Frage von sophie1235, 363

Welche Vorteile hat Großbritannien durch das Verlassen der EU (Brexit)?

Antwort
von MusiToo, 123

Welche Vorteile "hat Großbritannien" oder welche Vorteile "verspricht sich Großbritannien"?   ... ich denke, hier wird an Ende der Unterschied liegen.

WAS VERSPRICHT MAN SICH?

• Eine höhere nationale Identität; eine Stabilisierung der britischen Werte (Nationalismus); Rückkehr zum "alten Weltmachts-Glanz"

• Einen Wegfall der Finanz(ausgleichs)zahlungen an die EU; mehr Geld für das Inland

• Die Selbstbestimmung der britischen Politik; Vermeidung der politischen/regulatorischen Einflussnahme der EU. Rückgewinn von Nähe der Politik zum eigenen Volk ("Europa ist weit weg")

• Eine Reduzierung/autonome Kontrolle der Zuwanderung

• Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Britannien (mehr Wohlstand, weniger Arbeitslosigkeit, stärkeres britisches Pfund) -> weil man sich in der EU als wirtschaftsstarkes Mitglied sieht (somit rechnerisch alleine besser stehen sollte)

• Eine Abwahl der konservativen Regierung um Cameron; senden eines Signals der Politikverdrossenheit

• Generell: Eine Abkehr von der EU, die man als Verursacher der wirtschaftlichen und sozialen Probleme in Britannien sieht (also die Annahme, dass nicht der globale Wandel ursächlich ist, sondern die selbst verantwortete europäische Politik)

WAS KANN/WIRD IN BRITANNIEN PASSIEREN?

• Annahme: Zuerst reagiert das Kapital (Börsenkurse sinken, Geld fließt ab, Wert des Pfundes sinkt)

• Annahme: Danach reagiert der Immobilienmarkt/Grundstücksmarkt (Werte sinken)

• Annahme: Dann reagieren die Unternehmen mit geringeren Investitionen und Abwanderung (vor allem europäische Zentralen internationaler Unternehmen werden auf den europäischen Kontinent wechseln)

• Annahme: Dann reagiert der Arbeitsmarkt mit geringeren Löhnen und höherer Arbeitslosigkeit; somit geht der private Konsum zurück

• Annahme: Dann kommt es (Aufgrund der Angebotsverknappung) zu einer Erhöhung der Preise/Lebenshaltungskosten (zumindest in Bezug auf die Löhne)

• Annahme: Der Außenhandel verändert sich; Exporte können steigen (da britische Waren im Ausland günstiger werden), werden aber durch sinkende Importe (zumindest teilweise) kompensiert (da das Pfund beim Einkauf im Ausland weniger wert ist und höhere Zölle anfallen werden)

• Annahme: ausländische Arbeitnehmer aus dem europäischen Raum werden Britannien verlassen wollen/müssen. Diese Arbeitnehmer stehen heute weniger in Konkurrenz zum heimischen Arbeitsmarkt, sondern gleichen eher strukturelle lokale Mängel aus (z.B. zahlreiche polnische handwerkliche Arbeitskräfte oder gut ausgebildete Europäer, die in internationalen Unternehmen in Britannien arbeiten); hierdurch entstehen (strukturelle) Lücken auf dem britischen Arbeitsmarkt mit Auswirkungen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

• Annahme: Durch die wirtschaftlichen Folgen im Unternehmenssektor und privaten Konsum sinken die Staatseinnahmen; der Staat kann nun entweder seine Leistungen reduzieren (z.B. Aufträge an Infrastruktur-Unternehmen und soziale Einrichtungen streichen, z.B. Arbeitslosengeld und Sozialgelder reduzieren) oder seine Verschuldung erhöhen (mit den unmittelbaren und langfristigen negativen Folgen)

• Annahme: Hinzu kommt, dass viele Märkte auf Vertrauen, Stabilität und Planbarkeit bauen; jegliche Verunsicherung führt zu Überreaktionen der Akteure; diese führen in der Regel zur "Markt-Flucht" oder zumindest zur Reduzierung des Engagements in diesen Märkten (die Börse zeigt dies nach 48 Std. bereits deutlich)

Wie weitreichend die tatsächlichen Auswirkungen in Britannien sein werden (in Stärke und Dauer), wird schwer vorhersehbar sein. Es wird nach "Beruhigung" der Märkte (also Rückgewinn der Stabilität) auch zu positiven Bewegungen kommen können; ob diese die anderen Nachteile ausgleichen und überschreiten können, ist eher fraglich.

