Frage von Jersey11, 71

Welche Voraussetzungen muss eine neue Partei mitbringen, um das vorhandene System zu durchbrechen?

Die AfD war 15%+ Deutschlandweit in Umfragen teilweise nah dran, aber bis 2017 ist die Partei vermutlich erledigt. Jetzt meine Frage: Welche Voraussetzungen muss eine Partei mitbringen, um das vorhandene System zu durchbrechen? Die "etablierten" Parteien haben quasi alle Medien hinter sich, da ist die Richtung der Partei (Rechts/Links) zweitrangig, die werden trotzdem nieder geschrieben. Und ohne positive Schlagzeilen funktioniert heutzutage kaum etwas.

Antwort
von teafferman, 5

Willst Du dieses Syste:m durchbrechen:

Artikel 20

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Oder Worum geht es Dir?

Papier ist geduldig. Und ein Artikel ebenso wie ein Gesetz wird erst dann lebendig, wenn die Menschen es leben. Dazu ist eine Mehrheit in diesem Staat zu faul. Es wird lieber gegen als für gekämpft. 

Beispiel gefällig? 

Nehmen wir die letzte Silvesternacht. Abgesehen von dem sehr großen Skandal, dass angeblich absolut keine Überwachungskamera lief und kein Mensch ein Handy nutzte, lassen wir uns wie tote Gegenstände das Märchen aufbinden, erst in dieser einen Nacht wäre es zu sexuellen Übergriffen und anderen Straftaten gekommen. 

Tatsache ist, dass Straftaten bei Massenveranstaltungen vorkommen, denn Kriminalität gehört zu den menschlichen Charaktereigenschaften. 

Und dann frage ich mich ernsthaft: Waren keine Deutschen bei diesen Feiern? Muss ja wohl so gewesen sein, wenn das BKA uns weis machen will, dass angeblich fast nur ausländische Straftäter aktiv waren . Dabei zeigt uns jahrzehntelange Statistik, dass vor den nun auf der Flucht befindlichen Menschen Kriminalität vorkam. Und zwar nicht zu knapp.

Und dann stellt sich weiter die Frage: Haben alle Deutschen weggesehen, als es zu solchen Straftaten kam? Muss wohl. Und nun schimpfen sie über die ach so bösen Ausländer. 

Sich FÜR geltendes Recht einsetzen war und ist also eine Zumutung. Sich GEGEN Mitmenschen aufstellen, die auch vor deutscher Massenvernichtungsbeteiligung flüchten, dem ihnen gestohlenen Essen folgen, das geht. 

Antwort
von Thelostboy342, 22

Warum denkst du, dass die AfD erledigt ist?
Ich denke besonders in naher Zukunft wird sie enorm erstarken, bei dem was in Europa so abgeht.
Ich sage nicht dass ich dies gut finde, jedoch ist es höchst wahrscheinlich so!

Kommentar von Jersey11 ,

Na ja, die nehmen sich gegenseitig auseinander, siehe Badem-Würtemberg. 

Antwort
von PurpurSound, 17

Gewachsene und weitgehend stabile systeme ändern sich i.d.r. nur in kleinen schritten über lange zeit.

Einen tatsächlichen systemwechsel im hauruck-verfahren kann demnach keine neue partei leisten, zumal sich in unserer gesellschaft zu viele systemkomponenten trotz aller mängel bewährt haben.

Was dir vorschwebt, dazu bräuchte es von innen einen putsch oder eine revolution bzw. Von aussen eine plötzliche veränderung (naturereignis, migrationsflut o.ä.).

Kommentar von voayager ,

zumal sich in unserer gesellschaft zu viele systemkomponenten trotz aller mängel bewährt haben.

Bewährt für Wen?

Kommentar von PurpurSound ,

In der öffentlichen meinung mangels überzeugender alternativen...

Antwort
von Maxieu, 23

Das System, das du in deiner Frage voraussetzt, gibt es nicht.

Die AfD ist auch gar keine "Anti-System"-Partei, sondern schlägt nur in einigen Bereichen eine andere als die zur Zeit von der Parlamentsmehrheit praktizierte Politik vor.

Eine "neue Partei" dürfte einerseits keine Ein-Punkt-Partei sein noch dürfte sie sich andererseits aus Furcht, als so eine dargestellt zu werden, vorschnell programmatisch überfrachten, wie es die AfD in fast schon karikaturaler Weise getan hat.

Sie müsste nicht nur auf die schlagzeilenträchtigen Fragen der letzten Monate und Jahre (Euro/ EU/ Zuwanderung/ Islam) sondern auch auf die traditionellen sozialen Fragen Antworten finden, die tendenziell mehrheitsfähig sind.

