Frage von Coffee12, 210

Welche Strafe bekommt dieser Fahrer?

Guten Morgen Zusammen .

Ich hab mal wieder etwas für euch .:-)

Folgende Situation :

Fahrer 1 fuhr die BAB 5 mit 2 Fahrspuren für jede Richtung mit der dafür beschränkten Geschwindigkeit von ca. 100 Km/h .

Er überholte dabei einen LKW der mit einer Geschwindigkeit mit 88 Km/ h fuhr . In Höhe des Aufliegers schloss Fahrzeug 2 auf FZ 1 auf und verringerte den Abstand zu FZ1 auf ca. 5m .

FZ 1 wechselte nach dem Überholen des LKW´s unverzüglich , nach erreichen des Sicherheitsabstandes , auf die Rechte spur .

FZ 2 überholte FZ1, mit leicht überhöhter Geschwindigkeit , und wechselte auf die rechte Spur mit einem Abstand von ca. 5 m zum FZ 1 .Zu dieser Zeit war die Linke Spur frei befahrbar . FZ 2 bremste, so das der Abstand zu FZ 1 sehr stark verringert wurde, um ihn vermutlich zu maßregeln .

FZ1 wechselte , um einen Unfall zu verhindern, wieder auf die Linke freie Fahrspur um FZ2 wiederum zu überholen . FZ 2 driftet nach links ab und überquert mit den Linken Reifen die Mittellinie so das FZ1 auch nach Links Ausweichen musste . Zwischen FZ1 und FZ2 wurde der Seitliche abstand auf gleicher Höhe mit ca. 5 cm erreicht .

FZ1 fuhr dann, nach erfolgtem überholen , auf einen Rastplatz um sich eine Kleinigkeit zu besorgen. Fahrer FZ2 folgte ihm und stellte ihn zur Rede. Dabei beschimpfte FZ 2 mit den Worten " Blö..Wichs...und Arsc....och .

Im FZ 1 gibt es eine Beifahrerin . Im FZ 2 ebenso . Den Eintreffenden Beamten wurde der Vorfall so geschildert .

Ich hoffe jeder Versteht es .

Nun zu der Frage , Mit welcher Strafe hat FZ1 zu rechnen , wenn er überhaupt bestraft wird . Mit welcher Strafe hat FZ2 zu rechnen , wenn er überhaupt bestraft wird .

Mir geht es nicht um die Paragrafen sondern wie Ihr das verhalten beurteilen würdet wenn ihr Richter sein würdet . Welche Strafe würdet ihr aussprechen ?

MFG schönen Sonntag

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 83

FZ 1 hat einen normalen Überholvorgang gehabt und sich an die Regeln gehalten. Thema durch.

FZ2 musste eben runterbremsen, weil er vorher zu schnell war (sein Problem, wenn kein Blitzer da ist).

Als FZ2 FZ1 einbremste, gab es die erste Regelverletzung durch Nötigung, ggf. sogar gefährdung des Straßenverkehrs, weil 5 Meter sicherheitsabstand zu gering ist.

FZ1 wechselt nach links, um Unfall zu vermeiden. Kein Problem.

Dann auf dem Rastplatz Beleidigung usw.

Kann für FZ2-Fahrer ein teurer Spaß werden.

Kommentar von Coffee12 ,

Zuerst mal Danke für deine Antwort ! wie würdest du als Richter entscheiden ? Welche Strafe würdest du dann aussprechen ?

Kommentar von wfwbinder ,

Zum Glück bin ich kein Richter, sondern habe nur Jura studiert.

Ich würde mir das Zentralregister von dem ansehen und den Auszug Verkehrszentralregister.

Wäre er völlig unbeleckt also keine Punkte, keine einschlägige Vorstrafe, dann gäbe es eine Geldstrafe udn fertig.

Wenn Punkte und ggf. eine Vorstrafe in Verkehrssache, wäre erstmal der Führerschein weg. Zumindest mal 3 Monate Fahrverbot. Dazu dann Geldstrafe die er merkt.

Kommentar von Coffee12 ,

Wärst also ein , äh, milder Richter :-)

Kommentar von wfwbinder ,

Nein, ganz und gar nicht. Es ist eine Frage des Rahmens. Nötigung Geldstrafe bis 3 Jahre Haft. Da muss man die hohen Strafen für die richtig bösen Dinge belassen.

Daher eben vermutlich Geldstrafe (vor allem, wenn nicht vorbelastet), mit Vorbelastung 180 Tagessätze, oder 6 Monate Haft mit Bewährung und Geldauflage.

Fahrverbot bis zu 3 Monate ohne Vorbelastung, oder Entzug der Fahrerlaubnis mit Vorbelastung.

Käme ausserdem sehr auf das Verhalten vor Gericht an. Makiert der den dicken Max "Autobahnen sind zum flotten fahren da" "DEr andere war ein bewegliches Hindernis," dann würde natürlich mehr drauf kommen.

Kommentar von Coffee12 ,

ob eine Vorbelastung vorhanden ist , ist mir nicht bekannt !