Am Ende wird es auch schwierig sein zu beurteilen, welche der mittel-/langfristigen Auswirkungen ursächlich auf den Brexit (die Abkehr von Europa) zurück geführt werden können und welche durch die globalen Veränderungen (unabhängig von der EU) entstehen.

Kommentar von Genoraldix ,

Sehr gut erkannt! Der oberste Punkt ist möglicherweise der Hauptgrund. Aber davon spricht niemand (offen). Wäre die EU-Zentrale London statt Brüssel gewesen, dann hätte die Sache vielleicht anders ausgesehen, aber wäre das nicht auch eine komische Vorstellung gewesen - für beide Seiten? Man könnte das, was passiert ist, vergleichen mit einer Zweckehe, die aus Herzensgründen dann doch nicht hielt.

Antwort
von Shiftclick, 184

Zunächst einmal nur eingebildete bzw. erhoffte. Geld zu sparen, das man an die EU überwiesen hat und nicht durch EU-Richtlinien und -Gesetze gegängelt zu werden (z.B. in punkto Freizügigkeit). Es ist wie in einer langjährigen Beziehung: man vergleicht die bekannten Nachteile des alten Partners mit nur fantasierten Vorzügen des neuen. Da gewinnt der Neue immer.

Kommentar von napoloni ,

Zunächst einmal nur eingebildete bzw. erhoffte. Geld zu sparen, das man an die EU überwiesen hat und nicht durch EU-Richtlinien und -Gesetze gegängelt zu werden (z.B. in punkto Freizügigkeit).

Eingebildet und erhofft - gute Formulierung. Um am europäischen Wirtschaftsraum teilhaben zu können, wir sich GB wie auch andere EU-Partner den EU-Normen anpassen müssen, ohne selbst ein Mitbestimmungsrecht zu haben. Norwegen und die Schweiz müssen für ihre Teilhabe am Markt Geld in EU-Strukturfonds einzahlen. Auch daran wird GB wohl nicht vorbeikommen.

Antwort
von Laubmantel, 141

Politisch, das es das U.K. vermutlich so nicht mehr geben wird (Stichwort: Schottland), das den Bauern und Fischern die für den Brexit gestimmt haben, die Subventionen fehlen werden. Das Problem mit der EU war und ist, das es sich dabei lediglich um eine Finanz- und Wirtschaftsunion gehandelt hat, aber nie um eine Sozialunion - die arbeitenden Menschen blieben draußen und laufen nun in ihren anthropologisch aufgeladenen Phobien jeden Lautschreier hinterher statt einmal die Systemfrage zu stellen und die steht und fällt eben nicht (bei allen Verständnis der Probleme) mit dem Flüchtlingsströmen (außer "wir" stellen weiter auf unendliches Wachstum ab) und dem Islam, sondern in der Pervertierung und Primatisierung finanzwirtschaftlicher Dispositionen, Machtinteressen (Stichwort: Lobbykratie) und Privatisierungen (z.B. des Handelsrechts) wodurch die Demoktarie immer mehr eine Dekokratie transformiert wird.

Antwort
von napoloni, 102

Wirtschaftlich sehe ich keine Vorteile. Und weil nun die Abspaltung Schottlands wahrscheinlicher wird und auch Nordirland und Gibraltar sehr vom Austritt in Mitleidenschaft gezogen werden, kann das Ergebnis fast nur fatal ausfallen.

