Ich bin Mitte 20 und habe mich kurz nach Beginn meiner Selbständigkeit überreden lassen, in die PKV zu gehen. Bin seit Mai 2007 in der Privaten KV. Seit Monaten ist die Auftragslage unglaublich schlecht und ich habe Mühe, die monatlichen Beitrage für meinen Grundtarif (ca. 220,00 Euro inkl. Pflegepflichtversicherung) aufzubringen. Eigentlich möchte ich gern wieder in die GKV wechseln, dann wäre meine finanzielle Belastung nicht ganz so hoch wie jetzt.
Ich verdiene im Jahresdurchschnitt (auf den Monat heruntergerechnet) knapp 750,00 Euro monatlich, von denen ich dann Miete, Strom, Telefon, Heizung, private Rentenversicherung und Lebensmittel bezahle.
Danke schon mal im Voraus für eure Hilfe! Sandra
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Gehen Sie zur Grundsicherungsbehörde (meist Arge) und stellen Sie einen Antrag auf ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt. Zweite Möglichkeit, sie suchen sich einen Job mind. 401,- Euro und gehen mit der Selbständigkeit in den Nebenerwerb (max 400,-). Dann werden Sie wieder pflichtversichert und müssen in die GKV.
hallo bsandra, da gibt es zwei möglichkeiten, erstens wenn du noch anspruch auf arbeitslosengeld hast nachdem du dein gewerbe wieder abgemeldet hast wirst du wieder pflichtversichert oder du hast nach gewerbeaufgabe anspruch auf hatz4. Du hast außerdem noch die möglichkeit das gewerde aufzugeben und dir eine anstellung zu suchen dann wirst du auch wieder pflichtversichert. das würde bei deinem derzeitigen einkommen die beste variante sein.

Soweit ich weiß, geht das nicht mehr. Einmal privat, immer privat.
paps1959 am 2. Oktober 2009 20:25 nö
Ja, Sandra! Das ist wieder mal typisch für viele Selbständigen. Jahre lang die ungerechten Privilegien eines Privat-Versicherten ausnutzen und dann wieder in die Gesetzliche wechseln wollen, das ist in höchstem Maße unsolidarisch!
paps1959 am 2. Oktober 2009 20:28 wieso ist sie mit 750,- Einkommen, von dem alles bestritten werden muß unsolidarisch. Lebte sie statt dessen von H4 hätte Sie Grundsicherung, Miete,KV,Rente und Al abgesichert. Das ist dann solidarisch?
Erstens bin ich erst seit 2,5 Jahren in der PKV und zweitens habe ich da einen Grundtarif, der mit den Leistungen einer gesetzlichen Versicherung gleichgestellt ist. Bei Zahnersatz erhalte ich nur 60 % Zuschuß, ein gesetzlich Versicherter erhält mindestens 70% und hat sogar noch die Möglichkeit auf eine Zahnzusatzversicherung. Die darf ich als privat Versicherte gar abschließen. Weiterhin muß ich zum Beispiel Physiotherapie komplett allein bezahlen, während man bei der GKV nur z.B. bei 6 mal "Manueller Therapie" 15 Euro zuzahlt. Also sogenannte "Privilegien" habe ich nicht. Ich will nicht einen auf Unschuldslamm machen, aber ich habe mich damals von einem Berater dazu überreden lassen, in die PKV zu gehen. Er hat mir natürlich nur die Vorteile genannt und die Nachteile verschwiegen.

ganz ehrlich: bei 750 euro monatlich solltest du dir wirklich die frage stellen ob du deine selbständigkeit nicht aufgibst. eine selbständigkeit rechnet sich ab 4000 euro monatlich. hast du zu wenig aufträge, was machst du denn. hast du keine zuschüsse beantragt?
Ich bin Grafikdesignerin. Bin ja schon fleißig am Bewerbungen schreiben, aber es ist gar nicht so einfach, als Freiberufler wieder in eine Festanstellung zu kommen. Und ich möchte halt rechtzeitig über alle Alternativen nachdenken, die ich habe, um eben möglichst lange selbst für mich zu sorgen, bevor ich zum Amt gehen muß. Wobei ich dann auch eher eine berufsfremde Arbeit aufnehme, als arbeitslos zu sein.

ich finde die Idee von paps1959 nicht schlecht: sobald du einen sozialversicherungspflichtigen Job hast (mind. 401€ Bruttolohn), wirst du automatisch gesetzlich krankenversichert. Und da das Gewerbe eh nicht viel abwirft, könnte man es als Nebengewerbe anmelden.
Die andere Möglichkeit sollte sein, einfach (keine Ahnung, wie die Vertragsbedingungen sind und ob das wirklich einfach ist??) die private KV kündigen und sich freiwillig in einer gesetzliche Kv versichern. Ich glaube nicht, dass die gesetzl. KV damit ein Problem hat - einfach mal bei einer anrufen, die beraten einen sehr gut!
@emjay: Tut mir leid emjay, aber der Spruch "einmal privat, immer privat" ist reine Fantasie.
@bsandra: Du kannst die PKV auch ganz normal kündigen (Kündigungsfristen beachten) und dann in die GKV zurückkehren. Dort wirst du dann, solange du noch selbstständig bist, nach deinem Einkommen zahlen müssen. Bei dem niedrigen Verdienst landest du beim Mindestbeitrag, welcher dir im Vergleich zur PKV kaum Ersparnis bringt. Du wirst erst dann weniger bezahlen, wenn du wieder als Arbeitnehmer tätig wirst, denn der wird dir dann die Hälfte bezahlen. Eine weitere Variante Geld zu sparen: deinen Vertrag kündigen und einen anderen Vertrag mit weniger Leistung abschließen.
Als Grafikdesignerin könnte ich in die Künstlersozialkasse gehen, die übernehmen den Arbeitgeberanteil. Also etwas Ersparnis würde die GKV bringen. Habe schon einen Grundtarif, einen Vertrag mit noch weniger Leistung gibt es leider nicht.
@schlaului: die "ungerechten Privilegien" und die damit verbundenen Zahlungen halten das Gesundheitswesen am Laufen. Warum sonst versucht der Gesetzgeber immer wieder an die Geldpötte der PKV zu kommen. Ungerecht ist es eher wenn einer oder keiner in einer Familie in die Krankenkasse einzahlt, aber 3 oder noch mehr Personen kostenlos mitversichert sind. Der PKV-Zahler zahlt für jedes seiner Kinder einzeln ein.
Hallo Sandra. Hatte übersehen, daß du bereits einen Grundtarif hast. Ich würde ja gerne wissen bei welcher Versicherung du bist, denn 220€/Monat im Grundtarif mit Mitte 20 ist nach meiner Meinung nach zu hoch. Was hälst du von Selbstbeteiligung erhöhen um den Beitrag zu senken? Es gibt jede Menge Vergleichsseiten, und wenn du einen Makler kontaktierst wird da auch einiges mehr an Auswahl herauskommen.