Frage von Lewa08, 83

welche Versicherungen braucht man später oder welche können hilfreich sein?

bin 19 Jahre und so langsam wollt ich mich auch auf Wohnungssuche begeben. habe aber keine Ahnung von Versicherungen (zB Auto) oder vieles an Verträgen (Mietverträge). was rentiert sich und wie wird es abgeschlossen wo sind typische kostenfallen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Barmenia, Business Partner, 12

Hallo Lewa08, 

es ist schön, dass du dir bereits vor der Wohnungssuche deine Gedanken machst. Im Umzugsstress geht dann doch mal das ein oder andere Wichtige unter.

Im Normalfall brauchst du dir um deine Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung keine Sorgen machen. Du bist gesetzlich verpflichtet diese zu haben. Auch wenn du ein Auto hast, musst du automatisch eine KFZ-Versicherung abschließen (zumindestens eine Haftplfichtversicherung für das Auto).

Umfangreicher wird es, wenn es um die Absicherungen darüber hinaus geht, die deinen privaten Bereich betreffen. Natürlich möchte man sich abgesichert wissen, allerdings auch nicht so viel Geld ausgeben. Gerade wenn man in die erste eigene Wohnung zieht ist das sehr verständlich.

Meiner Meinung nach steht die private Haftpflichtversicherung an oberster Stelle. Diese ist auch gar nicht so teuer, die Kosten liegen bei ca. 50-60 Euro im Jahr. In der Regel ist man während der Erstausbildung noch automatisch über die Eltern (wenn die denn eine haben) mit versichert. Bist du schon aus der Ausbildung raus, solltest du dich um eine eigene kümmern.

Eine weitere wichtige Absicherung ist die Hausratversicherung. Viele sind der Meinung, dass diese gerade bei jungen Leuten nicht gebraucht wird. Man vergisst dabei jedoch oft die einfachsten Dinge, wie z. B. Anziehsachen oder elektronische Geräte wie den Fernseher. Hier solltest du dir Zeit nehmen zu überlegen, wie teuer es dich kommt, wenn du dir alle Sachen neu kaufen musst (z.B. wenn durch ein Feuer alles vernichtet wird). Der Beitrag der Hausratversicherung bemisst sich an dem versicherten Hausrat. Das heißt, wenn du nur wenig Hausrat hast, ist deine Hausratversicherung gleichzeitig günstiger.

Auch die Absicherung der Arbeitskraft durch eine Krankentagegeld- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sehr wichtig. Diese sichert dir im schlimmsten Fall dein Leben lang deinen (finanziellen) Lebensstandard.

Zu guter Letzt: Die gute alte Altersvorsorge ;-) Schon tausend Mal gehört und trotzdem kümmern sich die meisten erst viel zu spät darum. Dabei ist eine Lebens- oder Rentenversicherung viel günstiger, wenn man sie in jungen Jahren abschließt.

Natürlich gibt es noch eine Vielzahl an möglichen Versicherungen (Rechtsschutz, Krankenzusatz u.v.m.). Damit du zu allen Produkten eine umfassende und vor allem auf dich abgestimmte Beratung bekommst, empfehle ich dir ein Gespräch mit dem Versicherungsmakler deines Vertrauens.

Natürlich findest du viele Angebote auch über das Internet, jedoch fehlt da leider die individuelle Beratung.

Es ist klar, dass du dich nicht um alle Versicherungen auf einmal kümmern kannst. Du wirst dir vermutlich die Versicherungen auswählen, die für dich am wichtigsten sind.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Wohnungssuche ;-).

Viele Grüße

Michael vom Barmenia-Team

 

 

Antwort
von kevin1905, 47

Must have:

  • Krankenversicherung (als Angestellter über Arbeitgeber)
  • Private Haftpflicht (als Azubi oft noch mitversichert, wenn Eltern eine Familienpolice haben)
  • Berufsunfähigkeitsversicherung mit ausreichender BU-Rente (mind. 1.000,- € p.M.) mit Krankentagegeld
  • Zusätzliche Altersvorsorge (muss aber keine Versicherungslösung sein, hier ist separate Beratung gefragt)
  • KFZ-Haftpflicht, wenn KFZ betrieben wird. Fahren ohne Versicherungsschutz ist eine Straftat die mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann.

Should be:

  • Pflegezusatz (Pflegetagegeld)
  • Unfall (Achtung: Hier wird gerne mal viel reingepackt was gar nicht nötig ist, wodurch die Police teuer wird)
  • Rechtsschutz (Privat, Arbeit, Miet, Verkehr)
  • Hausrat

Dann gibt es noch andere die Nice-to-Have sind oder halt situationsspezifisch.

Wenn du ein eigenes Haus hast, braucht dies eine Wohngebäudeversicherung und eine Gebäudehaftpflicht. Bist du selbständig brauchst du dafür auch eine Betriebshaftpflicht, etc.

Allgemeingültig kann man es nie vollständig korrekt angeben. Individuelle Beratung kann nicht durch ein Internetforum ersetzt werden.

Kommentar von Zappzappzapp ,

Beste Antwort !

In zwei Punkten habe ich allerdings eine abweichende Ansicht:

Hausrat: Must have, es sei denn, man hat nur eine Hose und sitzt auf Holzkisten. Es kommt schnell einiges zusammen und eine günstige Hausratversicherung kostet im Verhältnis wenig.

