Frage von Sommernacht19, 46

Welche Therapieform und welches Setting hat euch bei PTBS geholfen?

Liebe Community,

ich würde mich sehr über Rückmeldungen zu meiner Frage freuen :) Ich bin w, 24 Jahre alt und leide seit 8 Jahren unter psychischen Erkrankungen (vor dem Hintergrund einer PTBS). Da ich zahlreiche Begleiterkrankungen/ Symptome hatte, u.a. Depressionen, Anorexie, Substanzmissbrauch, SVV, etc., war es mir trotz zahlreicher Klinikaufenthalte (vor allem in der Psychiatrie) nie möglich, die zu Grunde liegende PTBS zu bearbeiten, da immer die akuten Symptome im Vordergrund der Behandlung standen. Mittlerweile konnte ich durch intensive Arbeit an mir selbst mit Hilfe der Therapien (vorwiegend stationär und VT) Anorexie, SVV und Substanzmissbrauch hinter mir lassen und führe wieder ein halbwegs "normales" Leben mit Studium, gelegentlichem Jobben etc. Obwohl ich dankbar bin, dass es mir im Vergleich zu meinen schlimmsten Zeiten soviel besser geht, leide ich immer noch unter Depressionen und der PTBS. Momentan habe ich eine ambulante Therapie (tiefenpsychologisch fundiert) und meine Psychologin hat vor ein paar Monaten EMDR mit mir begonnen. Leider spüre ich jedoch kaum eine Verbesserung oder Erleichterung im Umgang mit dem Trauma, was natürlich auch daran liegen könnte, dass ich immer eine gewisse Angst mit mir trage, nach der Sitzung alleine mit den Emotionen und Flashbacks zu bleiben und mit der Sorge, wieder in alte Verhaltensmuster zur Kompensation verfallen zu können.

Habt ihr einen Rat für mich oder eigene Erfahrungen, die ihr mit mir teilen mögt? Bin für alles sehr dankbar :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Spuky7, 35

Vielleicht kannst du dich der Therapeutin nicht öffnen. Rede mit ihr darüber, so wie du es uns geschildert hast. EMDR wäre schon das Richtige. 

Kommentar von Sommernacht19 ,

Danke für deine Antwort. Als wir mit dem EMDR begonnen haben, habe ich schon meine Ängste geäußert und sie hatte mir gesagt, dass ich vielleicht doch nochmal eine stationäre Traumatherapie machen sollte, wenn ich mir eine ambulante Behandlung nicht zutraue. Allerdings hatte ich mich damals entschieden es ambulant zu versuchen, da ich schließlich schon zahlreiche stat. Aufenthalte hinter mir hatte und froh war/bin endlich ein halbwegs eigenständiges Leben führen zu können. Trotzdem ist es natürlich so, dass ich mich jetzt nicht mehr getraut habe, die Ängste nochmal anzusprechen, also mich in dem Punkt nicht nochmal geöffnet habe.

Kommentar von Spuky7 ,

Dazu brauchst du Vertrauen. Ich denke auch über eine EMDR Therapie nach, aber dann lenke ich mich immer wieder ab. Hab nur das Buch darüber gelesen von Shapiro.

Kommentar von Sommernacht19 ,

Danke. Vertrauen muss vielleicht einfach noch mehr wachsen, kenne sie ja noch nicht so lange bzw brauche ich vielleicht auch noch mehr Zeit.

Kommentar von Spuky7 ,

Ich hab das selbst mal ausprobiert mit den Augenbewegungen ( hat F. Shapiro auch selbst ausprobiert), ich bin tatsächlich kurz in einer traumatischen Situation aus der Kindheit gelandet. Allerdings nur für den Bruchteil einer Sekunde. Ich glaube, dass könnte funktionieren.

Kommentar von Sommernacht19 ,

Ich glaube auch, dass es funktioniert, zumindest bin ich dann schon kurz in den Situationen (die werden allerdings genau angeleitet und ich suche mir ein Bild, welches wir dann bearbeiten). Nur sperre ich mich vielleicht dann unterbewusst gegen die dann folgenden Bilder etc. und dann ist alles wieder weg und ich frage mich, ob es so wirklich helfen kann. Aber wie du sagtest, wahrscheinlich noch fehlendes Vertrauen als Ursache. 

Kommentar von Sommernacht19 ,

Deshalb frage ich mich ja, kann man EMDR auch ambulant machen oder doch lieber stationär begleitend usw.

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