Frage von AnnikaLenaF, 164

Welche Strafe droht dem Halter des Fahrzeuges als Beifahrer, bei Fahrerflucht im alkoholisiertem Zustand ohne andere Unfallteilnehmer?

Habe letztens diese Story von Bekannten gehört ( nennen wir die Beteiligten Tim und Sven )

Tim und Sven lernen sich auf einer Party kennen und sind beide alkoholisiert. Vor allem Tim ist sehr stark betrunken, während Sven nur angetrunken ist.
Tim ist mit seinem eigenen Wagen ( Teilkaskoversichert ) da.
Da Tim nicht mehr fahrbereit ist und Sven in die selbe Stadt muss, lässt Tim Sven seinen Wagen fahren.
Sven verliert auf einer Landstraße die Kontrolle über Tim's Wagen und kracht in die Leitplanke.
Beide entschließen sich einfach schnell abzuhauen, da sie glauben, dass sie niemand gesehen hat.

Was würde beiden drohen, wenn jemand von dem Unfall erfährt ?

Vorweg, ich kenne diese Personen nicht und ich selber finde es unverantwortlich unter Alkoholeinfluss unverantwortlich!!! Können die Personen im Auto sich in Lebensgefahr bringen, wenn sies nötig haben, aber es gibt nun mal auch andere Verkehrsteilnehmer die verletzt werden können!

Antwort
von SpezialAntwort, 150

Ein sichtbarer Schaden wird durch die zuständige "Straßenbehörde" bei Kontrollen entdecken und eine Ermittlung durch die Polizei einleiten. Der Fall wird also bekannt und aktenkundig. Bei behördlicher Motivation werden die Ermittlungen auch durch öffentliche Aufrufe publik gemacht, um Zeugen zu gewinnen. Wenn das scheitert, schläft das irgendwann ein.

"Sachbeschädigung" / "Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort" / "Fahren unter Alkoholeinfluss" (vermutlich nicht mehr beweisbar) ... das ist eine Menge ernsthaftes Holz.

Es droht primär erst mal ein Strafverfahren gegen "unbekannt". Dieses wird sich technisch erst einmal gegen den Halter richten, weil er diesbezüglich registriert ist. (sofern er ermittelt wird)

Nun fangen die peinlichen Fragen der Ermittler an. Je nachdem, wie sich der Halter in Widersprüche verstrickt, kann das eventuell alles gegen ihn ausgelegt werden, obwohl er nicht gefahren sein soll. Da er seine Haut retten will, wird er angeben, wer gefahren ist. Nun wird als Fahrer und mutmaßlicher Verursacher auch gegen ihn ermittelt.

Viele knicken nun ein und gestehen alles (Fall für die Ermittlungsbehören fast erledigt). Gerichtliche (strafrechtliche) Aufarbeitung wird dann Routine und ist schnell erledigt.

Zivilrechtliche Ansprüche können gegen den Halter aufgrund der Halterhaftung geltend gemacht werden (Reparatur Leitplanke). Bei dieser Fallgestaltung (z.B. Alkoholeinfluss) kann die Versicherung wohl auch den Schaden (teilweise) vom Versicherungsnehmer zurückholen ("Trunkenheitsklausel"), auch wenn der alkoholisierte Fahrer ein anderer ist. Der Halter muss sicherstellen, dass der Fahrer einen gültigen Führerschein besitzt und fahrtüchtig ist. Das ist hier offensichtlich nicht wirklich geschehen.

Bemerkenswerte Schäden am Auto werden auch nicht unbemerkt bleiben (vor allem, wenn die Leute sich untereinander gut kennen). Das wird ein heißer Tanz und ist in der Gesamtheit auch kein jugendlicher Streich mehr!

(Diese Darstellung ist keine Rechtsberatung, sondern eine laienjuristische Darstellung zur groben Beantwortung einer fiktiven Frage, die keine fundierte professionelle Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt ersetzen kann oder will!)

Kommentar von Franticek ,

Diese Darstellung ist keine Rechtsberatung

Kan sie auch gar nicht sein, da sie teils richtige Punkte enthält, teils aber auch komplett falsche Dinge. Eine  Halterhaftung kommt hier z.B. überhaupt nicht ins Spiel, das ist etwas, was es ausschließlich für den ruhenden Verkehr gibt und sich auf etwas anderes bezieht.

Antwort
von partikel1, 120

Wenn es bekannt wird, bekommt der Fahrer auf jeden Fall Anzeige wegen Unfallflucht. Der Beifahrer ist schwirig zu sagen und nachzuweisen, das er es "mitbekommen" hat, kann sich rausreden wg Alkohol geschlafen. *grins

Die Alkoholfahrt des Fahrer ist nachträglich auch kaum zu bewerten, wieviel Promille er hatte, somit wahrscheinlich nicht so relewand,. Es kann hochgerechnet werden auf die getrunkene Menge und Körperbau, wie weit das "Hand und Fuß" hat, kann ich nicht sagen.
Versicherer stellen teilweise auch schon bei Fahrerflucht dem Fahrer deren Kosten in Teilen in Rechnung (je nach Versicherer).

Kommentar von ginatilan ,

Die Alkoholfahrt des Fahrer ist nachträglich auch kaum zu bewerten, wieviel Promille er hatte,

das ist ganz leicht zu ermitteln, kein Problem

wie weit das "Hand und Fuß" hat, kann ich nicht sagen.

das ist sogar dann gerichtlich verwertbar

Versicherer stellen teilweise auch schon bei Fahrerflucht dem Fahrer deren Kosten in Teilen in Rechnung

dem Fahrer bestimmt nicht, sondern vom dem Halter KÖNNEN sie Regress fordern (bis zu 5000€ Regressobergrenze)

wie der Halter dann das Geld vom Fahrer bekommt ist Zivilrecht

Antwort
von maccvissel, 116

Tim und Sven werden der Unfallflucht angeklagt. Wenn es noch beweisbar ist, daß Sven unter Alkoholeinfluß stand, kommt für ihn die "Trunkenheitsfahrt" hinzu.

Unfallflucht: siehe Bußgeldkatalog. Das kann recht teuer ud unangenehm werden, desgleichen Alkohol im Straßenverkehr.


Kommentar von ginatilan ,

Tim und Sven werden der Unfallflucht angeklagt.

Tim sicherlich nicht, denn er hat das Fahrzeug nicht gefahren

Unfallflucht: siehe Bußgeldkatalog.

wenn ihr nicht einmal den Unterschied zwischen einer OwI und einer Straftat kennt solltet ihr euch raushalten und bei anderen Themengebieten schreiben

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