Welche Theorien gibt es zur Homosexualität?

... komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Viele Menschen denken noch, dass die Menschheit in homo- und heterosexuell "aufgeteilt" sei. Tatsächlich gibt es nicht so viele Menschen, die rein (100%) homo- oder rein (100%) heterosexuell sind. Viele Menschen liegen irgendwo dazwischen.

"The reports also state that nearly 46% of the male subjects had "reacted" sexually to persons of both sexes in the course of their adult lives, and 37% had at least one homosexual experience." (Kinsey) 

D.h. mehr als ein Drittel aller Männer hatte homosexuelle Erlebnisse (zumindest was die Gruppe anging, die untersucht wurde, da ging es offenbar um die USA), und fast die Hälfte aller Männer hatte irgendwann mal sowohl auf männliche als auch weibliche Personen reagiert.

Eines der Probleme ist, dass Männer das gerne "tabuisieren", sie hatten in jungen Jahren oftmals (natürlich nicht alle) auf andere Männer reagiert, das änderte sich später wieder, und dann würden sie es nicht wieder zugeben.

Daher amüsiere ich mich auch darüber, dass sich "homosexuelle" Männer angeblich nicht "fortpflanzen" würden. Das übersieht, dass sehr viele von ihnen eben auch mit Frauen Kontakt haben (oder sich das vorstellen können).

Und wir Männer wissen ja, was von uns erwartet wird als Antwort, wenn wir gefragt werden, nicht wahr? Das lernen wir von klein auf (die Antwort, nicht unsere Reaktion oder Orientierung).

Noch in den 50er Jahren war Homosexualität etwas, bei dem die Polizei dahinter war. Viele junge Leute wissen das gar nicht mehr (und dass sich diese Situation geändert hat, ist ja gut).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo amesas,

diese Frage ist leider nicht sehr einfach zu beantworten. Einige sagen es ist angeboren, manche meinen es sei die Erziehung und wieder andere sagen es ist eine Mischung aus beidem.

Da ich selbst homosexuell bin habe ich mir da natürlich auch schon ein paar Gedanken gemacht. Ich persönlich finde nämlich es hat nicht wirklich etwas mit Erziehung zu tun. Bevor ich realisiert habe, dass ich schwul bin habe ich so gedacht wie jeder eigentlich. Ich möchte eine Freundin und Kinder Punkt Fertig aus. Das war sozusagen das was ich davor gedacht habe aber als ich gemerkt habe, dass ich schwul bin neja dann war es für mich eindeutig, dass es irgendwie von Anfang an festgestanden haben muss. Ich musste es nur "entdecken". 

Das mag jetzt alles ziemlich kurios klingen und deine Frage nicht zu 100% beantworten aber für mich persönlich ist es logisch, weil ich es ja selbst "durchlebe".

Vielleicht konnte ich dir einen kurzen Einblick geben und es hilft dir ein wenig. Andere werden natürlich auch sagen man sucht sich seine Homosexualität aus oder ähnliches aber das ist Quatsch.

Damit wünsche ich dir noch einen schönen Restabend ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Darkmalvet
21.03.2016, 19:55

Also ich würde Pauschal sagen, Erziehung ist es eher weniger daran beteiligt, wohl aber andere Umwelteinflüsse.

Hätte der Fragesteller statt "dass man so erzogen wird", "das es durch Umwelteinflüsse geschieht" geschrieben, dann wäre die Frage klar zu beantworten, dass beides eine Rolle spielt.

Mich würde mal interessieren, in welchem Alter du gemerkt hast, dass du homosexuell bist ?

0

Das ist nicht so einfach. Schau mal unter https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t#Ursachen\_der\_Ausbildung\_der\_sexuellen\_Orientierung nach. In aller Regel kann man für überhaupt nichts eine 100% genetische Veranlagung festmachen, weil niemals alle eineiigen Zwillinge (die genetisch ja gleich sind) in irgendeinem Merkmal in allen Fällen übereinstimmen. In den allermeisten Fällen gibt es auch Wechselwirkungen zwischen Genen und der Umwelt (diese kann ja auch schon in den prägenden Phasen im Uterus wirken). Wenn ein Merkmal nicht ausschließlich von einem einzigen Gen abhängt (wie z.B. bei der 'Intelligenz') dann wird der Nachweis vollends schwierig. Bei der Homosexualität weiß man nicht, ob es nur an einem Gen liegen würde, oder ob es verschiedene Homosexualitäten geben kann. Am ehesten dürfte es so sein, dass die sexuelle Orientierung weitgehend angeboren ist oder durch prägende Einflüsse (Hormone) während der Schwangerschaft festgelegt wird. Da es auch bisexuelle Menschen gibt und solche, die von hetero nach bi wechseln, ist es sicher nicht eine einzige Ursache. Vermutlich hat die Umwelt aber einen geringen Einfluss und die Erziehung schon gleich gar keinen. Da Homosexualität auch bei allen Tieren vorkommt, muss man davon ausgehen, dass sie eine Eigenschaft ist, die zu einem gewissen Prozentsatz durchaus nützlich für eine Art ist.

