Frage von Halbfinale2016, 90

Welche Sprache sollte künftig in der EU als Hauptsprache verwendet werden?

Also, Großbritannien reicht auf nächsten Frühling den Brexit ein. Das heißt, ein Land mit 60 Mio Englischsprachlern verläßt den Staatenbund.

Zuvor war Englisch zwar auch nicht die meistgesprochene Sprache, aber nun ist der Unterschied überdeutlich. Künftig werden in der EU gerade mal ca. 4 Mio Iren Englisch als Muttersprache sprechen - gegenüber 90 Mio Deutschsprachigen (D-A-plus Randgebiete Belgiens und Frankreichs), > 60 mio französisch, > 40 Mio Spanisch

Selbst tschechisch wird mit ca. 10 Mio Muttersprachlern häufiger vertreten sein, als englisch.

Sollte man da nicht eine andere Sprache wählen, am besten Deutsch, weil mit Abstand die meisten Einwohner und Wirtschaftskraft? Oder eine Sprache wie Latein, damit keiner bevorzugt wird, weil jeder eine Fremdsprache lernen muß? Was denkt ihr?

Oder sollte man Spanisch oder Französisch oder Englisch wählen, weil sie weltweit häufig gesprochen werden?

Oder gar chinesisch, spricht keiner, müßte jeder lernen und wird auch keine Nation bevorzugt, hat aber einen riesigen Wirtschaftsraum?

Welche Sprache sollte in der EU Anwendung finden?

Antwort
von StevenArmstrong, 11
Lateinisch, muß jeder lernen und keiner wird bevorzugt

Hallo,

bin für Latein, damit wird keiner bevorzugt.

Man könnte aber auch endlich mal eine Internatioanle Sprache schaffen, die über Englisch und Französisch steht.

"Englisch wie bisher", ist ein wenig "unwissend" formuliert. In der EU gilt Englisch zwar als eine der wichtigsten Sprachen (nicht zu letzt durch den Umstand, dass die EU im Grunde ein reiner Wirtschaftskonzern ist), aber Französisch und Deutsch sind genauso wichtig. Französisch, weil es Diplomatensprache ist und Deutsch aufgrund der Wirtschaftsstärke Deutschlands.

Allgemein ist Französisch als Diplomatensprache neben der Wirtschaftssprache Englisch die wichtisgte Sprache der Welt. So wird bei den UN zunächst Englisch und Französisch gesprochen, erst danach kommen Spanisch, Arabisch, Russisch und Chinesisch.

MfG

Steven Armstrong

Antwort
von OlliBjoern, 16
Englisch wie bisher

Englisch hat den folgenden Vorteil: es wird europaweit an sehr vielen Schulen gelehrt (und sogar im Nahen Osten, selbst Iraker können Englisch, wenn sie lange genug zur Schule gegangen sind).

Ich kann mich mit z.B. serbischen und ungarischen Freunden auf Englisch unterhalten. Englisch ist nun mal eine Weltsprache, was auf Deutsch nun mal nicht zutrifft. Ich habe auch schon beruflich mit Chinesen auf Englisch telefoniert. Im Geschäftsleben ist Englisch fast weltweit vertreten.

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 25
Englisch wie bisher

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Man sollte die Sprache nicht von der "Heimat-Sprache eines Mitgliedslandes" oder von Mehrheiten; sondern von ihrer Einfachheit und Verständlichkeit abhängig machen.

Dabei ist unerheblich, ob es sich um Muttersprachler oder Fremdsprachler handelt. Entscheidend ist, wie einfach die Sprache zu lernen ist.

Denn Sprache dient nur einem einzigen Zweck: Der Verständigung. Es gibt keinen - wirklich gar keinen - Grund, dazu eine Sprache zu wählen, die mit grammatikalischen und orthographischen Ausnahmen gespickt ist; und deren Sprachwächter mit fast schon religiösem Fundamentalismus darüber wachen, dass das auch so bleibt...

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Die englische Sprache ist - nicht nur, weil sie aktiv lebt - eine der einfachsten und "volksnähesten" Sprachen der Welt. Es gibt keinen Grund, sie gegen weitaus schwierigere Sprachen auszutauschen.

BTW: "Lateinisch" muss vielleicht jeder "gymnasiale Bayer" lernen, doch die überwältigende Zahl der Europäer hat keinen blassen Schimmer davon. Wozu auch? Es ist eine tote Sprache...

