Frage von thel3est, 53

Welche Versicherungen brauche ich wirklich?

Hallo zusammen,

ich hätte da mal ne Frage zum Thema Versicherungen!

Zu Mir: Ich bin ausgelernter Fachinformatiker und habe vor so langsam auf eigenen Beinen zu stehen (Wohnung usw.) Zur Frage: welche Versicherungen benötige ich bzw. auf welche sollte ich auf keinen Fall verzichten (abgesehen von einer privaten Haftpflicht).

Ich hatte ein Beratungsgespräch bei meiner Bank und ich hab so das Gefühl das ich das alles gar nicht brauche.

Kennt sich da wer aus?

MFG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Daniel Treskow, Assessor Juris / Schwerpunkt Arbeits- und Versicherungsrecht & Versicherungsmakler, 32

Hallo,

welche Versicherungen du dringend benötigst ist gar nicht so einfach zu beantworten. PHV: Klar. Ist ja auch verhältnismäßig billig.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Kommt drauf an. Wenn du vermögend genug bist, um für den Fall, dass du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst auch ohne zusätzliche finanzielle Hilfe über die Runden zu kommen, dann kannst du dir das sparen. Ist selten der Fall, aber kommt natürlich vor. Wie hoch dein Risiko hier ist, kannst du "einfach" berechnen. Jahresgehalt * Lebensarbeitszeit und du hast eine Vorstellung davon, was du an Kapital benötigst um auf die BU verzichten zu können (Verzinsung hab ich außen vor gelassen, natürlich musst du die Inflation berücksichtigen...)

Das BU-Risiko ist vor allem in jungen Jahren sehr abstrakt, daher sagen viele Berufsanfänger: Brauch ich nicht! Ist auch häufig so in jungen Jahren. Das Problem ist aber, dass du sie später nicht mehr bekommst, weil du umfangreiche Gesundheitsfragen beantworten musst. Naturgemäß wird dein Gesundheitszustand sich nicht unbedingt verbessern mit den Jahren.

Hausrat, Rechtsschutz, Unfall usw... alles Nice to have. Sichert alles existenzbedrohende Risiken ab. Hausrat würde ich sogar noch machen, ist ganz praktisch, aber lange nicht so wichtig wie BU und PHV

und gaaaanz wichtig: lass dich unabhängig zu dem Thema beraten. Geh zu einem Versicherungsmakler. Das kostet dich nichts extra und du sprichst mit einem Fachmann. In der Bank bekommst du die jeweilige Versicherung angeboten, die mit der Bank zusammenarbeitet (Sparkasse = Neue Leben, Sparda = R+V oder was auch immer) Banken sind keine unabhängigen Vermittler.

Und: mach bei der BU keine falschen Angaben zum Gesundheitszustand. Das kann dich am Ende seeeehr teuer zu stehen kommen.

Viel Erfolg!

Kommentar von thel3est ,

Hallo und Danke für die ausführliche Antwort.

Ich denke das hilft mir schon einmal ein ganzes Stück weiter. die PHV habe ich bereits abgeschlossen da diese mir auch sehr sinnvoll erscheint und ich denke ich werde mal bei so einem Markler vorbei schauen. Die BU hört sich auch nicht ganz verkehrt an, mal sehen, was da raus kommt .

Danke nochmal ;)

Kommentar von kevin1905 ,

Bitte keine Alleingänge im Internet bei dem Thema BUV. Aufgrund der Gesundheitsfragen ist diese sehr beratungsintensiv und man sollte sie nicht ohne Hilfe angehen.

Sonst ist im Leistungsfall der Knatsch groß wenn die Versicherung nicht zahlt, weil irgendwas nicht ganz gestimmt hat (Einmal Magen-Darm nicht angegeben z.B.).

Antwort
von kevin1905, 26

Ich hatte ein Beratungsgespräch bei meiner Bank und ich hab so das Gefühl das ich das alles gar nicht brauche.

