Frage von ZwergYolo, 36

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen um eine Selbsthilfegruppe zu gründen?

Antwort
von Turbomann, 22

@ ZwergYolo

Du solltest da schon an einiges denken, denn es ist ja auch eine finanzielle Seite mit eingebunden. Hier kannst du dir mal einige Anregungen holen, wenn du das richtig aufziehen willst.

http://www.a-connect.de/shg.php und hier hast du noch einen Link

http://www.koskon.de/fileadmin/downloads/2014-07-08-Starthilfe-Gesamtmappe.pdf

Ein Selbsthilfegruppe soll zur Selbsthilfe dienen, aber je nachdem was für Gruppe du gründen willst, werdet ihr früher oder später auch mal Fachleute zu eurem Thema einladen, die auf dem neuesten Stand sind. Oder die Vorträge halten für Betroffene.

PS: der zweite Link wird für dich wahrscheinlich eher infrage kommen.

Expertenantwort
von Dirk-D. Hansmann, Unternehmensberater, 8

Bevor man selber gründet, da wäre es vielleicht hilfreich sich über das zu informieren, was in anderen Gruppen so gemacht wird. Wenn das nicht schon passiert ist.

Und man sollte sich vorher klar sein, wie das ganze konzeptioniert sein soll. Eine Selbsthilfegruppe bei Rückenproblemen, die nur da sitzt ist kontraproduktiv. Und wenn Depressive sich gegenseitig ihre Symptome erzählen finde ich das auch nicht lustig.

Also nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten. Natürlich kann es immer mal sinnvoll sein über Symptome zu sprechen oder in einer Art zusammenkommen wie gerade genannt die Rückenleidenden. Aber man sollte dann schon einen Grund haben. Also eine bestimmte andere Wirkung erzielen wollen.

Bei Rückenkranken vielleicht ein Vortrag über die Auswirkungen der Psyche auf den Schmerz. Oder wieder bei den Symptomen, kann es natürlich den Stand oder die Schwere des eigenen geschilderten Problems ermöglichen. Dazu könnten andere Erfahrungen nennen, wie sie etwas in den Griff bekommen haben.

Das Problem für viele Menschen ist allerdings der Transfer. Also die Anregungen in der Tiefe ergründen und dann auf sich selbst anwenden. Schließlich darf man nicht gegenseitig an sich rumtherapieren.

Und hier komme ich wieder zum Anfang zurück: Solche Dinge sollte man vorher mal erfahren haben. Also wie es einem selbst erging - In einer solchen Gruppe. Wobei es schwer wird, wenn man eine gute Gruppe gefunden hat, dann das Konzept einfach zu übernehmen.

Ein bestehendes Konzept muss ja irgendwie mit Leben erfüllt werden. Wenn man damit keine Erfahrungen hat, dann ist das beste Konzept nur wie ein leeres Blatt Papier.

In einem solchen Fall sollte man sich vielleicht stärker in der bestehenden Gruppe engagieren. Sei es um die Gruppe als solche zu stützen, bisherige MacherInnen zu entlasten oder eine größere Kapazität zu ermöglichen.

Ist das nur für eine Zeit - zum Beispiel wegen Entfernungen - möglich. Dann kann man ja auch dieses tatsächlich als Hilfe für die eigene Gruppengründung nutzen.

Zusätzlich kann man noch andere Gruppen - die mit der eigenen Problemstellung nichts zu tun haben - als Vorbild nehmen. Beispielsweise ist das Vorgehen in den Gruppen der Anonymen Alkoholiker bekannt, dass sich die Leute dort einen Paten suchen.

Eben um eine ständige Ansprechperson zu haben. Damit sollen Rückfälle verhindert werden oder geholfen werden in bestimmten Situationen einfach jemanden fragen können. Macht in der starken Form einer Patenschaft vielleicht nicht immer Sinn, ist vielleicht auch je nach Krankheit gar nicht möglich. Aber wenn es Sinn macht - klauen!

