Frage von lotusregen2, 38

Welche Ursachen hat das stetige Auf und Ab des Beitragssatzes für die Rentenkasse?

Guten Abend, ich schreibe eine Facharbeit in Sozialwissenschaften, die sich mit dem Renteneintrittsalter befasst. Ich habe beschrieben, wie sich das Renteneintrittsalter und der Beitragssatz in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, jedoch finde ich nirgendswo Ursachen für die ständige Veränderung des Beitragssatzes. Ich wäre euch dankbar, wenn ihr mir ein paar Ursachen nennen könnten. Am besten wäre es, wenn ihr Quellen dazu angibt, wo ich mir die Informationen auch erarbeiten kann.

Vielen Dank und viele Grüße !

Antwort
von Petriotic, 10

Die Ursachen liegen in der Entwicklung der Nachhaltigkeitrücklage; früher auch Schwankungsreserve genannt. Damit werden die vorhandenen Finanzreserven bezeichnet. Sie dienen hauptsächlich der Abfederung unterjähriger und konjunktureller Schwankungen. Die Definition der Nachhaltigkeitsrücklage findet sich in § 216 SGB VI.
Die Nachhaltigkeitsrücklage steigt oder fällt, je nachdem, ob die Einnahmen oder Ausgaben eines Jahres überwiegen. Die Einnahmen bestehen hauptsächlich aus Beiträgen und Bundeszuschüssen, die Ausgaben hauptsächlich aus Renten- und Rehabilitationsleistungen. Wenn sich aufgrund gesetzlicher Regelungen des Bundes Einnahmen und/oder Ausgaben verändern, hat dies folglich Auswirkungen auf die Nachhaltigkeitsrücklage.
Die Bundesregierung legt den Beitragssatz normalerweise per Verordnung fest. Entscheidend ist dabei, ob die Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung Ende des folgenden Jahres voraussichtlich 1,5 Monatsausgaben überschreiten oder 0,2 Monatsausgaben unterschreiten wird. Falls Ja, ist der Beitragssatz neu zu berechnen (§ 158 SGB VI). Die Verordnung wird in der Regel im Dezember eines jeden Jahres erlassen. Die Beitragssatzverordnung 2015 vom 22. Dezember 2014 finden Sie im Internet.
Basis der Festlegung ist das Ergebnis der jeweils vorausgehenden Finanzschätzung unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Steuerschätzung Anfang November. Es gibt keine gesetzliche Festlegung des Datenstandes, bei den Schätzungen werden aber möglichst aktuelle Daten verwendet. Die ökonomischen Annahmen für den Mittelfristzeitraum entstammen in der Regel der jeweils aktuellen Herbstprojektion der Bundesregierung.

Kommentar von Dickie59 ,

interessant ist auch die Beleuchtung früherer Beitragsrücklagen, welche jetzt auf die genannten 0,2 -1,5 Monatsausgaben geschrumpft worden sind, und zwar vom Gesetzgeber!!!

Wohlweislich bekannt, wird das Übel der Umlagenfinanzierung aufgrund von Wählergunsten nicht herzhaft angepackt, damit unsere (meine) Kinder und Enkel auch noch eine Rente zum Überleben erhalten.

Antwort
von Apolon, 18

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