Banken sind keine Versicherungen.

Wenn dein Spülkasten klemmt, rufst du auch keinen Elektriker (wäre ja auch ein Handwerker).

Beim Erstgespräch hat ferner auch keine Beratung statt zu finden sondern nur eine Bestandsaufnahme und eine Befragung zu den persönlichen Wünschen und Zielen. Dies ist wichtig um den Bedarf zu ermitteln.

Such dir einen unabhängigen Versicherungsmakler oder Berater (gegen Honorar).

Aber um deine Frage zu beantworten:

auf welche sollte ich auf keinen Fall verzichten

  1. Kranken- und Pflegeversicherung (hast du wohl)
  2. Berufsunfähigkeitsversicherung mit Krankentagegeld
  3. Pflegetagegeld
  4. Hausrat ggf. mit Glasbruch (nicht zwingend aber durchaus sinnvoll)
  5. Zusätzliche Altersvorsorge (muss nicht zwingend eine Versicherungslösung sein) und Vermögensaufbau
  6. KFZ-Haftpflicht (sofern KFZ vorhanden oder angeschafft werden soll), sonst gibt es keine Nummernschilder.
  7. Unfall, Rechtsschutz, etc. kann man drüber nachdenken und muss man abwägen.

Die Privathaftpflicht habe ich nicht aufgezählt, da du dir der Wichtigkeit dieser vollends im Klaren zu sein scheinst.

Antwort
von TaViRi, 16

Es gibt ein 3 Säulen Prinzip das dazu da ist um die perfekte Deckung zu bekommen. 

Leider ist das Bild zu groß deshalb schreib ich es jetzt so auf, 

1. Säule = die staatliche Vorsorge, wie Existenzsicherung - gesetzliche Krankenversicherung, Gesetzlichen Rentenversicherung ,der Beamtenversorgung  und den Alterssicherungseinrichtungen für bestimmte Gruppen von Selbstständigen und Freiberuflern.  

2. Säule = betriebliche Altersversorgung für die Beschäftigten in der Privatwirtschaft und die Zusatzversorgung für die Arbeiter und Angestellten im öffentlichen Dienst.

3. Säule =  wird durch die private Altersvorsorge gebildet, Zu unterscheiden ist hier zwischen der altersbezogenen Vermögensbildung und der Lebensversicherung bzw. privaten Rentenversicherung. Vorsorgeformen wie allgemeines Ansparen/Vermögensbildung (inklusive des Erwerbs von Immobilien) bleiben hier außerhalb der Betrachtung, da sich nicht in purer Form Altersvorsorge sind. 

Antwort
von Spuky7, 52

Neben der privaten Haftpflichtversicherung kannst du eine Berufsunfähigkeitsversicherung brauchen. Die sichert dich ab, wenn du im Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst. Üblicherweise hat man auch eine Hausratversicherung. Rechtschutz ist toll, wenn du es dir leisten kannst. 

Antwort
von jofischi, 40

ich gehe mal davon aus, du meinst welche Versicherungen du als Privatmensch benötigst. Private Haftpflicht hast du schon erwähnt, nützlich auch eine Hausratsversicherung. In jungen Jahren vielleicht auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung und wenn Familie zu versorgen eine Risikolebensversicherung.

Kommentar von TheDevilInside0 ,

Der Normalbürger, der seine Möbel bei Ikea kauft und ohnehin alle 10 Jahre wegschmeißt, braucht keine Hausratversicherung, da ist die Prämie auf Dauer immer teurer als die Neuanschaffung...

Kommentar von DolphinPB ,

Hausratversicherung kostet 100,- Euro pro Jahr (ist schon viel), also folgern wir daraus dass Sie sich alle 10 Jahre nur für 1.000,- Euro Möbel kaufen ? Was ein Blödsinn.

