Frage von schredder4, 144

Welche Straftatbestände wurden erfüllt, wenn jemand einen anderen mit dem Messer bedroht?

Angenommen, eine Person bedroht eine andere Person mit einem Messer, indem er es ihm an den Hals hält. Er möchte an eine bestimmte Information von ihm gelangen oder erwartet eine bestimmte Aktion von ihm.

Liege ich damit richtig, dass somit §240 Nötigung und §241 Bedrohung in Kraft treten?

Antwort
von ParagrafenChef, 73

Bedrohung nach 241 StGB sowie versuchte gefährliche Körperverletzung nach 224 StGB .

Wobei nach 224 StGB wesentlich härter bestraft werden kann und den 241 StGB wohl dadurch ersetzen würde.

Kommentar von schredder4 ,

Aber warum wäre es dann ein Versuch der gefährlichen Körperverletzung? Man könnte ja mit dem Messer auch einen Mord begehen? Oder eine leichte Körperverletzung?

Kommentar von ParagrafenChef ,

Weil der 224 StGB erstmal am einschlägisten, also zutreffendsten wäre.

Ändert sich bis zum Gerichtstermin der gesundheitliche Zustand des Opfers, dann wird die Anklage entsprechend mündlich abgeändert.

Da hier mit einer Waffe hantiert wurde, scheidet die normale Körperverletzung nach 223 StGB aus.

Kommentar von schredder4 ,

Das verstehe ich nicht recht. Sehe ich das richtig, dass es vom Gesundheitszustand des Täters abhängt, welche Strafe der Täter erhält?

Kommentar von ParagrafenChef ,

Auch ja.

Würde er dir mit dem Messer in den Arm stechen - gefährliche Körperverletzung nach 224 StGB .

Würdest du den Arm aufgrund von Blutverlust, Verunreinigung usw. verlieren/amputiert bekommen und geschieht dies noch vor der Hauptverhandlung, dann wandelt die Staatsanwaltschaft die Anklage von gefährlicher Körperverletzung nach 224 StGB in schwere Körperverletzung nach 226 StGB um.

Kommentar von schredder4 ,

Erstmal danke für die Antworten. Sry für die ganzen Fragen, aber wie sieht es denn aus, wenn das Opfer gar keine Gesundheitsschädigung erleidet? Ist es dann immer noch ein Versuch der gefährlichen Körperverletzung?

Kommentar von ParagrafenChef ,

Ja, ist es.

Wenn es mit einem Messer oder einer anderen Waffe bedroht wird, oder das Opfer sonst wie versucht wurde mit einem Gegenstand/Waffe zu verletzen, dann ist und bleibt es eine versuchte gefährliche Körperverletzung.

Wurde das Opfer dagegen getroffen, ist es dann gerade kein Versuch mehr, da die Tat zur Vollendung gelangte.

Man spricht dann von einer gefährlichen Körperverletzung, von einer vollendeten gefährlichen Körperverletzung oder einer gefährlichen Körperverletzung in vollendeter Form.

Ist alles drei korrekt.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei & Recht, 23

Mir fällt ad hoc noch die Freiheitsberaubung und - je nach Umständen - eine Geiselnahme (§ 239b StGB) ein. 

Sollte die Geiselnahme zutreffen, dürften die Taten wie Nötigung und Bedrohung tateinheitlich geschehen und nicht gesondert verfolgt werden. Wäre aber auch bei einer Mindestandrohung von 5 Jahren bei Geiselnahme zu vernächlässigen. 

Expertenantwort
von Dommie1306, Community-Experte für Polizei, 29

Hallo,

ja du hast Recht, die von dir aufgeführten Paragraphen sind einschlägig. Je nachdem wie das Messer beschaffen ist, liegt hier noch ein Verstoß nach dem Waffengesetz vor.

Denkbar wäre auch eine Vergehen nach §§223,224 StGB, also gefährlicher Körperverletzung, wenn das Messer bereits den Hals berührt und z.B. die Haus geritzt hat.

Wenn der Geschädigte in einer Ecke ist und der Täter ihn länger nicht mehr rauslässt, da er ihn bedroht, wäre über eine Freiheitsberaubung nachzudenken §239 StGB. Dafür müsste aber eine gewisse Intensität und Dauer gegeben sein.

Antwort
von Artus01, 24

Nach dem was in der Frage aufgeführt ist kommt nur die Nötigung (240 StGB)  zum tragen.

Antwort
von Still, 29

255 StGB "Räuberische Erpressung"

Antwort
von FlorianBln96, 90

Versuch der schweren Körperverletzung

Kommentar von ParagrafenChef ,

Gefährlichen, nicht schweren!

Kommentar von cool22123 ,

Nein Schwer, weil ein schnitt eine lebensbedrohlicheVerletzung erfüllen kann

Antwort
von realReport, 80

Kommt darauf an wie groß die Klinge ist. Ist diese länger wir die Handfläche ist es eine Waffe und somit unerlaubter Waffenbesitz. Zudem kommt noch eine Bedrohung es Leibes hinzu und Nötigung.

Im großen und ganzen bis zu 5 Jahre :-)

Kommentar von ParagrafenChef ,

Eine Waffe zu besitzen ist nicht immer unerlaubt!

Bedrohung und Nötigung bei einer Tat, vor allem der hier aufgeführten, zusammen anzuklagen ist quasi ausgeschlossen!

Kommentar von realReport ,

Warum wenn ich eine Waffenbesitzkarte habe ... Was der andere nicht hat ist es doch erlaubt.

Kommentar von ParagrafenChef ,

Junge! Schreib verständlich!

Deine Antwort und dein erster Kommentar unter dieser widersprechen sich!

Kommentar von ES1956 ,

Wessen Handfläche? Deine, meine, des Polizisten, der Richterin? Merkst du welcher Blödsinn das ist? Die eventuelle Waffeneigenschaft eines Messers steht nicht im Bezug zur Klingenlänge.

Kommentar von ES1956 ,

Was eine WBK ist weißt du auch nicht.

Kommentar von ES1956 ,

Und auch noch "unerlaubter Waffenbesitz" : Lächerlich!

Kommentar von ES1956 ,

Danke - jetzt ist klar wer und was du bist.

Kommentar von ES1956 ,

@Support: Bitte nicht löschen, soll ruhig jeder lesen und sich seine Meinung bilden.

Kommentar von ES1956 ,

Schade dass die Beleidigungen von realreport doch gelöscht wurden, da wurde doch wenigstens klar mit was für einem Typ man es zu tun hat.

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