftlichen Gesamtinteressen der Gesellschaft.

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Weil die Volkswirtschaftlichen Schäden noch teurer sind. Die Gesundheitsversorgung der Süchtigen, die Entziehungskuren usw.

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Kommentar von TomRichter
14.06.2016, 13:18

Ist aber nur dann eine Erklärung, wenn man annimmt, dass im Falle einer Legalisierung sehr viel mehr Menschen sehr viel häufiger zu Drogen greifen würden.

Die Erfahrungen mit der Prohibition in den USA sprechen dagegen.

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Kommentar von john201050
14.06.2016, 16:47

das würde stimmen, würde das verbot den konsum und die daraus resultierenden schäden tatsächlich senken.

wer sich nur 5 minuten die folgen der alkoholprohibition ansieht, der wird fest stellen, dass dem eben nicht so ist.

durch das verbot wurde zwar nicht weniger gesoffen, dafür sind durch schwarz gebranntes viele menschen gestorben. und ganz nebenbei wurde die mafia unglaublich reich.

die prohibition hat auf ganzer linie versagt.

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Beispielsweise unversteuertes Schwarzgeld, Volksgesundheit.

Verbrechensbekämpfung ist übrigens immer und überall sehr teuer. Denke an die Kosten für Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte, also die Justiz, BND usw.

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