Kommentar von kevin1905 ,

Meine HRV kostet mich etwa 110,- € für eine 69 m² Wohnung und mittlerer Ausstattung. Das wären in 10 Jahren 1.100,- €. Für 1.100,- € kann ich mich NICHT neu einrichten. Ergo ist die Versicherung (für mich) sinnvoll.

Ikea Möbel sind so günstig gar nicht. Das Essen ist günstig (das ist die Verkaufsstrategie). Die Möbel liegen etwa im Schnitt.

Kommentar von Samy795 ,

Absolute Zustimmung an den Teufel!
Hausratversicherung ist in den meisten Fällen absolut unnötig... Insbesondere wenn man bedenkt, dass die oft enorm viel Schnickschnack beinhaltet, dafür aber wesentliche Bauteile nicht abgesichert sind.

Kommentar von DolphinPB ,

Unnötig bis es mal brennt o.ä.. Es ist schon erstaunlich was hier im Bezug auf Hausratversicherung für ein Unsinn erzählt wird.

Versicherungen sollen nicht oder schwer zu kalkulierende, ggf. existenzbedrohende Risiken absichern. Die meisten Menschen haben erstens keine Ahnung wie teuer eine komplette Wohnungseinrichtung inkl. Klamotten usw. wirklich ist und zweitens nicht die rücklagen mal so eben einen Hausrat komplett neu zu kaufen.

Und welche wesentlichen "Bauteile" sind denn wohl oft nicht abgesichert ?

Antwort
von TheDevilInside0, 53

Du brauchst lediglich Versicherungen, die ein Risiko abdecken, das dich oder deine Familie ruinieren könnte. Dazu zählen Kranken-, Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherung, sowie ggf. Haushaftpflicht- (ggf. Gewässerschadenhaftpflicht-), Wohngebäude- und Betriebshaftpflichtversicheruzng...

Alles andere ist im Normalfall komplett unnötig, weil die Beiträge bereits vom Prinzip her in Summe höher sein müssten, als die Ausschüttung, sonst könnten die Versicherungen nicht existieren...

Kommentar von thel3est ,

Mhm da hab ich wieder das Problem, dass ich das nicht richtig einschätzen kann.

Es hört sich alles super an und ich fänds auch super gegen alles mögliche versichert zu sein. Ich weiss halt nur nicht was ich brauche. Berufsunfähigkeit und Krankenversicherung versteh ich ja noch das man sowas braucht aber z.B. Haushaftpflicht usw. ... braucht man das?

Ich glaub da fehlt mir noch das Verständnis...

Kommentar von TheDevilInside0 ,

Eine Haushaftpflicht braucht man nur, wenn man Eigentümer eines Hauses ist (ohne Huas geht das gar nicht), dann aber zwingend. Das gleiche gilt für die Wohngebäudeversicherung...

Ebenso braucht man eine Betriebshaftpflicht nur dann, wenn man selbstständig ist...

Der Normalbürger braucht nur Haftpflicht-, Kranken-, Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherung...


Kommentar von kevin1905 ,

und Risikolebensversicherung...

Nur wenn er Angehörige hat die durch das Abnippeln finanziell am Sack wären.

Kommentar von jofischi ,

Betriebshaftpflichtversicherung ist, wie der Name schon sagt nur für Firmen, Betriebe und bei Gewerbetreibende notwendig.

Kommentar von TheDevilInside0 ,

Deswegen steht da ja auch "ggf."...

Kommentar von Samy795 ,

... und selbst die Risikoleben braucht man nur, wenn der Wegfall der versicherten Person zu einem wirklichen finanziellen Risiko führt. Das ist bei vielen Leuten gar nicht mehr der Fall (Absicherung von Immobilien mal aussen vor genommen) bzw. nur temporär wichtig (Kinder).

Antwort
von superuser08, 47

Hausrat Rechtsschutz

Kommentar von kevin1905 ,

Wie wäre es mal mit der eigenen Arbeitskraft BEVOR man den Plunder in seiner Hütte absichert?

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