Frage von sophie1235, 145

Welche Unterschiede gibt es in der Erziehung eines Jungen und eines Mädchens?

Was muss bzw. sollte man bei der Erziehung eines Jungens und eines Mädchens beachten? Welche Unterschiede gibt es in der Erziehung? Welche Gemeinsamkeiten?

Antwort
von kiniro, 23

Am besten darauf achten, dass du nicht in die Erziehungsfalle tappst.

Beides ist nämlich schlecht für den Umgang mit Kindern - egal, ob Junge oder Mädchen.

Ich finde es besser, sich um einen achtsamen (respektvollen) Umgang mit ihnen zu kümmern.

Das Gerede über "Kinder brauchen Grenzen" und "ohne Konsequenzen geht es nicht" würde ich überhören.
Kinder brauchen Eltern (und andere Erwachsene), die unter anderem

  • ihre eigenen Grenzen kennen und zeigen können
  • flexibel sind
  • Kreativität zeigen
  • nicht auf ihrer Machtposition beharren
  • denen kein Zacken aus der Krone fällt, wenn sie mal nicht ihren Willen bekommen

www.diephysikvonbeziehungen.wordpress.com

Kommentar von sophie1235 ,

Vielen Dank, kiniro, für Deine Antwort!

Was ist die Erziehungsfalle, in die man nicht tappen soll? Wie verhindert man es, dorthinein zu tappen?

Kommentar von kiniro ,

Die Erziehungsfalle sind zum einen andere Erwachsene (Eltern), die denken, es ginge ohne Zurechtweisungen des Kindes nicht und es in erster Linie doch "nur gut meinen".
Des weiteren sind sie verstärkt um die Zukunft sowie die Leistungen der Kinder besorgt, als zu sehen, dass es ihren Kindern jetzt gut geht.

Ich unterstelle ihnen keine Böswilligkeit - denke, dass sie es nicht anders kennen.
Sich somit keine Alternativen dazu vorstellen können.

Was ich (und viele andere Eltern, die ich teils persönlich, teils via I-Net kenne) lebe - ist eine Haltung, die unter dem Namen "unerzogen" bekannt ist.
Kein Konzept, keine Methode, kein Stil - einfach nur eine Haltung.
Diese kann (und ist) so individuell wie die Familien und deren Umfeld.

Es ist auch nicht mit laissez-faire zu vergleichen.

Antwort
von KS1987, 4

Hey du!

Prinzipiell sollte man Jungs und Mädels "gleich" erziehen. Der wichtigste Punkt ist denke ich: man sollte jeden so nehmen wie er ist. Und das bedeutet zum einen die kleinen Individuen mit ihren charakterlichen Unterschieden anzunehmen, das bedeutet aber auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu akzeptieren. 

Wenn ich da also ein Mädchen stehen hab, das total gern mit Autos spielt, Haarspangen doof findet und sich am liebsten im Dreck wälzt ist das ebenso okay, wie wenn ein Bub sich gern verkleidet, die Nägel lackiert haben möchte und mit Puppen spielt. 

Gleiches gilt dann aber eben auch für ein Mädchen, das "sich hübsch macht" und für einen Bub, der nur Augen für seine Autos hat.

Es gibt in unserer Gesellschaft gewisse Normen und Werte. Die weichen zwar langsam auf, aber im Grunde sind noch viele Dinge vorhanden, die auch schon vor zweihundert Jahren (bzw. schon sehr viel länger) gegolten haben. Dass die Frau sich schön macht, dass der Mann der Beschützer der Familie ist, dass Frauen sich um die Kinder kümmern und der Mann für deren Unterhalt sorgt, etc.

Es ist ja bei den meisten Menschen auch so, dass es genau das ist, was einen anspricht, das "typisch männliche" oder das "typisch weibliche". Die meisten Frauen stehen auf den starken Kerl, die meisten Männer auf die beschützenswerte Dame. Das kommt nicht von ungefähr, das ist in uns verankert, jahrtausendealte Evolution machts möglich.

Nun werden also alle Menschen in dieses (oder ein anderes, zumeist aber dieses) Schema hineingeboren und die meisten fühlen sich auch ganz wohl damit. Es gibt Sicherheit, man weiß, was man zu tun hat. Enkulturation. Das ist deine Kultur, so funktioniert sie. Das gibt eine immense Sicherheit, zu wissen, wie man zu sein hat, was das Ziel wäre. Und da es den allermeisten so geht, ist es eben auch richtig sie gewissermaßen auch so zu erziehen. Das heißt nicht einem Mädchen die Autos zu verbieten oder einem Jungen die Puppen. Das heißt einfach nur, gut aufzupassen, hinzuhören, was gerade spannend ist für das Kind und warum. Das heißt aber auch "Oh toll, Maxi, du hast aber schöne rosa Fingernägel! Das gefällt mir gut!" und dann ganz beiläufig eine Unterhaltung anzufangen, warum er das hat. Wenn er fünf ältere Schwestern hat ist die Antwort schnell gefunden. Wenn die das alle haben, will Maxi das halt auch. Klar. Völlig zurecht. Maxi sollte aber dennoch wissen, dass das eigentlich nur Mädchen haben. Weil sonst steht Maxi spätestens in der Grundschule weinend Zuhause und versteht nicht, warum ihn alle auslachen, denn - jetzt mal ehrlich - rosa Fingernägel sind halt auch echt schön. ;)

Um einen Brückenschlag zur Frage zu finden: man sollte bei der Erziehung Unterschiede zwischen den Geschlechtern machen, da sie eben auch einfach unterschiedlich sind. Erziehung bedeutet, Menschen auf ein Leben in unserer Gesellschaft vorzubereiten. Und das tun wir, indem wir Menschen auf ihre Rolle in der Gesellschaft vorbereiten. 

