Frage von lToml, 88

Welche Vorteile haben die Engländerdurch den EU Austritt?

Warum hat sich die Mehrheit dafür entschieden, wenn es doch angeblich so schlecht für die WlEU und England ist?

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 20

Gar keine.

Die Mehrheit hat sich von nationalistisch-hinterwäldlerischen und rassistisch motivierten Wunschträumen von einer Wiedererlangung jener Größe verwirren lassen, die das "Britsh Empire" mal besessen hat.

Wenn die aufwachen, werden sie lediglich noch Kleinengland ohne Schotten und Nordiren vorfinden...


Antwort
von JesterFun, 65

Sie müssen sich nicht mehr an EU Regelungen halten. Sie können jetzt wieder Glühbirnen in ihre Fassung schrauben ;)

Kommentar von tevau ,

Können sie nicht, weil die Glühbirnen wegen des kleinen Marktes und entsprechend geringen Produktionszahlen viel zu teuer werden, und außerdem die Briten weniger Geld in der Tasche haben werden, um den hohen Strombedarf für die Glühbirnen zu bezahlen. Und mit einem schwachen Pfund wird die Energie ohnhin viel teurer werden für die Briten.

Andererseits sparen die Briten zukünftig ja viel Geld: Den Urlaub auf den spanischen Inseln können sie sich sowieso nicht mehr leisten. Abgesehen von den scharfen Grenzkontrollen... :-)

Kommentar von JesterFun ,

Ob sie es tun ist eine ganze andere Frage ^^ Aber sie dürften es eben ;)

Kommentar von tevau ,

Jo, und genau auf dem Glühbirnenniveau habe die Austrittsbefürworter wohl auch gevotet... :-)

Kommentar von JesterFun ,

Sag ich doch! Alles nur wegen den Glühbirnen! ;)

Kommentar von tevau ,

:-))

Antwort
von voayager, 11

Welche Vorteile haben schon die sogenannten kleinen Leute von der EU bis jetzt gehabt? Keine! Hat die EU die Arbeitslosigkeit wirksam bekämpft? Nein. Hat die EU die Sozialleistungen erhöht? Im Gegenteil sie faller immer geringer aus. Ist die Schere zwiswchen Arm und Reich mehr zusammengeklappt worden? Im Gegenteil, sie klappt immer mehr auseinander, die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer, das haben selbst bildungsferne Menschen ganz gut begriffen.

Antwort
von Almalexian, 58

Weil die meisten die dagegen gestimmt haben den Vorgang nicht durchschauen. Es gibt ein paar Vorteile, natürlich, aber im Vergleich zu den Nachteilen verblassen die. Wirklich von dem Brexit profitieren werden nur wenige. das sieht man übrigens auch daran dass seriöse Zeitungen wie der Guardian gegen den Brexit waren, die Boulevardpresse wie die The Sun (englische BILD) für den Brexit.

Kommentar von DerKleineRacker ,

Wirklich von dem Brexit profitieren werden nur wenige. das sieht man übrigens auch daran dass seriöse Zeitungen wie der Guardian gegen den Brexit waren, die Boulevardpresse wie die The Sun (englische BILD) für den Brexit.

Ich wüsste nicht was das beweisen sollte. Die Klatschpresse schlägt sich traditionell an die Seite des einfachen Mannes und seiner Sorgen, eben die demographische Gruppe die eher für einen Brexit stimmt. 

Kommentar von Almalexian ,

Der einfache Mann heißt allerdings nicht umsonst so. Er versteht es wenn man ihm sagt, dass er regelmäßig Millionen zahlen muss, aber es hakt wenns darum geht über welche wirtschaftlichen Einflüsse sich diese Gelder in GB bemerkbar machen.

Antwort
von DerServerNerver, 52

Wenn sie jetzt ein paar Freihandelsabkommen bzw. Ein großes mit der EU machen, haben sie alle Vorteile der EU, nur ohne den Klotz am Bein und ohne Bevormundung.

Kommentar von tevau ,

Die Bevormundung haben sie auch in Zukunft, oder macht die britische Regierung vielleicht keine Gesetze, denen die Bürger folgen müssen?

Für den Normalbürger ist es doch völlig wurscht, ob in Brüssel oder in London etwas vorgegeben wird. Der einzige Unterschied ist die nationale Denke.