"Chinesisch" gilt als eine der schwierigsten Sprachen der Welt. Man sagt, dass selbst Chinesen erst im Alter von 40 Jahren imstande sind, eine Zeitung vollständig lesen zu können. Mithin ist diese Sprache nicht als "Volkssprache" geeignet. (Und von deren Dialekten wollen wir gar nicht erst anfangen...)

Und über "Deutsch" wollen wir gar nicht erst reden. Gerade weil es meine Muttersprache ist, kann ich es wohl sehr gut beurteilen: Selbst die meisten Deutschen sind nicht imstande, diese Sprache korrekt und (halbwegs) fehlerfrei zu nutzen. Wie mag es da wohl erst Fremdsprachlern ergehen? (Nur beispielhaft: Es heißt "der" Apfel; aber "die" Apfelsine. Hier ist stures Auswendig-Lernen ohne "learning-by-doing" angesagt. Keine besonders gute Voraussetzung für eine "lebende Volkssprache".)

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Letzten Endes wäre die Sprache aber (fast*) egal, würde man die Bevölkerungen der Länder von Anfang an darin schulen. Und zwar schon beginnend im Kleinkind-Alter, wenn sich die Sprachfähigkeiten formen.

*) "Fast", weil es dann doch einige "zu schwierige" Sprachen gibt: Chinesisch, Arabisch, Japanisch, Ungarisch, Navajo, Estnisch, Baskisch, Polnisch, Deutsch und Isländisch seien beispielhaft genannt. Bei all diesen Sprachen gibt es eine ungemein hohe Lern-Hürde, die dem eigentlichen Zweck von Sprache zuwiderläuft: Sie sind sehr schwer zu erlernen; und sie sind langfristig zu unflexibel, um sich den wandelnden Anforderungen anzupassen. Einige dieser Sprachen sind zudem mit starken lokalen Spezifika ausgestattet, die sie als "Generalsprache" fast schon apriori ausschließen...

Kommentar von StevenArmstrong ,

"Dabei ist unerheblich, ob es sich um Muttersprachler oder Fremdsprachler handelt. Entscheidend ist, wie einfach die Sprache zu lernen ist."

Das ist relativ. Die einen können besser Französsich lernen, die anderen besser Englisch.

Kommentar von Agentpony ,

Nein, das ist nicht relativ. Einzelphänomene widerlegen nicht den generellen Trend.

Englisch ist - unter anderem dadurch, daß das Land im Laufe von 2000 Jahren mehrfach den "Besitzer" wechselte - eine der grammatikalisch simpelsten Sprachen.

Französisch ist zwar auch nicht so schwer, nur verliert Englisch im Vergleich zu Französisch seinen vielleicht größten Nachteil - das wild irreguläre Aussprechen ähnlicher Buchstabenkombinationen und Worte. Buchstaben schlucken können die Franzosen nämlich auch.

Kommentar von Norbert1981 ,

Sehr gut beantwortet.

Nur: 

"Man sagt, dass selbst Chinesen erst im Alter von 40 Jahren imstande sind, eine Zeitung vollständig lesen zu können. "

Das stimmt überhaupt nicht.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Nun, ich kenne mich damit nicht aus. Allerdings sagen Studien, die sich mit dem Thema beschäftigen, dass man etwa 6.500 - 7.000 (manche sagen, es reichen schon 3.800) der rund 1,6 Millionen Schriftzeichen kennen muss, um die Sätze in Zeitungen vollständig und lückenfrei lesen zu können. 

Dabei ist das tatsächliche Verständnis - etwa, wenn es um Kontext-Bedeutungen oder Nebenbedeutungen geht - noch nicht inkludiert. Hier bedarf es weiteren Lern-Aufwandes...

Zum Vergleich: Die BILD-Zeitung bedient sich ganzer 370 der insgesamt rund 530.000 Wörter der deutschen Sprache. (Quelle: Duden)

Man muss also - rein rechnerisch - mindestens etwa "10-faches BILD-Niveau" haben, um eine chinesische Zeitung lückenfrei lesen (aber nicht zwingend auch verstehen) zu können.

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Und auch in der Umgangssprache sieht es ähnlich aus, behaupten Leute, die behaupten, sich damit auszukennen: Im Deutschen reichen im Allgemeinen 200 - 300 Wörter aus, um sich weitgehend verständigen zu können. Für die "hohe Konversation" bedarf es rund 1.500 Wörter. 

Im Chinesischen braucht es derer rund 1.600 Schriftzeichen, um sich substitutions- und umschreibungsfrei verständigen zu können. Wer die "hohe Konversation" beherrschen und sich über alle Themen austauschen können möchte, kommt um die oben schon genannte Zahl von 3.800 nicht herum.