Unfall: Must not, von Ausnahmefällen mit hohem Risiko abgesehen. Sind in der Regel viel zu teuer.

http://www.finanztip.de/unfallversicherung/

Wie gesagt, nur meine Meinung.

Kommentar von kevin1905 ,

In der Unfallversicherung braucht es eigentlich first and foremost die Invaliditätssumme. Bergungskosten sind auch mit drin.

Der Rest ist meist schon anderweitig versichert und kann daher oft ausgespart werden, wie u.a. die Unfallrente. Diese ist nämlich was die UV so teuer macht.

Hausrat lege ich auch jedem nahe, sehe ich aber nicht exakt auf einer Stufe mit der Wichtigkeit einer BUV oder HPV.

Kommentar von Zappzappzapp ,

Ok, ist Einstellungssache, bei dem minimalen Risiko, wenn's beruhigt ;-)

Antwort
von D00mster, 15

Meine Meinung:

- Berufsunfähigkeit (immer)

- Unfallversicherung (im Privaten oder beim Sport passieren die meisten Unfälle --> wichtig)

- Kfz-Versicherung (logisch: nur wenn man ein Auto hat)

- Hausratversicherung (bei hochwertigen Möbeln etc.) --> Einzelfallentscheidung ob man es braucht

- Privathaftpflicht (falls du jemand anderen schädigst --> extrem wichtig!)

- Krankenversicherung (fast das wichtigste!)

- Auslandskrankenversicherung (bei Vielreisenden) --> Einzelfallentscheidung

Auf das meiste andere kannst du meiner Meinung nach getrost vergessen, egal was die Versicherungsbranche dir noch aufzuschwatzen versucht. Und das ist bei jungen Menschen leider eine Menge...

Antwort
von Havenari, 39

Ein absolutes Muss ist die Privathaftpflichtversicherung, da gibt es keine Diskussion.

Eine Hausratversicherung braucht man (gerade in jungen Jahren) nicht unbedingt, kostet aber auch nicht so viel, dass man von einer Kostenfalle sprechen könnte.

Für alles andere gilt: hat Zeit. Erst einmal gründlich informieren, bevor man etwas abschließt.

Ausnahme Auto: wenn man ein Auto anmelden will, ist eine Haftpflichtversicherung für das Fahrzeug vorgeschrieben. Da sollte man sich im Vorfeld informieren, in welcher Typklasse das Fahrzeug eingestuft ist, sonst kann es unerfreuliche Überraschungen geben.

Kommentar von kevin1905 ,

BUV vergessen!

Kommentar von Havenari ,

Nein, nicht wirklich vergessen.

Aber erstens habe ich diesbezüglich recht eigen(willig)e Ansichten (und auch selbst keinerlei Versicherung, die mit BU anfängt), und zweitens bin ich gerade diesbezüglich der Ansicht, dass man sich erst so gründlich wie möglich informieren sollte.

Bei einer 19-jährigen halte ich es auch nicht für zwingend notwendig, das Risiko einer BU möglichst bald abzusichern. Früher oder später sollte sie sich mit dem Thema beschäftigen, aber das Risiko ist in dem Alter doch noch sehr gering und muss nicht zwangsläufig abgesichert werden.

Kommentar von kevin1905 ,

Dass Argument, was du gegen eine BUV anführst, ist das beste Argument für eine.

Jung und gesund heißt das Ding ist günstig. Wer wartet und vielleicht die ein odere andere Krankheit oder mal einen kleinen Unfall hat wird sich beim Thema BU mit Sachen wie Risikozuschlägen, Teilausschlüssen oder Ablehnungen vertraut machen müssen.

Ich hatte letzten Monat einen 28-jährigen IT-Menschen bei mir sitzen. Beste Berufsgruppe (Risikoklassifizierung) eigentlich, mit den geringsten Beiträgen, aber einmal beim Arzt gewesen wegen Verdacht auf Burn-Out --> nicht versicherbar.

Wir sind aktuell dabei jetzt Alternativen zu suchen, aber der muss mind. 2000,- € Nettoeinkommen im Monat absichern. Das ist nicht leicht und recht teuer.

Alternative wäre mind. 5 Jahre zu warten und zu hoffen, dass er in den nächsten 5 Jahren niemals zum Arzt muss. Dann ist er aber 33 und die gleiche Rente für einen 33-jährigen kostet unlängst mehr als für einen 28-jährigen. Rechnungszinssenkung gar nicht mit berücksichtigt.

Ansonsten bleibt ihm die EM-Rente vom Staat, so er denn erwerbsgemindert ist. Regale einräumen oder Pförtner geht meist auch noch mit Burn-Out, ergo keine Kohle von der DRV. Das alles bringt ihm aber nicht mal ansatzweise die 2.000,- € netto im Monat die er braucht...

Bevor du also was zur BU sagst, such mir doch mal für den Kunden eine Lösung...

Für alle Versicherungen aus dem Bereich Leben und Kranken gilt ohne Ausnahme: je früher desto besser.

Antwort
von NamenSindSchwer, 41

Privathaftpflicht (während Ausbildung/Studium sollte noch Versicherungsschutz über die Eltern bestehen) und Berufsunfähigkeitsversicherung

Hausratversicherung

Altersvorsorge (viele unterschiedliche Möglichkeiten)

Eventuell noch anderes, je nach Bedarf. Hier ist eine individuelle Analyse und Beratung erforderlich.

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