Und immer wieder: Auch selber positiv denken. Also nicht, dass man dieses oder jenes Problem hat. Oder sich gestraft fühlt mit einem nahen Angehörigen. Akzeptieren, dass eine Belastung da ist. Die Belastung selber für reduzierbar halten. Selber Wege im Umgang suchen.

Ziel jeder Gruppe sollte sein, dass sich die Gruppenmitglieder aus der Gruppe verabschieden. Natürlich wird es immer notwendig sein, dass man neue Leute braucht, die auch Verantwortung übernehmen. Einladungen schreiben. Nachfragen wenn jemand nicht mehr kommt usw.

Doch das kann in den meisten Fällen auch ein Teil von Selbsttherapie sein. Wenn ich was für die Gruppe mache, spüre ich da meine Rückenprobleme? Stärker oder schwächer oder bleiben sie unbeeinflusst? Was bedeutet dies?

Nun hast Du Dein Thema nicht genannt. Wäre gern konkreter in den Beispielen. Bei Interesse melden.

Antwort
von Seanna, 11

Leider gar nichts. Nicht mal (nachgewiesen) Ahnung vom Thema um das es geht.

So werden die meisten Selbsthilfegruppen dann auch geführt: Ahnungslos, selbst zu sehr (emotional) beteiligt und keinen Schimmer von Gruppendynamik und Gruppenführung.

Führt fast durchgehend dazu, dass die Gruppenstunden zum kollektiven Dekompensieren genutzt werden, die Leiter überfordert sind und nach bezahlter, aber in dem Fall ebenfalls nutzloser Supervision schreien (weil eben selbst beteiligt, gleiches Problem und null ausgebildet) und nach und nach Leute die Gruppe verlassen weil es ihnen hinterher schlechter geht als vorher.

Kommentar von Turbomann ,

@ Seanna

Stimmt so nicht ganz und User Dirk-D. Hansmann, hat das ganze noch auf den Punkt gebracht.

Viele stellen sich das so einfach vor. Einfach zusammenhocken und quatschen, jeder jammert vor sich hin, dann ist der Zweck verfehlt.

Die Anregung von User Dirk-D.Hansmann, sich erstmal selber ein Bild bei anderen SHG (Selbsthilfegruppen) zu machen, zu schauen wie läuft das ganze ab, ist sinnvoll.

Es gibt auch Verbände von SGH die neue Gruppen unterstützen.

Nur wenn diejenige Person die eine SHG gründen will sich selber vorher gründlich informiert, wie man eine Gruppe richtig leitet wird ein guter Schuh daraus.

Eine SGH zu gründen und zu leiten, bedeutet aber auch viel Arbeit. Man muss sich um Räume kümmern, evtl. schauen wo man über Verbände, Krankenkassen und Öffentliche Stellen evtl. Spenden herbekommt, denn eine Gruppe zu leiten kostet auch Geld. Dann braucht man einen Schriftführer, denn evtl. Spendengelder muss man auch anmelden und und.

Schliesslich sollen sich Betroffene zwar schon untereinander helfen, aber eine Gruppe soll zur Selbsthilfe dienen, damit man irgendwann mit seiner Krankheit auch ohne Gruppe leben kann.

In einem stimme ich dir zu. In vielen Gruppen jammern die Kranken und tun selber nichts, damit es ihnen besser geht. Der Kranke (Betroffene) muss selber auch etwas unternehmen und sich nicht nur auf den Austausch zwischen den Gruppenmitgliedern verlassen.

Dann ist eine SGH hilfreich, um sich auszutauschen und mal den einen oder anderen hilfreichen Tipp auszuprobieren.

Antwort
von UnicornLover88, 21

Man braucht nichts, außer Probleme über die man spricht.^^ ..und Leute die das selbe Problem haben.

Antwort
von BesterMieter, 13

keine, das ist an gar keine auflagen gebunden

du musst kein gewerbe anmelden, keinen verein gründen, du kannst das einfach so machen

Antwort
von Griesuh, 16

Sachverstand und fundiertes Wissen zum Thema um das es gehen soll.

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