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... Chinesisch erscheint mir - vor allem im Vergleich zum Deutschen; das ebenfalls nicht gerade als "einfach" klassifiziert ist - dann doch ein wenig komplex für eine "Weltsprache". Und nichts anderes wollte ich sagen.

Antwort
von Ranzino, 66
Eine andere Sprache

EU behält natürlich alle 24 Amtssprachen ?

Kommentar von Halbfinale2016 ,

Ich meinte in der EU-Kommission, da ist bisher englisch und französisch "Pflicht"...

Antwort
von Doshd, 23
Englisch wie bisher

Die Zahl der Muttersprachler ist unwichtig. Man muss sich ganz demokratisch danach richten, was die Mehrheit will. Da wären Deutsch und Französisch ohne Chance, weil die meisten Leute, die selbst eine weniger verbreitete Sprache als Muttersprache haben, dann für Englisch stimmen würden.

Wobei ich selbst Russland in eine runderneuerte und von den USA vollkommen unabhängige EU aufnehmen würde. Damit sollte dann Russisch zusätzlich zu Englisch zweite Amtssprache werden.

Antwort
von TUrabbIT, 35

Es sollte Englisch bleiben, das ist allgemein anerkannt und verständlich und es ist bereits etabliert. Eine solche Umstellung sorgt meist für horrende Kosten.

Antwort
von Hardware02, 31
Englisch wie bisher

Selbstverständlich weiterhin Englisch, was für eine Frage! Jeder lernt Englisch als Fremdsprache, während nur einige Leute z.B. Französisch, Deutsch, Spanisch lernen.

Antwort
von Dreamerxyz, 72

Englisch ist und bleibt die Weltsprache und international die am meist verwendeste Sprache der Welt. Da ist es auch unabhängig, ob Großbritannien in der Europäischen Union vertreten ist oder nicht.

Antwort
von atzef, 25
Englisch wie bisher

Es gibt keine "Hauptsprache" in der  EU. Erste Fremdsprache in den Mitgliedsländern wird natürlich weiterhin Englisch aufgrund seiner Weltgeltung bleiben.

Antwort
von Ifosil, 55
Englisch wie bisher

Es wird Englisch bleiben, da es international noch immer stark von Bedeutung ist. 

Expertenantwort
von AstridDerPu, Community-Experte für Sprache, 27

Hallo,

Deutsch, weil meistverbreiteste?!?! Sprache

das mag sein, aber wie man sieht nicht die leichteste! (http://www.duden.de/rechtschreibung/weit)

Ich finde, man sollte bei Englisch bleiben,

... weil Englisch heute als Weltsprache Nr. 1:

Landessprache in Großbritannien, Irland, den USA, Kanada, Australien,
Neuseeland und Südafrika, Zweit- und Amtssprache in weiten Teilen
Asiens und Afrikas und Verkehrssprache in immer mehr Ländern der Welt
ist.

Man mit Englisch fast weltweit kommunizieren kann (Reisen, Urlaub).

Englisch ist weltweit die Sprache der Technologie, Wissenschaft,
Medizin, Politik und Diplomatie, Wirtschaft, Konferenz- und
Verhandlungssprache.

(Quelle: nibis.de/nli1/gohrgs/rrl/rrlengl_go.pdf)

Und das nicht umsonst, ist Englisch doch, zumindest in den Grundlagen, relativ einfach.

:-) AstridDerPu

Kommentar von StevenArmstrong ,

"Englisch ist weltweit die Sprache der Technologie, Wissenschaft,
Medizin, Politik und Diplomatie, Wirtschaft, Konferenz- und
Verhandlungssprache." -> "Politik und Diplomatie" und "Medizin"

Französisch gilt allgemein als Diplomatensprache.

Englisch ist Wirtschaftssprache und in der Medizin werden die Fachbegriffe in Latein geannnt, um Verwechslungen wegen Aussprache oder Falschverstehen zu vermeiden.

Antwort
von Antwortapparat, 4
Englisch wie bisher

es ist und bleibt der größte gemeinsame Nenner

in fast allen EU Ländern wird Englisch als Zweitsprache Unterrichtet.

Wenn alle erst einmal eine andere Sprache lernen müssten, es gäbe ein Babylon von historischem Ausmaß.

Antwort
von atijaja, 56

Hast du auch zahlen darüber wieviele EU Bürger englisch sprechen
Damit solltest du deine Antwort haben

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