Ich denke da an konkrete Vorschläge zur Sicherung des Rentenniveaus oder zur Verhinderung des Anstiegs des Zusatzbeitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung und Ähnliches.

Die AfD hat auf diesem Gebiet bislang völlig versagt und sich stattdessen in wenig sachkundiger und fast schon weltfremder Weise etwa um die deutsche Fußball-Nationalmannschft gekümmert. Teile der Partei pflegen eine "patriotische" Folklore, die außerhalb ostdeutscher Kleinstädte, die alle Hinterm Berge oder Hinterm Deich heißen, nur noch peinlich ist.
Kein Wunder, dass sie in den Meinungsumfragen zurückfällt.


Kommentar von BTyker99 ,

Nur weil Frau Storch einen medial verbreiteten Tweet über die Nationalmannschaft getweetet hat, muss man das nicht so in den Mittelpunkt rücken.

Die Umfrageinstitute können auch versuchen, eine sich selbst erfüllende Prophezeihung zu erschaffen, da sie davon ausgehen können, dass ein paar "Schafe" ihre Meinung nach der Mehrheit drehen, und sich so bei vermeintlich schlechten Werte ebenfalls von der AfD abkehren könnten.

Kommentar von Pr1nzAlbert ,

Das System, das du in deiner Frage voraussetzt, gibt es nicht.

Genauso wie es selbstverständlich auch keine Mafia gibt und wie die Erde eine Scheibe ist.

Kommentar von PurpurSound ,

Natürlich gibt es das politisch-gesellschaftliche system! Weiss ja nicht was du unter "system" verstehst!?

Kommentar von Maxieu ,

Und der Fragesteller, weiß nicht, was er selbst unter "System" versteht. Er nennt es deshalb in aller Unklarheit "das vorhandene".
Thematisiert wird von ihm nur eine irgendwie geartete engere Verbindung zwischen Parteien und Medien.

Ob sich damit für ihn die Systemfrage bereits erschöpft, ob er vielleicht ein Feind der Demokratie ist, ob er tiefere Einsichten in einen systematischen Zusammenhang von politischer und wirtschaftlicher Organisation und einem allgemeinen kulturellen Klima hat, verrät er uns nicht. Ein solcher Zusammenhang wäre jedenfalls nicht einfach "vorhanden", sondern müsste erklärt werden.
Egal, was dabei herauskäme: Ihn "durchbrechen" zu wollen, wäre eine apokalyptische Aufgabe.

Antwort
von pythonpups, 37

Wenn man Anlass für positive Schlagzeilen gibt, wird man auch welche bekommen. Die Presse in Deutschland ist im Vergleich zu vielen anderen Ländern unabhängig. Sie steht nicht hinter den etablierte Parteien sondern versucht - mit wenigen Ausnahmen - wahrheitsgetreu zu berichten.

Kommentar von willom ,

Sie steht nicht hinter den etablierte Parteien sondern versucht - mit wenigen Ausnahmen - wahrheitsgetreu zu berichten.

Darüber kann ich nicht mal mehr lachen......

Kommentar von pythonpups ,

Ja, komm, dann lass Deine Verschwörungstheorien mal vom Stapel...

Kommentar von Jersey11 ,

Wie kommst Du auf die Idee, das sei eine Verschwörung? Hier mal am Beispiel der SPD gezeigt. 

 Medienbeteiligungen der DDVG (SPD):

Die „dd.vg“ ist an folgenden Verlagshäusern beteiligt, deren wichtigste Medienprodukte in Klammern angegeben werden:

„Westfälische Verlagsgesellschaft mbH“ mit 100%: ist mit 13,1% an dem „Zeitungsverlag Westfalen GmbH & Co. KG“ in Dortmund beteiligt (Westfälische Rundschau)

„Oliva Druck- und Verlagsgesellschaft mbH“ mit 100%: ist mit 32,5% an der „Cuxhaven-Niederelbe Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG“ beteiligt (Cuxhavener Nachrichten, Niederelbe Zeitung)

„Presse-Druck GmbH“ mit 100%: ist mit 57,5% an der „Zeitungsverlag Neue Westfälische GmbH & Co. KG“ in Bielefeld beteiligt (Neue Westfälische)

„Druckhaus Bayreuth Verlagsgesellschaft mbH“ mit 47,5%: ist mit 62,5% an der „Nordbayerischen Kurier GmbH & Co. Zeitungsverlag KG“ beteiligt (Nordbayerischer Kurier)

„Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH“ mit 40% (Frankfurter Rundschau)
„Dresdner Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG“ mit 40% (Sächsische Zeitung, Morgenpost Sachsen)

„Frankenpost Verlag GmbH“ in Hof mit 35% (Frankenpost)

„Suhler Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG“ mit 30% (Freies Wort, Südthüringer Zeitung)

„Druck- und Verlagsanstalt „Neue Presse‘ GmbH“ mit 30% (Neue Presse Coburg)

„Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co.“ mit rund 23,1% (u. a. Hannoversche Allgemeine, Neue Presse Hannover, Leipziger Volkszeitung, Dresdner Neueste Nachrichten, Kieler Nachrichten, Lübecker Nachrichten, Ostsee-Zeitung, Göttinger Tageblatt,).