Wenn sich dann jemand bewusst für eine andere Rolle entscheidet ist das - denke ich - für die meisten aufgeklärten Menschen kein Problem. Wenn ich dem Bub erklärt habe, dass der Nagellack schön ist, dass aber eigentlich meistens Mädchen und Frauen Nagellack tragen und er dann sagt, ist mir egal, gefällt mir trotzdem, dann habe ich in der Erziehung alles richtig gemacht. Dann habe ich ihn zu einem selbstdenkenden Individuum erzogen, das nicht nur seine eigenen Entscheidungen treffen kann sondern sogar in der Lage ist, sich über Konventionen hinwegzusetzen und die Konsequenzen kennt. Und das hat er dann hoffentlich auch von mir gelernt: dass das völlig okay ist. 

Jeder darf gern aus der Reihe tanzen. Aber man sollte die Reihe kennen und wissen, wo man hintanzt. Sonst kann man keine Entscheidung treffen.

Liebe Grüße!

Antwort
von Kitharea, 82

Es gibt keine. Allerdings ist für ein Mädchen der väterliche Part für später sehr wichtig und für den Jungen der mütterliche Part der Eltern. Nicht dass der Andere nicht auch wichtig wäre - aber im Hinblick auf die Zukunft entscheidet das gegenteilige Geschlecht, wie sich das Kind diesbezüglich entwickelt.

Davon abgesehen glaube ich nicht an Erziehung. Weil Kinder so oder so mehr abschauen als zuhören.

Kommentar von KS1987 ,

Was, wenn ich dir sage, dass Erziehung auch bedeutet, ein Vorbild zu sein (und damit Stoff zum Abschauen zu bieten)!? ;)

Kommentar von Kitharea ,

Kann ich nur sagen dass ich dachte ich hätte genau das geschrieben :P

Antwort
von Ottavio, 6

Ich fürchte, da hilft nicht viel mehr als ausprobieren. Wenn man die Kinder einfach nur ihren spontanen Interessen folgen lässt (wie ich es in einem evangelischen Kindergarten erlebt habe), dann führt das dazu dass tatsächlich alle Mädchen mit Puppen und alle Jungen mit Autos spielen. Das kann aber nicht gewünscht sein. Feste Rollenzuweisungen gibt es in unsrer Gesellschaft nicht mehr.

Wenn aber die Erzieherinnen ein festes, gemeinsames Spiel- und Lernprogramm für alle Kinder entwickeln und durchziehen (wie ich es in einem AWO-Kindergarten erlebt habe), dann lernen die Kinder nicht mehr das spontane Spiel un d langweilen sich, wenn sie keine Anweisung haben.

Auf jeden Fall denke ich, man sollte Jungen erlauben, auch ihre körperlichen Kräfte im Ringkampf zu messen. Das gehört zum Leben. Aber das dürfen Mädchen natürlich auch. Ist ja modern.

Antwort
von Orgrim, 78

Erziehung bezieht sich ja vorwiegend auf die Weitergabe von Werten und Normen und diese gelten für beide Geschlechter.

Jedoch haben natürlich Mädchen und Jungen unterschiedliche Interessen. Diese sollten aber nicht von den Eltern vorgegeben werden, sondern lasst die Kinder selbst entscheiden.

Kommentar von Volkerfant ,

Genau so sehe ich das auch. Gute Antwort.

Antwort
von peace1287, 59

Die Werte und Normen unserer Gesellschaft gelten für beide Geschlechter. Deshalb sollte es in der Erziehung auch keine Unterschiede geben...

Antwort
von Andrastor, 16

Man sollte in der Erziehung keine Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen machen! Gar keine.

Aber man sollte ihnen die Welt erklären und wenn man etwas nicht weiß oder nur vermutet das auch so ausdrücken.

Antwort
von Goodnight, 23

Heute leiden gerade Jungs an der Verweiblichung in der Erziehung. Das schadet ihnen sehr, weil ihre natürliche Art zu lernen und zu sein, zu kurz kommt und als falsch vermittelt wird.

Grundsätzlich ist in der Erziehung von Kindern auf die Individualität zu achten. Nichts ist ungerechter als alle gleich zu behandeln.

Kommentar von gnarr ,

nichts ist gerechter als alle gleich zu behandeln. so rum ist es richtig.

