Als ich vor ein paar Tagen wegen einer Routineuntersuchung im Krankenhaus war, würden radiologische Aufnahmen angefertigt (MRT), die dann aber zu einem anderen Arzt (in einem anderen Krankenhaus) geschickt wurden, der sie auswertet. Man sagte mir, das nennt sich "Telemedizin" (und in diesem Fall "Teleradiologie"). Warum genau macht man das? Wie sieht es aus mit der medizinischen Qualität?
Bei meiner Gynäkologin ist es so, daß man die Wahl (und auch die zusätzlichen Kosten) hat, daß die Mammografiebilder zusätzlich von einem Radiologen ausgewertet werden.
Für nicht jedes Krankenhaus lohnt sich die Anstellung eines Radiologen, weshalb man Kooperationen mit anderen Leistungserbringern eingeht, die dann die Bilder auswerten. So muss da Krankenhaus "nur" ein CT oder MRT aufstellen, eine medizinsch technische Assistentin einstellen und kann die Untersuchung anbieten. So ist für die Bürger eine flächendeckende Versorgung gesichert. Mit Qualitätseinbußen muss man nicht rechnen, die Bilder werden von Experten ausgewertet.

Telemedizin ersetzt nur den Radiologen vor Ort, hat keinerlei Einschränkungen in der Qualität, denn der Radiologe befundet nur das Bild und braucht den Patienten nicht dazu. Problematischer ist die Videomedizin, die z.B. aufgrund fehlender flächendeckender Neurologien in Bayern in der Schlaganfallsbehandlung praktiziert wird. Hierzu wird der Patient vom jeweiligen Krankenhaus per Videotelefonie den Spezialisten vorgestellt. Noch viel schlimmer wäre es allerdings ohne Fachmeinung.
Eine Mammographie sollte immer von einem Radiologen gemacht und ausgewertet werden.Es ist sein Fachgebiet. Eine Gynäkologin hat nur wenig Ahnung davon.
Eine Gynäkologin hat genügend Ahnung davon, aus rechtlichen Gründen muß ein Röntgenbild vom Radiologen befundet werden!