Vielleicht ist eine Auszeit aus der EU aber gut, um eine neue Liebe zur Europäischen Union zu entwickeln. Die Vergangenheit mit und in der EU war in Vergangenheit nie glücklich. Als GB das erste mal beitreten wollte, gab es beispielsweise ein Veto seitens Frankreich und die Tür wurde den Briten zugeschlagen. Und auch danach hat man die EU fast immer nur als Empfänger eigener Zahlungen (GB einiger ständiger Nettozahler neben Deutschland) und als Bürokratiemonster wahrgenommen.

Aktuell ist die britische Gesellschaft 1:1 gespalten. Mit dieser Spaltung wäre auch der Verbleib in der EU nicht wirklich so toll gewesen. Nun also die Möglichkeit, sich zu besinnen und die Spaltung der Gesellschaft anzugehen. Und vielleicht gelingt ja uns restlichen EU-Europäern, unsere Gesinnung ohne diese Milliardenkosten auf Vordermann zu bringen^^

Kommentar von Genoraldix ,

Das ist keine Auszeit. Das ist ein Aus. Scheiden tut weh, hat aber immer seine Gründe.

Kommentar von napoloni ,

Es ist eine Auszeit. Die junge Generation ist für die EU-Mitgliedschaft, die Generation der Brexiters gibt nach und nach den Löffel ab. Über kurz oder lang wird das Land einen Neuantrag stellen und sich um die Aufnahme bemühen.

Kommentar von lupoklick ,

Die EU kann sich keine Drehtüren erlauben

 (Probe-Mitgliedschaft, kassieren und weg....)

Kommentar von napoloni ,

GB hat als einziges Land neben Deutschland immer in den Topf eingezahlt. Ja, sie haben Ermäßigungen bekommen. Dennoch waren sie nie Geldempfänger sondern Zahler. Also nicht die Türen verschließen. Vor allem: Wer zahlt wohl das, was jetzt durch den Weggang der Briten fehlt?^^

Antwort
von Genoraldix, 56

Vielleicht andere, als rein materielle. Aber was noch über dieser Frage steht und sich dem pragmatischen Kosten-Nutzen entzieht - sie wollen nicht. Die Gründe liegen eher in der Historie als im aktuell Wirtschaftlichen. Für manche Engländer war es doch immer wie kaltes Kraut (wenn nicht schlimmer), ihr prächtiges Britannien, das ehemalige Empire, in dem die Sonne nie unterging, als Mitglied eines Staatenbundes, der von Brüssel aus regiert wird, zu sehen. England fühlte sich nie heimisch in der EU, dieser deutsch-französischen Schöpfung (mit einer Reihe von Staaten, die auch dabei sind, sicherlilch), sie haben ja auch nie ihr Pfund aufgegeben. Das Volksmehrheit hat entschieden - das ist Demokratie. Jetzt daran drehen zu wollen, nochmals abstimmen etc. wäre eine Katastrophe für die Demokratie an sich und würde zukünftige Volksabstimmungen zur Farce machen. Es hat hier jemand geschrieben, dass er es mutig von den englischen Politikern findet, abstimmen zu lassen. Das finde ich auch - das ist der Mut, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen.

Antwort
von alexbeckphoto, 67

der "Vorteil" ist, dass sie sich nun nicht mehr an die Gesetze und Vorschriften der EU halten müssen sondern ihr eigenes Süppchen kochen können. 

Das war's dann aber auch schon.

Antwort
von archibaldesel, 133

Gar keinen. Wenn jetzt auch noch GB zerfällt, geht Cameron als der MP in die Geschichte ein, der GB in die 3. Liga der Staaten gebracht hat.f 

Das hat er sich bei Amtsantritt bestimmt anders vorstellt. Sicher auch noch, als er das Referendum als Druckmittel gegen die EU überhaupt erst ins Gespräch gebracht hat.

Antwort
von Kenfmisttoll, 119

Währung sinkt= Export steigt.

Kommentar von archibaldesel ,

Und was exportiert GB? Und die Importe verteuern sich, das bringt Inflation mit sich. Das wird die Bevölkerung freuen, besonders bei steigender Arbeitslosigkeit.

Kommentar von Kenfmisttoll ,

Butter,Käse,Whiskey,Gin...