Kommentar von DerServerNerver ,

Das Nationalparlament kann aber eigene Interessen verfolgen, während im EU-Parlament immer "die anderen" in der Mehrheit sind. Und um fair zu sein, aus Brüssel kommt schon eine Menge (undurchsichtig beschlossener) Schwachsinn.

Kommentar von Almalexian ,

Und die nationale Gesetzgebung verfolgt immer das Eigeninteresse des einzelnen Bürgers oder wie?

Kommentar von tevau ,

@DerServerNErver: Dass aus Europa meistens Unsinn kommt,  dachte ich auch mal. Aber die meisten Regeln aus Brüssel fand ich bei näherer Betrachtung ziemlich sinnvoll. Leider wurde vieles in Stammtischmanier durch Falschinfo diskreditiert. Zum Beispiel, dass nur Gurken mit einem maximalen Krümmungsgrad verkauft werden dürfen. Absoluter Quatsch. Es dürfen alle Gurken verkauft werden. Nicht die Produkte wurden vereinheitlicht, sondern deren Handelsklassifizierung. Damit hatten Händler und Verbraucher in ganz Europa die Sicherheit, bei gleicher Bezeichung auch das gleiche zu bekommen, was Preisvergleiche ermöglicht und den Markt transparenter macht.

Auch sonst haben Verbraucher Europa einiges zu verdanken: Z.B. die Begrenzung der Handykosten im Urlaub. Das war früher echt teuer, und die Nationalparlamente hatten ja überhaupt kein Interesse daran, das kundenfreundlicher zu machen, denn die haben ja daran verdient.  

Und dass nationale Parlament transparenter und vernünftiger entscheiden, kann ich nun gar nicht nachvollziehen. Ich denke mal an die Mehrwertsteuererleicherung für das Hotelgewerbe in Deutschland. Wie das wohl zustandegekommen ist.

Also wenn man Deine Logik zuende denkt, dann sollte man doch bitte auch nationale Parlament zugunsten von Kreisparlamenten auflösen. Dann hat bald jede Ortschaft ihr eigenes Steckdosensystem...

Kleinstaaterei des 18. Jahrhunderts... Gewinnen tun die Amis, die Russen und die Chinesen...  


Kommentar von Unsinkable2 ,

Und um fair zu sein, aus Brüssel kommt schon eine Menge (undurchsichtig beschlossener) Schwachsinn.

Auch an dieser Stelle spuckst du auf die Falschen, @DerServerNerver ... naja, fast jedenfalls.

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So hat beispielsweise die berühmt-berüchtigte "Gurken-Regel", also die Vorgabe, wie krumm bzw. lang eine Gurke sein darf, vor allem der deutsche COOP-Konzern durchgesetzt, um seine Warenflüsse zu optimieren.

Die Schuld in Brüssel ist lediglich, dass man so dumm war, zu glauben, was der Konzern versprach: Nämlich mehr Gurken im EU-Transport = billigere Gurken.

Und auch die bekannte "Glühlampen-Reform" ist auf eine Initiative der Lampen-Hersteller-Lobby zurückzuführen: Glühlampen brachten einfach nicht den gewünschten Gewinn. Also wurden eine Regel erfunden, die mehr Gewinn versprach. 

Und auch hier ist die Schuld in Brüssel lediglich, dass man wieder einmal glaubte, was die Hersteller sagten; nämlich, dass es "viel ökologischer sei", und dass es "auf lange Frist für den Verbraucher viel billiger sei"...

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Dieses Muster wiederholt sich tausendfach. Immer ist es der gleiche Ablauf: 

  1. Eine reiche und mächtige Lobby setzt sich für irgendwas ein, das der Industrie nutzt.
  2. Sie verkauft das als "für den Verbraucher vorteilhaft".
  3. Die Politik fällt - so wie du auch - darauf herein.
  4. Die neue Regel wird in Brüssel beschlossen.
  5. Alle glauben, es wären die "doofen Bürokraten in Brüssel" gewesen, die sich den Mist ausgedacht haben...
Kommentar von AnonYmus19941 ,

Die Frage ist, ob die EU das will. Um genau zu sein, ist das eigentlich keine Frage - sie will nicht. GB ist ohne die EU deutlich schlechter dran als die EU ohne GB, und dass will man die Briten spüren lassen.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Wenn sie jetzt ein paar Freihandelsabkommen bzw. Ein großes mit der EU machen, haben sie alle Vorteile der EU, nur ohne den Klotz am Bein und ohne Bevormundung.

