Frage von saskiaxxxxx, 109

Welche Sprache hat die meist geklauten Wörter?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von OlliBjoern, 42

Die Frage ist gut, aber ich denke nicht eindeutig zu beantworten. Fast jede Sprache hat Lehnwörter, zugegebenermaßen manche deutlich weniger als andere (Isländisch verzichtet fast komplett auf Lehnwörter, und erfindet isländische Wörter für moderne Gegenstände).

Finnisch hat viele schwedische Lehnwörter, Ungarisch hat viele slawische Lehnwörter (daneben aber auch turksprachige, rumänische, sogar aus der iranischen Sprachgruppe).

Englisch hat viele französische (oder ultimativ lateinische) Lehnwörter.

Indonesisch hat zahlreiche holländische Lehnwörter.

Viele Sprachen, die nicht arabisch sind, aber dennoch vom Islam beeinflusst wurden, haben arabische Lehnwörter (Urdu, Türkisch...).

Die Sache mit den Lehnwörtern ist nicht trivial, zumal Lehnwörter aus verschiedenen zeitlichen Schichten stammen können. Wir würden "Meeting" als Lehnwort problemlos erkennen, aber "Karotte" (was aus dem Latein stammt) ist schon so lange deutsch, dass wir es heute gar nicht mehr als Lehnwort erkennen ("Pferd" "Mühle" "Semmel" usw. sind auch nicht germanischen Ursprungs, aber zweifellos schon sehr lange "eingedeutscht", deren Entlehnung geht auch auf die lateinische Sprache zurück).

Kommentar von saskiaxxxxx ,

Fast jedes 2te Wort wurde aus der Turksprache geklaut aus 37 Sprachen. Meist davon Arabisch,Persisch und Kurdisch. (Habe ich mal gelesen)

Kommentar von saskiaxxxxx ,

Ich habe mich falsch artikuliert. Also sollte gemeint sein das, die Türkische Sprache viele Wörter geklaut hat am meisten aus dem Arabischen,Persischen und Kurdischen.

Antwort
von MarioXXX, 36

70 Prozent der koreanischen und 60 Prozent der japanischen Vokabular stammen ursprünglich aus dem Chinesischen aber klingen nicht mehr Chinesisch.

Etwa 40 Prozent der persischen Alltagswörter stammen aus dem Arabischen, während 80 Prozent der englischen Alltagswörter hauptsächlich aus dem Altenglischen stammen und somit nicht ,,geklaut'' ist. Der Rest ist Nordgermanisch, Französisch, Latein, Griechisch und Sonstiges.

Zwar stammen mehr als die Hälfte der englischen Vokabular aus dem Französischen/ (teilweise auch indirekt, da Wörter wie garden oder war letztendlich germanische Wörter sind und somit nicht wirklich geklaut sind.) Lateinischen aber viele abstrakte Wörter werden im Alltagsleben so gut wie nie benutzt. Zudem sind Englisch, Französisch, Latein,... indoeuropäische Sprache. Break und fraction zum Beispiel sind genetisch verwandt.

Am Reinsten ist vielleicht Isländisch.

Antwort
von Lilo626, 33

Würde mal Latain oder Griechisch tippen

Antwort
von HelpToGo, 77

Englisch würde ich sagen, es hat die meisten Wörter aus dem Deutschem und Lateinischem

Kommentar von beyer2000 ,

Nicht ganz, von den 60% Fremdwörtern sind jeweils 30% Latein und Französisch, Deutsch ist im Vergleich dazu sehr wenig vertreten.

https://en.wikipedia.org/wiki/Lists_of_English_words_by_country_or_language_of_o...

Antwort
von mychrissie, 15

Sprache klaut nicht, sie lebt und wird von vielen Seiten befruchtet.

Du "klaust" ja auch nicht die Luft, die Du atmest. Wenn Sprache sich sinnhaft entwickelt, auch mit Lehnwörtern aus anderen Sprache, ist das sehr schön, weniger allerdings, wenn sie durch alberne, unpassende Begriffe verhunzt wird, für die es im Deutschen weit schönere und treffendere Wörter gibt.

Antwort
von tryanswer, 74

Wahrscheinlich "Kreol", sie besteht zu 100% aus Fremdwörtern.

Kommentar von OlliBjoern ,

"Kreol" ist aber keine bestimmte Sprache, sondern nur ein Oberbegriff für viele unterschiedliche Sprachen, eben "Kreolsprachen". Charakteristisch ist die oft europäische Sprachbasis, die mit einheimischem Vokabular angereichert wurde, z.B. das haitianische Kreol-Französisch (Créole haïtien), das zahlreiche (ursprünglich aus dem afrikanischen Raum stammende) Wörter beinhaltet (und auch grammatikalisch anders ist als Französisch).

Dann gibt es natürlich zahlreiche englischbasierten Kreolsprachen (z.B. im Pazifikraum, z.B. Tok Pisin in Neuguinea), die sowohl englisches und einheimisches Vokabular vereinen (und auch grammatikalische Besonderheiten haben).

Der Vergleich mit den Lehnwörtern ist hierbei natürlich etwas problematisch, denn dies sind keine originären einheimischen Sprachen, die lediglich französische oder englische Wörter entlehnt haben, sondern im Prinzip eigenständige neue Sprachen, die aus dem Französischen, Englischen (und anderen Sprachen) entstanden sind, und von lokalen Leuten angewendet werden (und die damit natürlich einiges an einheimischem Vokabular enthalten - ggf. könnte man somit dieses als "entlehnt" betrachten). 

Kommentar von tryanswer ,

Die Entstehung hast du etwas falsch dargestellt. Die Sprache (besser Sprachen) entstanden aus der Notwendigkeit der damaligen Sklaven sich untereinander und mit ihren Herren verständigen zu können. Es entstand somit nicht aus den europäischen Sprachen, sondern orientiert sich an diesen. Die phonetische Nachahmung des Europäischen vermischte sich auf diese Weise mit Begriffen aus den unterschiedlichsten Herkunftsregionen der Sklaven. Erst in späterer Zeit, trat das Europäische wieder in den Vordergrund.

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