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Hier kann man sehen, was GB den Bürgern der EU alles beschert:  http://www.the-british-shop.de/englische-Marmeladen-Konfitueren.htm?websale8=the...

:-)

Kommentar von alexbeckphoto ,

da steigt gar nichts, wenn sich alles anschliessend wegen Zölle und Steuern wieder verteuert!

Kommentar von Kenfmisttoll ,

Um Zölle und Steuern zu regeln muss man nicht in der EU sein.

Antwort
von berkersheim, 98

Was ich in der Brexit-Diskussion so erstaunlich finde: Es geht nur ums Geld - und nicht selten die angeblichen finanziellen Vorteile von Großbritannien. Die waren neben Deutschland die größten Nettozahler, d.h. haben mehr eingezahlt als rausbekommen. Jetzt stehen wir alleine da gegen die Front der geldgierigen Schuldenländer. Aber alle, die ständig die "heilige Demokratie" im Munde führen, sprechen nicht davon, dass die britischen Politiker den Mut hatten, in einer entscheidenden Zukunftsfrage, das Volk zu fragen. Das ist uns in Deutschland verwehrt. Wir wählen Sprechblasen und die werbemäßig verkauften Politiker machen dann über unsere Köpfe, was sie wollen und wundern sich über Politikverdrossenheit und AfD.

Im Blick auf den Utilitarismus habe ich schon öfter erwähnt, dass die Briten ein urdemokrastisches Volk sind, die als einzige aus der Aufklärung heraus eine stabile Demokratie gebildet haben. Die französische Zentral-Demokratie ist eine napoleonisch verfälschte. In Deutschland haben wir es NIE selbst zur Demokratie geschafft. Sie musste uns von außen aufgegeben werden. Und ausgerechnet die Deutschen spielen sich als Lehrmeister auf. Ein Land, in dem die Politiker ihr eigenes Volk überrollen und enteignen und als Unmündige behandeln. Wer genau hinschaut, sieht das Demokratieverständnis unserer Politiker: Entscheidungen, die sie sich nicht auf die eigene Kappe zu nehmen trauen, lancieren sie über Brüssel als EU-Vorgabe und so kommt es, dass über 60% der Beschlüsse des Bundestages Vorlagen aus Brüssel sind. Nur, die in Brüssel hat niemand demokratisch gewählt. Die EZB auch nicht und nicht die EU-Finanzinstitutionen.

Und jetzt kommen die Briten. Denen war das Hineinregieren aus Brüssel mit ihrem überteuerten Bürokratenapparat zuviel Zentralismus und zu wenig Demokratie. Wieso redet darüber niemand. Nur in Faschingsreden regen sie sich über die Krümmung für Gurken und Bananen auf. Aller Unsinn wird in Brüssel für viel zu viel Geld beschlossen. Doch ihre Aufgabe, die Ausgaben der Milliarden in Griechenland oder in Italien zu überwachen und ihre sachgerechte Verwendung durchzusetzen, die erledigen sie nicht. Mit Einführung des EURO haben sie eine Angleichung der Wirtschaften versprochen. Es ist auseinandergegangen. Aber die Herrschaften in Brüssel waren ja mit Bananen beschäftigt. Ich kann gut nachvollziehen, dass die urdemokratischen Briten davon die Nase voll hatten. Denen gings halt nicht nur ums Geld. Denen ging es darum, sich nicht scheibchenweise ihr Selbstbestimmungsrecht klauen zu lassen von Bürokraten, die nur am grünen Tisch hocken.

Kommentar von Laubmantel ,

Alles richtig - nur dann müsste an die Stelle des Kapitalismus was treten - ein Nationalismus?

Kommentar von berkersheim ,

Ich denke nicht in Ismen! Diese Politkeulen kannst Du getrost stecken lassen. Von denen halte ich nichts.

Kommentar von Laubmantel ,

Ich weiß Herr Berkersheim, Sie "denken" (reagieren eher reflexhaft) eher sehr schlicht und trivial - so wie ihre simplifizierte Argumentation gegen Adorno schon zeigte - aber gerade dafür bietet ja ein solches Plattform ihnen hier einen Bühne - wo auch sonst?