Das ist völlig richtig. Doch dazu gehören zwei. Und die EU müsste mit dem Klammerbeutel gepudert sein, darauf einzugehen,

Es wird also tatsächlich das Gegenteil eintreten, denn die EU kann ohne Großbritannien, aber Großbritannien kann nicht ohne die EU.

Damit befindet sich Großbritannien in der beschissensten Ausgangssituation für Verhandlungen, die man sich denken kann.

Beispiel: Stelle es dir vor, wie einen Drogensüchtigen (Großbritannien) und einen Drogendealer (EU). Der Drogendealer kann seinen Stoff überall verticken. Doch der Drogensüchtige ist auf den Dealer angewiesen, um seinen Stoff zu bekommen.

Wer hat die bessere Position? 

Ganz besonders gilt das, da die USA und Kanada - beide sehr wichtige Handelspartner von Großbritannien - bereits angekündigt haben, dass sie an einem "Einzelmarkt Großbritannien" nicht das geringste Interesse haben und im Falle des Ausstiegs Großbritanniens lieber mehr mit der EU als Ganzes handeln wollten.

Kommentar von atzef ,

In einem Freihandelsabkommen müssen die Briten nach dem Motto "Brite, friß unsere Bedingungen oder exportier deine Waren nach Grönland" EU-Diktate schlucken, ohne auf ihre Gestaltung sonderlich Einfluss nehmen zu können. Der Fall eines klassischen Eigentores aus purer nationalistischer Dummheit!

Kommentar von DerServerNerver ,

@Unsinkable2, dass ich darauf "hereinfalle" kann ich nicht bestätigen. Klar steckt da viel Lobbyismus drin, aber ich werde doch wohl "mein" Parlament dafür kritisieren dürfen, auf den Lobbyismus hereinzufallen. Meiner Meinung ist es nicht damit getan, zu sagen Brüssel trifft keine Schuld, weil Großkonzerne Lobbyarbeit betrieben haben. Denn es ist genau die Verantwortung eines jeden Abgeordneten solche aus der Industrie kommenden Ideen kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zu stoppen. @atzef, @Unsinkable2, @AnonYmus19941, ich bin auch der Meinung, dass Europa den Briten erstmal die kalte Schulter zeigt, würde man ihnen jetzt wirklich mittels Freihandelsabkommen ein "EU-Plus" bieten, würde man damit ja nur andere wirtschaftlich starke Mitglieder zum Austritt ermutigen und sich so von innen heraus zerstören. @tevau, da hast du recht, die EU hat auch viel positives für Verbraucher bewegt (P.S. hat eigentlich mal jemand wieder was von der Vereinheitlichung von Handyladesteckern gehört, die ja 2017 kommen sollte) und auch die Nationalen Parlamente sind stark von Lobbyarbeit betroffen und bei weitem nicht die idealen Entscheidungsträger, die sie sein sollten. @Almalexian, Nein, aber wenigstens das Interesse der nationalen Wirtschaft.

Antwort
von AnonYmus19941, 46

Sie müssen keine Flüchtlinge mehr aufnehmen, und das ist nach ihrer Ansicht ein Vorteil.

Kommentar von tevau ,

Mussten sie auch in Europa nicht. Eine wirksame Verteilungsregelung hat Europa ja nie zustandegebracht.

Und die Verantwortung für Flüchtlinge und andere internationale Aufgaben werden die Briten wie jedes andere zivilisierte Land in dieser Welt auch ohne EU nicht los. Ansonsten würden sie noch weiter isoliert...

Kommentar von DerKleineRacker ,

Neben den Flüchtlingen war auch die EU Binnenmigration auf Zwang ein Thema, so kamen z.B. extrem viele Polen ins Land, was nicht nur Freude hervorgerufen hat.

Der Druck, Asylbewerber aufzunehmen, dürfte mit dem Austritt deutlich nachgelassen haben.

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