Ich wüsste für den Ernstfall gerne, wie ich mich als Nichtbetroffener verhalten muss. Natürlich gleich den Notarzt anrufen, aber was macht man in der Zeit bis der Arzt eintrifft?

Nein, nicht den Hausarzt anrufen, sondern gleich die Feuerwehr! Der Patient muß schnellstens in Behandlung und das im Krankenhaus. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, bei mir wurde auch erst der Notarzt gerufen, der SOFORT die Feuerwehr verständigt hat. Der Hausarzt würde auch nichts anderes machen. Aber es vergeht kostbare Zeit und es kommt vielleicht zu einem zweiten Herzinfarkt.

also, um das Ganze mal richtig auszudrücken: Sofort Feuerwehr alarmieren und unbedingt sagen, dass Verdacht auf Herzinfarkt vorliegt. In einem solchen Fall alarmiert die Feuerwehr automatisch einen Notarzt, keinen kassenärztlichen Notarzt oder sogar Hausarzt. In jeder Region gibt es solche Notärzte. In der Regel ist der Notarzt (oder vorher schon auch entsprechend ausgebildete Rettungsassistenten)sehr schnell zur Stelle, weil es bei einem Herzinfarkt auf Minuten ankommt. Ansonsten, je nach Zustand, hinlegen oder wenn er ansprechbar ist, gerne auch mit erhöhtem Oberkörper.

Bei uns gibt es einen Unterschied zwischen Notarzt und ärztliche Notfalldienst. Der zweite ist ein Kassenarzt, der Notdienst hat, der erste ein Arzt, der mit dem Krankenwagen mit Lalülala kommt. Ich denke, Du meintest den im Krankenwagen. Ja, klar, das muss das erste sein. Mein Vater hatte vier Herzinfarkte und ist am letzten gestorben. Meiner Erfahrung nach kann man nicht allzu viel tun. Mein Vater wollte meist nicht liegen, also setz ihn lieber hin oder leg ihn mit erhöhtem Oberkörper hin, weil das Liegen offenbar das Herz noch mehr beengt. Hemd aufmachen, Pullover aufschneiden und wegmachen, alles, was den Betroffenen irgendwie im Brustbereich einengen könnte, wegmachen! Versuche, Ruhe zu bewahren! So schwer das sein mag, das ist total wichtig, denn der Mensch hat wahrscheinlich Todesängste, Panik. Fenster aufmachen, frische Luft, für Sauerstoff sorgen. Kühles Wasser bereithalten, es kann sein, dass er dringend in kleinen Schlucken etwas trinken möchte/muss. Wenn er ansprechbar ist, wird er sagen, was er möchte bzw. braucht. Ansonsten fällt mir jetzt nicht mehr ein.

Das wichtigste: Ruhe bewahren! Der Notarztruf ist schon mal die erste richtige Maßnahme. Was habt Ihr alle mit der Feuerwehr? Da muß der Rettungsdienst her - der in weiten Teilen Deutschlands natürlich von der Feuerwehr gestellt wird. Vermutlich meint Ihr das. Die betroffene Person auf jeden Fall AUFRECHT lagern und beengende Kleidung öffnen. Einerseits toleriert eine Person mit Herzinfarkt kein Hinlegen, andererseits ist das auch nicht sinnvoll, da durch die Flachlagerung das ohnehin angeschlagene Herz noch mehr Pumpleistung erbringen muß. Fenster öffnen, damit mehr Sauerstoff in der Atemluft ist, ist auch hilfreich. Die betroffene Person sollte nicht mehr groß herumlaufen. Das Herz ist schließlich schon genügend strapaziert. Die betroffene Person beruhigen und möglichst nicht alleine lassen. Wenn noch jemand anderes da ist, sollte eine/r beim Patienten bleiben, der/die andere ggf. vor die Türe stehen, um den Rettungsdienst einzuweisen. (Nebenbei: Ist Eure Hausnummer gut sichtbar?) Sollte die Person bewußtlos werden, Atmung kontrollieren. Bei Atem- bzw. Herz-Kreislauf-Stillstand Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Ich empfehle Dir, mal wieder einen Erste Hilfe Kurs (den mit 8 Doppelstunden, nicht die "Lebensrettenden Sofortmaßnahmen") zu besuchen. Am besten bei einer Hilfsorganisation (DRK, MHD...). Da sind die Referenten erfahrungsgemäß kompetenter. Dort erhältst Du alle Antworten und hast Gelegenheit, das auch praktisch zu üben. Eine Wiederholung alle zwei Jahre ist sehr zu empfehlen.
Du lagerst den Patienten mit erhöhtem Oberkörper, machst alles auf was irgendwie beengend sein könnte (Hosenknöpfe, Hemdkragen etc), auch Schmuck entfernen. Für Sauerstoffzufuhr sorgen, beruhigend einreden auf den Patienten. Arzt verständigen.