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Was ich in der Brexit-Diskussion so erstaunlich finde: Es geht nur ums Geld - und nicht selten die angeblichen finanziellen Vorteile von Großbritannien. Die waren neben Deutschland die größten Nettozahler, d.h. haben mehr eingezahlt als rausbekommen.


Die Zahlungen an die EU alleine darf man nicht sehen. Wesentlich ist, dass GB gesamtwirtschaftlich von der EU profitiert - wie auch Deutschland als größter Nettozahler.

Aber es gibt in der Tat mehr als nur Geld: viele Freiheiten und Rechte im ganzen EU-Gebiet fallen für die Briten nach ihrem Austritt weg.

Jetzt stehen wir alleine da gegen die Front der geldgierigen Schuldenländer.


Ja, auf solche Emotionen weckenden Propagandaargumente sind auch die Brexitbefürworter hereingefallen.

Aber alle, die ständig die "heilige Demokratie" im Munde führen, sprechen nicht davon, dass die britischen Politiker den Mut hatten, in einer entscheidenden Zukunftsfrage, das Volk zu fragen.


Ja, zugegeben, den "Mut" hatten sie - und haben lernen müssen, dass ein hochemotionalisiertes Volk nicht nur fatale außenpolitische Entscheidungen fällen, sondern mit seiner Entscheidung sogar sein eigenes Land zerstören kann. Herzlichen Glückwunsch für soviel Mut!  :-))

Statt Mut hätte man den britischen Politikern Vernunft wünschen sollen!

Das ist uns in Deutschland verwehrt.


In der Tat! Das unterscheidet die deutschen von den britischen Politikern: sie haben sich für Vernunft und Mut entschieden.

Wir wählen Sprechblasen und die werbemäßig verkauften Politiker machen dann über unsere Köpfe, was sie wollen und wundern sich über Politikverdrossenheit und AfD.


Solche Pauschalurteile, die ein Volk emotionalisieren, sind der Beweis dafür, dass sich unsere Verfassungsgeber 1949 vollkommen richtig entschieden haben.

Übrigens ist es jedem unzufriedenen Bürger möglich und erlaubt, sich politisch einzubringen und sich für demokratische Verbesserungen zu engagieren.

In Deutschland haben wir es NIE selbst zur Demokratie geschafft. Sie musste uns von außen aufgegeben werden. Und ausgerechnet die Deutschen spielen sich als Lehrmeister auf.
Ein Land, in dem die Politiker ihr eigenes Volk überrollen und enteignen und als Unmündige behandeln.


Ohne propagandistische Seitenhiebe geht es wohl nicht?  :-/

Jedenfalls ist der historische Exkurs misslungen. Die Weimarer Reichsverfassung haben die Deutschen aus eigener Kraft geschaffen, und damals war sie eine der besten und fortschrittlichsten Verfassungen. Die Weimarer Republik setzte die Demokratisierung des späten Kaiserreiches fort und war eine repräsentative und parlamentarische Demokratie.

Nur, die in Brüssel hat niemand demokratisch gewählt.


Ist das Unkenntnis oder bewusste Irreführung?

Das EU-Parlament ist demokratisch gewählt. Der Europäische Rat und der Rat der Europäischen Kommission besteht aus in den EU-Mitgliedsländern demokratisch legitimierten Persönlichkeiten.

Und jetzt kommen die Briten. Denen war das Hineinregieren aus Brüssel mit ihrem überteuerten Bürokratenapparat zuviel Zentralismus und zu wenig Demokratie. Wieso redet darüber niemand ... Ich kann gut nachvollziehen, dass die urdemokratischen Briten davon die Nase voll hatten.


Man kann über Defizite der EU diskutieren. Dass aber "urdemokratische" Gesinnung bedeuten soll, vor Schwierigkeiten, Problemen bzw. Fehlentwicklungen sang und klanglos zu kapitulieren, das Kind mit dem Bade auszuschütten und aus Angst vor dem vermeintlichen "Tode" auch noch staatlichen "Selbstmord" zu begehen, wenn das britische "Urdemokratie" sein soll, dann: Nein danke!!!







