Seelenfrieden am 23.06.2007 um 15:52 Uhr
Als vorrangige Untersuchungsmethode soll das strukturierte Interview eine offene Fragestellung als Leitfaden und zum Kindeswohl dienen, kann das so stehen bleiben ?

Das Strukturierte Interview für das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit (SIFFM) wurde von Trull und Widiger (1997) entwickelt. Es handelt sich um ein semistrukturiertes klinisches Interview zur Messung von adaptiven und dysfunktionalen Persönlichkeitsmerkmalen im Kontext des Fünf-Faktoren-Modells der Persönlichkeit (FFM). Im Unterschied zu den von Costa und McCrae (1992) entwickelten NEO-Inventaren erstreckt sich der Messbereich des SIFFM auch auf extreme Merkmalsausprägungen in den fünf Dimensionen und 30 Facetten des FFM. Das Instrument entstand u.a. in Reaktion auf die vorherrschende Kritik der Konzeption der Persönlichkeitsstörungen durch die aktuellen psychiatrischen Klassifikationssysteme (DSM und ICD). Die Zielsetzung des Interviews besteht darin, die traditionelle klassifikatorische Diagnostik der Persönlichkeitsstörungen durch ein dimensionales, theoretisch neutraleres und gleichzeitig umfassenderes Modell der Persönlichkeitsbeschreibung zu ergänzen. Empirische Analysen der Interviewdaten aus nicht-klinischen und klinischen Stichproben bestätigten die Reliabilität und Validität des Interviews. So erwiesen sich die Interviewergebnisse über verschiedene Beurteiler als hoch reliabel; die Skalen waren intern konsistent und zeigten die erwarteten konvergenten und diskriminanten Bezüge zu konzeptionell ähnlichen bzw. fremden Persönlichkeits- und Persönlichkeitsstörungsmaßen. Zur Gewinnung von Persönlichkeitseinschätzungen durch relevante Bezugspersonen eines Probanden steht eine spezielle Fremdbeurteilungsversion des SIFFM zur Verfügung.