Frage von Suiram711, 78

Welche Strafe steht mir bevor bei Vortäuschen einer Straftat?

Hallo,

ich war Sturzbetrunken und habe am darauffolgenden Tag eine Anzeige gestellt wegen räuberischer Erpressung, weil ich angenommen habe, dass mir das Handy jemand geklaut hat. Da ich auch niemnden gesehen/erkannt habe, wurde das Verfahren eingestellt.

Nun wurde ich einberufen zur Kripo und Sie haben das Handy gefunden und zwei Zeuginnen haben das Handy gefunden, also werde ich wegen "Vortäuschen einer Straftat" angezeigt. Ich gehe heute Mittag gleich zum Anwalt, kann mir jemand sagen, wie es weiter geht? Was wäre in solch einem Fall die "angemessene" Strafe, wenn ich Sturzbetrunken war?

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei, 14

Vortäuschen einer Straftat erfordert, dass du die Tat wider besseres Wissen vorgetäuscht hast. Hast du also nur vermutet, dass eine Straftat vorgelegen hat, nicht aber gewusst, dass keine vorliegt, hast du den TB des 145d StGB nicht erfüllt. 

M.E. ist es zwar blöd gelaufen, aber Sorgen brauchst du dir keine machen. 

Antwort
von WosIsLos, 35

Schildere den Sachverhalt und dann sag den Beamten noch, daß Handys oft Gegenstand von Diebstählen sind und viele Bestohlene das überhaupt nicht merken und oft meinen, sie hätten es verloren und deshalb diese Diebstähle überhaupt nicht zur Anzeige kommen. Du hast dich nur so verhalten, wie es in TV Berichten empfohlen wird.

Du hattest doch niemanden konkret beschuldigt oder falsche Behauptungen aufgestellt.

Räuberische Erpressung wäre das aber nicht gewesen.

Kommentar von Suiram711 ,

Ich hatte angegeben, dass mir jemand gesagt hat, entweder Handy oder ich sterbe, ich muss geträumt haben oder ähnliches, da aber mein Handy nicht mehr da war, dachte ich, es war echt..

Antwort
von GanMar, 26

https://dejure.org/gesetze/StGB/145d.html

Der Besuch beim Anwalt ist eine gute Idee. Vermutlich kann das Verfahren gegen eine mäßige Geldauflage eingestellt werden.

Kommentar von Suiram711 ,

Was wäre in deinem Sinn eine "mäßige" Geldauflage?

Kommentar von GanMar ,

Für "eigene Dummheit" und "Unkenntnis der eigenen Grenzen" würde ich schmunzelnd 5 Tagessätze erwägen.

Antwort
von TrudiMeier, 25

Ich denke, dass auch das Verfahren engestellt wird, wenn du die Situation so schilderst. Du hast ja nicht absichtlich eine Straftat angezeigt in dem Wissen, dass gar keine stattgefunden hat. Du bist schließlich, ob betrunken oder nicht, davon ausgegangen, dass dir das Handy tatsächlich geklaut wurde. Insofern ist hier m. E. der Tatbestand auch nicht gerechtfertigt, vorausgesetzt du hast die Anzeige gegen "Unbekannt" erstattet.


Antwort
von MaggieundSue, 37

Grins...;) Ich denke, der Anwalt kann dich da schon heraus helfen. Denn du warst ja nicht bei sinne......

Antwort
von SiViHa72, 33

Beruf Dich darauf,d ass Du ja wirklich davon überzeugt warst. Also hast Du nichts vorgetäuscht, sondern dachtest eben definitiv..

Dein Anwalt wird Dir weiteres dazu sagen können.

Antwort
von meinerede, 28

Wenn man  vermeintlich bestohlen wurde, macht man eine Anzeige wegen Diebstahl und nicht wegen räuberischer Erpressung!- Also echt: Die Brüder Grimm konnten´s besser!

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