Siehe auch https://www.gutefrage.net/frage/welchen-biologischen-sinn-haben-homosexuelle

P.S.: wann immer solche Fragen wissenschaftlich untersucht wird, kommen als Ergebnis 'aufgeklärte Varianzanteile' heraus. Laien interpretieren diese meistens als Prozentzahl für die Erblichkeit bzw. den Einfluss der Umwelt. Das ist aber falsch. Um zu verstehen, was aufgeklärte Varianzanteile sind, muss man sich ein bisschen in Statistik auskennen. Das Konzept der Varianzanteile entzieht sich dem normalen Menschenverstand. Kein Wissenschaftler kann aber sagen: soviel Prozent sind angeboren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Darkmalvet
21.03.2016, 19:50

Du hast einen großen Faktor außer acht gelassen.

Die sich in der Kindheit frei entwickelnde Persönlichkeit.

Das sind mehr als nur Umweltfaktoren, da fließen auch Wünsche, Wille und Erwartungen des sich entwickelden Kindes mit ein.

Und letztendlich dürfe es auch eine gewisse Rolle spielen, ob das erste Verlieben in einen Jungen oder ein Mädchen erfolgte.

Die Disposionen sind natürlich selbstverständlich angeboren

0

Angeboren.

Ein Geschlecht attraktiv finden zu können ist eine biologische Funktion unseres Gehirns, die noch vor unserem Bewusstsein geschaltet ist. 

Man sieht optische Reize (meinetwegen einen tiefen Ausschnitt bei einer Frau) und findet das attraktiv. Man entscheidet sich aber nicht dafür, das ist einfach so. 

Dass so ein Prozess abläuft ist folge dessen, wie unser Gehirn gestrickt ist. Prinzipiell entwickelt sich unser Gehirn bereits als Fötus in mehreren Stadien und wird vor der Geburt entweder weiblich oder männlich "programmiert". Da sämtliche Föten prinzipiell alle Anlagen in sich haben, um sowohl männlich als auch weiblich zu werden, ist es nicht soooo überraschend, dass da auch mal bei einigen im Gehirn das Merkmal "steht auf Männer" ausgebildet wird, obwohl er selbst ein Mann ist. 

Während der Pubertät entwickelt sich dass dann ganz einfach entsprechend der Veranlagung. 

(Vergleiche dazu: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/sexualitaet/erotik/tid-28715/forscher-sind-sich-sicher-ursache-von-homosexualitaet-gefunden-genregulation-als-entscheidender-faktor_aid_885683.html)

Homosexuelle gibt es überall, in allen Familien, Kulturen, unter allen Umständen. Man möchte ja meinen, wenn es erzieherische Faktoren gäbe, die so etwas aussschließen oder begünstigen, dann hätte man die mittlerweile erkannt. Zwei Menschen können exakt die gleiche Art von Umständen und Erziehung genossen haben und einer wird schwul, der andere nicht...

Abschließend kann man sagen: Eindeutig bewiesen ist es nicht.

Es gibt überwältigende medizinische Forschung, die nahelegt, dass es eine Veranlagung ist.

Es gibt Vertreter der Auffassung, dass es an der Erziehung liegt, ohne jedoch wirklich Beweise oder wissenschaftliche Daten vorlegen zu können, das ist dann eher schon eine überholte aber beharrliche Volksweisheit, als wissenschaftliche Erkenntnis. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Darkmalvet
23.03.2016, 23:24

Hallo scorpion87

Du vergisst einen großen Teil, nämlich, dass es wesendlich mehr Umwelteinflüsse gibt als nur Erziehung.

Und letztendlich ist die sexuelle Orientierung ein psychologisches Merkmal des Unterbewusstseins und als psychologisches Merkmal kann es nicht 100% fest angeboren sein, sondern es kann höchstens eine Wahrscheinlichkeit zur Ausbildung angeboren sein.

Es gibt so viele andere Umwelteinflüsse, seien es kleinste Details wie die Ernährungssituation, visuelle Eindrücke die auf das Gehirn wirst, autogene Einflüsse, die ein Mensch sich selber schafft, minimalste Dinge die den Hormospiegel beeinflussen und nicht zuletzt der Zufall.

An solchen Dingen und nicht an Erziehung wird es wohl letztendlich liegen, wie sich die sexuelle Orietierung dann ausprägt, natürlich Anhand des angeborenen Wahrscheinlichkeitsverhältnisses, aber eben nicht durch dieses alleine.

Solche Kleinheiten sind viel zu komplex um sie zu entschlüsseln, aber das Rechtfertigt nicht ihnen die Wirkung abzusprechen.

Und letztendlich kann man auch nicht sagen, dass die sexuelle Orientierung bei jedem gleich bleibt, bis zum Ende der Pubertät ist das Gehirn einem enormen Wandel ausgesetzt, da kann sich durchaus noch was ändern (was auf keine Fall heißen soll, dass es das muss, oder oft tut)

Solche Dinge muss man immer Multikausal betrachten, da kann man nicht einfach sagen, angeboren und fertig, damit würde man es sich zu einfach machen.