Kommentar von wfwbinder ,

Deshalb schrieb ich das ja von den Unterschieden. Die Polizei würde das raussuchen.

Kommentar von Coffee12 ,

Hier das Rechtskräftige Urteil :

FZ2

1. Der Angeklagte ist der Nötigung in Tateinheit mit fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs sowie der Beleidigung schuldig.

2. Gegen den Angeklagten wird eine Gesamtfreiheitsstrafe von acht Monaten verhängt.

3. Die Vollstreckung der Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt.

4. Dem Angeklagten wird die Fahrerlaubnis entzogen. Der Führerschein des Angeklagten wird eingezogen. Es wird angeordnet, dass die Verwaltungsbehörde dem Angeklagten vor Ablauf von weiteren zehn Monaten keine neue Fahrerlaubnis erteilen darf. Von der angeordneten Sperre sind die Fahrzeuge der Fahrerlaubnisklassen … - jeweils auch mit Anhänger - ausgenommen.

5. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. Auslagen werden nicht erstattet.

Angewendete Vorschriften: §§ 240 Abs. 1 und 2, 315c Abs. 1 Nr. 2 lit. b und Abs. 3 Nr. 1, 185, 52, 53, 69, 69a StGB

Kommentar von wfwbinder ,

Gutes Urteil und da war ich gar nicht soweit weg.

Antwort
von hau26hau, 102

Als Strafrichter würde ich die sanktionslose Einstellung des Verfahrens anregen, nicht ohne die Beteiligten darauf hinzuweisen, dass solches Verhalten wohl nur unter Männern vorkommt, die etwas zuviel Testosteron produzieren.

Kommentar von wfwbinder ,

Und wo hat der Fahrer von FZ1, ob mit, oder ohne Testosteron, was verkehrt gemacht?

Kommentar von Coffee12 ,

In Wirklichkeit wurde der Fahrer des Fz2 verurteilt :

Freiheitsstrafe 8 Monate auf Bewährung ....Fahrerlaubnis für 10 Monate weg !

Antwort
von Michi1010, 89

Ich bin nicht sicher wie diese Tatbestände genannt werden. FZ 1 hat sich erstmal korrekt verhalten während des Überholvorgangs. FZ 2 hat bereits beim Auffahren auf FZ 1 und dannach eine Nötigung begangen. Auf dem Parkplatz folgte dann noch eine Beleidigung. Wenn sich dies alles so beweisen lässt. Würde ich dem Fahrer von FZ 2 den Führerschein entziehen (mind. 6 Monate),Geldstrafe wegen Beleidigung und zur Teilnahme an einem Antiaggressionsseminar verpflichten.

Antwort
von aongeng, 84

Für FZ2, ein Führerscheinentzug, Strafe von   ca einem Monatsgehalt, und eine Sperre von da 8-12 Monaten sowie eine MPU mit verkehrsrechtlicher Fragestellung vor Neuerteilung.

Grund: Drängeln, Nötigung und Gefährdung.

Antwort
von Franticek, 43

Alles schön und gut, aber jetzt wäre es noch interessant zu wissen, wie der Fahrer von FZ2 die ganze Sache schildert. Man kann schlecht urteilen, wenn man nur eine Seite gehört hat.

Kommentar von Coffee12 ,

Der Sachverhalt wurde von den Zeugen, Fahrer und Beifahrer, des FZ1 so geschildert . Der Fahrer von FZ2 räumt das festgestellte Geschehen im Wesentlichen ein ,außerdem wollte er das FZ1  nicht seitlich nach links abdrängen . Er hat sich dahingehend eingelassen, seine Tochter habe just zu weinen begonnen, als das FZ1  an ihm links vorbeigefahren sei. Er habe sich in diesem Augenblick nach rechts hinten zu seiner Tochter umgedreht. Dabei habe er das Steuer aus Unachtsamkeit verzogen, so dass das Fahrzeug unbeabsichtigt nach links gedriftet sei.

Kommentar von Franticek ,

Schön, wenn du das so schreibst. Aber den anderen selbst zu hören, ist wichtig. Auch die Polizei verläßt sich ja nicht darauf, dass du ihnen sagst
"Der hat aber dies odere jenes gesagt, der hat aber zugegeben usw.."
sonder befragt den anderen auch lieber selbst.

Kommentar von Coffee12 ,

Ok . Der Fahrer des FZ2 bestätigte das so wie die Zeugen des FZ1 geschildert haben . er meinte nur , das es keine Absicht war das FZ1  Abzudrängen  

Antwort
von hallo98863, 75

Naja, ich würde FZ 1 ein saftiges Bußgeld ausstellen (z.B. wegen Drängeln oder sogar Nötigung; 20 Tagessätze oder min. 200€) und FZ 2 im Falle einer Anzeige auch zu Strafen im 3-stelligen Bereich.

Eine Frage habe ich noch: Warst du FZ 1 oder 2?

Kommentar von Coffee12 ,

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