„Berliner vorwärts Verlagsgesellschaft mbH“ mit 100% (vorwärts, Demokratische Gemeinde)

„vorwärts-Buch Verlagsgesellschaft mbH“ mit 100%

„ÖKO-TEST Holding AG“ mit 65,7%: ist mit 100% an der ÖKO-TEST Verlag GmbH (ÖKO-Test Magazin) beteiligt.

„Rheinland-Pfälzische Rundfunk GmbH & Co. KG“ mit rund 9% (RPR1, RPR2)

Ähnlich sieht es auch mit anderen Parteien aus. Politiker bzw. Parteien haben massiven Einfluss auf das Rechtlich-Öffentliche: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/was-oeffentlich-rechtliche-sender...

Kommentar von Almalexian ,

Anteilsbeteiligungen machen noch keine Nachrichten.

Kommentar von Pr1nzAlbert ,

Anteilsbeteiligungen machen noch keine Nachrichten.

Aber der Druck auf die Redakteure durch die Anteilseigner sorgt für tendenzielle Auswahl und einseitige Berichterstattung. Die BRD Presse ist mehrheitlich nur noch Hofberichterstattung.

Kommentar von pythonpups ,

Nun ja, daß der "vorwärts" SPD-nah ist, ist nicht in dem Sinne überraschend. Und daß Journalismus von irgendwem bezahlt werden muß auch nicht. Der Leser hat es ja mittlerweile gerne umsonst im Internet.

Nichtsdestotrotz kann man sich hierzulande frei informieren, wenn man nicht immer die gleiche Zeitung liest. Es gibt unterschiediche Meinungen in der Presse und man kann frei und unabhängig berichten, ohne staatliche Repressalien befürchten zu müssen. Das ist schon weit mehr als man für den Großteil der Welt sagen kann. Journalismus frei von Manipulationsabsichten halte ich für eine Utopie, hier ebenso wie anderswo. Zeitunglesen ersetzt selbstverständlich nicht Mitdenken.

Kommentar von willom ,

Ja, komm, dann lass Deine Verschwörungstheorien mal vom Stapel...

Nur weil du etwas ziemlich offensichtliches nicht erkennst oder erkennen willst, muß es sich dabei nicht automatisch um eine " Verschwörungstheorie " handeln......

Man muß sich dazu nur mit bestimmten Reizthemen des linken Lagers ein wenig intensiver beschäftigt und die Berichterstattung in den Medien dazu aus neutraler Position betrachten......, dann noch mal ein wenig die sachliche Information von der  " Meinung " des jehweiligen Journalisten getrennt und schon liegt die gezielte Manipulation offen vor einem.

Deine angeblich " unabhängige Presse " und ihre Machenschaften ruft inzwischen übrigens zunehmend den Unmut der wenigen verbliebenen seriösen Journalisten hervor......

Kann man übrigens dank der quasi grenzenlosen Informationsfreiheit des I-Nets in kürzester Zeit nachvollziehen........ ( wenn man denn will...).

Kommentar von PurpurSound ,

"Die Presse in Deutschland ist im Vergleich zu vielen anderen Ländern unabhängig ... von etablierten parteien" ... 

Trotz aller widersprechender kommentare kann ich das bestätigen: Ein guter ehem. Studienkollege arbeitet bei einer grossen münchner zeitung, und auch ich war eine zeit lang beim rundfunk tätig. Dort tummeln sich weitgehend freie geister, die des selbständigen denkens durchaus fähig und willens sind!

Antwort
von soissesPDF, 9

Das System setzt Wahlen voraus, in diesen Wahlen holt sich eine Partei die Wählerzustimmung.
Dass sich neue Parteien nur schwer etablieren können heißt nicht, dass es nicht gelingen kann, siehe Grüne und Die Linke.
Die umgekehrte Richtung hat die SPD angetreten, mit ihrem historischen Fehler der Agenda 2010 (Hartz IV).

Die eigentliche Politik wird in den Parlamenten gemacht, dort werden die Pfründe verteilt.

Die FDP hat jahrzehntelang mitregiert, trotz ihrer mickrigen 5% bis 6% bei den Wahlen.

Antwort
von Almalexian, 27

Was bitte meinst du damit, das System zu brechen?

Kommentar von Dirndlschneider ,

.....würde mich auch interessieren......

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community