Kommentar von berkersheim ,

@ArnoldBentheim

Nur zur Aufklärung: Die in Brüssel sind NICHT das EU-Parlament. Das sitzt bekanntlich in Straßburg! Und es hat kein Recht, Gesetzesvorlagen einzubringen. Das steht nur der Bürokratie in Brüssel zu. Die in Straßburg dürfen nur quasseln! Ansonsten - warten wir mal ab, wer hier den Selbstmord begeht!

Kommentar von Crack ,


Ansonsten - warten wir mal ab, wer hier den Selbstmord begeht!

Sicher ist das zu früh,
sieh Dir doch aber nur einmal die ersten Anzeichen an:

  • Pfund fällt auf den tiefsten Stand seit 40 Jahren
  • Börsenkurse rutschen massiv ab

Und weil Du ja nicht nur etwas vom Geld hören wolltest:

  • Schottland bereitet den Austritt aus dem Königreich vor
  • Nordirland könnte folgen

In Großbritannien mehren sich mittlerweile die Stimmen die den Brexit verhindern wollen, es wird sogar davon gesprochen das Referendum zu wiederholen. Von den Brexit-Befürwortern hört man dagegen im Moment nicht sehr viel. Und während Brüssel schon auf einen schnellen Austritt drängt scheint London jetzt auf Zeit zu spielen...

Ist da in GB etwa ein Umdenken im Gange?
Hat man vielleicht zu viel "Mut" bewiesen und gerät jetzt in Panik weil man etwas angestoßen hat dessen Tragweite man aber nicht bedacht hatte?

Es ist pure Augenwischerei wenn man sagt das GB eine gute Entscheidung getroffen hat.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

@Crack

Danke für die präzise Zusammenfassung der derzeitigen Situation in GB!  :-)

Kommentar von lupoklick ,

Es wäre für beide Seiten gut gewesen, wenn GB 1973 nicht der EU beigetreten wäre. 

Damals sah ich das als Kind einer "Europastadt" anders....

---- Eine "EHE", in der es dem einen Partner NUR um Geschenke und Finanzen geht, ist zwar möglich. aber nicht "lebenswert" ---- wie Loriot mit seinem MOPS anschaulich vergleicht,,,,,

 (wobei ich der Mehrzahl einen leichten Vorsprung geben würde....)

Kommentar von ArnoldBentheim ,

@berkersheim

Nur zur Information: Viele Menschen meinen mit dem Begriff "Brüssel" schlichtweg die EU. Ich nehme zur Kenntnis, dass du tatsächlich die Stadt Brüssel gemeint hast.

Nun zur Aufklärung: Unter der Überschrift "Parlament und Ministerrat als Gesetzgeber" findet man in der unten zitierten Belegstelle Ausführungen zu den Rechten des Parlamentes, sich an der EU-Gesetzgebung zu beteiligen. Gewiss hat das Parlament (noch) kein direktes Initiativrecht, aber zumindest ein indirektes (s. u.)!

Für die meisten Politikbereiche schreibt der EG-Vertrag das Mitentscheidungsverfahren vor. Parlament und Rat erlassen dabei gemeinsam die Gesetze. Die Vorschläge entwirft in der Regel die Kommission. Rat und Parlament können die Kommission auch zu solchen Initiativen auffordern.


Zitat aus: http://www.europarl.de/de/europa_und_sie/das_ep/gesetzgebungverfahren.html
Kommentar von Kenfmisttoll ,

"Jetzt stehen wir alleine da gegen die Front der geldgierigen Schuldenländer."

Deutschland hat nicht 1 cent an Griechenland bezahlt.

Antwort
von erikology, 40

Die sind dann halt 'n eigenständiges Land und nimmer an die EU gebunden.

Kommentar von Genoraldix ,

Zu diesem "eigenständigen" Land gehörte noch vor hundert Jahren ein Drittel der ganzen Welt. Das darf man nicht vergessen, wenn man diesen zugegeben drastischen Schritt der Briten verstehen will.

Kommentar von Crack ,

Und möglicherweise wird es jetzt noch kleiner...

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