0

Die Bereitschaft zur gleichgeschlechtlichen Liebe habe ich von meiner Mutter die sich früher mal gefragt hat ob sie vielleicht Homo sein könnte. Irgendwann hat es sich bei mir eingeschlichen (das war so mit 12) als ich im Schwimmbad einen jungen Mann gesehen habe dessen großer Penis sich deutlich in seiner Badehose abgezeichnet hat und es mir gefallen hat was ich gesehen habe. 

Eine andere Theorie ist das es daher kommt das mein Vater nicht so liebevoll mit mir umgegangen ist bzw umgeht wie es ein Vater tuen sollte (Gewaltandrohung, Einschüchterung, Kleinreden, ...) und dass ich nie lange einen Besten Freund hatte weil wir immer wieder durch verschiedene Ursachen getrennt wurden, oder die damals schwierige Beziehung zu meinem jüngeren Bruder. So das ich das ich jetzt das Bedürfnis habe es so nachzuholen was ich verpasst habe.

Ich denke es ist ein Mix aus verschiedenen Ursachen.  

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler geht davon aus, dass die grundlegende sexuelle Orientierung angeboren ist.

Ob man jemals dazu kommt, sich zu "outen", hängt allerdings von der Erziehung ab.

In extrem konservativer/religiöser Umgebung kann es sein, dass Menschen die eigene Homosexualität entweder vor sich selbst so stark  leugnen, dass sie nie auch nur auf den Gedanken kommen würden, sich tatsächlich so zu verhalten - oder sie haben Angst vor der Reaktion der Umwelt und leben es trotz vorhandener Wünsche nicht aus.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Darkmalvet
21.03.2016, 19:45

Nicht ganz richtig

Psychische Merkmale können nicht vollständig angeboren sein, da bei der Persönlichkeitsentwicklung mehr als nur die Gene eine Rolle spielen.

Menschen sind frei denkende Wesen und keine Sklaven ihrer Gene

Angeboren sein können nur sogenannte Dispositionen, das sind nicht mehr als Wahrscheinlichkeiten

0

Homosexualität ist eine normale Variante der menschlichen Natur, die nicht verändert werden kann. Zwar ist die Entstehung sexueller Orientierungen noch nicht abschließend geklärt – dass die Sexualität sich nach den gegebenen Lebensumständen richtet, kann allerdings ausgeschlossen werden. 

Grundsätzlich sollte man Menschen akzeptieren, wie sie sind. Die sexuelle Orientierung sollte bei der Beurteilung eines Menschen keine Rolle spielen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Beide Theorien können stimmen. Das Entstehen von sexuellen Orientierungen ist noch nicht vollends geklärt.

"Erzogen" stimmt aber nicht ganz, es kommt eher auf die frühkindliche bis pupertäre Prägung an, man kann ein Kind nicht zu einer Sexualität erziehen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Homosexualität ist weder eine Sache von Erziehung noch komplett angeboren, das ist viel komplexer als machen denken

Verhaltensweisen und Dinge die Psyche oder Geist betreffen können nicht rein angeboren sein, sondern haben immer viele Ursachen die da mit einfließen

Eine Tendenz zur Homosexualität wird sicherlich angeboren sein und ist durch die Gene bedingt (in der Genetik nennt man solche Tendenzen Disposition).

Der Rest geschieht durch die individuelle Entwicklung der Persönlichkeit und des Gehirns, teils spielt Zufall da eine Rolle teils Umweltfaktoren, wie zum Beispiel persönliche Erfahrungen in Kindheit und früher Jugend.

Erziehung spielt wohl weniger eine Rolle, das könnte so sein, weil ich Kinder und Jugendliche in Sachen Sexualität oft von den Eltern abgrezen.

Aber alles in allem muss man sagen, dass die sexuelle Orientierung viel zu komplex ist um feststellen zu können, welcher Einfluss sich wie weit darauf auswirkt

Vereinfach kann man jedoch sagen, ein Menschen wird mit gewissen Wahrscheinlichkeiten für spätere sexuelle Orientierungen geboren.

Wann man nun weiß, ob man Homo, Bi oder Hetero ist, dass ist ebenfalls sehr unterschiedlich, manchen Menschen wissen es schon sobald sie in die Pubertät kommen, bei den meisten Menschen ist der Endzustand aber erst in der später Pubertätsphase erreicht und nicht wenige sammeln vorher Erfahrungen mit beiden Geschlechtern.

In einigen wenigen Einzelfällen, ändert sich die Orientierung noch im Erwachsenenalter, meinst durch ein einschneidendes Erlebnis.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weder das eine noch das andere. Ich denke,Homosexualität wird angeworben. Du kommst nicht als Homo auf die Welt und anerzogen wird das auch nicht. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von mighty20
21.03.2016, 19:24

sehe ich genau so

1
Kommentar von Hooks
21.03.2016, 19:28

Höchstens im Sinne von Trauma. Viele Homosexuelle wurden als Kind genötigt.

0