Kommentar von Goodnight ,

Extrem falsch, so wird man keinem Kind gerecht!

Kommentar von sophie1235 ,

Wo kann ich mehr zum Thema der Verweiblichung der Erziehung erfahren?

Welche Folgen hat diese Tatsache für Jungen?

Was kann man tun, um den verweiblichten Jungen zu helfen?

Kommentar von Goodnight ,

Schau mal nach Erziehungskursen oder Literatur im Buchhandel. 

Wir brauchen dringend mehr männliche Lehrpersonen und Erzieher. 

Bei uns war ein Schulversuch nach getrennten Geschlechtern  sehr erfolgreich.

Kommentar von Ottavio ,

Ich denke, dass das Stichwort "Verweiblichung der Erziehung" sich nicht in erster Linie darauf bezieht, das das Ergebnis der heutigen Erziehung verweiblichte Jungen sind.

Sicherlich gibt es das auch, dass viele solcher Eigenschaften, die früher als geschlechtsspezisch betrachtet und daher den Kindern bewusst anerzogen wurden, heute nicht mehr anerzogen werden, sondern die Erziehung häufig bewusst auf eine Angleichung der Geschlechter gerichtet ist.

Ich finde das zwar keineswegs immer glücklich, aber auch nicht für übertrieben gefährlich, gerade weil ich meine, dass Junge-sein und Mädchen-sein keineswegs nur das Ergebnis von Erziehung ist. Wenn Jungen heute keine Lust mehr haben, in den Krieg zu ziehen, mag das als "Verweiblichung" gesehen werden, ist aber doch gut,

Gemeint ist die Verweiblichung des Lehrpersonals. Mein ehemaliger Beruf, der eines männlichen Lehrers, ist stark im Rückgang, in den Grundschulen fast ausgestorben. Das führt dazu, das auch Jungen vor allem nach weiblichen (Lehrerinnen-) Denkweisen beurteilt werden und daher in dieser Hinsicht benachteiligt werden.

Antwort
von Respawn618, 44

Geschlechtsspezifisch, keinen.

Grundsätzlich aber: Anleiten dazu WIE man denkt, nicht WAS man denkt.

Das richtige "was", wird sich immer aus einem richtigen "wie" ergeben und einstellen.

Meine Zauberformel als Vater.

Antwort
von kubamax, 27

Jungs brauchen dringend einen männlichen Mentor, der sie in das Erwachsenwerden hineinführt. Bei Mädchen scheint das mit der mütterlichen Zuwendung von selbst zu gehen.

Kommentar von sophie1235 ,

Was soll der männliche Mentor dem Jungen beibringen?

Wo kann ich mehr zu diesem Thema lesen?

Kommentar von kubamax ,

Schau mal unter "boystomen.de" nach oder bei Prof. Hüther Stichwort Jungs oder bei youtube "Manngeburt".

Antwort
von bekind, 43

man sollte das kind ganz unabhängig von seinem geschlecht erziehen

Antwort
von beangato, 42

Es gibt keinerlei Unterschiede.

Schreibt eine Mutter, die beides hat.

Kommentar von Goodnight ,

Dem würde ich aus Erfahrung entschieden widersprechen.

Kommentar von beangato ,

Ich habe meine Kinder gleich erzogen. Warum sollte ich auch Unterschiede machen? Beides sind Menschen, denen Respekt, Ehrlichkeit, Benimm usw. beigebracht werden müssen. Auch im Haushalt habe ich keinen Unterschied gemacht.

Antwort
von eostre, 7

Ich erziehe meine Kinder nach ihrem Charakter und nicht nach Geschlecht. 

Antwort
von gnarr, 13

es gibt überhaupt keine unterschiede. beide müssen manieren, respekt und werte erlernen. für beide gilt das gleiche an aufgaben im leben zu erlernen.

Antwort
von Lissy19, 52

Im besten Falle: Keine! Die Werte unserer Gesellschaft gelten für Mann und Frau gleichermaßen. 

Antwort
von MrMiles, 35

Unterschiede:

- z.B. die Benutzung von geschlechtspezifischen Waschräumen, Umkleiden und WCs.

Gemeinsamkeiten:

- im Grunde alles

Kommentar von beangato ,

die Benutzung von geschlechtspezifischen Waschräumen, Umkleiden und WCs.

Das gil nur in Bädern beispielsweise.

Zu Hause ist das unötig. Ich hatte auch nur 1 Badezimmer. Mein Sohn und meine Töchter nutzen das (jeder einzeln selbstverständlich) auch  - wenn man so sagen will - zusammen.

Kommentar von MrMiles ,

Natürlich gilt das nur dort, wo es erforderlich ist - das hast du nochmal richtig dargestellt :)

Antwort
von Grautvornix, 48

Klamottenauswahl, Jungs nur Blau, Mädchen Rosa.

Kommentar von Respawn618 ,

Was interessanterweise im Mittelalter übrigens genau andersherum war.

Kommentar von Grautvornix ,

Echt interessant, was sagen die Archäologen dazu?

Alles Tunten?

Kommentar von Respawn618 ,

:)))

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